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Jäger, Hirten, Kritiker Eine Utopie für die digitale Gesellschaft

Ungekürzte Lesung mit Bodo Primus

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€ 18,95 [D]* inkl. MwSt.
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch Download ISBN: 978-3-8445-3031-5

NEU
Erschienen:  23.04.2018
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Die Frage ist nicht: Wie werden wir leben? Sondern: Wie wollen wir leben?

Dass unsere Welt sich gegenwärtig rasant verändert, weiß inzwischen jeder. Doch wie reagieren wir darauf? Die einen feiern die digitale Zukunft mit erschreckender Naivität und erwarten die Veränderungen wie das Wetter. Die Politik scheint den großen Umbruch nicht ernst zu nehmen. Andere warnen vor der Diktatur der Digitalkonzerne aus dem Silicon Valley. Und wieder andere möchten am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und zurück in die Vergangenheit. Richard David Precht skizziert dagegen das Bild einer wünschenswerten Zukunft im digitalen Zeitalter. Ist das Ende der Leistungsgesellschaft, wie wir sie kannten, überhaupt ein Verlust? Für Precht enthält es die Chance, in Zukunft erfüllter und selbstbestimmter zu leben. Doch dafür müssen wir jetzt die Weichen stellen und unser Gesellschaftssystem konsequent verändern. Denn zu arbeiten, etwas zu gestalten, sich selbst zu verwirklichen, liegt in der Natur des Menschen.

(Laufzeit: 8h 31)

Richard David Precht (Autor)

Richard David Precht, geboren 1964, ist Philosoph, Publizist und Autor und einer der profiliertesten Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Er ist Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg sowie Honorarprofessor für Philosophie und Ästhetik an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Seine Bücher wie "Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?", "Liebe - ein unordentliches Gefühl" und "Die Kunst, kein Egoist zu sein" sind internationale Bestseller und wurden in insgesamt mehr als 40 Sprachen übersetzt. Seit 2012 moderiert er die Philosophiesendung "Precht" im ZDF.


Bodo Primus (Sprecher)

Nach seiner Schauspielausbildung an der Folkwangschule Essen spielte Bodo Primus an verschiedenen deutschen Theatern, so z.B. in Münster, Essen, Köln und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Seit 1962 arbeitet er freiberuflich für Rundfunk und Fernsehen - v.a. an Hörspielen, Rezitationen, Features und TV-Dokumentationen.
Für die Produktion "Briefwechsel" liest er die Briefe von Paul Celan an seine Frau Gisèle Celan-Lestrange.

16.09.2018 | 11:00 Uhr | Hamburg

Vortrag
im Rahmen des Harbour Front Literaturfestivals
Eintritt: ab 14 €

weitere Informationen und Tickets

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Mehr Infos

Laeiszhalle (Großer Saal)
Johannes-Brahms-Platz 1
20355 Hamburg

Weitere Informationen:
Harbour Front e.V. Literaturfestival
20457 Hamburg

Hörbuch Download, Laufzeit: 511 Minuten

ISBN: 978-3-8445-3031-5

€ 18,95 [D]* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

NEU
Erschienen:  23.04.2018

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Eloquent, klug, treffend und ein Manifest für die Gestaltung der Zukunft

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 14.05.2018

www.rezensions-seite.de

Vorweggesagt sei, dass allein die Nutzung der hochdeutschen Sprache durch Precht, wieder einmal, fast schon alleine die Lektüre dieses Werks lohnt.
Zumindest aber in seiner Bildkraft, dem großen Wortschatz und ob des fließenden Stils, den Precht spielerisch beherrscht, das Buch in einem Guss vorliegt und ohne jede Länge oder Langeweile zu lesen ist.

Gedankengebäude, innere Zusammenhänge, Analyse und Synthese geraten an keiner Stelle der Lektüre trocken oder langatmig, sondern lesen sich eher romanhaft unterhaltend.
Auch wenn das Objekt der Precht´schen Betrachtung (leider) kein Roman ist.

Fast jeder Satz zitierfähig, inhaltlich immer auf den Punkt kommend, man kommt eigentlich gar nicht dazu, den Stift zum Unterstreichen einmal aus der Hand legen zu können.

Und zudem, kann man sagen, „endlich“, finden sich auch Ansätze, eine ernsthafte Auseinandersetzung mit „Neu-Nationalen“ Ideen, die mehr bietet als nur Schlagworte, sondern in denen Precht differenziert auf das schaut, was „hinter“ diesen vordergründig provozierenden Sprüchen als „Grundsehnsucht des Menschen“, nämlich die nach Überschaubarkeit, innerer Heimat und wiedererkennbarer kultureller Struktur im näheren Umfeld, zugrunde liegt.

Ohne einer „neuen Rechten“ das Wort zu führen (dafür wäre Precht denkbar ungeeignet), setzt er sich doch im Rahmen seines Blickes auf das drängendste Problem der Zeit, der „Digitalisierung“ mit der „Entwurzelung“ des Menschen durch diese technische Revolution im „Höllentempo“, mit diesen Tendenzen auseinander, spricht ihnen ihre emotionale Grundlage nicht ab und verortet dort überzeugend die umfassende und zunehmende Verunsicherung der Gesellschaften und der einzelnen Menschen in diesen Gesellschaften.

In klarer Analyse zerlegt Precht den „technischen, (kalten) Fortschrittswahn“ des „Silicon Valley“, arbeitet dessen „nicht auf den Menschen fixiert sein“ griffig heraus, schildert die Folgen (sehr lesenswert seine „Utopie von 2040“ im Buch) und bietet zwar letztlich nichts unbedingt Neues an Vision (eher etwas sehr Altes), begründet aber nachhaltig, warum in der antiken Philosophie und Lebenshaltung (immer schon) der Kern für eine konstruktive statt nur rein funktionale „Zukunft des Menschen“ angelegt ist.

Dass damals der Mensch nur „freier Mensch“ war, wenn er sich nicht für seinen Lebensunterhalt „arbeiten musste“. Dass, in direkter Folge dieses Verständnisses des Menschen, die urtümliche Idee der technischen Progression eine absolut „linke Position“ war, das arbeitet Precht hervorragend noch einmal aus.

Während in der Antike „Frauen und Sklaven“ für die „Arbeit“ zuständig waren, galt als „linke“ Vision und Utopie, dass der Mensch in Gänze davon einmal befreit sein würde und Maschinen die Rolle der „Frauen und Sklaven“ der Antike übernehmen würde. Was das titelgebende Zitat von Karl Marx zur Zeit der industriellen Revolution noch einmal bekräftigt.

„Dass es jedem möglich sein soll, zu tun, wozu er gerade Lust hat“.

Das Precht dabei, wie nebenbei, den „neumodischen“ Wertbegriff des Menschen der westlichen Kultur zerlegt (das Individuum gibt sich seinen (auch „inneren“) Wert durch seine Leistung in der „Arbeit“ und verlegt somit das Selbstwertgefühl von innen nach außen), fällt dabei erst nach zig Seiten Lektüre dem Leser erst wirklich auf, auch das der sprachlichen Kunst Prechts geschuldet.

Wirtschaftliche Krise, politische Instabilität und individuelle Wertekrise, dass sind jene drei Gefahrenmomente, die Precht vor Augen stellt und die, jedes für sich und alle zusammengenommen, ohne Weiteres die Welt im bekannten Sinne nachhaltig aus dem Lauf bringen können.

Daneben aber gäbe es eine Entwicklungsmöglichkeit in stringenter Linie der Lebenshaltung von der Antike bis zur näheren Zukunft.

Nicht mehr arbeiten müssen fürs Geld, wobei Geld nur das Synonym für eine Existenzmöglichkeit darstellt, durchaus aber noch arbeiten zu können für „ein mehr an Geld“, das führt das aktuelle „kapitalistische System“ mit den Gedanken der „Freiheit des Menschen zu sich selbst“ zusammen.

Dies paart Precht mit der klaren Erkenntnis, dass das aktuelle „System“ von Wachstum und „Jobs, Jobs, Jobs“ sich selbst ad absurdum führt und letztlich bereits gescheitert ist, schaut man sich die Verwerfungen der modernen Digitalindustrie an (wenig neue Arbeitsplätze, wenig Partizipation der Gesellschaft am gebildeten Gewinn, Zersetzung innerer Strukturen von „Heimat“, emotionale Kälte, Betrachtung des Menschen nur als „Kunden-Funktion“ samt, zusammenfassend, der Erkenntnis, dass sich die „Wirtschaft“ seit Langem bereits nicht mehr „dem Menschen“, sondern nur noch sich selbst, zur Verfügung stellt).

Ob das bedingungslose Grundeinkommen von 1500 Euro, das Precht als Lösung anbietet, dabei der Weisheit letzter Schluss ist, kann natürlich trefflich diskutiert werden. Sollte es aber auch, um anstehenden Verwerfungen mit globalen Folgen endlich konstruktiv begegnen zu können. Denn eine andere Antwort als die, die stereotyp in Form eines „Weiter so“ gegeben wird, wird nicht tragfähig sein.

Dass, wenn nichts geschieht, die Welt, wie man sie kennt, herausgerissen wird aus ihrer langsamen Entwicklung, aus ihrer politischen Stabilität und aus ihrem „Auskommen für Viele“ (eigentlich „für alle“) als Ziel gedacht, dass der Mensch nicht mehr der Mittelpunkt politischer und wirtschaftlicher Interventionen sein wird, dass legt Precht absolut überzeugend und aufrüttelnd offen.

Eine hervorragende, differenzierte und überzeugende Lektüre.

Gute Analyse, aber keine Lösung - Potential verschenkt

Von: Simone Marienfeld  aus Köln Datum: 26.04.2018

“Vorsicht Spoiler!” 5 Sterne für die Analyse, aber leider fehlt die Lösung. Ein BGE, dass durch eine Tobin-Steuer / Finanztransaktionssteuer finanziert werden soll, wird immer utopisch bleiben. Seit 1972 (!) scheitert die Tobin-Steuer daran, dass sie nur global umsetzbar ist, weil man der Steuer sonst ausweichen kann. Da die USA, Großbritannien und fast alle anderen Finanzplätze nicht mitmachen, ist das keine Lösung. Die alten BGE-Modelle sind auch eine Form der Resignation nach der Devise "Gegen massenhafte Jobverluste kann man nichts machen, also speisen wir die Überflüssigen mit einem Almosen ab." Das kann es doch nicht sein. Den logischen Boom im Niedriglohnsektor durch den Kombilohneffekt hat das Buch auch nicht berücksichtigt. Leider hat R.D. Precht in seiner Recherche nicht "bge vergleich" gegoogelt. Sonst wäre er auf die "Unterbeschäftigungssteuer" gestoßen, die auch ein "Steuespar-BGE" enthält (beide Begriffe einfach googeln). Kurzfassung: Umsätze und Beschäftigungsintensität werden regional/national verknüpft. Wer im Inland zu wenige (fair bezahlte) Angestellte im Verhältnis zum Inlandsumsatz hat, muss eine so hohe Unterbeschäftigungssteuer auf seine Produkte aufschlagen, dass er aus dem Binnenmarkt ausscheidet. Wessen Beschäftigungsquote hoch genug ist, macht hingegen glänzende Geschäfte. Ergebnis: ALLE Menschen werden für immer an der Wertschöpfung der Wirtschaft beteiligt, und wer nicht arbeitet, erhält 2.000 € BGE als Steuersparmodell von Unternehmen (was als Referenz die Löhne hoch treibt). Die Digitalisierung sorgt für immer kürzere Arbeitszeiten, und der Verlust der Einkommen ist gebannt. Umgehen können es Unternehmen nicht, und das wollen sie auch nicht, weil sie damit in der viel höheren Kaufkraft der Kunden "baden" und gegen Billigimporte geschützt sind. Mehr Details und Antworten erläutert die Website. Das wäre doch ein schönes Thema für die Weiterentwicklung dieses Buches: Wie gelingt die Teilhabe aller Menschen an der Wirtschaft? Mit Almosen ist die Demokratie nicht zu retten.

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