Willkommen auf der dunklen Seite ...

Es ist soweit - Sabrina ist auf Netflix in der dritten Staffel angekommen und hier gibt es eine neue exklusive Story, die zwischen dem ersten und dem zweiten Teil spielt. Wenn ihr also noch einmal die Akademie der Unsichtbaren Künste und besonders Nick näher kennenlernen möchtet, hier ist alles, was ihr braucht!

Sabrina Spellman hat die härteste Entscheidung ihres Lebens gefällt: Sie lässt ihre Freunde an der Baxter High zurück. Jetzt muss sie sich unter den jungen Hexen und Hexern an der Akademie der Unsichtbaren Künste zurechtfinden. Ihre Macht wächst täglich, aber der Preis dafür ist hoch ... Kann Sabrina ihren neuen Klassenkameraden trauen? Vor allem dem charmanten Nick Scratch und seinen Gefühlen ihr gegenüber?

Jetzt schon mal reinlesen:

Leseprobe: »Der Welt un-sterblichste Töchter«

10. Dezember, Nacht der Dreizehn von Greendale – HARVEY

Sabrina hatte ihm gesagt, der Tod werde kommen, doch es war jemand anders.

Harvey zuckte heftig zusammen, als es plötzlich an der Milchglastür seines Hauses klopfte, aber er wollte kein Feigling mehr sein. Er musste in diesem Haus bleiben und seinen bewusstlosen Vater beschützen, der einfach nicht aufhören konnte zu trinken, weil der Falsche seiner Söhne gestorben war.

Harvey wollte unbedingt mutig sein, wie sein Bruder es gewesen wäre. Deshalb ging er zur Tür, auch wenn sein Herz lauter trommelte als die Faust an der Scheibe, und riss sie auf.

»Hi, Harvey«, grüßte der dunkelhaarige Fremde, der auf seiner Schwelle stand. Nach einer merklichen Pause fügte er hinzu: »Richtig, oder?«

Es klang nicht wie eine Frage, dazu war er sich zu sicher. Auch wenn Harvey diesen Jungen noch nie in seinem Leben gesehen hatte.

»Ja«, antwortete er zögernd. »Wer bist du?«

Noch bevor er zu einer Antwort ansetzte, marschierte der Junge ohne jede Einladung ins Haus. Harvey hatte in seinem ganzen Leben noch nicht so viel Selbstsicherheit empfunden, wie dieser Junge bei nur zwei Schritten verströmte.

»Ich bin Nick Scratch«, warf er lässig über die Schulter. »Sabrina hat mich geschickt. Ich bin ein Freund von ihr und deine Verstärkung für heute Nacht. Du musst mir sämtliche Fenster und Türen des Hauses zeigen, damit ich sie für dich versiegeln und mit einer Bindung versehen kann.«

Harvey blieb nichts anderes übrig, als Nick durch sein eigenes Heim zu folgen. Trotzdem fragte er: »Welche Art von Freund?«

Doch Harvey wusste es bereits.

In der Weihnachtsgeschichte bekommt Scrooge Besuch von den Geistern der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht. Nick Scratch war die Verkörperung von Sabrinas zukünftigem festem Freund, und zwar die Version mit den neuesten Upgrades.

Harvey hatte schon immer gewusst, dass Sabrina etwas Besseres finden konnte als ihn.

Sie war so klug und so wunderschön, und manchmal so eigenartig. Ihr Leben lang schien sie in ihrer eigenen kleinen Welt zu wandeln, wo sie für Harvey unerreichbar war. Und ihn hatte stets die Angst umgetrieben, dass irgendwann jemand auftauchen könnte, der ihrer würdig war. Jemand, der clever war, gut aussehend, weltgewandt und cool. Jemand, der auf einer Ebene eine Verbindung zu ihr finden würde, die Harvey einfach nicht erreichen konnte. Hier war er nun, und er hatte magische Kräfte.

Ein Typ wie Nick war schon seit Jahren Harveys schlimmster Albtraum. Inzwischen wurde Harvey allerdings noch von viel schlimmeren Albträumen heimgesucht.

Was nicht hieß, dass er begeistert war von Nick.

Aber Nick war nicht gekommen, um sich über Harvey lustig zu machen. Nein, er hatte gesagt, er wolle ihm helfen, mit der mysteriösen Gefahr klarzukommen, die ihre Stadt bedrohte.

Zu gerne hätte Harvey behauptet, keine Angst zu haben und sich nicht von Magie retten lassen zu müssen. Doch als die Sonne versunken war und der Wind in den Bäumen plötzlich wie das Getuschel von Geistern klang, hatten ihn leise Zweifel gepackt.

Vielleicht war Harvey ja wirklich so nutzlos und hilflos, wie Sabrina glaubte.

»Was genau geht hier vor?«

»Die Geister von dreizehn toten Hexen versuchen, sämtliche Einwohner der Stadt zu töten«, verkündete Nick so sachlich, als wäre das etwas vollkommen Normales. »Versiegelte Türen und Bannzauber könnten sie für eine Weile zurückhalten.«

»Und wie lange?«

»Wahrscheinlich nicht lange genug«, antwortete Nick kühl.

»Na großartig«, murmelte Harvey.

Er war gereizt und eifersüchtig, aber trotzdem war er unglaublich erleichtert, dass Nick da war. Während er hinter ihm herlief, zeigte er ihm sämtliche Zugänge zum Haus. Die Versiegelungen dauerten eine Weile. Zwar motzten sie sich gegenseitig an, und Tommy war tot und Sabrina fort, aber zumindest hatte Harvey endlich wieder jemanden, mit dem er reden konnte.

Dann erschienen flackernde Frauengestalten mit verfilzten Haaren hinter dem trüben Milchglas der Tür. Sämtliche Türen und alle Fensterscheiben klapperten wie Knochen in einer bebenden Kiste.

Harvey richtete sein Gewehr auf die Tür. »Willst du nicht irgendetwas tun?«

»Bin bereits dabei, Farmbubi«, zischte Nick. »Auch wenn du es nicht verdienst. Du bist ein Hexenjäger, nicht wahr?«

Darauf hatte Harvey keine Antwort. Ja, Sabrina hatte ihm gesagt, dass er ein Hexenjäger sei, was einige Dinge erklärt hatte. Hatte er denn diesbezüglich eine Wahl? Hatte Sabrina eine Wahl, was ihr Hexendasein betraf?

Vielleicht nicht.

Nick hatte die Hände in einer Geste verschränkt, die an eine Gebetshaltung erinnerte. Dabei murmelte er etwas vor sich hin, was wohl ein Bannzauber sein musste. Zwar verstand Harvey kein Wort davon, doch bei jeder Silbe stellten sich ihm die Nackenhaare auf.

Irgendetwas ging von Nick aus, so etwas wie die Hitze oder das Licht eines Feuers, aber es war weder hell noch warm.

Es war Magie.

Sobald Nick seine Zauber gewirkt hatte, breitete sich Schweigen zwischen ihnen aus. In der Stille konnte Harvey regelrecht hören, wie sich das Böse näherte. Der Wind steigerte sich von einem leisen Murmeln vor dem Fenster zu einem weit entfernten Schrei, der immer dichter heranrückte. Die tiefen Schatten jenseits des schwachen Verandalichts wurden dunkler und drückender.

Und nichts davon war eigentlich Nicks Problem. Dieser Junge war nicht gekommen, damit es Harvey besser ging. Er war überhaupt nicht seinetwegen hier.

Um nicht zu zeigen, wie sehr er sich fürchtete, fragte Harvey: »Du hast doch alles versiegelt, oder? Du hast das Versprechen gehalten, das du Sabrina gegeben hast. Also kannst du jetzt gehen.«

Als er es endlich schaffte, seinen Blick von der brodelnden Dunkelheit hinter dem Fenster zu lösen, bemerkte er, dass Nick ihn aufmerksam musterte. Seine Augen waren von beinahe ebenso undurchdringlicher Schwärze wie die Nacht dort draußen.

Beinahe.

»Nein«, antwortete Nick bedächtig. »Ich werde bleiben.«

Nick half Harvey dabei, noch weitere Möbelstücke vor die Haustür zu schieben, und setzte sich Schulter an Schulter mit ihm auf den Boden, den Rücken an die zerbrechliche Barrikade gelehnt, während die Türknäufe und Fenster klapperten, der Wind kreischte, die Toten heranrasten. Es war erbärmlich, aber Harvey war unglaublich froh, dass Nick bei ihm war.

Gerade als Harvey sich sicher war, dass die Geister durchbrechen würden, ließ das Getöse nach. Die Welt und die Toten verstummten. Nachdem sie sich einen wortlosen Blick zugeworfen hatten, begannen Harvey und Nick damit, die Barrikade abzubauen. Sobald die Tür wieder frei war, wollte Nick sie öffnen, aber Harvey schob sich an ihm vorbei. Er würde nicht zulassen, dass Nick zuerst hinausging. Er konnte nicht noch einmal mit ansehen, wie jemand starb.

Das schien Nick zu verwirren.

»Was ist?«, blaffte Harvey ihn an.

Ein spöttisches Grinsen breitete sich auf Nicks Gesicht aus. »Gar nichts. Du bist schon ein merkwürdiger Hexenjäger, nicht wahr?«

Er ließ Harvey vorangehen. Der öffnete die Tür und zielte mit dem Gewehr in die stille Nacht hinaus, während Nick ihm über die Schulter spähte. Keine Geister mehr da. Nick verkündete, Sabrina habe es geschafft, die Stadt zu retten – auf eine Art und Weise, die Nick offenbar begriff, Harvey aber nicht.

Während sie noch gemeinsam auf seiner Türschwelle standen, fragte Harvey verlegen: »Warum bist du hergekommen?«

Nick blickte in die raunende Finsternis hinaus, als läge irgendwo dort die Antwort versteckt. »Sie hat mich darum gebeten. Also bin ich gekommen.«

Es klang irgendwie trostlos. Plötzlich hatte Harvey Mitleid mit Nick, wie mit einem verletzten Tier oder einem heimatlosen Streuner, auch wenn das total widersinnig war.

»Nein, ich meine …« Harvey biss sich auf die Lippe und versuchte, möglichst behutsam zu sprechen. Diese Nacht war bereits kalt und rau genug, es musste doch noch etwas Sanftheit auf dieser Welt verbleiben, auch wenn er sie erst selbst erschaffen musste. »Warum?«

Nick wandte sich ihm zu. Mit leiser Verwirrung sah er zu Harvey hoch, fast als ob ein so behutsamer Tonfall ihm völlig fremd wäre. Harvey schluckte.

»Seid ihr … Seid ihr zwei …?«

Es gelang ihm einfach nicht, es auszusprechen. Schlage mich mit dem Schlimmsten, hätte er am liebsten gesagt. Drücke ein Siegel auf mein Elend, so wie du die Fenster und Türen versiegelt hast. Ich hab es gewusst, als ich dich sah. Hab es gewusst, als du mir sagtest, warum du gekommen bist.

Nick antwortete: »Sie liebt dich, Sterblicher.«

Sabrina hatte Harvey gesagt, dass sie ihn liebte, aber sie hatte ihn auch ihr Leben lang angelogen. Vielleicht hatte sie nichts von alldem ernst gemeint. Magie war real, sein Bruder war tot, die gesamte Welt war in tausend Stücke zersprungen. Und Sabrinas Liebe, das Zerbrechlichste und Schönste, was es in Harveys Leben gab, hatte er verloren. Doch diesen merkwürdigen Jungen sagen zu hören, dass Sabrina ihn liebte, ließ es für Harvey beinahe wahr werden.

Sie liebt dich. Nick klang so gelassen, so sicher. Harvey wiederholte diese Worte während der schlaflosen, lichtlosen Nächte, wenn er sich ganz und gar verlassen fühlte.

Es gab noch jemanden, der ihn liebte.

Nick hätte ihm das nicht sagen müssen, ebenso wenig hätte er bei ihm bleiben müssen. Doch er hatte es getan.

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