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Gunnar Ardelius im Interview zu »Die Liebe zur Freiheit hat uns hierher geführt«

»Ich könnte nie etwas zu Papier bringen ohne all die großartigen Schriftsteller, die vor mir da waren«

Gunnar Ardelius über seinen Roman »Die Liebe zur Freiheit hat uns hierher geführt«

Wann haben Sie angefangen zu schreiben – nicht speziell an »Die Liebe zur Freiheit hat uns hierher geführt«, sondern generell?
Gunnar Ardelius: Ich habe mit etwa zwanzig angefangen zu schreiben, habe versucht, besonders »ernsthafte« und »wichtige« Dinge zu Papier zu bringen – und das war auf Dauer ziemlich langweilig. Nach einer Weile verstand ich dann, dass es durchaus möglich war, über Alltägliches und auch Albernes zu schreiben und so mein eigenes Universum zu erschaffen, meinen eigenen Blick auf die Welt. Nun konnte ich nicht mehr damit aufhören zu schreiben.

Sie schreiben auch Jugendbücher. Was ist der Unterschied darin, für Jugendliche und für Erwachsene zu schreiben? Und was ist Ihnen lieber?
Gunnar Ardelius: Ich liebe es, mich in verschiedenen Genres zu bewegen. Der Unterschied ist, dass man sehr konkret bleiben muss, wenn man für Jugendliche schreibt, was schwieriger ist als für Erwachsene zu schreiben. Da kann man auch abstrakter bleiben.

Wie sind Sie auf die Idee zu »Die Liebe zur Freiheit hat uns hierher geführt« gekommen und wie lange haben Sie gebraucht, um das Buch zu schreiben?
Gunnar Ardelius: Es hat ein paar Jahre gedauert, bis das Buch fertig war. Es begann mit einer Kurzgeschichte über ein sein blasses junges Mädchen. Sie war ein Albino und hasste die Sonne.

Haben Sie irgendeine persönliche Beziehung zu Liberia oder Afrika im Allgemeinen?
Gunnar Ardelius: Ich selbst bin nie in Liberia gewesen. Aber mein Großvater war dort in den Sechzigern Abteilungsleiter bei einer Mienenfirma namens LAMCO. Also ist mein Vater in Liberia aufgewachsen. Ich habe so viele Fotos aus dieser Zeit gesehen und so viele Geschichten gehört, und das Sommerhaus, in dem ich die Sommer meiner Kindheit verbrachte, war voll mit Zeug aus Afrika. Ich habe mir immer alles Mögliche dazu ausgemalt.

Ihr Buch erinnert von der Atmosphäre her sehr an »Herz der Finsternis« von Jospeh Conrad – ist es von diesem Roman beeinflusst? Und welche Autoren haben Sie allgemein beeinflusst?
Gunnar Ardelius: Meine größte Inspiration zu der Zeit, als ich »Die Liebe zur Freiheit hat uns hierher geführt« schrieb, war »Der Zauberberg« von Thomas Mann. Ich las das Buch immer und immer wieder.

»Die Liebe zur Freiheit hat uns hierher geführt« ist ein politisches Buch – es geht um Kolonialismus, Rassismus, kulturelle Differenzen, Kapitalismus, Globalisierung. Würden Sie sich selbst als politischen Schriftsteller bezeichnen?
Gunnar Ardelius: Nein. ich versuche nicht, dem Leser irgendwelche Botschaften zu vermitteln. Ich stelle mir während des Schreibens eine Menge Fragen – über Beziehungen, Liebe, Angst, meine Verwandten und die Geschichte meiner Familie.

Was inspiriert Sie?
Gunnar Ardelius: Mich kann fast alles inspirieren. Und vor allem könnte ich nie etwas zu Papier bringen ohne all die großartigen Schriftsteller, die vor mir da waren.

Woran schreiben Sie im Moment?
Gunnar Ardelius: An nichts. Im Moment lese ich ausschließlich.

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