Wie man Lügen durchschaut und die Wahrheit herausfindet

Der Richter Dr. Patrick Burow hat sich in über zwanzig Jahren Abertausende Lügen anhören müssen. Dadurch ist er ungewollt zum Experten in Sachen Lügen geworden. Im Gerichtssaal als Spiegelbild des Lebens ist eine deutliche Zunahme des Lügens zu beobachten. Außerhalb des Gerichts hat die Lüge bereits einen wahren Siegeszug angetreten. Überall wird hemmungslos gelogen.

Was soll aus unserer Gesellschaft werden, mit einer Generation von Menschen, die nicht mehr zwischen Wahrheit und Unwahrheit differenziert? Und dies vielleicht auch nicht mehr kann. Parallel dazu wird eine Gegenbewegung erkennbar: Ehrlichkeit ist ein gesellschaftlicher Wert. Diesen Fragen und Beobachtungen geht Patrick Burow nach und schließt mit einem kraftvollen Plädoyer für mehr Wahrheit.

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Der Autor: Dr. Patrick Burow

Dr. iur. Patrick Burow ist seit 1996 Richter in Sachsen-Anhalt. Nach Stationen bei der Staatsanwaltschaft und beim Landgericht ist er aktuell Vorsitzender des Schöffengerichts am Amtsgericht. Als Richter hat er täglich mit Lügnern, Betrügern und Hochstaplern zu tun. Durch 23 Jahre Berufspraxis ist er zum Lügenexperten geworden. Er hat bereits mehrere Sachbücher geschrieben

Patrick Burow über die »Generation Fake«

»War das mit der Tugend der Ehrlichkeit früher anders? Ja, und zwar in zweifacher Hinsicht. Nach meiner Erfahrung von vierundzwanzig Jahren im Gerichtssaal waren die Menschen früher ehrlicher als heute. Wer die Alleinschuld an einem Unfall hatte, ist deswegen nicht vor Gericht gezogen. Ein beim Betrug ertappter Weltkonzern hätte sich nicht hunderttausendfach verklagen lassen, sondern seine geprellten Kunden entschädigt. Und den Bürgern war bewusst, dass Ehrlichkeit tugendhaft und Lügen schlecht ist. Schlimmer noch, früher kannten alle den Unterschied zwischen Wahrheit und Lüge. Der Generation Fake scheint der Unterschied oft nicht mehr bewusst zu sein.«

Top Ten Lügen von Angeklagten

(Auszug aus »Generation Fake«, S. 132 - 134)

Eigentlich sollte ein Gericht ein Hort der Wahrheit und Gerechtigkeit sein. Doch es wird vor Gericht gelogen, dass sich die Balken biegen.

1

»Das war ich nicht!«

Das ist die Standardausrede bei allen Straftaten. Wird selbst dann gebracht, wenn es scharfe Tatvideos gibt, auf denen der Angeklagte deutlich zu erkennen ist.

2

»Ich habe nur zwei Bier getrunken.«

Auch wenn ein Autofahrer mehr Promille als sein Auto Hubraum hat, waren es stets nur zwei Bier.

3

»Habe ich gefunden.«

Wenn bei jemand Diebesgut sichergestellt wird, hat er es selbstverständlich nicht selbst geklaut, sondern er hat es gefunden.

4

»Er schuldete mir Geld.«

Die Ausrede wird gerne bei Raubüberfällen im Milieu gebracht. Das Opfer hatte angeblich Drogenschulden beim Täter.

5

»Ich wollte ja bezahlen.«

Der Ladendieb will keiner gewesen sein. Irgendwie hat er die in seinen Rucksack eingesteckten Waren nur vergessen, als er schnellen Schrittes die Kasse passierte.

6

»Ich habe nicht geschlagen. Wenn ich wirklich geschlagen hätte, dann wäre er für Wochen im Krankenhaus.«

Wenn keine Gesichtsknochen gesplittert sind, kann der schlagkräftige Angeklagte es nicht gewesen sein. Das überzeugt natürlich auch den Richter.

7

»Ich habe sie nur aus Versehen erwürgt.«

Ach so, ein Unfall beim Liebesspiel, keine Absicht. Dann hat das Opfer wahrscheinlich auch nur irrtümlich ihren Freund mehrfach vorher wegen Gewalttätigkeiten angezeigt.

8

»Die Drogen haben mir die Bullen untergeschoben.«

Das ist eine typische Einlassung, wenn beim Angeklagten Betäubungsmittel gefunden werden. Wie das weiße Pulver an ihre Nase und ihre Fingerabdrücke auf die Drogenpackung gekommen sind, können sie dann weniger gut erklären.

9

»Das Auto wollte ich zurückbringen.«

Heute klaut ja keiner mehr Autos. Sie werden nur für eine kurze Spritztour, die auch mehrere Monate dauern kann, ausgeliehen.

10

»Ich war nicht der Fahrer.«

Häufige Ausreden nach einer Trunkenheitsfahrt mit Crash. Der wahre Fahrer hätte unter Schock gestanden und sei gleich weggelaufen. Nein, seinen Namen kenne man nicht.

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