Hannah Richell, Pfauensommer

Hannah Richell über ihren Roman »Pfauensommer«

Hannah Richell wuchs in England und Kanada auf, verbrachte viele Jahre in Australien und lebt heute mit ihrer Familie im Südwesten von England. Sie arbeitete im Marketing der Film- und Verlagsbranche und für verschiedene Zeitungen und Magazine, bevor sie begann, Geschichten zu schreiben. Ihre Romane begeistern Leser und Presse weltweit und werden in 14 Sprachen übersetzt.

Hannah Richell
© Claire Newman-Williams
Worum geht es in Pfauensommer?

Der Roman erzählt von zwei Sommern und zwei Frauen, deren Leben durch Familienbande und ein altes englisches Anwesen verknüpft sind. Es geht um Liebe und um Geheimnisse, die sich hinter den Türen eines verschlossenen Zimmers verbergen.

Was inspirierte Sie zu dem Roman?

Ich bin über ein spannendes Stück Geschichte gestolpert. In den späten 1800er-Jahren beauftragte ein amerikanischer Geschäftsmann in London einen berühmten Künstler namens James McNeil Whistler. Dieser sollte in seinem Landhaus ein ganzes Zimmer mit Wandgemälden so gestalten, dass alle darüber reden würden. Als das Werk vollendet war, kam es zwischen den beiden Männern zum Streit. Vorgeblich über Geld, aber Gerüchten zufolge hatte der Künstler eine Affäre mit der Frau seines Auftraggebers. Dieses Detail der Affäre machte mich neugierig und inspirierte mich zu dem Roman. Alles andere ist völlig fiktiv.

Was hat es mit den Pfauen auf sich?

Der Pfau ist ein Schlüsselelement in den Wandgemälden des Künstlers James McNeil Whistler, die mich zu dem Roman inspiriert haben. Je mehr ich über diese Tiere nachgedacht habe, desto mehr wurde mir bewusst, wie gut sie zu den Themen in meiner Geschichte passen: Eitelkeit, Stolz, Schönheit und dieser atemberaubende Moment, wenn etwas in all seiner Pracht enthüllt wird. Ich wusste: Die Pfauen müssen eine zentrale Rolle spielen.

Würden Sie gern in einem Landhaus wie Cloudesley leben?

Ich würde liebend gern ein langes Wochenende in einem Landhaus wie Cloudesley verbringen und so tun, als wäre ich die Lady des Hauses. Ein solch herrschaftliches Anwesen zu besitzen bedeutet allerdings eine große Verantwortung. Ich glaube, mir würde es dann so gehen wie meiner Romanfigur Maggie – ich hätte etliche schlaflose Nächte!

Erkennen Sie sich selbst in einer Ihrer Figuren wieder?

Ich kann mich mit meinen beiden Protagonistinnen identifizieren. Beide Frauen müssen schwierige Entscheidungen treffen und ein Gleichgewicht zwischen ihren eigenen Bedürfnissen und denen ihrer Lieben finden. Ich glaube, viele Frauen kennen dieses Gefühl.

Was war die größte Herausforderung während des Schreibens?

Als ich etwa die Hälfte geschrieben hatte, ist mein Mann ganz plötzlich verstorben. Der Schock und die Trauer haben mich überwältigt. Es hat lange gedauert, bis ich an den Schreibtisch zurückkehren und mich wieder auf die fiktionale Welt einlassen konnte. Doch als ich das geschafft hatte, war das Schreiben eine Art Therapie für mich. In Pfauensommer geht es nicht um mich oder meine Familie, aber jetzt, mit etwas Abstand, sehe ich, dass vieles, was mich in dieser Zeit beschäftigt hat, in die Geschichte verwoben ist. Das sind Themen wie Sehnsucht, Verlust, kreative Frustration, Liebe und Hoffnung.

Wie sieht ein typischer Schreibtag bei Ihnen aus?

Ich bastele meine Schreibzeit um den Alltag mit meinen Kindern herum. Wenn sie in der Schule oder im Bett sind, schreibe ich. Dieser Roman wurde am Küchentisch verfasst, mit sehr viel Kaffee. Ich habe keine festen Rituale, aber ich schreibe gern zu ruhiger Musik. Vor allem Filmmusik finde ich inspirierend und sehr hilfreich, wenn ich in eine bestimmte Stimmung kommen will.

© 2018 Diana Verlag

Pfauensommer

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