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Max Frischs Meisterwerk erstmals als beeindruckendes Hörspiel

Die Welt des Ingenieurs Walter Faber wird durch eine unwahrscheinliche Kette von Zufällen erschüttert: Auf seinen Reisen trifft er eine junge Frau, in die er sich verliebt – und bald beginnt er zu ahnen, dass sie seine eigene Tochter sein könnte. Aus dieser ungeheuren Konstellation erwächst die wichtigste und mit Sinn gefüllteste Zeit seines restlichen Lebens …

Regisseur Leonhard Koppelmann setzt mit den Klängen der hr-Bigband einen der wichtigsten und meistgelesenen Romane des 20. Jahrhunderts ins Hörspiel um.

Gesprochen von Matthias Brandt, Eva Mattes, Ueli Jäggi und vielen anderen. Inklusive Bonus-CD mit der Musik der hr-Bigband.


Originalverlag: Suhrkamp Verlag
Bearbeitet von Heinz Sommer
Hörbuch Download, Laufzeit: 7h 11 min
ISBN: 978-3-8445-3138-1
Erschienen am  01. Oktober 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Gute Umsetzung des Klassikers "Homo Faber" als Hörspiel

Von: Paul

11.11.2018

Das Hörspiel basiert auf dem weltbekannten Roman "Homo Faber" von Max Frisch. Es geht um den Ingenieur Walter Faber, der für die UNESCO arbeitet. Er ist ein sehr rational denkender und technisch begabter Mensch. Im Verlauf der Geschichte trifft Walter Faber unterschiedliche Personen, die auf scheinbar zufällige Weise mit seiner Vergangenheit verknüpft sind. Somit holt diese ihn immer mehr ein und er ist gezwungen sich mit dieser auseinanderzusetzen. Homo Faber ist ein Buch, das oft in der Schule behandelt wird, so auch bei mir. Leider hatten wir damals aus zeitlichen Gründen nur Ausschnitte des Buches gelesen. Während ich in der Schulzeit noch nicht so begeistert davon war, bin ich es jetzt umso mehr. Die Geschichte war spannend, mitreißend und es viel mir sehr schwer die Kopfhörer wegzulegen, wenn ich auf dem Weg zur Uni war und angekommen bin. Aber dass der Roman gut ist, ist wahrscheinlich für die meisten nicht neu, nicht umsonst ist er so bekannt geworden. Auch die Umsetzung des Buches in ein Hörspiel hat mich begeistert. Die Musik hat eine großartige Atmosphäre geschaffen, die immer passend zu den Geschehnissen und der Umgebung war. Die Stimmen der einzelnen Figuren waren gut gewählt, auch wenn mich die Stimme der Geliebten in New York von Walter Faber etwas genervt hat, hat auch diese sehr gut zu ihrem Charakter gepasst. Durch die gute Arbeit der Sprecher, hatte man einen lebhaften Eindruck der einzelnen Personen. Deshalb finde ich es auch sehr gut, dass man sich hier für ein Hörspiel und nicht für ein Hörbuch entschieden hat. Auch der beigefügte Anhang am Ende, in dem über die Aussage der Geschichte und die Entstehung des Hörspiels gesprochen wurde, war ein nettes Extra. Zwei kleine Kritikpunkte sind, dass an ein paar Stellen die Musik im Vergleich zu den Stimmen etwas zu laut war. Und zum anderem es meiner Meinung nach an einzelnen Stellen zu große Sprünge zwischen den Geschehnissen gab. Im Großen und Ganzen kann ich das Hörspiel jedem ans Herz legen, der spannende Romane mag, die in die Tiefe gehen und zum Nachdenken anregen. Egal ob man es in der Schule behandelt, von dem Buch begeistert ist oder schon immer den Klassiker "Homo Faber" lesen wollte, aber nie dazugekommen ist.

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Fabers Comeback

Von: Linda S.

05.11.2018

Max Frischs "Homo faber" erzählt die Geschichte von Walter Faber, einem technikaffinen Mann mittleren Alters, dessen rationales Denken seinen Alltag bestimmt. Vorsicht Spoiler! Durch einen Zufall trifft er auf einer Geschäftsreise den Bruder eines alten Freundes. Kurzerhand beschließt Faber diesen zu einer Tabak-Plantage nach Guatemala zu begleiten, statt seine Geschäftsreise fortzusetzen. Dort hofft er seinen alten Freund Joachim wiederzusehen. Im Laufe seiner Reise, die noch ungeahnte Wendungen annimmt, werden immer weitere Details aus Fabers Vergangenheit klar. Schneller als geahnt wird ihn diese Vergangenheit einholen. Spoiler Ende. "Homo faber" kenne ich noch gut aus der Schulzeit. Damals haben wir die Lektüre von vorne bis hinten analysiert, sogar eine Theaterinszenierung besucht - beides gefiel mir. Von daher war ich sehr gespannt auf die Hörspiel-Version. Vorab muss ich gestehen, dass ich kein großer Hörspiel-Fan bin und mit "Homo faber" meine Hörspiel-Premiere feiere. Leider konnte mich diese Version aber nicht zum großen Fan machen. Die Musik erinnert anfänglich eher an eine Gangster-Geschichte, die von verqualmten Hinterräumen und Männern mit langen Trenchcoats erzählt. Weiterhin ist anfangs – trotz meiner Vorkenntnisse! – oftmals nicht deutlich, wer gerade spricht. Zudem wirkt die Story, auch durch die künstlich verlängerten Dialoge bedingt, enorm langatmig. Gut gemacht ist das Wechselspiel zwischen dem Erzähler und Walter Faber. So wirkt die Handlung lebendiger und der Charakter Fabers kommt deutlicher hervor. Außerdem sind die Sprecher, insbesondere der Sprecher Fabers, gut gewählt. Seine Erzähl-Stimme ist angenehm und wirkt nachdenklich, aber nicht träumerisch, was meiner Meinung nach sehr gut zur Figur Walter Faber passt. Abschließend konnte mich das Hörspiel zwar nicht zum großen Hörspiel-Fan machen, begeistert aber sicherlich eingefleischte Hörspiel-Liebhaber. Insbesondere solche, die Max Frischs "Homo faber" kennen und lieben.

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Vita

Max Frisch

Max Frisch (* 1911 in Zürich, † 1991 in Zürich) studierte zunächst Germanistik, anschließend Architektur. 1934 erschien, neben freier redaktioneller Arbeit für das Feuilleton der Neuen Zürcher Zeitung, sein erstes Buch "Jürg Reinhart". Der Erfolg seines Romans "Stiller" erlaubte ihm ein Leben als freier Schriftsteller. Zahlreiche bedeutende Romane und Erzählungen folgten, seine Dramen wurden im ganzen deutschsprachigen Raum zu großen Bühnenerfolgen. Frisch verbrachte den größten Teil seines Lebens in Zürich, lebte aber auch, zusammen mit Ingeborg Bachmann, in Rom, New York und zuletzt wieder in Zürich. Sein Werk wurde u. a. mit dem Georg-Büchner-Preis 1958 und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1976 ausgezeichnet. Seine bekanntesten Werke sind die Romane "Stiller" (1945), "Homo faber" (1957), "Mein Name sei Gantenbein" (1964), die Dramen "Biedermann und die Brandstifter" (1958), "Andorra" (1961), die Erzählungen "Montauk" (1975), "Der Mensch erscheint im Holozän" (1979), "Blaubart" (1982) sowie seine literarischen Tagebücher.

Zur AUTORENSEITE

Matthias Brandt (Walter) ist regelmäßig als Kommissar Hanns von Meuffels im Münchner "Polizeiruf 110" (Deutscher Fernsehpreis 2013) zu sehen und las zuletzt "Tod in Venedig" von Thomas Mann für den Hörverlag.

Eva Mattes (Hanna) ermittelte jahrelang als Kommissarin Klara Blum für den Konstanzer "Tatort". Für den Hörverlag las sie zuletzt die "Neapolitanische Saga" von Elena Ferrante.

Ueli Jäggis (Max) Stimme kennt man aus dem ARD "Radio Tatort", worin er Kriminaloberrat Xaver Finkbeiner spricht, und u. a. aus dem Hörspiel "Tonio Kröger" von Thomas Mann.

Paula Beer (Sabeth) ist bekannt aus den Kinofilmen "Le chant du Loup", "Transit" und "Das finstere Tal". Sie wurde 2016 als beste Nachwuchsschauspielerin des 73. Venediger Filmfestivals ausgezeichnet. Für den Hörverlag nahm sie am Hörspiel von Emily Brontes "Sturmhöhe" teil.

Valery Tscheplanowa (Ivy) ist als Schauspielerin in ganz Deutschland aktiv. 2013 gab sie in München ihr Debüt am Residenztheater ("Zement", inszeniert von Dimiter Gotscheff). Außerdem tritt sie als Sängerin auf und wirkt in Hörspielproduktionen wie z. B. "Das Phantom des Alexander Wolf" von Gaito Gasdanow mit.

In weiteren Rollen zu hören sind: Sascha Nathan (Herbert), Clément Guyot (Marcel), Victoria Sordo (Stewardess), Alejandro Ramón Alonso (Gast 1, Kubaner, Indio), Carrie Getman (Gast 2, Kubanerin 1, Partygast 2, Schwester), Gerd Wameling (Williams, Lautsprecher, An- und Absage), John Julian (Pilot, Barkeeper, Concierge, Partygast 1, Driver), Yollette Thomas (Mummy, Kubanerin 2, Partygast 4), Walter Hess (Professor O, Schweizer Fremdenpolizei), Peter Trabner (Schiffsgast), Manolo Palma (Steward, Kubaner 2, Indio), Jan Bluthardt (Sabeths Freund, Zuhälter, Partygast 3) und Joshua Thomas-Wunder (Jungen 1-4).

Paula Beer
Matthias Brandt
Ueli Jäggi
© Hanna Mattes
Eva Mattes
Sascha Nathan
Valery Tscheplanowa

Leonhard Koppelmann

Leonhard Koppelmann, geboren 1970 in Aachen, führte 1996 zum ersten Mal bei einem eigenen Hörspiel Regie. Seitdem arbeitet er als freier Hörspielautor und als Theater- und Hörspielregisseur. So sind inzwischen unter seiner Regie über 200 Hörspiele entstanden, z. B. "Maria, ihm schmeckt's nicht" sowie "Drachensaat" von Jan Weiler, "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" von Jules Verne, "Baudolino" von Umberto Eco, "Die Forsyte-Saga" von John Galsworthy und – hochgelobt – "Wassermusik" von T. C. Boyle und "Doktor Faustus" von Thomas Mann, die alle im Hörverlag erschienen sind. In seinen Inszenierungen stehen vor allem die Schauspieler im Mittelpunkt, mit ihnen arbeitet er intensiv die individuellen Qualitäten der verschiedenen Autoren aus. So entstehen äußerst vielfältige und höchst verschiedenartige Produktionen unter seiner Regie.

zum Regisseur

Heinz Sommer

Heinz Sommer studierte in Freiburg im Breisgau u. a. Musikwissenschaft. Er promovierte 1983. Seit 1995 ist er Hörfunkdirektor des Hessischen Rundfunks. In den Jahren 2007 bis 2011 war er außerdem Präsident der Radioversammlung der Europäischen Rundfunkunion und Vorsitzender des Radio Committees. Heinz-Dieter Sommer verfasste bereits zahlreiche Arbeiten für und über das Radio. Beim Hörverlag sind seine Hörspielfassungen der Romane "Leo Kaplan" von Leon de Winter, "Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" von Jonas Jonasson, "Die Schatzinsel" von Robert Louis Stevenson und "Siddhartha" von Hermann Hesse unter der Regie Leonhard Koppelmanns erschienen.

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