VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Bis ans Ende der Geschichte

Gekürzte Lesung mit Barbara Nüsse, Lisa Wagner, Patrick Heyn, Wolf-Dietrich Sprenger, Cornelia Dörr

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 6,95 [D]* inkl. MwSt.
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch Download (gek.) ISBN: 978-3-8445-1976-1

Erschienen:  31.08.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Service

  • Biblio

Jodi Picoult über Schuld und Vergebung

Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Ihre Mutter ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen und Sage fühlt sich schuldig, weil sie am Steuer saß. Josef Weber, ein 90-jähriger Mann aus ihrer Trauergruppe, kommt sie ab und an besuchen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma. Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

(Laufzeit: 10h)

Jodi Picoult (Autorin)

Jodi Picoult, geboren 1966 in New York, studierte in Princeton und Harvard. Seit 1992 schrieb sie mehr als zwanzig Romane, von denen viele Platz 1 der New-York-Times-Bestsellerliste waren. Die Autorin wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, wie etwa 2003 mit dem renommierten New England Book Award. Picoult lebt mit ihrem Mann in Hanover, New Hampshire.


Sprecher

Lisa Wagner, geboren 1979 in Kaiserslautern, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München. Noch während ihres Studiums wurde sie 2001 ins Ensemble des Münchner Residenztheaters aufgenommen. Dort arbeitete sie mit Regisseuren wie Dieter Dorn, Thomas Langhoff, Elmar Goerden, Barbara Frey und Franz Xaver Kroetz. 2002 erhielt sie mit dem "Chor der kriegsgefangenen Frauen in Hekabe" den Kurt Meisel Preis des Vereins der Freunde, im darauffolgenden Jahr gewann sie den Förderpreis des Vereins der Freunde des Bayerischen Staatsschauspiels und in Ingolstadt den Bayerischen Kunstförderpreis. Einem breiten Publikum wurde sie mit dem Kinofilm "SHOPPEN" (2006) bekannt. Inzwischen hat sie als "Kommissarin Heller" eine eigenen Krimireihe und spielt im Münchner "Tatort" regelmäßig mit.
Für den Hörverlag interpretierte Lisa Wagner 2007 die Stimme der Lisa Brons in Harry Mulischs "Die Entdeckung des Himmels".

Wolf-Dietrich Sprenger, geboren und aufgewachsen in Zeitz, studierte nach dem Abitur (1963) an der FU Berlin Germanistik und Theaterwissenschaft. 1966 wechselte er vom Studenten- zum Berufstheater. In den 70er und 80er Jahren arbeitete er an verschiedenen großen Bühnen mit Regisseuren wie Luc Bondy, Peter Zadek, Peter Stein und Jürgen Flimm. Parallel dazu arbeitete Wolf-Dietrich Sprenger auch als Regisseur und Schriftsteller. Lange Zeit war er Ensemblemitglied des Thalia Theaters in Hamburg. Seit 1997 ist er frei tätig, führt regelmäßig Regie und ist ebenfalls ein viel gefragter Film- und Fernsehschauspieler.

Cornelia Dörr, 1977 in Mainz geboren, studiert an der Westfälischen Schauspielschule Bochum. Nach fünf Jahren am Theater Aachen, zieht sie weiter nach Hamburg, reist mit dem Erfolgsstück "Othello-c'est qui“ einmal um die Welt und spielt auf Kampnagel, am Theater Bremen und am Theater Lübeck, sowie in TV- und Kinoproduktionen. Mit ihrer Stimme verwandelt sie Romane in Hörbücher und Filme in Hörspiele.

Barbara Nüsse, 1943 in Essen geboren, studierte Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Zwischen den 60er Jahren und 80er Jahren spielte sie unter anderem in den Schauspielhäusern von Köln, Stuttgart, Hamburg und Berlin. Nach einer Zeit als freie Schauspielerin wirkt Sie seit Mitte der 80er Jahre neben dem Theater auch vermehrt in deutschen TV-Produktionen mit. 2010 erhielt Barbara Nüsse für Ihre Darstellungen des "König Lear" im Schauspiel Köln den Gertrud-Eysoldt-Ring von der Stadt Bensheim und der Deutschen Akademie der darstellenden Künste. Seit der Spielzeit 2010/11 zählt Sie zum Ensemble des Hamburger Thalia Theaters. Aktuell ist sie in der Comedy-Serie des NDR "Der Tatortreiniger" zu sehen.

Patrick Heyn, 1971 in Frankfurt a.M. geboren, studierte Schauspiel in Bochum. Danach spielte er seit 1995 an Theatern u.a. in Bochum, Zürich, Frankfurt, Düsseldorf, Wien, Freiburg und Hamburg. Seit 2006 wirkt Patrick Heyn auch in TV-Produktionen wie dem "Tatort", "Mord mit Aussicht" und "Großstadtrevier" mit, sowie an nationalen und internationalen Kinoproduktionen. In der mit dem Grimme-Preis 2014 ausgezeichneten Mini- Serie "Zeit der Helden" ist er als einer der Hauptdarsteller zu sehen und erhielt für diese Rolle den Deutschen Fernsehpreis 2013.

Übersetzt von Elfriede Peschel
Originalverlag: C. Bertelsmann

Hörbuch Download (gekürzt), Laufzeit: 600 Minuten

ISBN: 978-3-8445-1976-1

€ 6,95 [D]* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen:  31.08.2015

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

Die Frage nach der Schuld – Bis zum Ende der Geschichte

Von: kuntergrauewelt Datum: 15.02.2018

kuntergrauewelt.wordpress.com

Ich möchte diese Rezension gerne etwas anders angehen als üblich, da es das Buch einfach hergibt.

WORUM GEHT’S?

Also, die Geschichte ist schnell erzählt. Sage Singer ist Bäckerin aus Leidenschaft und aus Scham über ihr Aussehen. Sie kämpft darum, den Tod ihrer Mutter zu verarbeiten und, als Fahrerin des Unglücksautos fühlt sie sich schuldig.

In der Trauergruppe, in der sie versucht ihre Trauer zu bewältigen, trifft sie auf Josef, einen Mann jenseits der 90, zu dem sie schon bald eine freundschaftliche Beziehung aufbaut. Nach einigen Wochen betraut dieser Mann sie mit der Bitte, ihm beim Sterben zu helfen.

Zunächst dachte ich an eine ähnliche Geschichte wie „Ein ganzes halbes Jahr“, aber es geht hier nicht darum, ob einem Mensch generell beim Sterben geholfen werden darf, sondern ob diese Bitte jemandem zusteht, der selbst den Tod 100.000er Menschen herbeigeführt und oftmals hinausgezögert hat. Josef, so stellt sich schnell raus, war als SS-Soldat im Konzentrationslager in Auschwitz stationiert.

DAS ETHISCHE DILEMMA

Die Frage ist also, ob einem Menschen, der so viele Menschen misshandelt und gedemütigt hat, das Recht hat, in Würde zu sterben. Das Buch gibt keine befriedigende Antwort, wie denn auch, es ist nicht wissenschaftlich geprägt, sondern zeigt viel mehr verschiedene Perspektiven und Blickwinkel auf.

Ich habe geweint, dicke Tränen. Weniger bei der Perspektive der Opfer als bei der der Täter. Es war nicht traurig, sondern erschreckend bis verstörend.

Wie ist die Frage zu beantworten? Da kann wahrscheinlich ein Psychologe mehr zu sagen, ich möchte aber gerne aus aktuellem Anlass die Shoah-Überlebende Anita Lasker-Wallfisch zitieren, die dank ihrer Musikalität das Vernichtungslager überleben konnte. Bei ihrer Rede in Bundestag zum Gedenken an die Befreiung Auschwitz‘ am 27. Januar 1945 erzählt sie von ihrem Umgang mit Deutschland in ihrem Leben nach 45. Der Satz, der interessiert, ist folgender: „Hass ist ganz einfach ein Gift, und letzten Endes vergiftet man sich selbst.“ (Quelle: NRZ.de)

Ich finde diesen Satz ganz besonders wichtig, denn er zeigt das Dilemma auf, in dem sich auch heute noch viele Menschen befinden. Auch wenn Hass gegenüber dem Mörder des eigenen Kindes menschlich absolut verständlich wäre, so wird er einen irgendwann auffressen und im schlimmsten Fall zur Vergeltung führen.

Vergebung ist gut. Aber wer kann vergeben und wem kann vergeben werden? Kann eine Überlebende ganz Nazi-Deutschland vergeben, oder nur denjenigen, mit denen sie persönlich zu tun hatte? Und kann der Enkel eines Überlebenden dem SS-Offizier verzeihen, der seinen Großvater erschossen oder in eine Gaskammer geschickt hat?

Hier greift das Buch das Vater Unser auf „Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“. Das Possessivpronomen „unseren“ ist von elementarer Bedeutung. Wir können nur denjenigen vergeben, die sich uns gegenüber schuldig gemacht haben. Wir können nicht demjenigen vergeben, der unsere Mutter getötet hat. Das ist mit ein Grund, weshalb Mord im Judentum unverzeihlich ist.

MEINE MEINUNG

Zurück zum Buch. Über die Charaktere möchte ich gar nicht sprechen, damit würde ich viel vorwegnehmen, lieber erwähne ich den Schreibstil der Autorin.

Es war mein erstes Buch von Jodi Picoult und als ich es zum ersten Mal in der Hand hielt, dachte ich: Das bekommst du in einem Monat nicht durch, weil es lange her war, dass ich ein Buch mit fast 600 Seiten gelesen hatte. Aber die Eindringlichkeit, Wortgewalt und Poesie mit der Picoult spielt und schreibt, macht das Buch zu einem echten Page-Turner. Besonders gut gefallen hat mir die Abtrennung zwischen den verschieden Erzählern durch die Schriftart. Das brachte Struktur in das ganze Buch und hat mit dazu geführt, dass man sich in alle Charaktere gut, manchmal zu gut, hineinversetzen konnte.

Ich gebe dem Buch auf jeden Fall die volle Punktzahl, in allen Kategorien, die ich zu bieten habe. Es ist definitiv jetzt schon eins meiner Highlight-Bücher für 2018 und ich kann es nur jedem als Lektüre empfehlen.

FAZIT

Handlung: 5/5

Charaktere: 5/5

Spannung: 5/5

Schreibstil: ∞/5

Fesselnd und berührend!

Von: Tintenschoen Datum: 14.02.2018

https://www.lovelybooks.de/mitglied/Tintenschoen

Hat mich nachhaltig beschäftigt:
BIS ANS ENDE DER GESCHICHTE - Jodi Picoult
———————————————
Weder der Klappentext noch der seichte Anfang lässt erahnen mit welcher Wucht dieser Roman später „zuschlägt“. Er handelt vom dritten Reich und dem Holocaust und erzählt die Geschichten zweier (fiktiver) Zeitzeugen: Eines deutschen SS-Offiziers und einer Auschwitz Überlebenden. Doch dieser Roman verdeutlicht nicht nur Gut und Böse- Schwarz und Weiß - sondern nimmt auch auf all das Bezug, dass dazwischen liegt: Alle Schattierungen von Grau! Und es wirft Fragen auf, die einen nachhaltig beschäftigen: Was macht uns zu einem guten/bösen Menschen? Wie konnte aus „normalen“ Menschen brutale Bestien werden, deren Gräueltaten bar jeder Vorstellungskraft liegen? Ab wann hat man sich jegliches Recht auf Vergebung verspielt? Es geht um Schuld und Sühne, Vergeltung und Vergebung und liest sich wie ein grausames Märchen, dass am Ende doch leider wieder auf tatsächlich statt gefundener Weltgeschichte beruht. Extrem aufwühlend und beschämend und gerade deshalb sehr lesenswert.
Lediglich die um den Erzählkern gesponnene Liebesgeschichte, hätte für mich in diesem Buch nicht sein müssen.

Voransicht

  • Weitere Hörbücher der Autorin