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Die rothaarige Frau

Ungekürzte Lesung mit Thomas Loibl, Eva Mattes

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€ 15,95 [D]* inkl. MwSt.
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch Download ISBN: 978-3-8445-2745-2

NEU
Erschienen: 25.09.2017
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Die Türkei zwischen Tradition und Moderne

Als er die Schauspielerin zum ersten Mal sieht, ist Cem nur der einfache Lehrling des Brunnenbauers Murat, der in einem wüstenhaften Vorort von Istanbul endlich auf Wasser stoßen will. Sie ist schön, ihr rotes Haar leuchtet, während sie im Theaterzelt „Rostam und Sorhab“ spielt, ein Stück, in dem der Vater versehentlich den Sohn tötet. Je mehr der Lehrling sich zu der Rothaarigen hingezogen fühlt, desto mehr entfremdet er sich von Meister Murat, der für ihn wie ein Vater ist. Als ein schrecklicher Unfall passiert, flieht Cem in Panik nach Istanbul. Doch wie von einer unwiderstehlichen Kraft angezogen, kehrt er Jahrzehnte später zu jenem Brunnen zurück und entdeckt etwas Ungeheures …

Ungekürzt gelesen von Thomas Loibl und Eva Mattes.

(Laufzeit: 6h 49)

Orhan Pamuk (Autor)

Orhan Pamuk, 1952 in Istanbul geboren, wollte ursprünglich Maler werden, studierte dann aber Architektur und Journalismus an der Universität Istanbul. Er lebte mehrere Jahre in New York und ist einer der erfolgreichsten Prosaschriftsteller in der Türkei. 1995 erschien sein Roman Das schwarze Buch, 1998 Das neue Leben, 2001 Rot ist mein Name und 2005 Schnee, es folgten noch viele andere. Für seine Romane erhielt er 1990 den Independent Foreign Fiction Prize und 1991 den Prix de la découverte européenne. 2005 wurde er mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels und dem Ricarda-Huch-Preis ausgezeichnet. Den Höhepunkt seiner Karriere als Schriftsteller erreichte Orhan Pamuk, als ihm 2006 die Schwedische Akademie den Nobelpreis für Literatur verlieh. Im Hörverlag erschienen von ihm bereits: "Rot ist mein Name, Schnee", "Das Museum der Unschuld", "Das stille Haus" und "Istanbul".


Sprecher

Die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin Eva Mattes hat mit Fassbinder und Zadek gearbeitet und war jahrelang als „Tatort“-Kommissarin Klara Blum im TV zu sehen, wodurch sie einem großen Fernsehpublikum bekannt wurde. Als eine der „Starken Stimmen“ las sie Christine Brückners „Jauche und Levkojen“.

Thomas Loibl, 1969 geboren, absolvierte seine Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule Bochum. Er war lange Jahre am Münchner Residenztheater engagiert. Neben zahlreichen Fernsehfilmen spielte Thomas Loibl in Kinoproduktionen wie "Sommer in Orange" oder „Die Vermessung der Welt“. Für den Hörverlag wirkte er mit bei „101 Nacht“ von Claudia Ott.


Gerhard Meier (Übersetzer)

Gerhard Meier, geboren 1957, übersetzt seit 1986 literarische Werke aus dem Französischen und Türkischen, unter anderem von Orhan Pamuk, Amin Maalouf und Sait Faik. 2014 erhielt er für sein Gesamtwerk den Paul-Celan-Preis.

Übersetzt von Gerhard Meier
Originalverlag: Carl Hanser Verlag

Hörbuch Download, Laufzeit: 409 Minuten

ISBN: 978-3-8445-2745-2

€ 15,95 [D]* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

NEU
Erschienen: 25.09.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Hörbuch MP3-CD)

"Als Brunnenbauer kann nur bestehen, wer seinem Lehrling vertraut wie einem Sohn."

Von: Travel Without Moving Datum: 04.10.2017

www.travelwithoutmoving.de

"Wenn du deinem Lehrling nicht vertrauen kannst, kannst du auch kein Brunnenbauer werden. Man muss absolut sicher sein, dass der Junge da droben alles richtig und zur rechten Zeit macht. Nur dann kann man ihn vergessen und sich auf seine Arbeit konzentrieren. Als Brunnenbauer kann nur bestehen, wer seinem Lehrling vertraut wie einem Sohn."

Der Vater des Ich-Erzählers Cem verschwindet eines Tages spurlos und lässt seine Frau und seinen Sohn allein zurück. Obwohl Cem gerne studieren möchte, was auch dem Wunsch seines Vaters entsprochen hatte, der in dem Sohn einen späteren Wissenschaftler gesehen hat, nimmt er vorerst eine Stelle bei einem Brunnenbauer an.

Die Arbeit mit Meister Mahmut, der im Istanbuler Vorort Öngören nach Wasser sucht, ist hart und anstrengend, doch Meister Mahmut wird bald zu einer Art Ersatzvater, der für Cem eine stabilere Vaterfigur darstellt, als es sein leiblicher Vater vermochte.

Doch Cems eigentlicher Höhepunkt bei der Arbeit in Öngören ist seine Begegnung mit ‚der rothaarigen Frau‘, in die er sich verliebt, deren Nähe er sucht, die deutlich älter als er und zudem verheiratet ist, mit der er aber schließlich eine Nacht verbringt.

Doch dann kommt es zur Katastrophe: Während Cem am Brunnenrand steht und auf Meister Mahmuts Anweisungen wartet, inspiziert der Meister den Boden des ausgehobenen Brunnens, in dem noch immer kein Wasser fließt, und wird von einem heruntergefallenen Eimer erschlagen.

Cem flieht aus Öngören und versucht, ein neues Leben ohne die zermürbenden Gedanken an den Meister zu beginnen, doch die Schuld und auch die Gedanken an die rothaarige Frau holen ihn immer wieder ein.

Ich habe vor vielen Jahren ‚Rot ist mein Name‘ des Literatur-Nobelpreisträgers Orhan Pamuk gelesen, und obwohl ich damals begeistert von seinem Roman war, hat es mehr als zehn Jahre bis zu meiner zweiten Begegnung mit dem türkischen Autor gedauert.

‚Die rothaarige Frau‘ wird sehr geradlinig und klar erzählt und unterscheidet sich damit stark von der häufig opulenten Erzählweise der orientalischen Tradition. Trotz des Fehlens von sprachlicher Ausschweifung zeichnet sich der Roman jedoch durch ein sehr komplexes Spiel mit Sagen und Epen aus und wirkt dadurch bisweilen märchenhaft.

Pamuk bindet zwei berühmte Epen/Sagen in seine Geschichte um Cem ein: Zum Einen erwähnt er das persische Nationalepos Schāhnāme des Dichters Firdausi, in dem im Versformat vom Helden Rostam und seinen Taten sowie von seinem Sohn Sohrab erzählt wird, wobei Sohrab aus Unkenntnis über seine wahre Identität von seinem eigenen Vater getötet wird. Zum Anderen verwebt Pamuk die Geschichte des Ödipus aus der griechischen Mythologie, der unwissentlich seinen Vater tötet und aus Unkenntnis seine Mutter heiratet, mit den Ereignissen in seinem Roman. Pamuk entwirft so nicht nur ein komplexes Werk, sondern verbindet auch Orient und Okzident.

Mich hat Pamuks aktueller Roman von Anfang bis Ende überzeugt, denn die Verwebung von Mythos und Realität, von Vergangenheit und Gegenwart, von Morgenland und Abendland ist ihm durchweg gelungen. Zudem ist Pamuk meiner Meinung nach ein sehr gutes Beispiel für einen Autor, dessen Romane sowohl unterhaltsam als auch anspruchsvoll geschrieben sind.

Das (nicht gekürzte) Hörbuch wird sehr ansprechend und fesselnd von Thomas Loibl und Eva Mattes gelesen. Die beiden Sprecher liefern dem Roman die passende Interpretation und hauchen den Figuren Leben ein.

Orhan Pamuk: Die rothaarige Frau. Aus dem Türkischen von Gerhard Meier. Gelesen von Eva Mattes und Thomas Loibl. der Hörverlag, 2017; 22,99 Euro.

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