Liebe Leserin, lieber Leser,

stellen Sie sich vor, Sie können Ihr Zuhause nicht verlassen, denn jede Bewegung ist eine Gefahr. Stellen Sie sich vor, draußen spielt sich das bunte Leben ab, während für Sie jeder Tag in Ihren vier Wänden gleich aussieht.
Doch auf einmal ist da jemand, der für Sie den Schlüssel zur Freiheit in den Händen hält.
Stellen Sie sich nun vor, Sie würden den Zauber der Welt zum ersten Mal erleben, wie ein Kind. Den Duft von sonnenwarmem Gras, das Brummen der Autos, die Lichter der Stadt. Stellen Sie sich vor, Sie würden sich das allererste Mal verlieben.
Wenn Sie sich all das vorgestellt haben, sind Sie schon ganz nah bei Elisa, der Protagonistin dieses Romans.
Ich lade Sie herzlich ein, Elisa dabei zu begleiten, wie sie über sich selbst hinauswächst und ins Berlin des frühen 20. Jahrhunderts einzutauchen – eine Epoche, in der Wunder möglich schienen, während sich das Unheil des Ersten Weltkrieges langsam zusammenbraute.

Ihre
Julie Hilgenberg

Eine Liebe zerbrechlich wie Glas

Berlin, 1913. Elisa leidet unter der seltenen und wenig erforschten Glasknochenkrankheit, weshalb sie ihr wohlbehütetes Zuhause kaum verlässt. Louis ist ein Draufgänger und liebt das Risiko. Als die Eltern ihre Ehe arrangieren, erscheint es ihnen zunächst wie eine Bestrafung – zumal Elisa in ihren Arzt Wilhelm verliebt ist. Doch während der Erste Weltkrieg heraufzieht, kommen Elisa und Louis sich näher. Als beide Männer an die Front müssen, erfährt Elisa, wie stark sie wirklich ist – und was es bedeutet, wahrhaftig zu lieben.

»Eines der schönsten und feinfühligsten Bücher, das ich seit Langem gelesen habe. Absolute Empfehlung!« Hanni Münzer

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Julie Hilgenberg
© heike ulrich fotowork

»Schreiben ist für mich die Suche nach Wahrheit«

Julie Hilgenberg im Interview



Liebe Frau Hilgenberg, wer ist das Mädchen aus Glas und was macht sie so besonders?
Elisa ist eine 24 Jahre junge Frau, die seit ihrem siebten Lebensjahr ihr Zuhause nicht verlassen hat. Die weder das Leben noch die Liebe kennt. Sie leidet an der Glasknochenkrankheit, einer um die Jahrhundertwende wenig erforschten Erkrankung, weshalb sie von ihrer Mutter streng behütet wird. Einerseits ist sie also im wahrsten Sinne des Wortes »zerbrechlich«, andererseits entdeckt Elisa im Laufe des Romans, dass ihr Kampfeswille nicht zu brechen ist. Dass sie eine mutige, starke und unabhängige Frau ist.

Welche Figuren sind noch wichtig in diesem Roman?
Zum einen ist natürlich Louis von großer Bedeutung, denn er ermöglicht es Elisa, aus ihren schützenden vier Wänden auszubrechen. Indem Louis Elisa rettet, wird auch er gerettet. Zum anderen spielt auch Florence eine wichtige Rolle. Sie ist eine sehr starke, fortschrittliche Frau, die eine Inspiration für Elisa ist.
Prinzipiell versuche ich jedoch stets alle Charaktere gleichwertig zu behandeln. Auch Nebenfiguren wie Hans haben ihre eigene, besondere Geschichte, die mal stärker, mal schwächer im Roman zur Geltung kommt. Vieles, was ich mir in meiner Fantasie ausgemalt habe, fällt am Ende raus, weil es zu weit führen würde. Doch eigentlich könnte ich selbst über Figuren wie beispielsweise Kaiser, der nur in zwei, drei Kapiteln vorkommt, ein ganzes Buch schreiben.

Haben Sie Ihre Figuren beim Schreiben überrascht?
Das ist ja das Schöne am Schreiben. Die Figuren überraschen mich jedes Mal. Aber das bedeutet nur, dass sie auch wirklich leben.

Wie kamen Sie auf die Idee für das Buch?
Wir alle wissen, wie zerbrechlich die Liebe sein kann. Diese Zerbrechlichkeit wollte ich, wenn man so will, auf die Spitze treiben. So kam ich auf die Idee, dass Elisa an der Glasknochenkrankheit leidet.
Außerdem wollte ich über eine Liebe zwischen zwei Menschen schreiben, die eigentlich unmöglich ist, weil die beiden nicht unterschiedlicher sein könnten. Im Vergleich zu Elisa ist Louis ein Draufgänger. Ich war selbst neugierig und fand es spannend zu sehen, wohin eine solche Beziehung führen kann.

Was hat Sie am Thema Glasknochenkrankheit fasziniert, und wie haben Sie für diesen Roman recherchiert?
Wie kann es möglich sein, dass einem der eigene Körper ein Gefängnis ist? Weil ebenjener Körper jede Bewegung zur Gefahr macht und einen deshalb zu Hause gefangen hält. Wie steht man zu jenem zerbrechlichen Körper, der einem das Leben schwer macht? Das waren Fragen, die mich sehr beschäftigt haben.
Ich habe zahlreiche Bücher in der Universitätsbibliothek München gewälzt, habe mit Ärzten gesprochen, Reportagen angesehen sowie Blogs und Ratgeber-Seiten im Netz nach allen möglichen Informationen abgesucht. Es hat einige Zeit gedauert, die Krankheit selbst, aber auch ihren historischen Kontext zu verstehen. Die größte Herausforderung für mich war jedoch, mich in Elisa hineinzuversetzen. Es war ein Prozess. Ich habe viel geschrieben, verworfen, neu angesetzt.

Haben Sie eine Lieblingsszene?
Schwere Frage! Große Freude gemacht hat mir die Szene, in der Elisa das erste Mal auf Louis trifft. Louis ist ein richtiger Idiot in dieser Szene und lässt sogar eine sehr teure Vase zu Boden fallen. Es hat Spaß gemacht, mit Elisas Zerbrechlichkeit bildhaft zu spielen.
Sehr in Erinnerung geblieben ist mir aber auch die Szene, in der Louis und Elisa mitten in der Nacht nach einem Ball nach Hause kommen, Hunger haben und in der Küche beginnen, mit Schokolade zu experimentieren. Louis ist ganz verzaubert von Elisa. Um mich in Stimmung zu bringen, habe ich selbst beim Schreiben dieser Szene Unmengen an Schokolade verputzt!

Was macht Ihnen beim Schreiben am meisten Spaß?
Für mich ist das Schreiben die Suche nach Wahrheit. Man ist hinter etwas her, das anfangs noch schwer auszudrücken ist. Am Anfang des Schreibprozesses streift man um dieses Zentrum herum, das man noch nicht sieht, aber das man mit jedem Wort nach und nach weiter aufdecken wird. Als würde man in einem Kegel immer weiter hinabkreisen, weiter und weiter, bis man endlich die Spitze erreicht – und dort liegt genau das, wonach man gesucht hat. Ein versteckter Nukleus, der sich erst zeigt, nachdem man genug um ihn herum geschrieben hat. Und wenn man ihn gefunden hat, ist es ein Gefühl wie nach Hause zu kommen. Denn man hat auch wieder eine neue Seite an sich selbst entdeckt, die einem zuvor nicht bewusst gewesen ist. Das ist wohl das, was ich am meisten beim Schreiben genieße.

© 2020 Diana Verlag

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