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Über Literaturkritik

Ungekürzte Lesung mit Marcel Reich-Ranicki

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€ 13,59 [D]* inkl. MwSt.
(* empf. VK-Preis)

Hörbuch Download ISBN: 978-3-8371-7375-8

Erschienen: 03.05.2007
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Gebundenes Buch, eBook (epub)

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Marcel Reich-Ranicki spricht seine Essays selbst

Welche Funktion hat Literaturkritik? An wen wendet sie sich? Was will sie erreichen? Seit mindestens zweihundertfünfzig Jahren werden diese Fragen gestellt und mehr oder weniger erregt debattiert, denn sie treffen ins Zentrum des literarischen Lebens. Marcel Reich-Ranicki, die deutsche Institution der Literaturkritik, hat dazu scharfzüngige, kenntnisreiche und großartig formulierte Essays verfasst.

Ein intensives Dokument von Reich-Ranickis Werk und Sprachgestus.

Marcel Reich-Ranickis Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus Zum Text mit Video der Gedenkstunde

„Er lehrt uns, was Kultur bedeutet.“

Richard von Weizsäcker

Marcel Reich-Ranicki (Autor, Sprecher)

Marcel Reich-Ranicki, geboren 1920 in Polen, lebte von 1929 bis 1938 in Berlin. Nach der Deportation durch die Nazis überlebte er nur knapp das Warschauer Ghetto und kehrte nach dem Krieg nach Deutschland zurück, wo er seine Karriere als Literaturkritiker begann: Er war von 1960 bis 1973 Literaturkritiker der „Zeit" und leitete von 1973 bis 1988 den Literaturteil der „FAZ“, wo er noch bis zu seinem Tod als Kritiker und Redakteur der „Frankfurter Anthologie“ tätig war. Von 1988 bis 2001 leitete er „Das Literarische Quartett“ des ZDF. Nahezu alle Deutschen kennen Marcel Reich-Ranicki - er war „der“ Kritiker und enfant terrible der Medienlandschaft. In seinem geschriebenen wie gesprochenen Wort spürte man jederzeit die Leidenschaft und Konsequenz, mit der er sich für Literatur einsetzte. Seine 1999 bei der DVA erschienene Autobiographie "Mein Leben" wurde zum Millionenbestseller. Er erhielt zahlreiche literarische und akademische Auszeichnungen. Marcel Reich-Ranicki verstarb 2013 in Frankfurt am Main.

„Er lehrt uns, was Kultur bedeutet.“

Richard von Weizsäcker

Originaltitel: Über Literaturkritik
Originalverlag: DVA

Hörbuch Download, Laufzeit: 140 Minuten

ISBN: 978-3-8371-7375-8

€ 13,59 [D]* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Random House Audio

Erschienen: 03.05.2007

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Die Wurzel der Kritik

Von: Eva-Maria Obermann Datum: 26.10.2015

Reich-Ranicki geht systematisch vor und der Kritik dabei auf den Grund. Er beginnt bei den von ihm aufgezeigten Anfängen der Kritik in Deutschland und zitiert dabei einen französischen Aufsatz, der die Deutschen ganz schön schlecht wegkommen lässt. Die Unfähigkeit der Deutschen zur Kritik und auch die große Gegenwehr der deutschen Autoren wird dabei durch verschiedene Beispiele und Zitate belegt. Reich-Ranicki ist dabei aber nicht dogmatisch, sondern lässt Raum und wägt das für und wieder ab.
Dadurch wird der Essay zu einem interessanten, aber nicht rein wissenschaftlichen Werk. Vielmehr ist er für ein breiteres Publikum zugänglich, verständlich und mit Beispielen und einem klaren roten Faden durchaus gelungen. Dass er dabei vor allem in der Geschichte bleibt und lediglich zuletzt, in Bezug zu seinen eigenen Erfahrungen als Autor in die Gegenwart rutscht, mag dem Anspruch des Textes zu verschulden sein, lässt den Text aber etwas historisch wirken und die Frage nach der „aktuellen“ Position der Kritik bleibt.
Gleichzeitig zeigt sich hier der größte Raum des Essays, denn indem Reich-Ranicki zugibt, als Autor ebenso hart an Kritik kauen zu haben, wie alle, die er im Laufe der Zeit kritisiert hat, öffnet sich der Text der Gefühlsebene, die bei wissenschaftlichen Texten oft kurz kommt. Die eigene Verbindung und die Selbstwahrnehmung durch das eigene Werk machen Kritik, auch konstruktive, schwer anzunehmen, die Kritik selbst aber nicht weniger berechtigt.
Erstaunlich flüssig und angenehm zu lesen, wissensreich, aber nicht belehrend, ein durchweg gelungener Essay, der zurecht aus einem Buch von 1970 herausgesucht wurde. Wer sich mehr mit Literaturkritik auseinandersetzen möchte und auch ihren Wurzeln auf den Grund gehen will, ist hier genau richtig.

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