Gonzalo Giner im Interview

Gonzalo Giner im Interview zu seinem Roman »Die Fenster zum Himmel«

Wussten Sie, dass Gonzalo Giner ein Frühaufsteher ist?

Möchten Sie uns etwas aus Ihrem Leben erzählen?
Ich bin hauptberuflich Tierarzt und vor allem in ländlichen Gegenden mit großen Wiederkäuern tätig. Nebenbei bin ich Schriftsteller. Ich lese gern, gehe auf Pop-Konzerte und mag Theater und Barockmusik. Ich liebe es zu reisen und mich mit Freunden zum Essen zu treffen. Ich bin verheiratet und habe zwei Kinder im Alter von 24 und 29 Jahren.

Warum haben Sie sich dazu entschieden, Schriftsteller zu werden?
Das war so eine Art Therapiemaßnahme im Alter von 38 Jahren.
Damals saß ich im Vorstand eines Unternehmens, das kurz zuvor aufgekauft worden war, und es ging mir entsprechend schlecht. Ich beschloss, eine Parallelwelt in meinem Kopf zu erschaffen, die ich schließlich als Roman niederschrieb. Außerdem war ich immer etwas neidisch, wenn ich historische Romane las, die von außergewöhnlichen Fachleuten wie Ökonomen oder Ärzten geschrieben wurden. Das inspirierte mich dazu, es selbst mal zu versuchen. Doch nach dem Erscheinen meines ersten, auch in Deutschland veröffentlichten Romans, Die letzte Reliquie, spürte ich, dass ich eine zweite Berufung gefunden hatte und sie nie mehr aufgeben würde.

Wo finden Sie die Inspiration für Ihre Romane?
In meinem Auto, mit dem ich berufsbedingt täglich durch Täler, Wiesen, Wälder und Berge fahre. Da ich ständig Kontakt zu Tieren habe und versuche, sie jeden Tag besser zu verstehen und meine Kommunikation mit ihnen auszubauen, nehme ich sie als wichtige Protagonisten in meine Geschichten auf. Auch das Leben meiner Viehzüchter dient mir als Vorlage für viele Figuren, die später in meinen Geschichten erscheinen.

An welcher Geschichte schreiben Sie gerade?
Ich schreibe tatsächlich gerade vier Geschichten in einer. Es geht um das Leben von vier Personen, die alle auf dem schönsten, erhabensten und geheimnisvollsten Flecken Erde – dem fast unberührten Afrika – unterschiedliche Arten von Zuflucht suchen.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren? Und warum?
Stefan Zweig, wegen seiner Fähigkeit, große Dinge in wenigen Zeilen zu erzählen.
Arturo Pérez Reverte, weil er in mir den Traum geweckt hat, Schriftsteller zu werden.
Joël Dicker, weil er mich mit seinen aufregenden Romanen tagelang um den Schlaf gebracht hat.
Miguel Delibes, weil er der beste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts in Spanien ist.

Welches Buch haben Sie kürzlich gelesen?
Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Joël Dicker.

Wie lautet Ihre Lebensphilosophie?
Ich versuche, die Menschen glücklich zu machen, die das Leben in meine Nähe gebracht hat.
Ich möchte bei meinen Leserinnen und Lesern Gefühle auslösen, um diese ganz besonderen Momente mit ihnen zu teilen.
Durch harte Arbeit kann ich meine Ziele erreichen.
Ich glaube an die Kraft von Anstrengung und Beharrlichkeit.
Ich behandle Tiere mit Respekt.

Was tun Sie, wenn Sie nicht gerade schreiben?
Lernen, wie ich bei der Arbeit besser mit den Tieren kommunizieren kann.
Mit meinen Liebsten sprechen. Meinen Hund Gassi führen oder mich von ihm Gassi führen lassen. Einen guten Roman mit leiser Hintergrundmusik lesen. Mich mit Freunden zum Abendessen treffen. Eine gute Serie ansehen, zuletzt »Haus des Geldes« auf Netflix. Gärtnern. Ins Theater oder auf ein Konzert gehen. Meine nächste Urlaubsreise planen.

Fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen …
Ich rede gern in der Öffentlichkeit.
Ich schreibe jeden Tag von 04:00 bis 07:00 Uhr.
Wenn ich eine gotische Kathedrale betrete, bleibt die Zeit stehen und ich fühle mich privilegiert, weil ich die stille Erhabenheit eines Meisterwerks aus Stein und Glas erleben darf.
Ich liebe Wein.
Am Wochenende benutzte ich mein Handy nicht.

Über das aktuelle Buch

Wie würden Sie Ihren Roman in einem Satz beschreiben?
Er handelt von der Kunst der Glasmalerei in gotischen Kathedralen – eine Kunst, deren Sprache Licht ist.

Was hat Sie zu dem Roman inspiriert?
Mich inspirierte die Entwicklungsfähigkeit eines jungen Menschen, der weder weiß, wie seine Zukunft aussieht, noch wozu er taugt. Es gibt auch einen anderen interessanten Charakter: Azerwan, einen beduinischen Legendenerzähler, dessen Worte voller Weisheit stecken und der für den Protagonisten Hugo zu einer Schlüsselfigur wird.
Im Roman entdecken die Leser die Magie der mittelalterlichen Glasmeister, die Kathedralen in wahre Tempel aus Licht und Farbe zu verwandeln wussten.
Bei der Lektüre des Buches spürt man förmlich die Kraft der vier Elemente, die alle Dinge durchdringen: Wasser, Luft, Feuer und Erde.


Wer ist Ihr Lieblingscharakter in dem Roman und warum?
Hugo de Covarrubias. Sein Leben ist wie ein Kirchenfenster aufgebaut: Die Charaktere, denen er begegnet, und die Ereignisse, die er durchleben muss, verleihen ihm immer mehr Facetten, woraus sich schließlich ein großes Ganzes erkennen lässt.

Welche Szene war am schwierigsten zu schreiben?
Das letzte Kapitel, weil es von einem Moment außergewöhnlicher Sensibilität handelt und ein neu angebrachtes Kirchenfenster beschreibt, das man beim Lesen vor sich sehen kann.
Das zweitschwierigste war die Geschichte über die spektakuläre Beziehung zwischen Hugo und dem Falken Aylal, der für lange Zeit zu seinem engsten Verbündeten wird.

Welchen Lesern wird Ihr Buch Ihrer Meinung nach gefallen?
Liebhabern von historischen und vor allem mittelalterlichen Romanen.
Leserinnen und Lesern, die sich für Kunst interessieren und gern in das faszinierende Leben von Künstlern eintauchen.
Tierliebhabern.
Frauen, die gefühlvolle Geschichten mögen.

Gibt es andere Bücher, die Sie mit Ihrer Arbeit vergleichen würden?
Ich glaube nicht. Dieser Roman ist sehr originell …

Möchten Sie Ihren Leserinnen und Lesern noch etwas mitteilen?
Lieber Leser/-innen,
es gab eine Zeit, in der Steintempel mit Glas verziert wurden, um das Licht des Glaubens einzufangen. In Die Fenster zum Himmel erzähle ich Ihnen die Geschichte eines Glasmachers, dem es gelang, aus Licht und Farbe Kunst zu schaffen. Eine Geschichte voller Spannung, Abenteuer, Reisen und Charakteren, die zu Ihrem Leben gehören werden.

Ihr
Gonzalo Giner

Die Fenster zum Himmel

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