Mein Ein und Alles

Ungekürzte Lesung mit Anna Thalbach
Hörbuch MP3-CDNEU
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„Der Begriff ‚Meisterwerk’ wird zu häufig benutzt, doch Mein Ein und Alles ist ohne jeden Zweifel eines.” Stephen King

Dieser Roman über ein junges Mädchen hat Amerika überwältigt und gespalten. Denn Turtle Alveston, so verletzlich wie stark, ist eine der unvergesslichsten Heldinnen der zeitgenössischen Literatur. Sie wächst weltabgeschieden in den nordkalifornischen Wäldern auf, wo sie jede Pflanze und jede Kreatur kennt. Sucht auf tagelangen Streifzügen in der Natur Zuflucht vor der obsessiven Liebe ihres charismatischen und schwer gestörten Vaters. Erst als sie Jacob kennenlernt und wahre Freundschaft erfährt, beginnt die Befreiung aus den Fängen des Vaters. Tallents Debüt ist von eindringlicher Wucht und zugleich verstörender Zartheit — eine neue Stimme, die niemanden kalt lässt.

Anna Thalbach findet für Tallents gewaltiges Debüt genau den richtigen Ton zwischen zerbrechlich und unfassbar stark.

(2 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 13h 6)


Aus dem Amerikanischen von Stephan Kleiner
Originaltitel: My absolute Darling (Riverhead Books)
Originalverlag: Penguin HC
Hörbuch MP3-CD, 2 CDs, Laufzeit: ca. 13h 6 min
ISBN: 978-3-8371-4364-5
Erschienen am  24. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Was für ein Dreckskerl

Von: Petras Bücher-Apotheke

24.11.2018

Ich sag es besser gleich - das hier wird keine meiner üblichen Buch-Besprechungen, weil ich echt kurz vor der Eskalation bin!!! Für die Ausdrucksweise, derer ich mich gleich bedienen muss, entschuldige ich mich schon mal, aber dieser saufende, fluchende Dreckskerl von einem Vater macht mich echt rasend! Stephen King bezeichnete diesen Roman als "Meisterwerk" und wenn der Altmeister des Horrors und der Fraktion der wirklich durchgeknallten Romanhelden das sagt, da schau ich mal genauer hin, hab ich mir gedacht. Der Titel Mein Ein und Alles könnte einen zunächst vermuten lassen, das wird ein Liebesroman. Gut in gewisser Weise ist er das auch, aber bevor die ersten, die die Geschichte bereits kennen, jetzt Steine nach mir werfen - diese Liebe ist krank. Da gibt es nicht einen Hauch des Zweifels. So zieht man eindeutig Amokläufer groß, habe ich zu Beginn des Romans von Gabriel Tallent gedacht. Waffenverliebt, menschenverachtend, übergriffig - hat der Autor ein Monster erschaffen, das demütigt und quält. Man könnte schier verrückt werden, bei diesen Szenen wo er sich an Turtle zu schaffen macht! Ich sitze im Auto und schreie laut - Dabei geht es eigentlich um sie, um Julia Alveston, Spitzname Turtle, vierzehn Jahre alt, sie lebt allein mit Vater und Großvater in einer einsamen, aber mit der teuersten Gegend Nordkaliforniens, in der Nähe der Stadt Mendocino. Vierundzwanzig Hektar Land gehören zur eher ärmlichen Behausung des verbohrten, komplett verkorksten Vaters. Das Land ist Millionen wert. Die Nachbarn, zumeist grasanbauende Alt-Hippies sind weit weg und scheinbar auch blind und taub. Turtle kümmert sich gerne um Dinge, pflegt sie, hält sie in Schuss - z. B. ihre Sig Sauer. Jeden Abend zerlegt sie sie, putzt und ölt die Teile, setzt sie wieder zusammen. Wenn das Schießtraining wie heute nicht gut gelaufen war, und ihr Vater sie gerügt hatte, sie hätte nicht genug Angst und würde deshalb in einem Kampf auf jeden Fall drauf gehen, schneller als sie Piep sagen kann, war ihr klar wie schwach sie war und das diese Härte die er zeigte, das einzige war, was sie weiter brachte. Selbst dann, wenn er mit dem Schürhaken auf sie einschlug, verzieh sie ihm, von Flohbissen und Blutergüßen übersäht, das Trommelfell geplatzt! Zumeist war sie barfuß unterwegs und sie kannte sich aus, mit allem was da wuchs und krabbelte in den Wäldern rund ums Haus. Mit gleichaltrigen Mädchen hatte sie so ihre Probleme, in der Schule hing sie mittlerweile so weit hinterher, dass ihre Lehrerin bereits den Rektor und die Schulpsychologin in Alarmbereitschaft versetzt hatte. Turtle hasste sie dafür, dass sie soviel Aufsehen machte und weil sie doch schließlich nichts sagen konnte, nichts davon erzählen konnte, das sie sich immer in die Zinkwanne setzte, alles an ihr geschwollen schien, nachdem er mit ihr fertig war ... An guten Tagen nannte ihr Daddy sie Krümel, shampoonierte ihr die Haare, gab vor sie zu lieben, sie sei der Grund für den er morgens aufstehe. Übergriffig ist sie diese Liebe. An schlechten Tagen nannte er sie Luder, Ritze. Sich selbst vergessend, rücksichtslos benutzt er sie, demütigt sie, schlägt sie, verlacht sie. Unberechenbar ist er, ein Hüne, ein Bär von einem Mann, wie eine tickende Zeitbombe, impulsiv und gewalttätig. Ein elender Mistkerl. Gabriel Tallent, geb. 1987 in New Mexico lebt heute in Salt Lake City. Nach seinem Universitätsabschluss führte er zwei Jahre lang im Sommer Gruppen mit Jugendlichen durch die Wildnis der Nordpazifischen Küste. Mein Ein und Alles ist sein Debüt-Roman. Nach Verlags-Angaben hat dieser Roman Amerika überwältigt und gespalten, beherbergt er doch eine der unvergesslichsten Heldinnen der zeitgenössischen Literatur. Wie bereits eingangs erwähnt meint Stephen King über Tallents Roman "Der Begriff "Meisterwerk" wird zu häufig benutzt, doch Mein Ein und Alles ist ohne jeden Zweifel eines." Ja, was ist jetzt mein Fazit? Bin ich mit dem guten Stephen King einer Meinung? Nein, ich bin noch immer unentschlossen was mir Tallent mit diesem seinem Werk sagen will. Ich hasse ihn dafür, dass er mir die ungeschminkte, nackte Fratze dieses Wahnsinnigen so vor die Nase hält. Verfluche ihn für die Gewalttätigkeit, für den emotionalen Druck den er mir beim Lesen gemacht hat. Nein, das ist wahrlich kein Wohlfühlbuch. Etwa in der Mitte der Geschichte kommt ein Bruch und man glaubt zunächst, dass es sich beruhigt, das noch alles möglich ist. Dann nämlich als der Großvaters, der ahnte was da zwischen seinem Sohn und seiner Enkelin vorgehen musste, buchstäblich der tödliche Schlag trifft als er es auszusprechen versucht. Julias Vater verschwindet danach spurlos für drei ganze Monate um dann aber mit einem neunjährigen verwahrlosten Mädchen im Schlepptau zurück zukommen. Der Horror erreicht eine neue Dimension - was dann abgeht ist für mich nicht mehr auszuhalten. Ich fluche und will schon abbrechen, dann aber doch wissen ob nicht jemand dieses Scheusal stoppen kann ...

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Vita

Gabriel Tallent, geboren 1987 in New Mexico, wuchs in der Nähe von Mendocino mit zwei Müttern in einem sehr liberalen Umfeld auf. Nach seinem Universitätsabschluss 2010 führte er zwei Sommer lang Gruppen mit Jugendlichen durch die Wildnis der Nordpazifischen Küste. Gabriel Tallent lebt heute in Salt Lake City.

Zur AUTORENSEITE

Anna Thalbach

Anna Thalbach ist 1973 in Ost-Berlin geboren und als Künstlerin aus Film, Fernsehen und Theater international bekannt. Als Hörbuchsprecherin und Interpretatorin gefragt, wurden ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit dem Deutschen Hörbuchpreis.

ZUR SPRECHERSEITE

Stephan Kleiner

Stephan Kleiner, geboren 1975, lebt als literarischer Übersetzer in München. Er übertrug u. a. Chad Harbach, Michel Houellebecq, Tao Lin und Hanya Yanagihara ins Deutsche.

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