Entspannt durch die Schulzeit

Machen Sie nicht zu viele Worte

Manchmal überfluten wir unseren Nachwuchs regelrecht mit langatmigen Erklärungen. Zum Glück haben Kinder einen Filter eingebaut. Wenn zu viel auf sie einprasselt, rauscht das meiste einfach ungehört vorbei.
Gebrauchen Sie weniger Worte. Reden Sie lieber durch das, was Sie tun. Sagen Sie nicht: »Hör auf zu zappeln«, sondern machen Sie das Radio aus und werden Sie selber ruhig. Sagen Sie nicht: »Fang endlich mit deinen Hausaufgaben an«, sondern schlagen Sie das Heft auf und drücken Sie Ihrer Tochter mit einem freundlichen Augenzwinkern den Stift in die Hand.
Mischen Sie sich als Eltern nicht ein, solange es läuft.
Mehr Fragen als Antworten. Fragen Sie: »Wie könntest du vorgehen?« oder »Was meinst du? Hast du schon eine Idee, wie sich das Problem lösen lässt?« statt: »Du musst es so machen!«
Sagen Sie nicht, was getan wird, sondern machen Sie Angebote und überlassen Sie die Entscheidung möglichst oft dem Kind: »Mit welchem Fach möchtest du anfangen?« oder »Kann ich dir noch was helfen?« oder »Möchtest du, dass wir zusammen im Buch nachschauen?«
Akzeptieren Sie die Antwort. Sogar dann, wenn die Antwort Ihres Kindes lautet »Keine Lust« oder »Ich finde, das reicht so«. Selbstständig zu arbeiten und zu lernen, sich und seine Fähigkeiten einzuschätzen, ist viel wichtiger als fehlerfreie Arbeitsblätter.
Vertrauen Sie darauf, dass die Konsequenzen (wie z. B. »Am nächsten Tag als Einziger ohne Hausaufgaben in der Schule sein«) meistens wirkungsvoller sind, als von Mama oder Papa mithilfe von Geschimpfe und Fernsehverbot zum vollständigen Erledigen gedrängt worden zu sein.

Freunde sind wichtig

Was macht Kinder zu motivierten und entspannten Schulkindern? Genau das, was auch uns Erwachsene zu fröhlichen und motivierten Taxifahrern, Kinderärztinnen und Altenpflegern macht: Menschen sind die beste Moti­vation. Nichts wirkt sich stärker auf unsere Leistungsfähigkeit aus, als wenn wir uns von unseren Mitmenschen gemocht und akzeptiert fühlen.

Wenn sich Ihr Kind in der Klasse wohlfühlt, dann ist das die beste Voraussetzung dafür, dass es den Kopf frei hat und erfolgreich lernen kann.

Es wird Ihren Familienalltag erleichtern, wenn Sie die Freundschaften Ihres Kindes mindestens so wichtig wie seine Rechtschreibung nehmen:
Bieten Sie …
Unterstützung: Helfen Sie bei Verabredungen. Suchen Sie die passende Telefon­nummer heraus, und vielleicht gönnen Sie Ihrem Kind ja ausnahmsweise mal sogar einen elterlichen Aufräumdienst, damit am nächsten Tag genügend Platz für die geplante Lego-Stadt auf dem Teppich ist?
Interesse: Fragen Sie nicht »Wie war’s? Habt ihr die Arbeit zurück?«, sondern »Wie war’s? Habt ihr schön Fußball gespielt?«
Lob: Unterstützen Sie freundschaftliches und solidarisches Verhalten: »Das finde ich toll, dass du Maja geholfen hast.«
Trost: Bestrafen Sie Ihr Kind auf keinen Fall für schlechte Noten, indem es seine Freunde nicht treffen darf! Bestrafen Sie Ihr Kind überhaupt nicht für schlechte Noten. Schlechte Noten sind schon Strafe genug.

Der kleine Schulstress-Berater

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