Veronica Roth ist zurück - besser und stärker als jemals zuvor!

Für alle, die den Bestseller »Die Bestimmung« geliebt haben – jetzt ihr erster Roman für Erwachsene!

Das Besondere: Der spektakuläre Urban-Fantasy-Zweiteiler beginnt, wo andere Romane enden – mit dem Sieg der Helden über den mächtigen dunklen Feind. Doch dieses Happy End ist nur vorübergehend. Zehn Jahre später stehen die Erwählten ihrem größten Gegner erneut gegenüber, und er treibt ein abgrundtief böses Spiel mit ihnen … Außergewöhnlich, neu und atemberaubend spannend kehrt Veronica Roth zurück zu ihren Wurzeln und einer urbanen Welt mit einer starken Heldin, die bereit ist, alles für ihre Freunde und ihre Liebe zu riskieren.

Du hast "Die Bestimmung" geliebt?

Dann haben wir jetzt den neuen Roman von Bestseller-Autorin Veronica Roth für dich! Der Auftakt des neuen Fantasty-Zweiteilers - jetzt lesen!

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Leseprobe zu "Die Erwählten-Tödliche Bestimmung"

TEIL EINS

1


DER DRAIN SAH AUS wie immer, mit schreienden Menschen, die vor der riesigen schwarzen Chaoswolke flohen, aber nie
schnell genug rannten. Wenn die Walze sie erfasste, löste sich die Haut von ihren Knochen, bei lebendigem Leib, unter
unvorstellbaren Qualen, und das Blut spritzte weg wie bei zerquetschten Moskitos, o Gott.
Sloane schreckte hoch und rang nach Atem. Ganz ruhig, sagte sie sich. Ihre Zehen rollten sich ein, der Boden war kalt im Haus des Dunklen, außerdem hatte er ihr die Stiefel weggenommen. Sie war auf der Suche nach etwas Schwerem oder
Scharfem – auf beides gleichzeitig wagte sie nicht zu hoffen, so viel Glück hatte sie einfach nicht.
Sie zog eine Schublade auf, wühlte zwischen Löffeln, Gabeln, Pfannenwender herum. Eine Handvoll Gummis. Tüten-
Clips. Warum hatte er ihre Stiefel genommen? Was hatte ein Massenmörder von den Doc Martens eines Mädchens zu befürchten?
Hallo Sloane, flüsterte er in ihr Ohr.
Sie unterdrückte ein Schluchzen und riss eine weitere Schublade auf. Ihr Blick fiel auf Messergriffe; die Klingen steckten in einem Messerblock aus Plastik. Gerade wollte sie das Schlachtermesser herausziehen, als sie ein Knarzen hörte.
Der Schritt eines Menschen.
Sloanes Füße klebten am Linoleum, als sie herumwirbelte und mit dem Messer ausholte.
»Holy Shit!« Matt packte ihr Handgelenk und wehrte den Angriff ab, und für einen Moment standen sie sich gegenüber,
mit ausgestreckten Armen, das Messer über dem Kopf, und starrten einander an.
Sloane schnappte nach Luft, als die Wirklichkeit sie schlagartig einholte. Sie war nicht im Haus des Dunklen, nicht in der Vergangenheit, sondern nur in dem Apartment, in dem sie und Matthew Weekes wohnten.
»O Gott.« Sloanes Hand erschlaffte, das Messer fiel klappernd zwischen ihren Füßen zu Boden. Matt legte seine Hände
auf ihre Schultern, sie spürte die Wärme seiner Berührung.
»Bist du da?«, fragte er.
Das hatte er sie schon oft gefragt, Dutzende Male. Bert, ihr Betreuer, hatte sie eine einsame Wölfin genannt und sie nur selten mit den anderen zum Training oder auf eine Mission geschickt. Lass sie ihr eigenes Ding machen, hatte er Matt geraten, als sich abzeichnete, dass Matt der Anführer sein würde. Damit erzielst du bessere Resultate. Matt war seinem Rat gefolgt und hatte sich nur bei ihr gemeldet, wenn es notwendig war.
Bist du da? Am Telefon, leise flüsternd, mitten in der Nacht oder auch Auge in Auge, wenn sie wieder einmal wegen
irgendetwas ausflippte. Anfangs hatte sich Sloane über die Frage geärgert. Natürlich bin ich da, wo zur Hölle sollte ich
denn sonst sein?
Mittlerweile kannte Matt sie gut genug, um zu wissen, dass sie nicht immer mit Ja antworten konnte.
»Ja«, sagte sie.
»Okay. Bleib hier, hörst du? Ich hole deine Tabletten.«
Sloane lehnte sich Halt suchend an die Marmoranrichte. Das Messer lag vor ihren Füßen, sie wagte nicht, es anzufassen.
Sie wartete und atmete und starrte auf das Durcheinander aus Grautönen, in dem sie die Umrisse eines alten Mannes
im Profil zu erkennen glaubte.
Matt kam mit einer kleinen gelben Pille in der einen Hand und einem Wasserglas von ihrem Nachttisch in der anderen zu ihr zurück. Sie nahm beides mit zitternden Fingern und schluckte die Pille gierig. Her mit dem inneren Frieden verheißenden
Benzodiazepin. Sie und Ines hatten einmal betrunken eine Ode an die Pillen verfasst, sie für ihre hübschen Farben
gepriesen und für ihre rasche Wirkung und dafür, dass sie etwas vermochten, das sonst niemand konnte.
Sloane stellte das Wasserglas ab und ließ sich auf den Fußboden gleiten. Durch ihre Pyjamahose – die mit den Laseraugen-
Katzen – spürte sie die Kälte, aber diesmal war sie wohltuend. Matt setzte sich in Boxershorts vor den Kühlschrank.
»Hör zu«, fing sie an.
»Du musst nichts sagen.«
»Klar, warum auch? Warum sollte ich mich entschuldigen, ich habe ja nur versucht, dich zu erstechen.«
Sein Blick war sanft. Besorgt. »Ich will nur, dass du okay bist.«
Wie hatte dieser grässliche Zeitungsartikel ihn beschrieben? »Womöglich der netteste Mensch der Welt.« Zumindest in diesem Punkt hatte sie Rick Lane, Creepmaster 2000, nicht widersprochen. Matt hatte Augenbrauen, die sich in der Mitte berührten und ihm einen Ausdruck von Dauermitgefühl gaben, nicht zu vergessen ein Herz, das diesem Eindruck voll und ganz entsprach.
Er griff nach dem Schlachtermesser auf dem Boden. Es war groß, fast so lang wie sein Unterarm.
Sloanes Augen brannten. Sie kniff sie zu. »Es tut mir sehr leid.«
»Ich weiß, dass du mit mir nicht darüber reden willst«, sagte er. »Aber vielleicht mit jemand anderem?«
»Mit wem denn?«
»Dr. Novak zum Beispiel? Sie arbeitet mit Veteranen, schon vergessen? Wir hatten einen gemeinsamen Talk in der Jugendstrafanstalt.«
»Ich bin keine Soldatin«, sagte Sloane.
»Ja, aber sie kennt sich mit PTBS aus.«
Eine offizielle Diagnose hatte Sloane nie nötig gehabt – es war eine Posttraumatische Belastungsstörung, daran bestand
kein Zweifel. Es Matt so beiläufig sagen zu hören, als hätte sie die Grippe, war trotzdem seltsam.
»Also gut.« Sie zuckte die Schultern. »Ich rufe sie morgen an.«
»Jeder würde eine Therapie brauchen, weißt du?«, sagte er. »Nach allem, was wir überstanden haben. Ines hat auch eine
gemacht.«
»Ines hatte eine, und trotzdem stellt sie immer noch Sprengfallen in ihrer Wohnung auf, als würde sie Home Alone nachstellen«, sagte Sloane.
»Okay, das war ein schlechtes Beispiel.« Das Flutlicht auf der Hintertreppe fiel durch das Fenster, leuchtete orangegelb
auf Matts dunkler Haut.
»Du hast nie eine gebraucht«, sagte Sloane.
Er sah sie an und zog die Augenbrauen hoch. »Was glaubst du, wohin ich nach dem Tod des Dunklen ein ganzes Jahr lang
gegangen bin?«
»Du hast gesagt, du hättest Termine beim Arzt.«
»Zu welchem Arzt geht man einmal in der Woche, und das über Monate hinweg?«
»Keine Ahnung. Ich dachte, du bist krank …« Sloane deutete vage auf seinen Unterleib. »Du weißt schon. Deine Jungs
oder so.«
»Versteh ich dich richtig?«, fragte er grinsend. »Du dachtest,ich hätte eine peinliche medizinische Notlage, die es
erfordert, dass ich sechs Monate lang regelmäßig einen Arzt aufsuche … und hast mich nie danach gefragt?«
Sie unterdrückte ein Lächeln. »Das hört sich an, als wärst du enttäuscht?«
»Nein, nein. Ich bin beeindruckt.«
Er war dreizehn Jahre alt, als sie ihm zum ersten Mal begegnet war, ein Junge mit einem schlaksigen, eckigen Körper,
ohne Gespür dafür, wo die Gliedmaßen anfangen oder enden. Aber sein Lächeln hatte er schon damals.
Sie hatte sich ein halbes Dutzend Mal in ihn verliebt, bevor sie es sich selbst eingestand – wenn er über den ohrenbetäubenden Lärm der Drains Befehle schrie, damit alle am Leben blieben; wenn er auf den nächtlichen Fahrten übers Land zusammen mit ihr wach blieb, als alle anderen längst eingeschlafen waren; wenn er seine Großmutter anrief und seine
Stimme ganz sanft wurde. Jemanden zurückzulassen war für ihn undenkbar.
Sie krümmte die Zehen gegen die Bodenfliesen. »Ich war schon mal, weißt du? In einer Therapie, meine ich. Als wir
sechzehn waren, bin ich über mehrere Monate hingegangen.«
»Tatsächlich?« Er runzelte leicht die Stirn. »Das hast du mir nie erzählt.«
Sie hatte ihm vieles nicht erzählt, ihm nicht und auch sonst niemandem. »Ich wollte euch nicht beunruhigen«, sagte sie.
»Und das will ich auch jetzt nicht, also … sag den anderen nichts davon, okay? Nicht dass es irgendwann in dem verdammten
Esquire zu lesen ist, unter der Überschrift ›Rick Lane hat es euch gesagt‹.«
»Natürlich.« Matt nahm ihre Hand und verschränkte seine Finger mit ihren. »Lass uns ins Bett gehen. In ein paar Stunden
müssen wir wieder aufstehen und zur Denkmalseinweihung gehen.«
Sloane nickte, aber sie blieb auf dem Küchenfußboden, bis die Wirkung der Tablette einsetzte und sie nicht mehr zitterte.
Dann legte Matt das Messer weg, half ihr hoch, und beide gingen zurück ins Bett.

Veronica Roth
© Random House/Reinaldo Coddou

Mehr über die Autorin

Veronica Roth ist die Autorin des Nr.-1-New-York-Times- und SPIEGEL-Bestsellers Rat der Neun und der Trilogie Die Bestimmung, von der sich weltweit über 35 Millionen Exemplare verkauft haben und die in drei Teilen mit hochkarätiger Besetzung verfilmt wurde. Auch Rat der Neun, ihr spektakulärer neuer Fantasy-Zweiteiler, hielt sich wochenlang auf der New-York-Times-Bestsellerliste.
Veronica wuchs außerhalb Chicagos auf und studierte an der Northwestern University. Heute lebt sie mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Hund in der Nähe von Chicago.

www.die-bestimmung.de

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