SPECIAL zu E. Bar-Chen, H. Specht »Warum Schabbat schon am Freitag beginnt«

Iris Berben

Iris Berben gehört zu den größten deutschen Schauspielerinnen - in mehr als 300 Kino- und Fernsehfilmen ist sie zu sehen. Filme wie »Das Erbe der Guldenburgs« und »Das Teufelsweib« bringen ihr beim breiten Publikum große Beliebtheit ein. Viel Beachtung erhalten in den letzten Jahren ihre Rollen in TV-Produktionen wie z.B. »Die Zauberfrau« oder »Rosa Roth«. Sie erhielt zahlreiche renommierte Auszeichnungen, u.a. den »Bambi« (1989) und die »Goldene Kamera« (1987).

Iris Berben engagiert sich für die Aussöhnung mit den Juden, für Toleranz und Völkerverständigung. Zivilcourage statt Verdrängen und Vergessen, daraus zieht sie ihre Motivation. Die Auseinandersetzung mit Israel und seiner Geschichte begleitet sie seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967. Sie ist aktives Mitglied der Vereinigung »Gesicht zeigen«. 2001 zeichnete sie die hebräische Universität Jerusalem für ihr Engagement mit dem »Scopus Award« aus.

Im September 2002 wurde ihr in Frankfurt der »Leo-Baeck-Preis« des Zentralrats der Juden verliehen. Sie erhielt den Preis für ihr Lebenswerk der Toleranz und des Miteinanders, für Humanismus und Völkerverständigung sowie für ihr aktives Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Neonazismus. Erstmalig seit Bestehen des Preises im Jahr 1957, wurde der Leo-Baeck-Preis einer Schauspielerin verliehen. 2003 wurde die Schauspielerin für ihren Einsatz gegen Antisemitismus und Rassismus zudem mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet.

Iris Berben ist ebenfalls eine hervorragende Vorleserin. Unter anderem liest sie als Starke Stimme »Und da kam Frau Kugelmann« von Minka Pradelski und »di lider« von Rajzel Zychlinski, beides Titel, die sich ebenfalls mit dem Judentum auseinandersetzen. »In dieser Zeit, in der sich Anzeichen von Rechtsradikalismus mehren, muß dieses Thema im Bewusstsein der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Denn jeder Tag, der vergeht, vernichtet die Zeugnisse der Vergangenheit.« (Iris Berben)