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Hannah Coler: Cambridge 5

Hannah Coler im Interview zu ihrem Roman »Cambridge 5 - Zeit der Verräter«

Wussten sie, dass Hannah Colers Vater für den amerikanischen Geheimdienst gearbeitet hat?

Eine kurze Biografie:
Geboren in Düsseldorf, aufgewachsen in München. Meine Mutter war eine bekannte Schauspielerin. Ich war schon als Kind anglophil und wollte unbedingt in England studieren. In Cambridge lernte ich, unkonventionelle Wege zu gehen und alles zu hinterfragen. Dort habe ich auch meinen Mann kennengelernt und meinen Sohn bekommen (der mich jetzt ständig hinterfragt!). Ich bin habilitiert und unterrichtete an deutschen und britischen Universitäten. Nebenher arbeite ich an Dokumentationen für die BBC und das ZDF. Seit 2015 lebe ich in den USA.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Mein Vater starb, als ich acht Jahre alt war. Ich wusste, dass er während und nach dem Krieg für den amerikanischen Nachrichtendienst gearbeitet hatte. Mir war klar, ich muss diese Spionagewelt näher kennenlernen, um ihn zu entschlüsseln. Also habe ich angefangen, Leute aus dieser Welt zu interviewen. Eine davon war die MI6-Agentin Daphne Park, die in meinem Buch den Namen Daphne Parson hat (und die ich für die Handlung leider etwas älter machen musste).

Wie finden Sie Ihre Themen?
In Archiven. Europäische und amerikanische Archive quellen über von aufregenden Geschichten, die noch keiner geschrieben hat. Im Laufe der Jahre wird man zu einer Art Detektiv – immer auf der Suche nach verstecktem und vergessenem Material.

An welchem Buch arbeiten Sie gerade?
Hunt ist meine Lieblingsfigur in Cambridge 5. Wenn der Roman ein Erfolg wird, könnte ich mir vorstellen ihn auf ein Auslandssemester nach Amerika zu schicken. Es gäbe hier viel für ihn zu tun!
Aber im Moment arbeite ich in Washingtoner Archiven an einem rein wissenschaftlichen Buch.

Welche Szene war bisher am schwierigsten zu schreiben?
In Cambridge 5 waren das auf jeden Fall die Sexszenen. Es gibt in Großbritannien einen Preis für die peinlichste Beschreibung einer Sexszene in Romanen – der jährlich verliehene „Bad Sex Award.“ Ich wollte ihn auf keinen Fall gewinnen!! Also habe ich lieber schlechten Sex beschrieben – zwischen David und Wera und zwischen Hunt und seiner Freundin. Das war sehr viel einfacher als guten Sex zu beschreiben!

Haben Sie eine Lieblingsszene?
Ich mag Dialoge. Sie sind eine Art Florettfechten. Jeder versucht, den anderen elegant zu übertrumpfen. In Cambridge 5 ist das besonders bei dem Dialog von Hunt und Wera in seinem Collegezimmer der Fall und auch später bei ihrem Gespräch im Kaffeehaus. Hunt hat auch zwei Florettszenen mit Jenny, die ich gerne geschrieben habe.

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Hunt. Er ist ein geistreiches Scheusal, aber auf eine altmodische Art integer.

Gibt es bestimmte Orte, zu denen Sie oder Ihr Buch einen besonderen Bezug haben?
Cambridge und London stehen im Mittelpunkt. Es gibt aber auch eine Wien-Komponente. In Wien lernte Kim Philby seine erste Frau, die kommunistische Spionin Litzi, kennen. In Wien steht auch noch das Haus in dem sie 1934 konspirative Treffen veranstalteten. Ich habe es mir 2016 angeschaut. Es wäre daher vielleicht nicht uninteressant, in einer guten Wiener Buchhandlung vorzutragen.

Was lesen Sie selber gerne?
Gute Biographien, englische Romane und Theaterstücke des 20. Jahrhunderts.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren?
Im 20. Jahrhundert: Doris Lessing und John Updike

Wer sind Ihre liebsten Romanhelden/-heldinnen?
Die SCHWIERIGEN in Theaterstücken und Romanen von Henrik Ibsen, Arthur Miller, David Hare und bei Thomas Mann.

Was ist für Sie die größte Versuchung?
Süßigkeiten aller Art.

Verraten Sie uns Ihr Lieblingsrezept?
Zum Ärger meiner Familie kann ich kaum kochen. Sie wollen mich ständig auf einen Kochkurs schicken, aber ich habe es bisher geschafft, mich herauszureden.

Was ist für Sie die optimale Entspannung?
In der Badewanne zu liegen und zu lesen.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Es hätte schlimmer kommen können.

Gibt es eine Person, die Sie persönlich fasziniert?
Ich habe Glück zurzeit an einem sehr elitären Ort zu arbeiten, an dem es viele beeindruckende Wissenschaftler gibt. Vor allem die berühmten Naturwissenschaftler hier faszinieren mich. (Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich kaum verstehe, was sie mir da erzählen).

Welche menschliche Leistung des letzten Jahrhunderts bewundern Sie am meisten?
Unzählige medizinische Erfindungen (wie Penicillin oder die Pille).

Welche Organisation oder welches Projekt würden Sie gerne unterstützen – oder tun dies bereits?
Ich unterstütze UNICEF, aber ich glaube meine wirkliche Aufgabe ist es, junge Leute für Geschichte zu begeistern.

Ein paar Worte an Ihre Leserinnen und Leser?
Vertrauen Sie niemandem in diesem Roman!

Cambridge 5 - Zeit der Verräter Blick ins Buch

Hannah Coler

Cambridge 5 - Zeit der Verräter

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