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Daniel Böcking: Ein bisschen Glauben gibt es nicht

Daniel Böcking: Ein bisschen Glauben gibt es nicht

Heute noch wirklich Glauben?

Danke!
Danke, dass du mein Leben auf den Kopf gestellt hast. Danke, dass du mir eine Glaubensfreude geschenkt hast, die mich rätseln lässt, wie ich 36 Jahre lang ohne diese innere Ruhe, diese Zuversicht und diese Wegweisung gut schlafen konnte. Danke für die Vollbremsung auf meinem Lebensweg und den anschließenden U-Turn zu dir. Und danke, dass ich heute ein Buch darüber schreiben darf. Herr, es gibt so viel, wofür ich dir dankbar bin, und es ist schön, dass ich auf den folgenden Seiten anderen Menschen davon erzählen darf, wie es dazu gekommen ist: wie aus mir – einem, der wie Millionen anderer Menschen in Deutschland zwar irgendwie an irgendetwas glaubte, aber eher so nebenher – ein glücklicher Vollzeit-Christ geworden ist.

Böcking, Daniel
© Christian Langbehn

Vor fünf Jahren habe ich angefangen, mich auf die Suche nach diesem Geschenk [Gott] zu begeben. Vor zwei Jahren habe ich es dann wirklich angenommen. Davor? Hatte ich – wie so viele andere Menschen auch – eine Art Individual-Glauben. Auf mich persönlich zugeschnitten, so, dass er bloß nicht zu sehr in mein Leben eingriff. Und wenn doch, dann mit klaren Regeln, die ich mir selbst ausgedacht hatte.

Evangelisch getauft, als Kind hin und wieder ein Abendgebet gesprochen. Nebenher so ein bisschen gläubig. Kirche vielleicht mal am Heiligabend. Mein Glaubensbekenntnis passte auf einen Bierdeckel: »Gott ist Liebe«. Jesus fand ich auch sympathisch. Aber ob er nun dein Sohn ist oder einfach ein netter Typ, der viele gute Sachen gesagt hat, war für mich kaum relevant.

Das hat sich radikal geändert. Ich bin zu dir, Gott, umgekehrt. Und wie das Wort Umkehr schon sagt: Für mich – damals 36 Jahre alt, BILD-Journalist, ehrgeizig, partywütig – war es eine 180-Grad-Kehre mit sehr konkreten Veränderungen: im Job (kann man auch ganz ohne Ellbogen seinen Weg gehen?), in der Freizeit (wie viele durchfeierte Nächte in der Woche tun mir wirklich gut?), in der Familie (»Gehst du jetzt etwa in eine Sekte? « »Nein! Ich bin Christ!«).

Zwischen dem ersten Impuls »Hey, irgendetwas Wichtiges in deinem Leben hast du bislang vernachlässigt« und dem großen Schritt »Ab heute will ich mein Leben ganz und gar in deine Hand geben« lagen stolze dreieinhalb Jahre. Ganz offensichtlich bin ich nicht der schnellste, wenn es um lebensverändernde Entscheidungen geht. Eher so Typ Bausparer. Außerdem ging es mir bis dato ja auch ohne diese Kehrtwende ganz gut. Neben Job, Familie, Freunden und bierseligen Nächten war kaum Platz, alles in meinem Leben zu überprüfen, zu hinterfragen oder gar zu ändern. Keiner machte mir Druck. Du hattest es wohl nicht eilig mit mir. Oder warst geduldig. Oder ich war zu beschäftigt (und zu blöd), dir zuzuhören. Als ich endlich damit anfing und mich auf den Weg machte, erlebte ich es wie ein Wunder.

Lieber Gott, du weißt, wie unsicher ich noch in vielen Situationen bin. Wie eingeschüchtert, bei jeder Gelegenheit, die der Alltag mir bietet, über dich und den Glauben an dich zu sprechen. Immer gibt es Menschen, die früher zum Glauben gefunden haben als ich, die die Bibel öfter gelesen haben und sich komischerweise problemlos Kapitel- und Versnummern merken können, die historische Fakten tiefer recherchiert haben. Viele sind treu in ihrem Glauben geblieben und haben sich bewährt, obwohl sie schlimmste Schicksalsschläge erlitten haben. Verfolgung, Folter – aber auch schwere Krankheiten, Unfälle, Katastrophen. Ich hingegen führe ein fast zu schönes Leben: in einem gut bezahlten, aufregenden Job als stellvertretender Chefredakteur bei BILD.de, mit einer Eigentumswohnung in Berlin, einer Pacht-Datsche in Brandenburg, tollen Freunden, drei fantastischen Kindern und einer wundervollen Frau (für die ich dir nie genug werde danken können).

Ich hätte also viele Gründe, ein dankbarer Vorzeige-Christ zu sein. Dankbar bin ich (inzwischen aber für andere Geschenke von dir), Vorzeige-Christ noch immer nicht, obwohl ich es redlich versuche. Immer wieder knallen Anspruch an mich selbst im Glauben und Wirklichkeit im Alltag aufeinander. Immer wieder stolpere ich, falle hin, baue Mist – und erfahre bei dir Vergebung. In fast jedem Gebet stelle ich Fragen, auf die ich noch keine Antwort weiß. Der Weg ist noch weit. Ich bin also sicherlich nicht angetreten, um Lehren oder Ratschläge zu erteilen. Ich möchte einfach in demütiger Dankbarkeit erzählen, wie du in mein Leben eingegriffen und es verändert hast – gerettet hast. Denn zumindest zwei Dinge habe ich begriffen:

1. Du willst nicht, dass wir lauwarm im Glauben sind. Es gibt so viele Menschen, die sich Christen nennen, die sich selbst als gläubig bezeichnen. Aus irgendeinem Grund sind sie aber nicht bereit, den logischen nächsten Schritt zu machen: sich wirklich RICHTIG auf den Glauben an dich einzulassen. Sich frei zu Jesus zu bekennen und die Veränderungen zuzulassen.

2. Du willst, dass Christen von ihrer Glaubensfreude und ihrem Gottvertrauen berichten, dass sie sich offen und laut zu dir bekennen, damit viele Menschen die wundervolle Botschaft hören und deine Einladung annehmen.



[...] Ich kann nicht von oben herab predigen, weil ich selbst täglich lerne und viele Fehler mache. Ich kann keine verbindlichen Antworten auf große Fragen geben, weil die allein von dir kommen können. Aber ich kann meine Geschichte erzählen, die ganz von selbst zu Antworten von dir führte. Sie beginnt an einem Punkt, den viele Menschen von sich selbst kennen: Ich glaubte irgendwie so ein bisschen – nicht mit Volldampf, nicht mit tiefem Vertrauen, nicht mit Haut und Haaren. Ich glaubte noch nicht so richtig. Und dann wurde Schritt für Schritt alles anders und besser ...

Ein bisschen Glauben gibt es nicht Blick ins Buch

Daniel Böcking

Ein bisschen Glauben gibt es nicht

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