SPECIAL zu Donald Ray Pollock

Interview mit Donald Ray Pollock

Mit Das Handwerk des Teufels hat Donald Ray Pollock einen im wahrsten Sinne des Wortes teuflisch guten Roman vorgelegt, der das Zeug zum Klassiker hat. Die KrimiZeit-Kritiker wählten ihn auf Platz 1 ihrer Bestenliste, es wäre nicht überraschend, wenn er demnächst auch noch den Deutschen Krimi Preis bekäme. Die düsteren Geschehnisse rund um Knockemstiff, den Ort seiner Jugend, sind eine Tour de Force, die selbst abgezockten Thrillerfans einen Adrenalinkick besorgen. Am Tag, bevor er nach Paris fliegt, um den bedeutendsten französischen Krimipreis, den Grand prix de littérature policière 2012, entgegenzunehmen, beantwortet er noch unseren CORE-Fragebogen.

Wie sind Sie aufgewachsen?
Donald Ray Pollock: Ich wuchs in Knockemstiff auf, einer kleinen Gemeinde im südlichen Ohio mit 450 bis 500 Einwohnern. Das war in den Fünfziger- und Sechzigerjahren. Mein Vater war bei der Gewerkschaft, deshalb ging es uns noch recht gut, aber die meisten Leute in der Gegend kamen mehr schlecht als recht über die Runden. Mit siebzehn verließ ich die Highschool, um in einem Schlachthof zu arbeiten.

Gibt es eine Person, die Ihr Leben entscheidend geprägt hat?
Donald Ray Pollock: Ja, meine Frau Patsy. Aus irgendeinem merkwürdigen Grund hat sie immer an mich geglaubt.

Welcher Ort auf der Welt fasziniert Sie am meisten?
Donald Ray Pollock: Ich bin kein großer Traveller oder Abenteurer, aber die frühen Polarexpeditionen haben mich immer fasziniert, insofern würde ich den Nord- und Südpol nennen.

Wovor haben Sie Angst?
Donald Ray Pollock: Ich habe Höhenangst, ich könnte kein Bergsteiger sein. Vor tiefen Gewässern habe ich ebenfalls größten Respekt. Und zu viel Technologie ist das Dritte, vor dem ich mich fürchte.

Was macht Sie glücklich?
Donald Ray Pollock: Eine ganze Menge: mein Hund, gute Bücher und die Zeit, sie zu lesen. Meine Frau glücklich zu machen. Kaffee und Zigaretten. Gartenarbeit. Und noch vieles mehr.

Können Sie sich einen Tag ohne Musik vorstellen?
Donald Ray Pollock: Ich liebe Musik, aber ich kann auch probemlos ein oder zwei Tage ohne sie auskommen.

Welche Rolle in einem Kinofilm hätten Sie gerne gespielt?
Donald Ray Pollock: Verdammt, das ist eine schwierige Frage. Vielleicht Al Swearengen in der HBO-Serie Deadwood?

Wenn Sie nur noch $10,– übrig hätten, wofür würden Sie sie ausgeben?
Donald Ray Pollock: Ich fürchte, ich würde sie für Zigaretten ausgeben. Ich habe im Lauf der Zeit viele schlechte Angewohnheiten aufgegeben, aber das Rauchen habe ich mir noch nicht abgewöhnen können.

Gibt es Himmel und Hölle?
Donald Ray Pollock: Keine Ahnung, ob es ein Leben nach dem Tod gibt, ich glaube eher nicht daran. Trotzdem habe ich – wie viele Menschen – das Gefühl, dass es tagtäglich so etwas wie Himmel und Hölle auf Erden gibt, die sich bekämpfen, auch in jedem von uns selbst findet dieser Kampf statt.

Was ist wichtig im Leben?

Donald Ray Pollock: Wenn ich mich für etwas entscheiden müsste, dann wäre es Gelassenheit.

Das Handwerk des Teufels

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