Der dritte Teil der erfolgreichen Vernau-Reihe

Die letzte Instanz

Vor dem Landgericht Berlin wird Anwalt Joachim Vernau Zeuge einer merkwürdigen Szene: Die Rentnerin Margarethe Altenburg schießt auf einen Obdachlosen, bricht noch am Tatort zusammen und wird verhaftet. Ist sie verwirrt? Oder eine kaltblütige Mörderin? Joachim Vernau übernimmt die Verteidigung. Doch die scheinbar willkürliche Tat entpuppt sich als Auftakt zu einer rätselhaften Mordserie. Vernau reist in Margarethe Altenburgs Heimatstadt Görlitz. Der erst harmlos scheinende Auftrag wird für ihn zu einer aufwühlenden Begegnung mit der Vergangenheit der alten Frau – und er stößt auf eine längst vergessene Schuld, die nun ihren Tribut fordert.

»Es gibt nicht wenige, die Elisabeth Herrmann für die beste deutsche Krimiautorin halten. Man kann es verstehen.« - Brigitte

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Die Gasflaschen.
Irgendwie muss sich der Gurt gelockert haben. Als er in die Spurrillen kurz vor der Ausfahrt Zehlendorf gerät, hört er das Klappern. Er wirft einen Blick in den Rückspiegel. Die Plane liegt straff über dem Gebinde, zwei 16-Flaschen-Bündel, jede gefüllt mit 50 Litern Crypton mit einem Druck von 300 bar. Der Fahrtwind
fährt unter die Abdeckung und beult sie aus, sie knattert wie detonierende Knallerbsen, die Kartuschen schlagen gegeneinander. Herrgottverdammtescheißenochmal. Kurz vor halb fünf. Um fünf muss er auf der verfluchten Baustelle sein, sonst steht er wieder vor der verschlossenen Tür des Containers und kann sehen, wie, wann und wo er das Zeug los wird. Vermutlich gar nicht. Er kennt den Vorarbeiter, einen schlechtgelaunten, kurz angebundenen Mann, der Abhängige und Untergebene behandelt, als seien sie ihm Genugtuung schuldig für all die Jahre, die er in Unfreude und Unwillen an seinem Arbeitsplatz verharren muss, an den ihn die Alternativlosigkeit gefesselt hat wie den Fährmann an sein Boot über den ewigen Fluss. Es ist ein Fährmann über den Fluss, der ewig, ewig fahren muss, hin und her, hin und her. Ist es der Fluss Styx? Oder die Überfahrt zum Teufel mit den drei goldenen Haaren? Ewig fahren. Hin und her. Niemals abgelöst. Es ist schwer, dem Kleinen zu erklären, was
10 ewig ist. Er hat es versucht, doch irgendwann aufgegeben. Was ist ewig? – Das hört nicht auf. – Warum hört es nicht auf? – Weil es unendlich ist. – Was ist unendlich? – Der Himmel. Das Meer. Etwas ohne Ende eben. – Und wie ist es ohne Ende? – Weiß ich doch nicht. – Warum weißt du das nicht? – Weil … Himmelherrgottverdammtescheißenochmal. Dann fängt es auch noch zu schneien an. Eine widerliche Mischung aus Regen und nassen, schweren Flocken, die auf die Windschutzscheibe klatschen. Es ist ein kalter März, und die Straßen sind noch immer vereist von dem nicht enden wollenden Winter. Er muss vorsichtig sein. Runter vom Gas. Langsam, Brauner. Langsam.
Ein Wagen hinter ihm hupt auf und flackert empört mit dem Fernlicht. Blöder Arsch. Fahr doch drauf. Dann wäre endlich ein neuer Lack fällig. Und der kaputte Riegel hinten würde auch ersetzt. War alles nicht drin gewesen im letzten Jahr. Vielleicht in diesem. Es geht wieder los auf dem Bau. Endlich. Früher war das die
Zeit, in der es ihn in den Süden gezogen hat. Heute ist es die Zeit der Achtzehn-Stunden-Schichten. Von viel zu wenig Schlaf, weder im Führerhaus noch im eigenen Bett. Er mag das nicht, wenn Steffi so früh aufsteht. Jeden Morgen um drei. Bei Wind und Wetter. Brötchen ausliefern. Vor sechs ist sie selten zurück. Und wenn der Kleine wach wird, bleibt alles an ihm hängen. Waschen. Anziehen.
Frühstück machen. Es ist nicht sein Job, sich um das Kind zu kümmern. Es ist ja auch nicht sein Kind. Er sucht einen anderen Sender, bleibt hängen irgendwo auf der Skala. »Tunnel of Love« von Bruce Springsteen. Gott, ist das lange her. Die Scheibenwischer verschmieren den Schnee auf der Scheibe,
der glasige Film verwandelt die roten und weißen Lichter vor ihm zu tanzenden Flecken, die ihn blenden. Knapp achtzig. Hoffentlich kein Stau. Halb fünf. Die Baustelle. Die Gasflaschen klappern. Den Pritschenrahmen hat er selbst geschlossen.

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Vernau 1

Das Kindermädchen

Joachim Vernau ist oben in der Berliner Gesellschaft angekommen. Er steht kurz davor, in die wohlhabende und einflussreiche Familie der von Zernikows einzuheiraten, nicht ahnend, dass ihre Ehrbarkeit nichts als Fassade ist. Als eine ukrainische Frau auftaucht und behauptet, die von Zernikows hätten im Zweiten Weltkrieg eine Zwangsarbeiterin beschäftigt, lässt das Familienoberhaupt sie kurzerhand hinaus werfen. Wenig später wird sie tot geborgen...

»Elisabeth Herrmann ist die ungekrönte Königin der intelligenten Hochspannung. Sie perfektioniert den literarischen Nervenkitzel.«
- Myself

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Vernau 2

Die siebte Stunde

Ein teuflisches Spiel, ein rätselhafter Selbstmord und ein quälendes Geheimnis: Als Joachim Vernau die Möglichkeit bekommt, an einer Berliner Privatschule zu unterrichten, begegnen ihm die Schüler voller Feindseligkeit. Sie leben in einer ganz eigenen Welt, sind fasziniert von dunklen Ritualen und haben sich einem mysteriöses Rollenspiel verschrieben. Vernau ahnt zunächst nicht, dass sie sich in gefährlichen Gefilden bewegen – doch als er herausfindet, was hinter dem Schweigen der Schüler steckt, ist es schon fast zu spät ...

»Es gibt nicht wenige, die Elisabeth Herrmann für die beste deutsche Krimiautorin halten. Man kann es verstehen!« - Brigitte

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Vernau 4

Versunkene Gräber

Einige Jahre sind vergangen, seit Anwalt Joachim Vernau den Drahtziehern eines Mordkomplotts das Handwerk gelegt hat. Bis ihn ein Hilferuf aus Polen erreicht: Jazek, der gemeinsame Freund aus längst vergangenen Tagen und durchzechten Nächten, sitzt mit einer Mordanklage im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Vernau ist entschlossen, Jazek zu helfen, und reist nach Polen. Verlorene Briefe und vergessenes Leid ziehen Vernau immer weiter hinein in den Strudel der Ereignisse des Jahres 1945. Flucht und Vertreibung, Ende und Neuanfang...

»Spannend erzählt, intelligent konstruiert und vor allem mit einem der charmantesten Helden der aktuellen deutschen Kriminalliteratur versehen« - krimiblog.blogspot.de

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Vernau 5

Totengebet

Anwalt Vernau erwacht im Krankenhaus und kann sich an nichts mehr erinnern. Dafür ist er der Held von Berlin: In einer U-Bahnstation hat er mehrere Männer in die Flucht geschlagen. Aber wer ist die junge Frau mit dem Davidstern, die seitdem durch seine Erinnerung geistert? Und was hat sie mit den schrecklichen Morden zu tun, die sich wenig später ereignen? Als Vernau der schönen Unbekannten zu nahe kommt, wendet sich das Blatt: plötzlich steht er unter Mordverdacht. In letzter Sekunde kann er das Land verlassen, sein Ziel: Tel Aviv...

»Totengebet ist der große Belastungstest einer Figur. Vor allem aber ein richtig guter Kriminalroman.« - Die Welt

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Herrmann, Elisabeth
© Boris Breuer

Über die Autorin

Elisabeth Herrmann

Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin.

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