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Old School

Ungekürzte Lesung mit Gerd Köster

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€ 11,95 [D]* inkl. MwSt.
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch Download ISBN: 978-3-8371-3035-5

Erschienen:  23.11.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

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Eine wilde Satire über Freundschaft, das Altern, die englische Mittelschicht und Gruppensex

Susan und Julie sind gerade 60 Jahre alt geworden. Sie leben in einem kleinen Dorf in Südengland und sind seit der Schulzeit miteinander befreundet. Susan führt ein bürgerliches Hausfrauendasein, Julie lebt in einer Sozialwohnung und arbeitet als Aushilfe in einem Pflegeheim. Als Susans Ehemann Barry tot aufgefunden wird, offenbart sich, dass er ein surreales Doppelleben als Swinger führte und Susan einen finanziellen Scherbenhaufen hinterlassen hat. Um nicht in Altersarmut abzurutschen, greifen sie zu einer radikalen Lösung: einem Banküberfall.

Gerd Köster liest Nivens kluge, aber auch verrückte Satire mit seiner Charakterstimme gewohnt lässig und mit viel rauem Charme.

John Niven (Autor)

John Niven, geboren in Ayrshire im Südwesten Schottlands, spielte in den Achtzigern Gitarre bei der Indieband The Wishing Stones, studierte dann Englische Literatur in Glasgow und arbeitete schließlich in den Neunzigern als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich 2002 dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien sein erstes Buch, die halbfiktionale Novelle Music from Big Pink über Bob Dylan und The Band in Woodstock; 2008 landete er mit dem Roman Kill Your Friends – einer rabenschwarzen Satire auf die Musikindustrie – einen internationalen Bestseller. Es folgten die Romane Coma, Gott bewahre, Das Gebot der Rache, Straight White Male und Old School. John Niven schreibt außerdem Drehbücher. Er lebt derzeit in Buckinghamshire, England.


Gerd Köster (Sprecher)

Gerd Köster ist ein Allroundtalent. Er war Frontmann der legendären Band „Schröder Roadshow” und ist der einzige lebende Künstler, der Tom Waits ins Kölsche übertragen konnte, ohne ihn zu parodieren („The Piano has been drinking”). Zusammen mit Frank Hocker ist er „Köster & Hocker”. Gerd Köster überzeugt aber auch als Theaterschauspieler und Sprecher von Hörbüchern. Er hat u.a. den letzten drei Bänden der erfolgreichen „Bartimäus”-Abenteuer von Jonathan Stroud seine unverwechselbare Stimme geliehen.

Originaltitel: Reservoir Oaps (Heineman)
Originalverlag: Heyne Hardcore

Hörbuch Download, Laufzeit: ca. 617 Minuten

ISBN: 978-3-8371-3035-5

€ 11,95 [D]* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Random House Audio

Erschienen:  23.11.2015

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Taschenbuch)

Britischer Humor vom Feinsten

Von: Jennifer Datum: 05.01.2018

www.leseninleipzigblog.wordpress.com

Die Idee an sich fand ich schon witzig, die Umsetzung ist es umso mehr. John Niven erzählt äußerst kurzweilig und sehr amüsant. Die Kapitel sind knackig kurz und erinnerten mich sehr an filmisches Erzählen – kein Wunder, ist doch John Niven auch Regisseur, wie ich beim Lesen anderer Rezensionen feststellte. Der häufige Perspektivwechsel erhöht den schnellen Lesefluss, dennoch wird man nicht aus der Szenerie gerissen. Die eigentlich erwartete Handlung entwickelt sich zwar anfangs langsam, die Charaktere werden ausführlich eingeführt – allerdings las sich selbst der lange Beginn so flüssig, das es nur mäßig störte. Da sich die Handlungsstränge der einzelnen Figuren stark miteinander verflechten, hat man das permanente Gefühl kollidierender Handlung – ein bewusst gesetzter Effekt. Nicht nur die Alten selbst werden hier begleitet, auch der Gegenspieler in Form eines abgehalfterten alten Polizei Sergeant. Der eilt – immer einen Schritt zu langsam – den gesuchten vermeintlichen Schwerverbrechern hinterher. Mit Verstand, Frechheit und einer guten Portion Glück können diese sich ihm immer wieder im letzten Moment entziehen. Die Mischung der skurrilen Alten ist dabei sehr ausgewogen: Von der sehr nonnenhaften ältlichen Matrone bis zur mit Obszönitäten um sich werfenden ehemaligen Möchtegern-Berühmtheit ist alles dabei.
Der Roman las sich wunderbar schnell, trotz meiner hausarbeitsstressigen Zeit. Die wilde Verfolgungsjagd über die Grenzen der Kleinstadtidylle hinweg war dabei wirklich grandios. Die Wendungen sind teils vorhersehbar, teils sehr, sehr überraschend, genau die richtige Mischung, um sich mitreißen zu lassen. Zudem muss man die etwas schrulligen Alten einfach ins Herz schließen. Eine spannende Geschichte, schrullige Charaktere, einen Schuss britischen Humor, was will man mehr?

Fazit: Klare Leseempfehlung für humorvolle Stunden!

Niven vom Feinsten

Von: Sebastian | Stuffed-Shelves.de Datum: 06.09.2017

stuffed-shelves.de

Manche Autoren lassen sich einfach nicht in eine Schablone pressen – und in den allermeisten Fällen ist das auch gut so. John Niven zum Beispiel gehört eindeutig in diese Kategorie und, so viel sei vorweggenommen, mit »Old School« stellt er das ebenso gekonnt wie eindrucksvoll erneut unter Beweis

Dabei beginnt der Roman eigentlich auf eine Art und Weise, die nicht unbedingt vielversprechend ist. Ein Dialog zwischen einem Ehepaar um die 60. Lediglich die Tatsache, dass die Dame des Hauses mit selbstgemischtem Kunstblut durch die Gegend schmaddert, gibt zumindest einen dezenten Hinweis darauf, dass man es hier zumindest nicht mit einem ganz typischen Eheleben zu tun hat. Aber dann … John Niven gibt nach dem ersten Kapitel Vollgas und lässt den Leser mit »Old School« durch eine Achterbahn der Unwahrscheinlichkeiten fahren – und zwar eine verflucht schnelle. In erster Linie zielt er dabei mit Brachialgewalt auf die Lachmuskeln ab, ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt bei einem Buch so häufig laut gelacht habe. Aber unter all dem Humor hat der Roman auch durchaus ernsthafte Seiten. Letzten Endes ist die Geschichte nichts anderes als eine ziemlich abgefahrene und bitterböse Auseinandersetzung mit dem Thema Altersarmut, versteckt in einem schwarzhumorigen Roadtrip der besonderen Art, bei dem der Leser bis zum Schluss mit den alten Ladys mitfiebert und sich nichts mehr wünscht, als dass sie mit ihrem Banküberfall durchkommen mögen.

Womit wir auch direkt bei den Figuren angekommen wären. Diese sind, auch wenn es die reichlich bizarre Story vermuten lässt, sehr viel bodenständiger ausgefallen, als es den Eindruck macht. Im Grunde genommen ist das Quartett der reifen Damen sogar ziemlich realistisch ausgefallen, auch wenn sie natürlich alle ihre Ecken, Kanten und Macken haben. Etwas aus der Art schlägt da höchstens die Vertreterin der Ü-80-Mannschaft, Ethel, die tatsächlich schon sehr verschroben und skurril daherkommt – für mich aber gerade deswegen ein absolutes Highlight gewesen ist. An den Polizisten lässt »Old School« dagegen kaum ein gutes Haar, besonders Chefermittler Boscombe ist ein Trottel wie er im Buche steht und wird im Verlauf des Romans zu einem Ziel für so manchen Seitenhieb auf die Polizei als solches. Wäre er nicht so ein Arsch, könnte man hinsichtlich der Geschehnisse zwar Mitleid mit ihm haben, unter den gegebenen Umständen bleibt aber nur ein hämisches Grinsen übrig.

Stilistisch ist Niven mit »Old School« wieder ganz weit vorn dabei. Das Buch liest sich supereingängig, legt ein wahnsinniges Tempo vor und wird schon früh zu einem absoluten Pageturner. Die Pointen sitzen, der mitunter brachiale Humor haut ordentlich rein und somit flutschen die vierhundert Seiten schnell durch. Die Übersetzung von Stephan Glietsch ist stimmig und macht Spaß. Was will man also mehr.

Fazit:

»Old School« war für mich ein absoluter Höhepunkt in John Nivens bisherigem Schaffen. Hier stimmt einfach alles. Fieser Humor lässt die berechtigte Sozialkritik nicht wie einen erhobenen Zeigefinger wirken, die tollen Figuren und das hohe Maß an Tempo sorgen dafür, dass man diesen Roadtrip der besonderen Art in einem Zug inhaliert und sich am Ende denkt »Schade, war es das schon?« Absolut gelungen und eine unbedingte Leseempfehlung.

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