Unterleuten

Gekürzte Lesung mit Helene Grass
Hörbuch Download (gekürzt)
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„Die Geschichte ist wie ein Kaleidoskop. Man dreht ein wenig, und alles sieht anders aus.“ Juli Zeh

Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf „Unterleuten“ irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick darauf wirft, ist bezaubert von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtige aus Berlin gerne kaufen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Kein Wunder, dass schon wenige Tage später im Dorf die Hölle los ist …

Mit "Unterleuten" hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der hochspannend wie ein Thriller ist. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

(Laufzeit: 15h 23)


Originalverlag: Luchterhand HC
Hörbuch Download (gekürzt), Laufzeit: 15h 23 min
ISBN: 978-3-8445-2226-6
Erschienen am  08. März 2016
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Bitterböse und herrlich gut

Von: Kerstin von KeJas-BlogBuch aus Wiebelsheim

05.03.2018

Wer in einem kleinen Dorf aufgewachsen ist, kann es vor sich sehen. Die kleinen und feinen Unterschiede der einzelnen Menschen. Das Lächeln bei Begegnungen und das Messer im Rücken sind allgegenwärtig. Freund oder Feind, da spielt selbst eine Verwandtschaft keine Rolle mehr. So ist es auch in Unterleuten, diesem kleinen Kaff, einst in der DDR-Zone, nun „befreit“ und doch immer noch „gefangen“. Es tummeln sich einige Leute da, von alteingesessenen bis neu hinzugezogenen. alle wollen nur das Beste -für sich, weniger für die anderen. Da kommt die Sache mit den Windrädern doch genau richtig um endlich mal all das zu regeln, was Jahrzehnte am schwelen ist und so entsteht ein Flächenbrand. Rette sich wer kann, da geht was ab! Besonders die Alten fangen an, sich endlich einmal auszuleben, mit Vorliebe durch kleine, feine Gehässigkeiten, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter steigern. Es hat irre Spaß gemacht, zu erhören was sich da entwickelt und vor allem wie die Charaktere sich so verhalten. Die liebe, nette, junge Ehefrau und Mutter, die irgendwann anfängt richtig schwere Geschütze aufzufahren. Der alte Mann von nebenan, dessen Geheimnis zwar schon ewig in aller Munde ist aber doch nie richtig zur Sprache kam. Der Städter, der so tief ins Fettnäpfchen tritt, dass er dabei arg ins Straucheln gerät. Viele weitere mehr zeigen auf, dass, wenn es um die eigene Existenz geht, alle Mittel recht sind. Lug und Betrug, ein sich gegenseitig ausspielen, Neid und Gier. Verhöhnte Liebe, alter Hass – Unterleuten hat einige zu bieten. Die Sprecherin lässt einen teilhaben – an all den Gedanken und Emotionen. Sie führt einen durch diesen Ort, dessen Vergangenheit und die Gegenwart. Die Autorin Juli Zeh hat ein absolut geniales und erschütternd ehrliches Milieu gezeichnet. Klischees die keine sind! Wie war das – es kann der frömmste Nachbar nicht in Frieden leben, wenn? Wer Ausflüge in die psychologischen und durchaus gestörten Verhaltensweisen von unzufriedenen Menschen wagen möchte, sollte auf jeden Fall nach Unterleuten. Diesen Besuch vergisst man so schnell nicht. Herrlich wie sich diese bitterböse Geschichte entwickelt und damit einen enorme Anziehungkraft ausübt, endlich alles wissen zu wollen. © Kerstin

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Vita

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studierte Jura in Passau und Leipzig. Schon ihr Debütroman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Ihr Gesellschaftsroman "Unterleuten" (2016) stand über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015) und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Bundesverdienstkreuz (2018). 2018 wurde sie zur ehrenamtlichen Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt.

www.juli-zeh.de

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Helene Grass

Helene Grass, geboren 1974, hatte nach ihrer Schauspielausbildung an der Otto Falckenberg Schule die ersten Engagements an Theater in München, Braunschweig und Zürich. Sie ist immer wieder um Kino ("3/4", "Bach in Brazil") und im TV ("Rentnercops" und "Polizeiruf 110") zu sehen. Außerdem spricht sie regemäßig in Hörspiel- und Hörbuchproduktionen.

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