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SPECIAL zu Dirk Bernemann

Dirk Bernemann im Interview

Bernemann, Dirk
© Andreas Reichardt


Q: Lieber Herr Bernemann, warum immer so negativ? Ist die Welt so schlecht?
Dirk Bernemann: Die Welt, in der ich lebe, ist nicht nur schlecht, aber das „Böse“ hat sehr viele Gesichter, die es zu beschreiben lohnt. Es kommt sogar vor, das man das Böse gar nicht als solches erkennt und erst durch externe Anklage oder Beschreibung eines negativen Umstandes darauf kommt, dass dieser eigentlich dumm und schlecht ist.

Q: Sie lesen im Schnitt vor 200 Menschen. Alles Fans oder gibt es auch negative Reaktionen?
Dirk Bernemann: Nun ja, meine Lesungen sind schon was Besonderes für mich, ich mag den nahen Kontakt zum lesenden Volk und ich mag auch die direkte Rückmeldung. Es gibt natürlich auch Menschen, die meine Kunst ablehnen, die kommen sogar zu Lesungen, extra um rumzupöbeln und mich damit zu provozieren. Aber das ignoriere ich weitestgehend. Das macht sogar Spaß, nicht immer toll gefunden zu werden, und man bleibt dadurch extrem selbstkritisch. Aber überwiegend kommen schon Leute, die meine Bücher mögen zu meinen Lesungen.

Q: In einem Interview sagen Sie, Sie könnten sich in „Punk-Literatur“ wiederfinden, wenn es so was gäbe. Was könnte das sein, Punk-Literatur?
Dirk Bernemann: Punkliteratur ist meine Darbietungsform des gelesenen Wortes. Die unbändige Kraft und Rotzigkeit des Punk findet sich auch in vielen meiner Texte wieder, so wie die Romantik, ein gewisses „Losertum“ mit Stil zu leben. Meine literarischen Figuren sind ja nicht grad im Sonnenschein agierend.

Q: Was ist Schreiben für Sie? Leidenschaft? Beruf? Anklage an die Welt? Auskotzen?
Dirk Bernemann: Beruf, Berufung, Leidenschaft. Ja, das Ausleben oder Auskotzen bestimmter Emotionen spielt auch eine Rolle. Was ich nicht einnehmen mag ist eine prophetische Haltung, die einige Kollegen gern innehaben, also Missstände anklagen und dann sofort mit Lösungsvorschlägen um die Ecke kommen wie Kommunismus oder Massenmord. Da versuche ich, mir die Subtilität zu bewahren und den Leser selbst drauf kommen zu lassen. Manche Dinge bedürfen aber schon des direkten Ausdrucks, deswegen ist meine Sprache auch zwischen all diesen Stilen, Direktheit und Poesie.

Q: Viele ihrer Texte sind auf Ihrer Website und dem Blog www.dirkbernemann.de zu finden. Welchen Vorteil oder Nachteil hat das Internet gegenüber dem gedruckten Buch für Sie?
Dirk Bernemann: Das Internet erleichtert vieles. Man kann da viel ausprobieren. Also die Texte, die ich auf meiner Homepage oder auf dem Blog veröffentliche sind einfach exklusive Dinge, die ich Leuten for free geben möchte.

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Dirk Bernemann

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