"Dunkelsommer" von Stina Jackson

Hol dir den Nr. 1-Bestseller aus Schweden

Drei Jahre ist es her, dass Lelles Tochter in einem abgelegenen Teil Nordschwedens spurlos verschwand. Seither fährt er jeden Sommer im düsteren Licht der Mitternachtssonne die Straße ab, an der Lina zuletzt gesehen wurde. Nacht für Nacht sucht er verzweifelt nach seiner Tochter, nach sich selbst und nach Erlösung. Dann kommt eines Tages die siebzehnjährige Meja in der Hoffnung auf einen Neuanfang in Norrland an. Doch als sich die Dunkelheit des aufkommenden Herbstes über das Land legt, verschwindet ein weiteres Mädchen. Und Lelles und Mejas Leben werden durch dramatische Ereignisse miteinander verbunden, die sie nie wieder loslassen werden.

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Leseprobe

Es war das Licht, die Art, wie es stach und brannte und an ihm zerrte. Es legte sich über die Wälder und Seen wie eine Aufforderung weiterzuatmen, wie ein Versprechen auf ein neues Leben. Das Licht füllte seine Adern mit Unruhe und raubte ihm den Schlaf. Es war erst Mai, aber er lag bereits wach, als die Morgendämmerung sich durch die Gardinen und Fensterläden zwängte. Er hörte, wie der Bodenfrost seinen Griff löste und der Winter langsam ausblutete. Er hörte die Bäche und Flüsse rauschen, als die Berge ihre Mäntel abstreiften. Bald würde das Licht auch die Nächte bekleiden, sich ausbreiten und blenden, alles mit Leben überschütten, was bis dahin unter dem vermoderten Laub gelegen hatte. Es würde die Baumwipfel wärmen, bis sie explodierten und der Wald überlaufen würde von dem lauten, hungrigen Schrei des neuerweckten Lebens. Die Mitternachtssonne würde die Menschen aus ihren Höhlen jagen und sie mit Sehnsucht erfüllen. Sie würden lachen und sich lieben und verrückt werden und sich Gewalt antun. Manche würden vielleicht sogar verschwinden. Sie würden geblendet werden und sich verirren. Aber er wollte nicht daran glauben, dass sie starben.

Die vollständige Leseprobe als pdf

Stina Jackson
© Stefan Tell

Brief von Stina Jackson an ihre Leser

Es ist kein Zufall, dass ich einen Roman über das Verschwinden geschrieben habe, weil auch ich eine von denen bin, die verschwunden ist. Eine, die eines Tages gegangen ist und nie wieder zurückkehrte.
Als ich von Schweden in die USA zog, erklärten mich meine Freunde und meine Familie für verrückt. Ich war zweiundzwanzig Jahre alt und davon überzeugt, die Liebe meines Lebens gefunden zu haben. Er hatte mir einen Antrag gemacht, und ich hatte Ja gesagt. Was sollte schon schiefgehen? Alle waren sich sicher, dass ich nach ein paar Monaten zurückkommen würde – geknickt, aber vielleicht ein bisschen klüger. Zwölf Jahre sind seitdem vergangen, ich lebe immer noch in den Staaten, und er ist immer noch die Liebe meines Lebens.
Aber der Weg vom dünn besiedelten, schwedischen Norden in eine amerikanische Stadt war nicht immer leicht. Ich wurde an einem Ort am Rande der Welt geboren, einem Ort, an dem Kälte, Dunkelheit, archaischer Wald und Stille herrschen. Ein Ort, an dem niemand ein Wort zu viel spricht, an dem die Einwohner scharf die Luft zwischen den Zähnen einziehen, statt mit Ja zu antworten. Ein Ort, den viele verlassen, aber den niemand vergisst. Jahre nach meinem Verschwinden von dort begann ich, mich meinen Wurzeln wieder anzunähern, durch das Schreiben. Bald schon wurde daraus eine Obsession, die gespenstische Landschaft meiner Kindheit mit einem neuen Blick zu entdecken, dem Blick einer Emigrantin. Um sie mir zurückzuerobern.
Der erste Samen für »Dunkelsommer« wurde gesät, als ich eine Dokumentation über eine Schnellstraße in Kanada sah. Die Straße wurde »Highway of Tears« genannt – Straße der Tränen –, wegen der vielen Frauen und Mädchen, die dort verschollen waren. Die grandiose und doch trostlose Natur Kanadas erinnerte mich an meine Heimat, und so begann ich, darüber nachzudenken, was wäre, wenn so etwas Ähnliches in Nordschweden geschehen würde. So fing alles an.
Die erste Figur, die mir in den Sinn kam, war Lelle, ein Vater, der nach seiner verschwundenen Tochter sucht. Er war von Anfang an da, ich konnte ihn ganz deutlich vor mir sehen, hinter dem Steuer seines Wagens, getrieben von seiner Trauer und den hellen Nächten des Nordens. Lelles Szenen haben sich quasi von allein geschrieben. Dieser Mann hatte alles verloren, er lebte im schlimmsten Albtraum, aber weigerte sich, die Suche aufzugeben. Seine Figur lebt in mir weiter, ich denke oft an ihn. Meja, meine zweite Protagonistin, tauchte erst später auf und war viel schwerer zu entwickeln. Sie ist jung und verletzlich, es wurde aber schnell klar, dass auch sie nach etwas suchte. In ihrem Fall war es die Suche nach Zugehörigkeit, nach einem Zuhause, nach jemandem, dem sie vertrauen konnte. Und genau diese Sehnsucht brachte sie in Gefahr. Ich stellte fest, dass mich die Menschen außerhalb der Norm am meisten interessieren, die, die ihren eigenen Weg gehen. Diese Schicksale will ich in meinen Büchern erforschen; Figuren, die einem unter die Haut gehen und denen man sich kaum verwehren kann. Und da die Sehnsucht nach meiner Heimat mich dazu angetrieben hatte, wollte ich, dass die Landschaft selbst schließlich auch zu einer der Figuren wird.
Mein Ziel war es, einen dunklen und aufwühlenden Spannungsroman zu schreiben, einen vielschichtigen Pageturner. Ich wollte die Leser auf eine Reise einladen, die so einzigartig und aufregend ist wie die Gegend, in der ich aufgewachsen bin.

Ich wünsche Ihnen spannende Unterhaltung!
Stina Jackson

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Leserstimmen

Ein Roman, der nachhallt und der erst im Nachhinein seine Wirkung entfaltet

20.08.2019

Als ich “Dunkelsommer” gesehen habe, musste ich dieses Buch einfach lesen.
Die Schweden haben eine ganz besondere Art Bücher zu schreiben. Sie glänzen nicht vor Tempo, viel mehr baut sich die Spannung unterschwellig auf und wird begleitet von Unbehagen und einer unheilvollen Stille. Und genauso ist das auch hier der Fall.
Anmerken möchte ich, das es sich in keinster Weise um einen Thriller handelt. Vielmehr handelt es sich um einen Spannungsroman, der vor allem auf der psychologischen Ebene unheimlich gut ausgearbeitet ist und sehr viel Tragik und Dramatik mit im Gepäck hat. Ein Roman der unglaublich bewegt, erschüttert und zum nachdenken bringt.

Stina Jackson hat einen sehr einnehmenden, fließenden und bildhaften Schreibstil, der mich sofort gefangen nahm. Obwohl dieser Roman nicht mit Tempo glänzt, war ich nicht in der Lage dieses Buch aus der Hand zu legen. Es hat mich gepackt und ich war nicht mehr in der Lage loszulassen.
Ich wollte und konnte es einfach nicht.
Lelle und Meja haben mich so unglaublich bewegt. Sie sind mir mit ihren jeweiligen Schicksalen unter die Haut gegangen.
All der Schmerz , die Hoffnungslosigkeit brach sich ihren Bann und ich konnte einfach nur völlig erschöpft zusehen, wie sie immer mehr zerbrachen.
Wie das Leben sie auseinander nahm und niemand Ihnen zur Seite stand.
Als Mutter konnte ich mich wahnsinnig gut in Lelle hineinversetzen.
Ich konnte diesen Schmerz nachvollziehen. Aber noch schlimmer ist, das man nicht abschließen kann.
Abschied der einen verwehrt bleibt, weil niemand da ist, von dem man Abschied nehmen kann.
Es hat mir das Herz gebrochen, sein Leid mit ansehen zu müssen.
Ich habe so gehofft, das er sie findet. Obwohl ich tief im Inneren wusste, das die Hoffnung vergeblich war.
Und dann ist da noch Meja. Ein Mädchen das keinen Halt findet. Ein Mädchen , das sich an alles klammert, was ihr begegnet.
Ein Mädchen, das so viel mehr verdient hat. Aber nie in den Genuss kam, dies auch zu bekommen.
Auf eine Art und Weise verbinden sich diese Schicksale , die über Tragik und Dramatik hinausgeht und plötzlich ist alles anders.

Stina Jackson hat die Charaktere wirklich wunderbar ausgearbeitet. Sie sind alles andere als perfekt und gerade deswegen auch so authentisch und greifbar.
Man fühlt und leidet mit Ihnen und fühlt sich Ihnen einfach verbunden. Zudem erfährt man auch noch die Perspektiven von Lelle und Meja, was ihnen unglaublich viel Tiefe verschafft.

Im ersten Teil des Buches kann man beide sehr intensiv und wahnsinnig gut kennenlernen.
Man versteht wie gebrochen sie sind. Wenn auch auf sehr unterschiedliche Art und Weise.
Besonders bei Meja hat mich das familiäre Umfeld wirklich schockiert und ich sah nichts als Egoismus und Selbstaufgabe. Deswegen hat mich auch Mejas Entscheidung nicht überrascht.
Ich verstand sie sogar.
Und ich hoffte einfach , dass sie die richtige Entscheidung traf, trotz diesem beklemmenden Gefühl, das ich verspürte.
Man wird begleitet von einer sehr drückenden und unheilvollen Atmosphäre. Man spürt förmlich, dass sich da etwas zusammenbraut und wartet nur auf diesen Einschlag.
Im ersten Teil des Buches hätte für mich die Spannung noch etwas intensiver sein können. Weil ich durch diese beklemmende Atmosphäre doch immer wieder nachdenklich gestimmt wurde.

Im zweiten Teil schwoll die Spannung und Intensität konstant an und ich fieberte einfach nur ununterbrochen mit.
Es gab Entwicklungen , es gab unglaublich viel Emotionen und nervenzehrende Momente, die mich kaum zu Atem kommen ließen.
Stina Jackson hat einige Wendungen eingewoben, die wirklich gut gelungen sind. Auch wenn ich damit schon gerechnet hatte.
Viel mehr hat mich der Antrieb dahinter wirklich bewegt und fassungslos zurückgelassen.
Es lag mir wie Blei auf der Brust und ich bekam einfach keine Luft mehr.
Es ist so von Tragik und Leid gezeichnet, das es mich einfach niedergerungen hat.
Stina Jackson hat hier einen Roman geschaffen, der mich durchweg in Atem gehalten hat.
Schwer, drückend und beklemmend.
Ein Roman der unter die Haut geht und so viel erzählt über Verlust, Loslassen und Ankommen.
Ein Roman, den man einfach lesen muss.
Ein Roman, der nachhallt und der erst im Nachhinein seine Wirkung entfaltet.

Fazit:
“Dunkelsommer” ist ein Roman den man unbedingt lesen sollte.
Ein Spannungsroman , der vor allem auf der psychologischen Ebene punktet und so viel Tragik und Leid mit im Gepäck hat.
Da ist so viel Schmerz, Verzweiflung und Trauer.
Ein Roman, der mich immer wieder aufschreien und nach Luft schnappen ließ.
Er glänzt nicht mit Tempo. Aber das muss er auch gar nicht.
Was dieser Roman mitbringt, ist so viel mehr, als man verkraften, als man verstehen kann.
Für mich einfach ein absolutes Highlight.

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Ein 3,5 Sterne Buch

15.08.2019

Meinung

Stina Jacksons Dübtroman "Dunkelsommer" ist kein Thriller im klassischen Sinne, sondern wirklich eher ein Spannungsroman.
Das Cover hat mich gleich angesprochen, es vermittelt eine geheimnisvolle, düstere Atmosphäre in Schwedens Wäldern.
Ich bin in das Buch nur langsam reingekommen, weil die Spannung sich nur langsam aufbaut und nicht viel passiert. Es hat anfänglich einige Längen. Erst im letzten Drittel wurde es richtig fesselnd und ich konnte das Buch am Schluss nicht mehr aus der Hand legen.
Die Geschichte besteht aus zwei Handlungssträngen, die sich am Ende zu einem verweben. Die verzweifelte Suche von Lelles nach seiner Tochter ist gut dargestellt und man kann gut nachvollziehen wie dieser sich damit selbst zugrunde richtet. Er lebt nur noch für diese Suche und verliert sich in dieser.
Im zweiten Handlungsstrang geht es um Meja, die mit ihrer Mutter in diese verlassene Gegend zieht. Man kann gut mit ihr mitfühlen und versteht warum sie nicht schon wieder umziehen möchte und der neuen Beziehung ihrer Mutter skeptisch gegenüber steht. Zwischendurch wird man richtig wütend auf die Mutter, weil man den Eindruck hat, dass ihre Tochter nur eine untergeordnete Rolle in ihrem Leben spielt.
Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Figuren sehr authentisch wiedergegeben worden sind. Auch andere Figuren im Buch sind ausführlich vorgestellt.
Die düstere Atmosphäre, die duch das Cover schon vermittelt wird, zieht sich durch das ganze Buch und man hat die dunklen Wälder Schwedens vor Augen. Die Atmosphäre ist
düster durch emotionale Momente im Buch und nicht durch körperliche Brutalität.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen und es ließ sich flüssig lesen. Es ist keine Geschichte, die wirklich neu ist, aber dennoch hat sie ihre Berechtigung.
Ab dem letzten Drittel hatte ich großen Lesegenuss, vorher war mir die Geschichte zu langatmig.

Fazit
Für mich hat dieses Buch 3,5 Sterne verdient, aufgrund des Endes, der düsteren Atmosphäre und der gut vermittelten Charaktere. Abzug bekommt das Buch aufgrund von einigen Längen im Buch, durch die man sich "durcharbeiten" musste.

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