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Flucht und Trauma: Wie wir traumatisierten Flüchtlingen wirksam helfen können

Die Wunde, die nachwirkt

Die meisten Flüchtlinge, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, mussten traumatische Erfahrungen machen. In ihren Heimatländern oder auf der Flucht. Das hinterlässt Spuren. Da werden Kinder im Kindergarten panisch, wenn der Rettungshubschrauber des benachbarten Krankenhauses zu hören ist. Denn Hubschrauber in Syrien bedeuten Tod und Verderben. Da haben Erwachsene Angst vor Menschen in Uniform oder sogar vor Formularen, verstummen und sind unfähig, weiter zuzuhören. Denn Menschen in Uniformen bedeuten für sie Bedrohung und Formulare sind Zeichen von Verfolgung, Diskriminierung und Demütigung.


Traumatische Erfahrungen bewirken nachhaltige Erschütterungen. Einige Flüchtlinge erzählen:

»Ich fühle mich, als wäre ich kaputt.«

»Ich habe gedacht, mein Leben ist zu Ende und irgendwie ist es das auch. Ein Teil von mir ist weg, ist verschwunden, ist nicht mehr da.«

»Ich kann nicht mehr schlafen.«

»Ich habe immer und immer Angst. Ich erschrecke mich. Dieser ganze Horror ist immer noch in mir, und da kann ich nichts tun.«

»Ich weiß nicht, wohin ich gehöre.«


Eine traumatische Erfahrung betrifft nicht nur das Denken eines Menschen, sondern das Leid, das gesamte Erleben, die gesamte Persönlichkeit mit all den Gefühlen, Verhaltensweisen, körperlichen Wahrnehmungen, inneren Bildern und dergleichen mehr. Der menschliche Organismus ist darauf eingestellt, dass sich solche existenziellen Bedrohungen besonders ins Gedächtnis einprägen, um den Organismus in späteren Zeiten davor schützen zu können, wieder in eine solche Situation hineinzugeraten. Auch wenn eine entsprechende Reaktion dann einer neuen Not-Situation, die keine existenzielle Bedrohung darstellt, nicht angemessen erscheint. Das Trauma hat also äußerst nachhaltige Folgen, und deswegen ist es so wichtig, um diese Traumafolgen zu wissen, damit Sie und wir alle, die Flüchtlinge begleiten – in der Schule wie am Arbeitsplatz, im Kindergarten wie in der Beratungsstelle, im Supermarkt wie in der Behörde, in der Erstaufnahmestelle wie an allen anderen Orten der Begegnung – mit ihnen als traumatisierte Menschen angemessen umgehen können.

Flucht und Trauma Blick ins Buch

Udo Baer, Gabriele Frick-Baer

Flucht und Trauma

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