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Ein Diktator zum Dessert

Ungekürzte Lesung mit Carmen-Maja Antoni

Kundenrezensionen (12)

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€ 10,95 [D]* inkl. MwSt.
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch Download ISBN: 978-3-8445-1873-3

Erschienen: 16.03.2015
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Eine Hymne auf das Leben und das Überleben

Mit ihren 105 Jahren ist Rose eine der besten Köchinnen von Marseille. Rose schreibt ihre Memoiren, um das Leben zu feiern. Ein Leben wie eine abenteuerliche Reise durch die Weltgeschichte, auf der sie ihre Familie verliert und sich auf manchmal gar nicht so subtile Weise an den Gewaltherrschern rächt. Rose hat vor nichts und niemandem Angst. Ihre Waffe ist immer griffbereit in ihrer Handtasche. Und weil sie nach wie vor an die Kraft der Liebe und des Lebens glaubt, lässt sich Rose auf dem Sozius ihres jugendlichen Restaurantgehilfen durch Marseille kutschieren, treibt sich im Internet auf Singlebörsen herum und hört dazu Patti Smith. Doch damit nicht genug …

(Laufzeit: 8h 53)

Franz-Olivier Giesbert (Autor)

Franz-Olivier Giesbert, 1949 in Wilmington (USA) geboren, lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Frankreich. Nach der Ausbildung zum Journalisten arbeitete er zunächst im Feuilleton von Paris-Normandie, bis er sich 1971 mit dem Nouvelle Observateur dem politischen Journalismus zuwandte. Ab 1998 war er Chefredakteur von Le Figaro, ab 2000 von Le Point. Außerdem moderiert er literarische Sendungen im Fernsehen. Seit 1977 schreibt er Romane und Biografien, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde und die in viele Weltsprachen übersetzt wurden.


Carmen-Maja Antoni (Sprecherin)

Carmen-Maja Antoni, 1945 in Berlin geboren, ist Fernseh- und Theaterschauspielerin sowie Hörspielsprecherin. Darüber hinaus lehrt sie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Nach ihrem Schauspielstudium in Potsdam spielte sie am Hans-Otto-Theater in Potsdam die "Grusche" in Bertold Brechts "Der kaukasische Kreidekreis". Seit 1976 ist sie Mitglied am Berliner Ensemble und spielte in Stücken von Shakespeare, Lessing und Molière. Ihren größten Erfolg hatte Carmen-Maja Antoni als Hauptdarstellerin in „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Bertolt Brecht. Neben zahlreichen Kinderfilmen spielte sie auch in vielen Kinoproduktionen und Fernsehfilmen, z. B. in "Rosa Roth" oder "Der Laden".

Übersetzt von Katrin Segerer
Originalverlag: carl's books

Hörbuch Download, Laufzeit: 533 Minuten

ISBN: 978-3-8445-1873-3

€ 10,95 [D]* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 16.03.2015

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Im Kochtopf der Geschichte

Von: Claudia Marina Datum: 16.07.2015

www.buecher-mond-und-sterne.de

"Die Geschichte ist eine Sauerei. Sie hat mir alles genommen. [...] Ich kann diese absurde Ehrfurcht nicht verstehen, die ihr die Menschen seit jeher entgegenbringen."

Eine 105-jährige Protagonistin ist an sich schon ziemlich ungewöhnlich - wenn auch seit Jonas Jonassons Roman um einen umtriebigen Jahrhundertalten nicht mehr unmöglich - aber diese hier, mit Namen Rose, ist noch mal ein ganz anderes Kaliber.

Rose betreibt ein kleines Restaurant in Marseille, bedroht uneinsichtige Kriminelle auch mal mit der eigenen Waffe und hat in ihrem zarten Alter beschlossen, dass sie nun nicht mehr zu jung ist, um ihre Memoiren niederzuschreiben.

Was beim ersten Lesen recht lustig klingt, ist es nicht wirklich, denn Roses Lebensgeschichte ist geprägt von all den Abscheulichkeiten, die das zwanzigste Jahrhundert zum Jahrhundert der Mörder gemacht haben. Als gebürtige Armenierin erlebt sie den Genozid an Landsleuten und Familie; sie erlebt die Schrecken des Nationalsozialismus und des Maoismus. Sie erlebt Tod und Vertreibung, aber auch Liebe und Geborgenheit. All dies kann man in einer Rezension gar nicht erwähnen - 105 Jahre sind immerhin eine lange Zeit - es würde den Rahmen sprengen und zu viel vorweg nehmen. Darum nur so viel: Sie überlebt. Und sie liebt und lebt noch immer, auch wenn Vergeltung für sie kein Fremdwort ist. Vielleicht lebt sie auch gerade deswegen so gut und lange.

Franz-Olivier Giesberts Roman lässt beim Lesen des Klappentextes auf eine lustige Reise durch ein Jahrhundert hoffen, an den Hundertjährigen von Jonasson denken; fröhlich-leichter Lesespaß, eine schrullige Alte, Witze über Gebisse und Rollatoren wird man hier jedoch nicht finden. Vermissen allerdings auch nicht, denn Roses Geschichte ist eine Reise durch ein Jahrhundert, dass vor allem durch seine Gräueltaten charakterisiert werden könnte. Eine Geschichtsstunde, bei der das Lachen eher im Halse steckenbleibt, als laut heraus zu poltern.

Trotz allem Ernst schafft Ein Diktator zum Dessert aber, was nicht viele Romane schaffen, die sich der Themen Genozid und Nationalsozialismus annehmen, er schafft den Spagat zwischen gut recherchierter Ernsthaftigkeit und Unterhaltung, die ab und an auch schmunzeln lässt. Ein Roman, dessen Humor sehr subtil daherkommt, der sehr fein ist - ebenso wie Roses Köstlichkeiten, mit denen sie sich durch das Jahrhundert kocht. Kochen ist nicht nur Roses Leidenschaft, sondern zieht sich auch als roter Faden durch den gesamten Roman - inklusive Rezepte im Anhang.

Rose ist nicht die lustige Alte, auf die der Klappentext hoffen lässt, aber das ist gar nicht schade, denn Rose ist so viel mehr als das. Auch wenn sie "nur" eine fiktive Person ist, kann man sie guten Gewissens als Zeitzeugin betrachten, die Ungeheures und ungeheuer viel erlebt und überlebt hat - und die trotz allem ihre Lebensfreue nie verloren hat und immer Ja zum Leben sagen wird.




Ein Diktator zum Dessert, vorsicht Spoiler

Von: Götz Piesbergen Datum: 17.06.2015

www.splashbooks.de

Wenn man, wie Rose, ein ganzes Jahrhundert erlebt hat, kann man die ein oder andere Geschichte erzählen. Genau das tut diese fiktive 105jährige Köchin in dem Roman von Franz-Olivier Giesbert. Sie erzählt ihre Wahrnehmung und wie sie es geschafft hat zu überleben. Vom Völkermord der Armenier, bei dem ihre Geschwister und Eltern sterben, das systematische Töten der Juden im dritten Reich, bei der unter anderem ihr erster Mann und ihre Kinder starben und der Mao-Regierung ihn China, der ihr dritter Mann zum Opfer fiel.

Der Autor wurde am 18.Januar 1949 in den USA geboren und lebt seit seinem dritten Lebensjahr in Frankreich. Dort arbeitet er als Journalist und ist Chefredakteur des Wochenmagazin "le point" (ähnlich dem amerikanischen "Time magazine"). Seit 1977 schreibt er regelmäßig Romane und Biographien, für die er bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

Das Buch ist sehr leicht und flüssig zu lesen und imponiert durch seine wunderschöne, bildhafte Sprache, welche an manchen Stellen leider etwas vulgär wird. Durch seine Worte schafft es der Autor auf jeden Fall den Leser für die französische, vor allem die provenzalische Küche zu begeistern. Ein Highlight sind die Rezepte, welche als Anhang abgedruckt wurden. Außerdem beschreibt der Roman eine bejahende Aussage für das Leben. Gleich am Anfang wird deutlich, dass die Hauptperson vor allem die positiven Seiten sieht und nicht die dunklen. Nach Ansicht von Rose trägt diese Ansicht sehr zu ihrem Überlebenstrieb bei.

Der Hauptcharakter Rose ist ehrlich, menschlich und unnahbar. Dabei wird sie dem Leser nicht wirklich sympathisch. Sie handelt streng nach ihren eigenen Prinzipien und ist von einem unstillbaren Lebenswillen geprägt, der sie über die schrecklichsten Geschehnisse hinwegkommen lässt. Dadurch wirkt sie oft etwas gefühlslos, auch wenn der Autor beschreibt, dass sie tagelang weint. Schon als sie als 8jährige, nach der Ermordung ihrer Familie, regelmäßig missbraucht wird, scheint sie keine großen psychischen Probleme davon zu tragen. Der Leser verliert daraufhin die Verbindung zur Protagonistin. Diese wirkt wie eine Reporterin, die häufig weder ihr eigenes Verhalten noch das der anderen wertet.

Es wird durchaus deutlich, dass der Autor eine Person zu erschaffen versucht, die anders ist, da sie sich nicht an gesellschaftliche Gepflogenheiten hält. Dies wirkt aber häufig eher abstrus.

Die Gegenspielerin und das Gewissen von Rose werden durch ihre Salamanderdame "Theo" gebildet. Mit ihr redet der Hauptcharakter ausführlich über persönliche und weltpolitische Probleme. Theo spricht das aus, was der Leser Rose gerne sagen würde.

Die Nebengeschichte um einen Brief, welchen Rose am Anfang des Buches zugesandt bekommt, beginnt sehr vielversprechend. Im Laufe des Romans, steigert sich die Spannung, denn er scheint von einem Kapitel in ihrem Leben zu handeln, vom dem sie selber nichts weiß. Leider schafft der Autor es nicht, den Spannungsbogen bis zum Ende zu halten und auch der Ausgang der Geschichte ist wenig überraschend

Aufgrund der Thematik drängt sich der Vergleich mit einem anderen Buch auf. "Der Hundertjährige der aus dem Fenster stieg und verschwand.", von Jonas Jonasson. Im Gegensatz zu diesem Buch schafft Giesbert es hier allerdings nicht einen Charakter zu schaffen, für den der Leser Sympathien hegt, noch eine spannende Rahmengeschichte zu schreiben.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Von: Nicole Pienkoß aus Potsdam Datum: 26.05.2015

Buchhandlung: Bornstedts kleine Bücherstube

Das Risiko des Vergleichs mit dem Hundertjährigen war natürlich groß. Umso schöner fand ich es, dass Rose uns eine ganz andere Geschichte mit vielen persönlichen Aspekten präsentiert und dabei die Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten des letzten Jahrhunderts Revue passieren lässt. Die Geschichte hat es nicht immer gut mit Rose und ihrer Familie, ihren Freunden gemeint. Die kleinen Racheakte zwischendurch haben sie am Leben erhalten und nehmen ein wenig die Traurigkeit aus den Geschehnissen, die der Leser miterleben muss.
Das ganz wird mit dem trockenen Humor einer lebenserfahrenen, leicht verbitterten aber nie verzweifelten Dame erzählt. Dabei lernt man viel über Roses Leben, die Geschichte und vor allen Dingen die Widerstandskraft des Menschen.
Dieses Buch macht Spaß ohne plump zu sein und ist dennoch stellenweise traurig und nachdenklich ohne zu schwülstig, depressiv zu wirken.
Eine gelungene Gradwanderung und ein außergewöhnliches Leseerlebnis.

Von: Doris Oberauer aus Grieskirchen Datum: 26.05.2015

Buchhandlung: Thalia.at

Lustig, spannend mit einer bemerkenswerten Protagonistin.

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