Das Bekenntnis

Gekürzte Lesung mit Charles Brauer
Hörbuch MP3-CD (gekürzt)
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Wenn aus der Wahrheit Böses wächst - der neue große Roman von John Grisham

1946 in Clanton, Mississippi: Pete Banning ist einer der angesehensten Bürger der Stadt. Durch den Anbau von Baumwolle hat er es zu Reichtum gebracht. Er ist ein aktives Mitglied der Kirche, ein loyaler Freund, ein guter Vater, ein verlässlicher Nachbar. Doch eines Morgens steht Banning in aller Früh auf, fährt zur Kirche und erschießt den Pfarrer. Ganz Clanton ist erschüttert. Es gibt nur eine einzige Frage: Warum? Banning aber schweigt. Und auch als ihm die Todesstrafe droht, redet er nicht. Ein Aufsehen erregender Prozess beginnt, an dessen Ende in Clanton nichts mehr ist, wie es zuvor war.

John Grisham und Charles Brauer - seit 30 Romanen ein unschlagbares Duo.

(2 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 17h 36)


Originaltitel: The Reckoning (Doubleday)
Originalverlag: Heyne HC
Hörbuch MP3-CD (gekürzt), 2 CDs, Laufzeit: ca. 17h 36min
ISBN: 978-3-8371-4538-0
Erschienen am  04. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
Lesen Sie das Nachwort von John Grisham zu "Das Bekenntnis"

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Dieses Buch spielt in: Mississippi, Vereinigte Staaten von Amerika

Leserstimmen

Familiensaga statt Thriller

Von: NRW Alternativ

12.12.2019

Der gelernte Rechtsanwalt John Grisham ist seit Jahrzehnten eine feste Größe im Thrillergenre. Begeisterte „Das Original“ mit einer unkonventionellen Kriminalerzählung in ruhigerer Erzählweise, geht es im neuen Buch vom Altmeister jedoch um etwas ganz anderes. Auch darum eignet sich „Das Bekenntnis“ wunderbar als Schmöker an langen Winterabenden. Man merkt es ihm an: Grisham reicht der simple Gerichtsthrill nicht mehr, mit dem er einst Welterfolge wie „Die Jury“ oder „Die Liste“ feierte. „Das Bekenntnis“ ist sein bisher wohl komplexestes Werk, auch, wenn es wie alle seine Bücher, einfach geschrieben und strukturiert ist. Es geht dem Autor um Amerikas Südstaaten nach dem 2. Weltkrieg. Grisham macht die komplizierte Gemengelage dort zu jener Zeit an einem simplen Kriminalfall fest: Im Jahr 1946 kehrt der angesehene Großgrundbesitzer Pete Banning als Kriegsveteran aus dem Pazifik-Krieg zurück. Nur wenige Monate später erschießt er scheinbar ohne jeden Grund den Gemeindepfarrer, zu dem er keine besonders enge Verbindung hatte. Die Frage des Buches lautet an der Stelle: Was ist geschehen?, doch Banning schweigt beharrlich, und so nimmt der Justizapparat seine Arbeit auf. Die Lesenden erfahren in allen Einzelheiten, was mit dem Mörder und seiner Familie geschieht. Bereits an dieser Stelle wird das Motiv mehrfach angedeutet, doch die Angehörigen stehen vor einem Rätsel, das sie jahrelang nicht zu lösen vermögen. Während sie versuchen, mit den Folgen der Tat zurecht zu kommen, klagt die Witwe auf Schadensersatz – und mit einem Mal steht der gesamte Besitz der Familie Banning auf dem Spiel. Da erlaubt sich der Autor einen Zeitsprung und beleuchtet Bannings Leben von den Anfängen bis zu seinem Tod. Die Frage des Buches wandelt sich in diesem Abschnitt vom „Was“ zu einem „Warum“, ohne das „Was“ geklärt zu haben. Das ermüdet bisweilen, ist manchmal aber auch überraschend unterhaltsam. Ein besonders langer und spannender Abschnitt beschäftigt sich mit Bannings Erfahrungen als Soldat. Grisham lässt ihn unter anderem den Todesmarsch von Bataan mitmachen; ein hierzulande wenig beachtetes Kriegsverbrechen der Japaner im Pazifikkrieg. Der dritte und letzte Teil schildert dann wieder das Gerichtsdrama rund um den Großgrundbesitz. Diesmal spielen Bannings Kinder Liza und Joel die Hauptrolle, die um ihren Besitz kämpfen müssen und noch immer nicht wissen, was ihren Vater zu dem Mord getrieben hat. Erst ganz am Schluss erfahren sie die dramatische Wahrheit, die alle Lesenden zu dem Zeitpunkt schon mehr oder weniger kennen werden, denn die Handlungsstränge überlappen sich immer wieder und die Hinweise auf den Tathergang sind mehr als deutlich. Darum taugt „Das Bekenntnis“ nicht als Kriminalroman – zu ausführlich sind die Schilderungen der Nebenschauplätze, persönlichen Befindlichkeiten sowie Rassen- und Klassenunterschiede, zu simpel der Kriminalfall. Wer aber eine Familiensaga lesen möchte, die gesellschaftliche und historische Kontexte gekonnt mit Einzelschicksalen verwebt, der darf mit „Das Bekenntnis“ ausführlich in eine längst vergangene Zeit eintauchen und miterleben, wie eine weiße Familie an den Grenzen der damaligen amerikanischen Gesellschaft zu Grunde geht. Das Hörbuch wird von Charles Brauer gesprochen, dessen altväterliche Stimme gut zum Stil des Buches passt.

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Nichts ist wie es scheint ...

Von: Ben Vart

14.11.2019

... und so ist der deutsche Titel "Das Bekenntnis" auch irreführend. Denn nirgendwo gibt es ein Bekenntnis in dem Buch von John Grisham, das hier als Hörbuch - wiederum gelesen von Charles Brauer - vorlag. Es ist aber die Geschichte einer Rechnung, die Farmer Pete Banning mit dem Methodistenpfarrer Dexter Bell zu begleichen hat. Hier passt der Originaltitel "The Reckoning" (Die Rechnung, auch Die Abrechnung) also durchaus. Die Geschichte ist ebenso geheimnisvoll wie zeitweise absurd: Pete Banning, hochdekorierter US-Kriegsheld des Zweiten Weltkriegs im Pazifik, steht eines morgens auf, nimmt seinen Armeerevolver, fährt zur Kirche, erschießt kaltblütig den Pfarrer und geht anschließend ebenso schweigend zu seinem Motiv wie vermeintlich kaltblütig auf den elektrischen Stuhl. Am Ende verliert Pete Banning sein Leben, und seine Familie Haus, Hof, Grundstücke und Heimat. Die von Grisham erzählte Geschichte ist die Geschichte des Schweigens und Verschweigens. Das macht er ziemlich routiniert auf knapp 600 Buchseiten und laut Verlagsangaben zwölfeinhalb Hörstunden. Und das ist laut Randomhouse, in dem die deutsche Fassung erschien, schon die gekürzte Hörbuch-Version. Grisham hat die Handlung verlegt in die Südstaaten und in die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Banning kommt als hochdekorierter GI aus den brutalen Kämpfen gegen die Japaner zurück. Lange Zeit war er in einem japanischen Kriegsgefangenenlager, entkam, schloss sich den Guerilla-Kämpfern an, kommt nach Hause - und irgendwas ist anders. Natürlich verändert sich ein Mensch, der nach Jahren im Krieg, der Folter und Entbehrungen, der alltäglichen Todesangst, zurück kommt in eine Umgebung mit einer vermeintlich sicheren Zukunft. Aber dann erfährt er, was sich zugetragen haben soll, während er in Erdlöchern hauste und Insekten fraß, um nicht zu verhungern. Aber was trug sich zu im Hause Benning in den Kriegsjahren? Wir erfahren es nicht. Ein jeder schweigt. Und dieses zermürbende, ja unmenschliche Schweigen, über das Grisham so beredt schwadroniert, das zermürbt den Leser. Dabei ist es natürlich kein Exkurs über das Schweigen, nein, niemand spricht über das, was sich ereignete während der Kriegsjahre in der Heimat. Damals, in einer Zeit in den Südstaaten, als die Männer noch die Herrscher waren. Herrscher über das Gesinde, die schwarzen Farmarbeiter sowieso, und auch die Familie. Der Leser erfährt, dass Pete Banning schon kurze Zeit nach seiner Rückkehr veranlasste, dass seine durchaus heißblütige Frau Liza dauerhaft in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Auch sie schweigt über die Hintergründe. Aber Grisham lenkt die Gedanken des Lesers geschickt auf eine Spur. Eine falsche Fährte, wie sich herausstellen wird, denn zum Schluss wendet sich die Geschichte auf eine überraschende, wenn auch nicht gänzlich unerwartete, Weise. Was nichts daran ändert, dass Pete Bannings Familie zerbricht, sein Grund und Boden an die Witwe des von ihm ermordeten Pfarrers als Wiedergutmachung fällt und der Name Banning aus der Kleinstadt Clanton, Ford County, Mississippi, getilgt ist. "Das Bekenntnis" ist ein Grisham der neuen Art. Schon seit einigen Büchern sucht er neue Wege, neue Plots, geht weg von dem, was ihn bekannt machte, seine Justizthriller, mit denen er das US-Amerikanische Justizsystem kritisiert. In diesem Buch spielen Gerichtssäle, Anwälte, Richter zwar auch eine Rolle, aber eben nur eine Nebenrolle. Es obsiegt nicht der positive Charakter, sondern der, dem man es nicht gönnt. Dafür versucht sich Grisham wenn man so will in einem Historienthriller. Der reicht zwar "nur" 70 Jahre zurück in der US-Geschichte, es ist aber ein Sitten- und Gesellschaftsgemälde der damaligen Zeit im Süden der USA rund 90 Jahre nach dem Bürgerkrieg, mit dem auch die Abschaffung der Sklaverei durchgesetzt werden sollte. Und Grisham nimmt dies zum Anlass, eine späte Kritik zu üben an der Art, wie die US-Militärführer während des Kriegsbeginns im Pazifik die angreifenden Japaner unterschätzten und deswegen viele Amerikaner fielen oder in Kriegsgefangenschaft gerieten und unsägliches Leid ertragen mussten. Das beschreibt er sehr ausführlich über eine lange Strecke, und der Leser fragt sich, was dies mit der Geschichte zu tun hat. Wenig, aber es bringt Umfang für das Buch. Ohne diese über Stunden (Hörbuch) laufenden Kriegserlebnisse fehlte dem Buch nichts, die Geschichte wäre stringenter, vor allem da dies keinerlei Erkenntnisgewinn für die Entwicklung des Charakters von Pete Banning und seiner späteren Handlungsweise bringt. Wer sich dafür interessiert, wie aus heutiger Sicht die soziale, politische, wirtschaftliche und hierarchische Gesellschaft in den Südstaaten der USA aussah, der mag sich mit "Das Bekenntnis" anfreunden. Alle, die einen Grisham der ursprünglichen Couleur suchen, die seine Beschreibungen von taffen Anwälten und deren Gerichtsauftritte lieben, die lesen wollen wie Underdog-Rechtsanwälte den affektierten Upperclass-Anwälten das fürchten lehren, sind hier falsch.

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Vita

John Grisham hat 32 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sieben Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.

Besuchen Sie den Autor im Internet: www.jgrisham.com

Zur AUTORENSEITE

Charles Brauer, bekannt aus Film, Fernsehen und von der Bühne, wurde u. a. in seiner Rolle als „Tatort”-Kommissar Brockmöller populär. Er ist die Stimme der John-Grisham-Romane und hat alle Thriller des Autors für Random House Audio eingelesen.

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