Die Enthüllung

Gekürzte Lesung mit Hanns Zischler
(1)
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Ein Politthriller des Nobelpreisträgers

„Ich versichere Ihnen: wer auch immer Ihr Ansehen in den Schmutz ziehen will. Nicht mit uns. Nicht in unserer Zeitung. Bei solchen Spielchen würden wir nie mitmachen.“ Der peruanische Unternehmer Enrique Cárdenas wird vom Klatschreporter Rolando Garro mit kompromittierenden Fotos überrascht. Enrique ist schockiert: Der Inhalt kann ihn seine Ehe und seine Karriere kosten. Was zuerst wie ein Freundschaftsdienst eines Journalisten aussieht, entwickelt sich zur Erpressung. Was Enrique aber nicht erwartet hat: Hinter all dem stecken Präsident Fujimori und sein Geheimdienstchef Monsanto – und der scheut selbst vor Mord nicht zurück.

Hanns Zischler, Schauspieler, Autor und Verleger, wurde für seine Vorlesekunst bereits mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet. Mit seiner Lesung des Nobelpreisträgers Mario Vargas Llosa treffen zwei Grand Seigneurs ihres Faches aufeinander.

(Laufzeit: 6h 34)


Übersetzt von Thomas Brovot
Originalverlag: Suhrkamp HC
Hörbuch Download (gekürzt), Laufzeit: 6h 34min
ISBN: 978-3-8445-2466-6
Erschienen am  11. Oktober 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Die Enthüllung

Von: Kopfkino-Blog

26.03.2017

Hörbuchsprecher Hanns Zischler ist insbesondere als Schauspieler (Tatort und viele mehr), aber auch als Regisseur, Autor, Dramaturg, Fotograf und Übersetzer bekannt. Außerdem sprach er mehr als 15 Hörbücher, darunter von Gabriel Garcia Marquez, Heinrich Heine und Helmut Schmidt, ein. Seine Stimme, seine Intonation, sein Stil, passten bestens zu der Geschichte. Insbesondere zu Beginn gelang es Hanns Zischler mich mit seiner Stimme in die Geschichte einzuführen und auch später noch, als ich von "Die Enthüllung" nicht mehr ganz überzeugt war, bei Laune zu halten. Für mich war "Die Enthüllung" mein erstes Buch von Mario Vargas Llosa und ich bin überzeugt davon, dass ich auch weitere Bücher von ihm lesen werde. Der Schreibstil des Buches hat mir enorm gut gefallen. Wortgewaltig erzählt er seine Geschichte um Enrique Cardenas und konnte mich gleich zu Beginn bezüglich seiner Sprache und seines Stils begeistern. Die Geschichte selbst begann mich leider ab der Mitte zu langweilen. Enrique Cardenas wird von dem Klatschreporter Rolando Garro mit pikanten Fotos, auf welchen er selbst bei einer Orgie zu sehen ist, erpresst. Die Veröffentlichung der Fotos bedeutet seinen Ruin. Sein Ruf, seine Karriere und seine Ehe scheinen zerstört. Doch als kurz darauf Rolando Garro brutal ermordet aufgefunden wird, sieht sich Enrique Cardenas noch ganz anderen Problemen gegenüber. Dass mich ebendiese Handlung nicht packen konnte, lag hauptsächlich an der Antipathie, die ich für die einzelnen Charaktere empfand. Abgesehen von dem ekelhaften Rolando Garro, der so perfekt schmierig war, dass er für die ein oder andere lustige Szene sorgte, interessierten mich Enrique sowie dessen Frau und Freunde einfach nicht. Die Charaktere sind (absichtlich?) sehr oberflächlich, was mich nur weiter abstieß. Sie denken niemals an etwas anderes als ihren Ruf, ihre Karriere und denken selten weiter, als bis zum nächsten Schritt. So ist das Hauptproblem von Enriques Frau nicht, dass ihr Mann sie betrogen hat, sondern die Demütigung vor ihren Freunden und Bekannten. Jeder betrügt und hintergeht jeden. Es scheint, als kritisiere Mario Vargas Llosa die peruanische Gesellschaft der 90er und deren Oberflächlichkeit durch die oberflächliche Zeichnung seiner Charaktere. Eine Verbundenheit zu den Charakteren kann der Leser deshalb nur schwer herstellen. Umso mehr hingegen packten mich die gesellschaftlichen und politischen Beschreibungen des Autors. Der omnipräsente Terror und wie dieser die peruanische Gesellschaft prägte. Ausgangssperren, das Fehlen einer Mittelschicht, die Aufteilung in "arm" und "reich" sowie allgegenwärtige Gewalt bestimmten das Peru der 90er. Authentisch erzählt Llosa diesen Teil der Geschichte, über welchen ich bislang nur wenig wusste. Sex gibt es reichlich und in verschiedensten Varianten. Leider weder besonders geschmackvoll noch in einer angenehmen Sprache. Diese drei Komponenten (Übermäßigkeit, Geschmacklosigkeit und Vulgarität) führten dazu, dass ich während verschiedenster Sexszenen lediglich genervt und/oder gelangweilt war. Fazit: Schlechter Sex, unangenehme Charaktere, mittelmäßiges Crime, aber hochinteressante Schilderungen des Perus der 90er Jahre. Dabei hervorragend gelesen von Hanns Zischler.

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Vita

Mario Vargas Llosa

Mario Vargas Llosa, geboren 1936 in Arequipa/Peru, studierte Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid. Bereits während seines Studiums schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen, ehe 1963 sein erster Roman »Die Stadt und die Hunde« erschien. Zu seinen wichtigsten Werken zählen »Das grüne Haus«, »Das Fest des Ziegenbocks«, »Tante Julia und der Schreibkünstler« und »Das böse Mädchen«.

Vargas Llosa ist Ehrendoktor verschiedener amerikanischer und europäischer Universitäten und hielt Gastprofessuren unter anderem in Harvard, Princeton und Oxford. 1990 bewarb er sich als Kandidat der oppositionellen Frente Democrático (FREDEMO) bei den peruanischen Präsidentschaftswahlen und unterlag in der Stichwahl. Daraufhin zog er sich aus der aktiven Politik zurück.

Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt er 1996 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2010 den Nobelpreis für Literatur. Heute lebt Mario Vargas Llosa in Madrid und Lima.

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Hanns Zischler arbeitet als Schauspieler und Publizist in Berlin und anderswo. Neben seiner Mitwirkung im Fernsehen und in internationalen Filmen gründete er 2006 den Alpheus Verlag wieder. 1996 erschien "Kafka geht ins Kino", 2008 (mit Sara Danius) "Nase für Neuigkeiten - Vermischte Nachrichten von James Joyce"; 2010, zusammen mit Hanna Zeckau: "Der Schmetterlingskoffer", und ebenfalls 2010 zusammen mit Friederike Gross der Comic "Aus der Nachwelt". 2009 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis (für Essayistik) der Akademie der Künste (Berlin). 2010 erhielt er den Deutschen Hörbuchpreis.

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