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Eona - Drachentochter

EONA (1)

Gekürzte Lesung mit Anuk Ens

Ab 12 Jahren

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€ 16,95 [D]* inkl. MwSt.
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch Download (gek.) ISBN: 978-3-8371-8012-1

Erschienen: 11.02.2010
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch, Taschenbuch, eBook (epub)

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Eine berührende Heldin im Kampf gegen mächtige Drachenmagier

Seit Jahrhunderten herrschen sie neben dem Kaiser über das Reich: die Drachenaugen, Auserwählte der magischen Drachen und Träger ihrer Macht. Eona, das Mädchen aus den Salzminen, träumt davon, eine von ihnen zu sein, schließlich hat sie die seltene Gabe, die Drachen in ihrer wahren Gestalt zu sehen. Aber Eonas Traum ist Frevel und Rebellion – ist es doch Mädchen und Frauen unter Todesstrafe verboten, Magie zu wirken. Als Eona sich als Junge verkleidet in die Auswahlzeremonie schmuggelt, geschieht das Unglaubliche: Der lange verschollene Spiegeldrache erwählt sie zu seiner magischen Novizin. Doch einer hat in ihr das Mädchen erkannt: der charismatische Lord Ido, erstes und mächtigstes Drachenauge. Als er Eonas besondere Kräfte für seine dunklen Pläne missbrauchen will, muss sie schneller lernen, ihre Magie zu beherrschen, als je ein Novize zuvor ...

"Atemberaubend. (...) Diese Drachenstory ist unglaublich spannend und wird von Anuk Ens erstklassig vorgelesen. Die Charaktere sind vielschichtig, die Action rasant!"

Westfälische Nachrichten (24.04.2010)

DIE BÄNDE DER "EONA"-REIHE

Seit Jahrhunderten herrschen sie neben dem Kaiser über das Reich: die Drachenaugen, Auserwählte der magischen Drachen und Träger ihrer Macht. Eona, das Mädchen aus den Salzminen, träumt davon, eine von ihnen zu sein ... - Grandiose All-age-Fantasy rund um eine rebellische Novizin der Magie!

EONA

Bitte beachten Sie, dass zwecks Vollständigkeit ggf. auch Bücher mit aufgeführt werden, die derzeit nicht lieferbar oder nicht bei der Verlagsgruppe Random House erschienen sind.

Alison Goodman (Autorin)

Alison Goodman wurde 1966 geboren und lebt heute, nach vielen Reisen, wieder in ihrer geliebten Heimat Melbourne, wo sie kreatives Schreiben unterrichtet und Jugendbücher schreibt. EONA – Drachentochter, der erste Teil ihrer Drachenfantasy-Saga, wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem begehrten Aurealis Award 2008 für den besten Fantasyroman.


Anuk Ens (Sprecherin)

Anuk Ens schloss ihre Schauspielausbildung 1988 an der staatlichen Hochschule in Stuttgart ab. Seitdem ist sie als Theater- und TV-Darstellerin sowie als Hörbuch- und Hörspielsprecherin tätig – z.B. liest sie die „Schattenkämpferin"-Saga von Licia Troisi.

"Atemberaubend. (...) Diese Drachenstory ist unglaublich spannend und wird von Anuk Ens erstklassig vorgelesen. Die Charaktere sind vielschichtig, die Action rasant!"

Westfälische Nachrichten (24.04.2010)

Aus dem Englischen von Andreas Heckmann
Originaltitel: Eon-Dragoneye Reborn (Penguin US (Viking))
Originalverlag: cbj

Hörbuch Download (gekürzt), Laufzeit: ca. 420 Minuten

ISBN: 978-3-8371-8012-1

€ 16,95 [D]* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: cbj audio

Erschienen: 11.02.2010

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

Für mich war jedenfalls jeder einzelner Satz eine Entdeckungsreise und ich habe mich an keiner einzigen Stelle gelangweilt.

Von: Taja von Nickypaulas Bücherwelt Datum: 07.03.2016

Hallo ihr Lieben :)

Heute gibt es eine sehr ausführliche Rezension zu Eona- Drachentochter.
Diese Rezension stammt aus Tajas Feder, die öfters mal schriftliche Rezension zum Blog beiträgt.
Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und Entdecken von Eona :)



Inhalt

Im Reich der Himmlischen Drachen liegt das Geschick des Landes nicht nur in den Händen des Kaisers, sondern auch bei den 12 Drachenaugen, die besondere Kräfte aus der Verbindung mit einem der 12 Tierdrachengeister schöpfen. Um ein solches Drachenauge zu werden, ist nicht nur jahrelanges hartes Training erforderlich, sondern auch die Gabe der Drachensicht.
Besonders stark ist diese bei der 16-jährigen Eona ausgeprägt. Zu dumm nur, dass es dem weiblichen Geschlecht bei Todesstrafe verboten ist, sich für das Amt des Drachenauges zu bewerben. Und so blieb Eona und ihrem Meister nichts anders übrig, als sie als Jungen „Eon“ verkleidet in den Kreis der Anwärter zu schmuggeln.
Doch trotz ihrer besonderen Gabe stehen Eonas Chancen eher schlecht, als Lehrling des diesjährigen Rattendrachens erwählt zu werden, denn ihre kaputte Hüfte macht ihr bei der Beherrschung der Schwertkunst immer wieder Probleme.
Außerdem steht sie den Plänen des ehrgeizigen Lord Ido im Weg und so wird die Auswahlzeremonie für sie zum Desaster. Als alles verloren scheint, passiert dann aber etwas Unglaubliches und ehe sich Eona versieht, nimmt sie eine ganz besondere Rolle im Kaiserpalast ein.
Doch die Freude über das Erreichen ihres Zieles währt nicht lange, denn kaum hat sie begriffen, dass sie nun Lord Eon ist, steckt sie auch schon mitten in den Ränkespielen des Hofes und muss nun umso mehr aufpassen, nicht entlarvt zu werden. Denn inzwischen hängt nicht nur ihr Leben davon ab, dass sie ihre neue Rolle schnell zu beherrschen lernt.
Umso größer ist der Schreck, als sie feststellen muss, dass etwas schief gelaufen ist und sie gar nicht über die so dringend benötigte Macht verfügen kann.
Und so beginnt für Eon neben dem Überleben in den Machtspielen des kaiserlichen Hofes, auch noch die Suche nach den uralten Geheimnissen der Energiedrachen, bei der sie sowohl Feinde, als auch Gefährten findet und die zu einem ganz anderen Ende führt, als sie selbst vermutet hatte…

Cover
Im Gegensatz zu manch anderen Covern, wirkt das von „Eona“ auf den ersten Blick etwas statisch, denn es ist „nur“ das von einem Schwert geteilte Gesicht eines Mädchens und dennoch hat es der Künstler geschafft eine derartige Tiefe in ihren Blick zu legen, dass mich das Bild vom ersten Moment an verzaubert hat. Es spiegelt sehr gut Eonas innere Teilung wieder und ich habe tatsächlich das Gefühl von zwei verschiedenen Wesen angesehen zu werden. Auf der rechten Seite Eon, mit etwas härteren Gesichtszügen und eher starren und auf ein Ziel fixierten Augen, auf der Linken die weichere Seite der vom Drachen beseelten Eona mit durchschauendem Blick. Selten habe ich ein so einfaches und dennoch aussagekräftiges Cover gesehen. Mein großes Lob an den Künstler.

Was die Beschriftung angeht, hätte ich es allerdings bevorzugt, wenn man auch bei der deutschen Ausgabe auf die englische Betitelung des ersten Bandes zurückgegriffen hätte, denn dort heißt der erste Teil „Eon“ und der zweite Teil erst „Eona“. Die Wandlung des Namens ist nun mal ein essentieller Bestandteil der Geschichte und hätte dies auch optisch wiederspiegeln können.
Etwas schade ist weiterhin, dass sich die Goldbeschichtung des erhabenen Schriftzuges sehr schnell ablöst. Mein Exemplar hatte schon von Anfang an nur noch sehr wenig, weshalb ich zunächst annahm, dass die beabsichtigt sei, um einen altertümlichen Eindruck zu erschaffen, was an sich sehr gut zu dem Buch passt. Als ich jedoch andere Exemplare sah, stellte sich dies als Irrtum heraus und ließ erahnen, dass weiterer Abrieb trotz vorsichtiger Behandlung nicht ausbleiben würde, was sich leider bewahrheitete. Es tut der Schönheit des Covers zwar keinen Abbruch, hält mich dennoch ein wenig davon zurück das Buch noch oft zu verleihen.

Klappentexte
Die Beschreibung auf dem Buchrücken ist sehr spannend geschrieben und hat „Eona“ für mich sofort interessant gemacht - mir allerdings durch die Wahl bestimmter Wörter auch ein ganz anderes Erwartungsbild geschaffen. Da ich auch der Darstellung auf dem Cover auf dem ersten Blick keine besonders markanten „Nationalitäten“-Merkmale zugeordnet hatte, vermutete ich die Welt von „Eona“ eher in einem europäisch-mittelalterlichen Flair, was öfter bei Drachenstorys der Fall ist und war umso überraschter, als ich tatsächlich in eine asiatisch angehauchte Welt hineingeworfen wurde. Für mich eine positive Überraschung, denn ich interessiere mich sehr für dieses Gebiet. Wer damit aber nicht wirklich etwas anfangen kann, wird vielleicht nach dem Kauf etwas enttäuscht sein.
Außerdem musste ich beim Lesen des Buches feststellen, dass der hintere Text tatsächlich inhaltlich nicht ganz korrekt bzw. einfach an manchen Stellen etwas unglücklich formuliert und in einer Sache zu detailreich ist. Wer ein absolutes Problem mit Spoilern hat, für den dürfte der hintere Klappentext doch etwas von der Spannung nehmen.
Der vordere Klappentext ist dagegen zwar etwas knapper, aber unmissverständlicher.
Sehr gut und hilfreich fand ich die ersten drei Seiten mit den Informationen zu den Drachen, denn gerade, wer sich nicht so gut mit dem asiatischen Tierkreiszeichen auskennt, dem fällt es sicher damit leichter, sich in der Welt der Energiedrachen und ihrer Drachenaugen zurecht zu finden.

Welt

Wie von der Autorin selbst im Anhang klar gestellt, hat das „Reich der Himmlischen Drachen“ zwar Anlehnungen an die asiatische Welt und Geschichte, bezieht sich aber auf keine bestimmte Epoche oder reale Ereignisse. Diese Kombination hat den Vorteil, dass man sich bei der Vorstellung schon an gewissen Dingen orientieren kann, der Autorin aber natürlich viel Freiraum zur Verfügung steht, Dinge nach ihrem Belieben zu verändern, um etwas Neues zu schaffen. Und das gelingt ihr zweifelsohne grandios, denn Eonas Welt ist etwas ganz Einzigartiges und zieht einen sofort in seinen Bann.

Sprache

Vom ersten Satz an nahm mich Alison Goodmans Schreibstil gefangen, wie ein erhaben dahin fließender Fluss, der mit seinem Wasser meine Fantasie nährte, auf dass sich wunderschöne Landschaften und Szenerien fast wie von selbst vor meinem geistigen Auge entfalteten.
Mit einer oft recht gehobenen Ausdrucksweise, die aber dennoch malerisch, in keinster Weise gekünstelt wirkt und vor allem später zum höfischen Handlungsort passt, beschreibt die Autorin liebevoll Eonas Sichtfeld und Gedankenwelt.
Gerade Gegenstände werden oft bis ins kleinste Detail aufgezeichnet. Dem Ein oder Anderen mag das vielleicht im Laufe des Buches sogar ein wenig zu viel werden, besonders wenn man nicht viel mit asiatischer Kunst anfangen kann. Ich fand es aber äußerst interessant und hat für mich auch gut Eonas Sichtweise und Reaktion auf all den Prunk des Kaiserpalastes widergespiegelt, denn wer ein eher einfaches Leben gewöhnt ist, für den ist auch nach dem zehnten Mal noch jedes reich verzierte Schränkchen ein Grund zum Staunen.
Auch die doch recht häufig auftretenden Fremdwörter, die so gar nicht zu Eonas Wortschatz und da zumeist französischen Ursprungs, auch nicht dem der asiatischen Welt passen wollen, ragen aus dem Fluss heraus wie spitze Steine, an denen sich so mancher vielleicht doch stößt, nicht unbedingt weil man nicht ihre Bedeutung kennt, sondern weil sie wie Fremdkörper im sonst so harmonischen Sprachfluss erscheinen. Man kann die Verwendung dieser Wörter durchaus allerdings erklären, denn „fremde Teufel“ halten gerade Einzug in die Stadt und so lässt sich dies bereits als erstes Anzeichen einer Vermischung der Kulturen und der vom Kaiser forcierten Öffnung des Reiches gegenüber anderen Nationen deuten. Wenn dies der Hintergrund ist, zeigt es umso mehr Goodmans intelligenten Schreibstil, der auch bei wörtlicher Rede oft in einer sehr bewussten Wortwahl und Satzkonstruktion der verschiedenen Charaktere zum Wirken kommt.
Und noch etwas ließ zunächst etwas Verwirrung bei mir zurück: obwohl so vieles immer wieder bis ins kleinste Detail beschrieben wird, habe ich am Anfang eine etwas genauere Darstellung der Energiedrachen vermisst. Denn da diese ja die Tierkreiszeichen verkörpern, wusste ich anfangs nicht genau, ob es sich phänotypisch jetzt um bloße chinesische Drachen oder um Mischwesen mit dem jeweiligen Tier handelt, wodurch zunächst allerlei seltsame und durchaus amüsante Bilder zu den verschiedenen Drachen in meinem Kopf entstanden. Ein kleiner Satz dazu hätte sicher vermieden, dass noch immer ein grau befellter Drachenkopf mit übergroßen Nagerzähnen vor meinem geistigen Augen sein Unwesen treibt ;)

Storyline

Noch bevor man mit der eigentlichen Geschichte in Berührung kommt, gibt es einen Auszug einer alten Schrift, die kurz das System der zwölf Drachen und ihrer Drachenaugen und die wichtigsten Begriffe der Energiewelt erklärt, sodass man auch einen guten Einstieg hat, wenn man vorher noch nichts mit dem chinesischen Zodiac oder Feng Shui zu tun hatte.
Bereits hier wird klar, dass die Autorin sicher viel Arbeit investiert hat, um ihrer Welt ein gut durchdachtes, logisches System zu Grunde zu legen, das sich deutlich von Bekanntem abhebt und vor allem viel Raum für intelligente Machtspiele lässt. Und obwohl man die Denkarbeit durchaus merkt, wirkt die Geschichte doch in keinster Weise konstruiert oder mühevoll. Selbst die kleinste Szene, die man gern mal eben vergisst, weil sie einem unwichtig erscheint, bekommt irgendwann Bedeutung, Dies so geschickt miteinander zu verknüpfen, ist etwas, was nicht viele Autoren können.
Wem einige Szenen vielleicht langweilig und unnötig erscheinen, der sollte vielleicht nach dem Lesen noch einmal einen zweiten Blick riskieren, um die Szene in der Gesamtkonstellation zu begreifen.
Sehr gut fand ich vor allem auch den Zeitpunkt des Einstiegs in die Geschichte gewählt, nämlich kurz vor dem großen Event auf das Eon nun schon so lange hinarbeitet. Dies ermöglicht einem zunächst die Grundsituation und vor allem die Protagonistin und andere Charaktere besser kennen zu lernen, erzeugt aber dennoch eine gewisse Grundspannung, da man trotz vieler kleiner Zwischensequenzen in denen scheinbar nicht viel passiert, immer weiß, dass der erste Höhepunkt der Geschichte kurz bevor steht. Hätte man sich erst mit ihr durch die ganze Ausbildung kämpfen müssen, was sicher auch interessant gewesen wäre, hätte sich vermutlich schnell ein ziemlicher Kaugummieffekt eingestellt. So hat es Goodman geschafft, eine gute Balance zwischen Erklärungen, Kennenlernen der Charaktere und Spannung zu erzeugen.
„Dank“ der Kurzbeschreibung auf dem Buchrücken ist der Ausgang der Auswahlzeremonie zwar bereits bekannt, dies tat dem der Neugier auf die Szenerie für mich aber keinen Abbruch, da dennoch eine sehr interessante Atmosphäre aufgebaut wird.
Danach folgt augenscheinlich erstmal ein ziemlicher Spannungsabfall, da sich Eon nun erstmal mit dem höfischen Leben vertraut machen muss, wo es vor allem um Etikette geht. Für mich war aber auch das nicht im Geringsten langweilig, denn sofort nehmen die Machtspiele und Intrigen am Hof den Platz der physischen Herausforderung ein. Allerdings muss man dieses wenig actionreiche Geschehen auch als spannend empfinden können. Meine Sinne waren jedenfalls umso geschärfter, um auch jede kleine Geste oder Bemerkung aufzufangen, was für mich noch mehr Spannung schuf, als es ein Kampf oder ähnliches hätte tun können.
Zugegeben, wer ein wenig mitdenkt, für den sind viele Dinge bereits sehr frühzeitig offensichtlich. Im Gegensatz zu manch anderen Bücher hinterließ dieser Fakt aber nicht wie sonst, ein tröges „Hab ich doch eh gewusst“-Gefühl, sondern eher ein Triumphales nach dem Motto „Ha, ich hab dich durchschaut“. Denn oft wusste ich zwar genau was geschehen wird, wie und an welcher Stelle es dann aber passierte, war doch überraschend.
Im hinteren Teil kommt dann auch der auf seine Kosten, der rasante Handlung und Kämpfe mag. Für mich kam die Einleitung zu diesem wichtigen Part aber fast etwas zu abrupt und irgendwie wirkte es ein wenig, als wäre die Autorin etwas in Platz- oder Zeitnot. An manchen Stellen habe ich die sonstige Ausführlichkeit vermisst.
Dennoch ist es ein gutes Ende, mit einer etwas überraschenden und einer lang ersehnten Charakterentwicklung, die eine hervorragende Grundlage für eine ebenso spannende und lesenswerte Geschichte im zweiten Teil bildet.
Weiterhin für mich sehr löblich, ist der bisherige Verzicht auf eine Liebesgeschichte. Zarte romantische Bande klingen zwar an, wären diesen aber in Teil Eins erzwungen mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurden, hätte ich dies als äußerst unpassend und charakterfern empfunden.

Charaktere

Schon durch das System der zwölf Drachenaugen, ihrer Lehrlinge und dem Kaiserpalast als Haupthandlungsort ist es vorprogrammiert, dass man auf sehr viele Charaktere trifft. Dabei scheinen es oft viel zu viele Namen zu sein, die für den eigentlichen Handlungsverlauf gar nicht wichtig sind und dennoch verknüpft die Autorin die Meisten geschickt mit kleinen, liebevollen Details, sodass man sie trotz der Fülle an Charakteren nicht so schnell vergisst und sie eben nicht nur erwähnte Namen, sondern richtige Charaktere werden, auch wenn sie Eonas Weg nur kurz streifen.
Alison Goodman wählte für „Eona“ die Ich-Erzählperspektive und obwohl ich mich meistens eher schwer mit Werken dieses Stils tue, hatte ich hier überhaupt keine Probleme mich mit der Protagonistin verbunden zu fühlen. Sei es der Ähnlichkeit unserer Charaktere geschuldet, oder dem Fakt, das alles so geschickt geschrieben wurde, dass ich eher den Eindruck hatte, die Geschichte nicht direkt durch Eonas Augen zu erleben, sondern eher durch die eines Geistwesens, das sich auf ihrer Schulter niedergelassen hat und nun zwar den gleichen Blickwinkel hat, dennoch auch ein wenig darüber hinaus blicken kann, um Dinge mitzubekommen, die Eona aus verschiedenen Gründen eben nicht sehen kann.
Für mich hatte dies den entscheidenden Effekt, dass ich zwar hautnah Eonas Gefühls – und Gedankenwelt mitbekam, mich ihr so schnell verbunden fühlte, es ihr aber gleichzeitig nicht übel nehmen konnte, wenn sie etwas nicht sofort sah oder verstand, was ich schon lang begriffen hatte. Bei anderen Charakteren nervt mich dieser Fakt nämlich immer enorm und auch Eona hätte ich am liebsten manchmal genommen und geschüttelt, weil sie die für die Lösung ihres Problems so essentiellen Sachen einfach nicht wahrnahm. Doch ich konnte ebenso gut nachvollziehen, warum sie in dem Moment nicht in der Lage war auf des Rätsels Lösung zu kommen.
Besonders gut fand ich, dass sie zwar von Anfang an wegen ihrer Gabe als besonders dargestellt wurde und sie sich dessen schon bewusst war, es aber auch klar war, dass ihr körperliches Leiden im Weg stehen und sie nicht einfach so glatt durchkommen lassen würden. Gerade einem Charakter von dem auch viel physische Belastbarkeit erwartet wird, wird selten eine Behinderung verpasst. Zwar hat diese in Eonas Fall noch eine ganz andere und wichtige Funktion, dennoch ist es der Autorin anzurechnen, dass sie ihrer Heldin auch ein sichtbares Makel verpasst hat.
Des Weiteren macht es Eona sehr sympathisch, dass sie mehr als einmal Fehler begeht und eben nicht die Auserwählte ist, die sich sofort ihrer Berufung verschreibt und heroisch gegen die Feinde kämpft. Sehr lange bleibt sie einfach nur ein Mädchen, dessen Hauptaugenmerk einfach ihr Überleben ist und das im Grunde auch nie gelernt hat, eigenständig Dinge zu entscheiden. Hat man dies im Hinterkopf, versteht man viele ihrer Reaktionen und Denkweisen wesentlich besser und kann ihr selbst verzeihen, dass sie sich vor lauter Panik so krass in einen völlig falschen Weg verrennt. Trotz aller Sympathie und Verständnis bleibt Eon/Eona ein recht kontroverser Charakter, denn oft genug klingen auch leise Wesenszüge an, die nicht gerade sehr nett sind. Aber genau das macht sie eben auch zu einer guten und glaubwürdigen Protagonistin.
Wer sich allerdings nicht vollends auf sie und ihre besondere Situation einlassen kann, der wird sicher einige Dinge, wie ihre zeitweise Lethargie oder das zunächst hauptsächlich sehr fremdbestimmte Denken vielleicht negativ empfinden.

Im Vergleich zu Eona spielen die zahlreichen Nebencharaktere rein statistisch gesehen eine untergeordnete Rolle und wirken zum Teil zunächst nur recht oberflächlich beleuchtet, obwohl einige von ihnen z.B. Lady Dela, Ryko oder Lord Ido eine durchaus tragende Funktion haben. Und wenn man nicht genau aufpasst, kann es auch passieren, dass sie einem bis zum Schluss recht oberflächlich erscheinen, denn die Wesenszüge sind meist nicht durch klare Beschreibungen der Autorin dargestellt, sondern werden in kleinen Andeutungen oder Episoden verpackt, die man natürlich zu interpretieren wissen muss, um die ganze Tiefe des Charakters zu begreifen. Manchmal ist es eine einzige, fast unscheinbare Geste oder ein einzelner Satz, der den Charakter in ein völlig neues Licht stellt und dies so unbemerkt einfließen zu lassen, ist wirklich eine Kunst. Ich habe einige Nebencharaktere wirklich zu schätzen gelernt und irgendwie hat es Alison Goodman sogar geschafft, dass ich Lord Ido, der sich eigentlich durchweg als Ekelpaket gibt, doch zugestehen musste, dass er ein guter Spieler ist und ihn, weit vor dem Ende, trotz seiner Brutalität nicht mehr ganz so unsympathisch fand.

Egal ob Haupt- oder Nebencharakter, ich freue mich auf viele liebgewonnene Charaktere und ihre Entwicklung im nächsten Teil.

Fazit

„Eona“ ist eines der faszinierendsten Bücher die ich seit langem gelesen habe, was nicht nur an der liebevoll und dennoch clever gestalteten Welt, einer Heldin, in der ich mich sehr gut wiederfinden konnte und einer spannenden Geschichte lag, sondern vor allem auch an ihrem wundervoll malerischen Schreibstil und den vielen Dingen, die man zwischen den Zeilen lesen konnte.
Es ist eines der Bücher, die ihre Spuren nicht nur im Gedächtnis, sondern auch in der Seele hinterlassen.

Für den, der bei einer Drachenstory unbedingt herumfliegende, physisch anwesende Drachen braucht und der Spannung nur empfindet, wenn Schwerter klappern, für den wird „Eona“ vielleicht tatsächlich eine Enttäuschung sein. Auch wer sich nur von einer spannenden Geschichte berieseln lassen will, der ist hier zum Teil auch fehl am Platz, denn viele Zwischentöne kann man nur aufnehmen, wenn man zu interpretieren gelernt hat. Denn es ist fast so als hätte die Autorin feine Fäden des „Hua“ in ihre Geschichte verwoben und somit dieselbe Situation geschaffen, wie in ihrer Geschichte. Der, der nicht fähig ist diese „Energien“ zu sehen, der liest einfach nur eine nette, vermutlich nur zum Teil spannende Geschichte mit manchmal etwas oberflächlichen Charakteren. Wer aber über die „Drachensicht“ verfügt, dem eröffnet sich noch eine ganz andere, sehr vielschichtige Welt.
Für mich war jedenfalls jeder einzelner Satz eine Entdeckungsreise und ich habe mich an keiner einzigen Stelle gelangweilt.
Einziges Manko: „Eona“ ist nur eine Duologie ;_;

Danke fürs Lesen!
Eure Taja von Nickypaulas Bücherwelt

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