SPECIAL zu Federica de Cesco

Über das Buch

„Ich legte meine Byssuskleider an ... und erklärte ihm, dass der Stoff aus den glänzenden und
seidenartigen Byssusfäden gemacht sei, die die Schinkenmuschel, eine an den Küsten des
Mittelmeeres sehr häufige Muschelart, an Felsen festhalten. Früher stellte man daraus schöne
Kleider, Strümpfe und Handschuhe her, die zugleich sehr weich und sehr warm waren.“
aus: Jules Verne, 20.000 Meilen unter den Meeren, 1870

Die dreißigjährige Meeresbiologin Beata Sforza-Richards lebt in London, wo sie für ein Kosmetikhaus tätig ist, das seine Produkte auf der Basis mariner Extrakte herstellt. Außerdem hat sie als Freitaucherin an einer Reihe von Unterwasser-Dokumentarfilmen über die faszinierenden Phänomene der Meereswelt mitgewirkt.

Beata stammt aus einer britisch-italienischen Familie, die zum maltesischen Altadel gehört. Davon zeugt das prunkvolle Haus in Valletta, das Beatas Vater Ottavio nach dem Tod seiner Frau allein bewohnt. Wann immer es ihr möglich ist, besucht Beata ihren Vater, um ihn ein wenig von seiner Schwermut abzulenken. In letzter Zeit kommt sie sogar noch öfter nach Valletta, nachdem ihre Beziehung zu Flavio, einem italienischen Biologen, offenbar zum Scheitern verurteilt ist: Flavio ist verheiratet und zeigt wenig Entschlusskraft, sich wegen Beata scheiden zu lassen.

Zu dieser Zeit kehrt Ottavios Halbschwester Francesca, Beatas Tante, nach Valletta zurück. Die 86-jährige hatte bereits in jungen Jahren mit der Familie gebrochen, ging in die USA und nach Australien und machte sich einen Namen als Malerin. Jetzt sucht sie wieder den Kontakt zu ihren Angehörigen. Und Beata findet schnell Gefallen an der exzentrischen alten Dame, die ein Familiengeheimnis hütet: Ihre Mutter Cecilia, die 1919 bei Francescas Geburt starb, muss als blutjunge Frau ein dramatisches Schicksal durchlebt haben. Francesca kennt die Einzelheiten, hat aber gute Gründe, sie nicht preiszugeben. Auch Ottavio sind nicht mehr als ein paar Andeutungen bekannt, die er in seiner Jugend aufgeschnappt hat.

Als Beata eines Tages ihrer Tante beim Aufräumen hilft, findet sie einen Schal aus Muschelseide, der einst Cecilia gehörte. Textilien aus diesem Material sind wertvoll und heute kaum noch zu bekommen. Sie werden aus den Byssusfäden der Edlen Steckmuschel Pinna nobilis kunstvoll gewoben. Beatas Neugier wächst ins Unermessliche, als sie entdeckt, dass der kostbare Schal zerschnitten worden ist; das abgetrennte Stück ist verschwunden. Sie erfährt, dass Cecilias Bruder Gaetano diesen einzigartigen Schal einst aus Sardinien mitbrachte. Und Francesca lässt durchblicken, dass sich in ihrem Besitz auch Cecilias Tagebuch befindet, in dem die junge Frau ihre dramatischen Erlebnisse in bewegender Weise geschildert hat. Doch dieses Tagebuch hütet Francesca wie ihren Augapfel.

Die Wiederentdeckung der Muschelseide weckt in Beata den Forscherehrgeiz der Meeresbiologin. Nicht ohne Hintergedanken bittet sie Flavio um Hilfe. Neugierig geworden, reist er mit ihr nach Sardinien, wo sie Enza Biasini kennen lernen, die zu den letzten Hüterinnen eines aussterbenden Kunsthandwerks gehört. Noch unter dem Eindruck dessen, was sie von Enza erfahren haben, macht Beata einen letzten, allerdings vergeblichen Versuch, Flavio für sich zu gewinnen. Zurück in Malta, fällt es Beata immer noch schwer, die Endgültigkeit der Trennung zu akzeptieren. In trübe Gedanken über ihr Beziehungsleben versunken, lässt sie auch ihre Recherchen über die Muschelseide ins Stocken geraten. Doch dann bringt ein Überraschungsbesuch wieder Bewegung in das Projekt.

Beata hatte vor einiger Zeit während eines Flugs nach Rom den japanischen Reisejournalisten Kazuo Tange kennen gelernt, der gerade eben in Malta ist und sich bei ihr meldet. Froh über jede Ablenkung, trifft sich Beata mit ihm, und nach einigen Begegnungen erzählt sie ihm von der Muschelseide. Von dem Thema wie von Beata selbst fasziniert, begleitet Kazuo sie bei Taucherkundungen in den Gewässern um die maltesischen Inseln, auf der Suche nach den seltenen Exemplaren der Pinna nobilis. Dabei kommt es zu einem gefährlichen Tauchunfall; sein Überleben verdankt Kazuo einzig und allein Beatas Geistesgegenwart.

Nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt ist Kazuo zur vollständigen Genesung in Beatas Elternhaus eingeladen. Während sie Francesca von ihren Funden und Erkenntnissen über den Stoff erzählen, aus dem Cecilias kostbarer Seidenschal gewebt ist, wächst in Beata die Gewissheit, dass Cecilias Tagebucheinträge wertvolle Einzelheiten über den Schal und die Muschelseide enthalten. Francesca gibt ihren anfangs heftigen Widerstand auf und lässt ihre Nichte das Tagebuch lesen – die unter die Haut gehende Chronik einer einzigartigen dramatischen Liebesgeschichte ...

Muschelseide

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