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Die Terranauten

Gekürzte Lesung mit August Diehl, Ulrike C. Tscharre, Eli Wasserscheid

Kundenrezensionen (9)

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Hörbuch MP3-CD (gek.) ISBN: 978-3-8445-2384-3

NEU
Erschienen: 09.01.2017
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Die Hölle, das sind immer die anderen …

Was passiert, wenn man vier Männer und vier Frauen in ein riesiges Terrarium einsperrt? T. C. Boyles fabelhafter Roman, basierend auf einer wahren Geschichte, erzählt vom halsbrecherischen Versuch, eine neue Welt zu erschaffen, um sich vor dem Untergang unserer eigenen zu retten. Zwar bleibt die schöne neue Welt im Glas von Kriegen, Epidemien und Umweltkatastrophen verschont. Doch es kommt darauf an, wer mit im Glashaus sitzt. Und die Hölle, das sind immer die anderen …

(2 MP3-CDs, Laufzeit: 16h 46)

T.C. Boyle (Autor)

T.C. Boyle wurde 1948 in Peekskill, im Hudson Valley, geboren und wuchs in schwierigen Familienverhältnissen auf. Nach ausschweifenden Jugendjahren in der Hippie- und Protestbewegung der 60er Jahre war Boyle Lehrer an der High School in Peekskill und publizierte während dieser Zeit seine ersten Kurzgeschichten in namhaften Zeitschriften. Heute lebt er mit seiner Frau und drei Kindern in Kalifornien. Bis ins Jahr 2012 unterrichtete er an der University of Southern California in Los Angeles 'Creative Writing'. Für seinen 1987 erschienenen Roman "World´s End" erhielt Boyle den PEN/Faulkner-Preis.


Sprecher

August Diehl, geboren 1976, wurde für seine Rollen auf der Bühne sowie in Kino und Fernsehen bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller und mit dem Bayerischen Filmpreis als bester Nachwuchsdarsteller für seine Rolle im Kinofilm "23" . Gleich mehrere Auszeichnungen erhielt er für sein Spiel an der Seite von Daniel Brühl in Achim von Borries 20er-Jahre-Tragödie "Was nützt die Liebe in Gedanken". 2009 gehörte er zum legendären deutschen Cast von Quentin Tarantinos Kinoerfolg "Inglorious Basterds". In "Salt" wurde er als Ehemann an der Seite von Angelina Jolie besetzt. 2012 war er in "Wir wollten aufs Meer" im Kino zu sehen. 2013 stand er mit Jeremy Irons, Mélanie Laurent und Charlotte Rampling für "Nachtzug nach Lissabon" von Bille August vor der Kamera. August Diehl spielt zudem als Gast am Wiener Burgtheater. 2014 wurde er mit dem Wiener Theaterpreis "Nestroy" für seine Darstellung des Hamlets ausgezeichnet. Im Hörverlag ist er in Erich Maria Remarques "Im Westen nichts Neues", sowie im Filmhörspiel "Buddenbrooks" zu hören.

Ulrike C. Tscharre wurde 1974 in Bad Urach geboren. Sie studierte neuere deutsche und englische Literatur und ließ sich danach an der Akademie für Darstellende Kunst in Ulm zur Schauspielerin ausbilden. Neben Rollen in den verschiedensten Theaterstücken spielte sie in vielen Fernsehproduktionen, wie z. B. "Alarm für Cobra 11", "Höllische Nachbarn", "Ina und Leo" und "Nesthocker". Seit Juni 2001 gehört sie als Marion Beimer zum festen Ensemble der "Lindenstraße". Sie wirkt in auch in mehreren Hörbuchern mit. Mit "Abby Lynn" verbindet Ulrike C. Tscharre ihre Liebe zur Natur und ihr Streben sich gegen Vorurteile und Intoleranz einzusetzen. Zuletzt ist sie in der "Wallander" Reihe des Hörverlags zu hören.

Eli Wasserscheid, geboren 1978 in Bamberg, ist eine deutsche Schauspielerin. Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Neuen Münchner Schaupielschule. Seit 2002 steht sie regelmäßig im Metropolthetaer München auf der Bühne. Man kennt sie außerdem aus Fernsehproduktionen wie "Polizeiruf 110", "SOKO" oder dem "Tatort Franken", in dem sie eine durchgehende Hauptrolle spielt. Sie war bereits in mehreren Kinofilmen zu sehen, wie beispielsweise "Schweinskopf al dente", "Dampfnudelblues" oder zuletzt "Die abhandene Welt". 2014 wurde sie mit dem Monica Bleibtreu-Preis in der Kategorie "(Moderner) Klassiker" ausgezeichnet.

Übersetzt von Dirk van Gunsteren
Originalverlag: Carl Hanser Verlag

Hörbuch MP3-CD (gekürzt), 2 CDs, Laufzeit: 1006 Minuten

ISBN: 978-3-8445-2384-3

€ 26,00 [D]* | € 29,20 [A]* | CHF 36,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

NEU
Erschienen: 09.01.2017

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Zwei Jahre unter der geschlossenen Glaskuppel

Von: Gela Datum: 13.03.2017

gelas-home-of-books.blogspot.de/

Darauf haben sie hingearbeitet, sich gequält, ihr Bestes gegeben. 1994 sind sie die auserwählten Terranauten von "Ecosphere 2“ und dürfen zwei Jahre lang in einem künstlich erzeugten Ökosystem ein neues Leben erproben. Ihre streng durchstrukturierten Aufgaben bestehen zumeist aus körperlicher Arbeit, um das System zu betreiben und genug Nahrungsmittel zu erzeugen. Acht Menschen, die sich auserwählt fühlen und sich ihr eigenes Mantra "Nichts rein, nichts raus" vorsagen, um zu zeigen, wie wichtig ihnen ihre Mission ist. Doch zwei Jahre sind lang und nicht alles kann man vorher planen.

Angelehnt an ein tatsächliches Experiment in den 90er-Jahren in Arizona lässt T. C. Boyle vier Frauen und vier Männer als Terranauten in ein gigantisches Terrarium einziehen, das aus Savanne, Regenwald, Ozean und Anbauflächen besteht und unterschiedliche Spezies an Pflanzen und Tieren aufweist. Was vom Betreiber als dauerhaftes Experiment zur Vorbereitung der Marsbesiedelung geplant ist, entwickelt sich mehr und mehr zu einer Sozialstudie.

Perfekt für ein Hörbuch ist die Erzählperspektive des Buches. Drei Erzähler, die gekonnt von August Diehl, Ulrike C. Tscharre und Eli Wasserscheid gesprochen werden, berichten aus der Ich-Perspektive von ihren Erlebnissen vor und während des Experiments. Womanizer Ramsay Roothoorp und die Schönheit Dawn Chapman sind die glücklichen Teilnehmer des Experiments, während Linda Ryu als verschmähte Bewerberin schmollend aus der Außenperspektive berichtet. Der Wechsel zwischen den Sprechern lockert die Laufzeit von knapp 17 Stunden deutlich auf, denn die Spannung des Romans hält sich in Grenzen.

Detailliert und lang gezogen wird beschrieben, wem welche Aufgaben zugeordnet sind und wie der Alltag der Terranauten aussieht. Man meint selbst einen Blick auf die durch Kameras überwachten Missionsteilnehmer zu werfen. Genauso fern und oberflächlich, wie durch einen Bildschirm betrachtet, bleiben die handelnden Personen dann auch. Statt eine Gemeinschaft zu bilden, entfernen sich die Personen immer mehr voneinander. Gelenkt durch das autoritäre System der äußeren Führung, an dessen Spitze der Boss, genannt Gottvater steht, kann keine eigene Gruppendynamik entstehen.

Durch das vorgegebene Setting einer geschlossenen Umgebung hatte ich mir mehr Emotionen, Auseinandersetzung und Lebendigkeit erhofft. Stattdessen wird über Banalitäten wie Schönheitsideale oder Essensträume gesprochen. Selbst dramatische Ereignisse wie das Auftreten von Sauerstoffmangel oder die Nahrungsmittelknappheit während des Winters lassen den Spannungsbogen nur kurz ansteigen. Statt wissenschaftlicher Erkenntnisse erlebt man einen menschlichen Kleinkrieg auf niedrigstem Niveau. Kleine Gemeinheiten, Neid und Zwietracht stehen im Vordergrund. Vom Autor gewollt, um die Schlichtheit des Menschen herauszuarbeiten?

Mich hat das Buch ein wenig ratlos zurückgelassen. Vielleicht war meine Erwartungshaltung auch einfach zu groß. Das Thema an sich fand ich sehr interessant, nur die Umsetzung war mir zu flach und undynamisch. Meine Bewertung liegt knapp unter vier Sternen.

"Ein Schwur ist ein Schwur. Nichts rein, nichts raus."

Von: Travel Without Moving Datum: 11.02.2017

www.travelwithoutmoving.de

"Ein Schwur ist ein Schwur. Nichts rein, nichts raus."

Vier Männer und vier Frauen bilden das Team der Mission 2. Sie wurden ausgewählt, um gemeinsam zwei Jahre lang in Ecosphere 2 (E2) zu leben - einem 1,3 Hektar großen Raum, der 3800 tierische und pflanzliche Spezies beherbergt, in dem die Ökologie und das Leben in einem geschlossenen System untersucht werden und so das Überleben auf dem Mars simuliert werden soll.

Die Geschichte wird dabei von drei Personen erzählt: Dawn Chapman, die als Nutztierwärterin in E2 lebt, Ramsay Roothoorp, der fanatisch an das Projekt glaubt und für einen Erfolg auch den Tod in Kauf nehmen würde, und Linda Ryu, die beste Freundin Dawns, die für Mission 2 abgelehnt wurde und nun sehnsüchtig auf Mission 3 wartet.

Auch der mittlerweile 16. Roman von T.C. Boyle basiert auf einer wahren Geschichte, die der Autor für sein Buch abgewandelt und mit Details gefüttert hat und die er da weitererzählt, wo die Geschichte in der Realität endet.

In Die Terranauten thematisiert Boyle das Experiment "Biosphere 2", das in den 1990er Jahren in der Sonora-Wüste in Arizona durchgeführt wurde, wo in zwei Versuchen gezeigt werden sollte, dass ein Leben in einem geschlossenen System langfristig möglich ist, wobei beide Versuche scheiterten.

Boyles Roman hat mich vor allem aufgrund der akkuraten Darstellungen des Lebens in E2 begeistert und fasziniert. Ihm ist es gelungen, mich mit in das riesige Terrarium mit seinen fünf Biomen (Regenwald, Savanne, Wüste, Meer und Marsch) zu nehmen, er ließ mich mit Spannung den Vorbereitungen lauschen, bevor das Team E2 besiedelte, hat fesselnd und lebendig vom Alltag in E2 geschildert, konnte mir Besonderheiten des künstlichen Ökosystems nahebringen und mir relevante wissenschaftliche Aspekte erklären und verdeutlichen.

Gelesen wird das (gekürzte) Hörbuch von Eli Wasserscheid (Dawn), August Diehl (Ramsay) und Ulrike C. Tscharre (Linda). Ich empfand alle drei Perspektiven als hervorragend vorgetragen und als packend erzählt, wobei der Perspektivenwechsel für viel Abwechslung sorgt und die Geschichte von mehreren Seiten beleuchtet, was zusätzlich Spannung aufbaut und die Geschichte noch glaubwürdiger macht.

Letztendlich empfand ich auch die Schilderungen der zwischenmenschlichen Konflikte, die sich durch das Zusammenleben auf engstem Raum, bei anstrengender Arbeit und unzureichender Kost ergeben, überzeugend, so dass ich den Roman bzw. das Hörbuch rundum empfehlen kann.

T.C. Boyle: Die Terranauten. Aus dem Amerikanischen von Dirk van Gunsteren. Gelesen von August Diehl, Ulrike C. Tscharre und Eli Wasserscheid. Der Hörverlag, 2016; 24,99 Euro.

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