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Gespräche mit Lebenden und Toten

Hörspiel mit Konstantin Graudus, Viola Morlinghaus, Ilse Strambowski, Peter Gavajda

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€ 10,95 [D]* inkl. MwSt.
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch Download ISBN: 978-3-8445-0726-3

Erschienen: 12.05.2011
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Am 26. April 1986 brannte der Himmel über Tschernobyl. Offiziell kamen dabei 31 Menschen ums Leben. Die Journalistin Swetlana Alexijewitsch befragte über Jahre hinweg die Überlebenden und zeigt in literarisch verdichteten Portraits die menschliche Dimension der Tragödie: Zeitzeugen, Experten, Helfer und Opfer erzählen von Liebe, die stärker ist als Angst, vom Verlust der Familie und der Heimat, und vom Tod, der unsichtbar, unhörbar und noch nach vielen Jahren droht.

Das Hörspiel des Jahres 1999 komponiert aus Einzelstimmen, subtilen Geräuschen und der Stille zwischen den Gesprächen ein ergreifendes Requiem der Klage und Anklage.

(Laufzeit: 1h 18)

"Im Jahr des Reaktorunglücks von Japan ein eindringliches Zeugnis dafür, wie wenig die Menschen in den vergangenen 25 Jahren gelernt haben."

hr2-Hörbuchbestenliste (01.07.2011)

Swetlana Alexijewitsch (Autorin)

Swetlana Alexijewitsch, 1948 in der Ukraine geboren, arbeitete zunächst als Lehrerin, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Zu ihren auf Deutsch erschienenen Werken gehören u.a. "Die letzten Zeugen. Kinder im Zweiten Weltkrieg", "Zinkjungen. Afghanistan und die Folgen", sowie "Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft". Die weißrussische Schriftstellerin gilt als große Chronistin des Zerfalls der Sowjetunion. 2013 wurde ihr schriftstellerisches Werk mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet. 2015 wurde ihr der Nobelpreis für Literatur zugesprochen.


Konstantin Graudus (Sprecher)

Konstantin Graudus absolvierte seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg. Seit 1989 ist der populäre Schauspieler in vielen Filmen zu sehen, u.a. in "Curiosity and the Cat", "Sissy" und "C'est la vie" unter der Regie von Daniel Cohn-Bendit. Darüber hinaus spielte er in unzähligen TV-Serien wie z.B. "City Express", "Großstadtrevier", "Für alle Fälle Stefanie", "Balko", "Doppelter Einsatz", "Non Stop Comedy". Von 1990 bis 1993 war er u.a. unter der Regie von Ulrich Heising, Peter Löscher und Michel Bogdanov am Deutschen Schauspielhaus Hamburg tätig. Außerdem ist er ein gefragter Synchron- und Hörbuchsprecher, seine Stimme ist u.a. in den Hörspielen "Herr Lehmann" von Sven Regener, "Der Zauberberg" von Thomas Mann oder "Das Glasperlenspiel" von Hermann Hesse zu hören.


Viola Morlinghaus (Sprecherin)

Viola Morlinghaus, geboren 1958, studierte Schauspiel an der Folkwangschule Essen. 1989 und 1993 war sie Nachwuchsschauspielerin des Jahres. Sie arbeitete bis 2000 als Schauspielerin in Krefeld, Moers, Berlin, München und Wien. Dann absolvierte sie verschiedene Aus- und Weiterbildungen. Heute arbeitet Viola Morlinghaus als Schauspiellehrerin, Trainerin und Coach. Neben Arbeiten an der Universität der Künste in Berlin, im Justizministerium Sachsen und in der jtw leitet sie ihr eigenes Institut "Resonanz".


Ulrich Gerhardt (Regisseur)

Ulrich Gerhardt, 1934 in Berlin geboren, führte bereits 1965 Hörspielregie für den Sender RIAS. In den 70er Jahren entstanden unter seiner Leitung zahlreiche Hörspiele in Kunstkopf-Stereophonie. Von 1980 bis 1986 leitete er die Hörspielabteilung des SFB. Schon drei Mal, 1994, 1998 und 1999 wurden Regiearbeiten Ulrich Gernhardts als "Hörspiel des Jahres" ausgezeichnet. Heute lebt er als freier Regisseur in Berlin.

"Im Jahr des Reaktorunglücks von Japan ein eindringliches Zeugnis dafür, wie wenig die Menschen in den vergangenen 25 Jahren gelernt haben."

hr2-Hörbuchbestenliste (01.07.2011)

"(...) ein eindrucksvolles und bedrückendes Zeugnis einer menschengemachten Katastrophe."

Publik Forum (03.06.2011)

Originaltitel: © 1997 Swetlana Alexijewitsch, © 1997 BV Berlin Verlag, (P) Saarländischer Rundfunk/Norddeutscher Rundfunk/Sender Freies Berlin-ORB/Westdeutscher Rundfunk Köln, 1998

Regie: Ulrich Gerhardt

Hörbuch Download, Laufzeit: 78 Minuten

ISBN: 978-3-8445-0726-3

€ 10,95 [D]* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 12.05.2011

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Hörbuch CD)

"[...] Na, sage ich dann, wo soll denn hier die Radioaktivität sein [...]."

Von: Travel Without Moving Datum: 15.09.2017

www.travelwithoutmoving.de

"Nach Beobachtungen wurde am 29. April 1986 eine hohe Strahlenbelastung in Polen, Deutschland, Österreich und Rumänien registriert, am 30. April in der Schweiz und in Norditalien, am 1. und 2. Mai in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Großbritannien, Nordgriechenland, am 3. Mai in Israel, Kuweit und der Türkei. In große Höhe geschleuderte gasförmige und flüchtige Substanzen breiteten sich global aus. Am 2. Mai wurden sie in Japan registriert, am 4. Mai in China, am 5. Mai in Indien, am 5. und 6. Mai in den USA und in Kanada. Weniger als eine Woche brauchte es, um Tschernobyl zum Problem der ganzen Welt werden zu lassen."

"Manchmal mach ich einfach die Augen zu und wandere ich Gedanken durchs Dorf. Na, sage ich dann, wo soll denn hier die Radioaktivität sein, wo doch Schmetterlinge umherflattern und Hummeln brummen."

Ich habe ‚Gespräche mit Lebenden und Toten‘ zwei Mal im Abstand von zwei Tagen angehört. Beim und nach dem ersten Mal war ich von den einzelnen Geschichten, die Swetlana Alexijewitsch aus Gesprächen mit Zeugen, Opfern und Helfern des Reaktorunglücks wiedergibt, stellenweise wie paralysiert und wusste, dass ich das Ganze noch einmal anhören, mir das ganze Grauen ihrer Porträts noch einmal vor Augen führen muss. Auch beim zweiten Mal hat mich das Hörspiel emotional sehr aufgewühlt und mich so gefesselt wie kaum ein anderes Hörbuch zuvor. Und auch nach dem zweiten Hören sind die Geschehnisse, das Leid und die fatalen Folgen kaum greifbar und begreifbar.

Alexijewitsch, der 2015 der Nobelpreis für Literatur zugesprochen wurde und von der ich bis dato noch nichts gelesen hatte, hat für ‚Gespräche mit Lebenden und Toten‘ über Jahre hinweg Überlebende der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl befragt, die sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat zugetragen hat. Ich selbst kann mich noch gut an die Tage und Wochen nach dem Unglück erinnern - und an die Versuche der sowjetischen und der ostdeutschen Regierung, das Ganze zu verharmlosen und zu vertuschen. Die gespenstische Stimmung und das Bemühen, die Tragik und die Dramatik der Katastrophe abzumildern, spürt man auch in jedem Moment des Hörspiels, in dem z.B. von Menschen erzählt wird, die ohne Schutzmaßnahmen zu den Bränden gerufen wurden, um diese zu löschen, von Personen, die um ihre Lieben bangen und lange nicht erfahren, wie es um ihre betroffenen Partner, Kollegen, Freunde steht, und von Menschen in der Sperrzone, die nicht darüber aufgeklärt werden, was Radioaktivität ist, worin die Gefahr liegt, wie sie ihr Risiko minimieren können.

Die von Alexijewitsch erwähnten Schicksale unterscheiden sich dabei stark voneinander, doch der gemeinsame Nenner ist stets die Zäsur, die der Reaktorunfall für die Menschen dargestellt hat: Nichts ist für die Betroffenen wie zuvor, es gibt ein Leben vor und (obgleich nicht für alle) eines nach dem Reaktorunglück.

Das Hörspiel besticht zudem durch seine exzellenten Sprecher sowie durch die eingespielten Geräusche und die Stille zwischen den Gesprächen, in der der Hörer einen kurzen Moment innehalten kann, um über das Gehörte nachzudenken und um das Gehörte nachzuspüren.

Alexijewitsch ist mit ‚Gespräche mit Lebenden und Toten‘ ein dichtes und intensives Zeugnis gelungen, das von Zerstörung und der Rückkehr von Flora und Fauna, von Liebe und Verlust, von Überlebenden und Toten erzählt und dabei auf bedrückende Weise zeigt, welche Gefahr in der Nutzung der Kernenergie liegen kann.

Swetlana Alexijewitsch: Gespräche mit Lebenden und Toten. Aus dem Russischen von Ingeborg Kolinko. Hörspiel mit Konstantin Graudus, Viola Morlinghaus, Ilse Strambowski, Peter Gavajda. der Hörverlag, 2011; 14,99 Euro.

Ein trauriges und dennoch wichtiges Thema

Von: Lesefieber-Buchpost Kati Datum: 08.08.2017

www.buchpost.blogspot.de

Bewertung

Der 26. April 1986, ein nicht unbekannter Tag. Er ging in die Geschichte ein, leider nicht im positiven. Dieser Tag wird uns auch in Zukunft noch lange begleiten, da es am Ort der Katastrophe noch viele Jahrhunderte unbewohnbar bleiben wird. Eine Katastrophe unscheinbar großer Auswirkungen, alle wussten es konnte passieren, aber gerechnet hat wohl keiner damit.

Auf dieser Audio CD werden die Schicksale einiger festgehalten. Es wird in einer distanzierten, fast kalten Sprache und Tonart wiedergegeben was sie durchmachten und sehen, fühlen mussten. Ungeschönte Wahrheit, für uns heute unvorstellbar. Eine unsichtbare Gefahr...

Es wird aus verschiedenen Sichtweisen wiedergegeben, doch eines haben sie alle gemeinsam, das erlebte war grausam und genau das kommt rüber. Ich habe gefesselt zugehört, aber vorstellen kann man sich das nicht, auch wenn es nur ein paar Jahre vor meiner Geburt passierte und auch in der Zukunft passierte es noch einmal in Fukushima. Man sollte doch meinen der Mensch lernt aus diesen Folgen.

Die Menschen die dafür gesorgt haben, das sich die Strahlen nicht weiter als nötig ausdehnen und damit ihr Leben für das unsere aufs Spiel gesetzt haben, haben meinen größten Respekt.

Ich weiß nicht was ich weiter dazu sagen soll, es ist nicht schön dem Hörbuch zuzuhören, aber es macht einem begreiflich wie wenig wir unseren Lebensraum zu schätzen wissen.

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