Mein Ein und Alles

Ungekürzte Lesung mit Anna Thalbach
Hörbuch MP3-CD
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„Der Begriff ‚Meisterwerk’ wird zu häufig benutzt, doch Mein Ein und Alles ist ohne jeden Zweifel eines.” Stephen King

Dieser Roman über ein junges Mädchen hat Amerika überwältigt und gespalten. Denn Turtle Alveston, so verletzlich wie stark, ist eine der unvergesslichsten Heldinnen der zeitgenössischen Literatur. Sie wächst weltabgeschieden in den nordkalifornischen Wäldern auf, wo sie jede Pflanze und jede Kreatur kennt. Sucht auf tagelangen Streifzügen in der Natur Zuflucht vor der obsessiven Liebe ihres charismatischen und schwer gestörten Vaters. Erst als sie Jacob kennenlernt und wahre Freundschaft erfährt, beginnt die Befreiung aus den Fängen des Vaters. Tallents Debüt ist von eindringlicher Wucht und zugleich verstörender Zartheit — eine neue Stimme, die niemanden kalt lässt.

Anna Thalbach findet für Tallents gewaltiges Debüt genau den richtigen Ton zwischen zerbrechlich und unfassbar stark.

(2 mp3-CDs, Laufzeit: ca. 13h 6)

»Der grandiosen Schauspielerin Anna Thalbach gelingt es als Sprecherin, die zarte und die unbeugsame Turtle gleichzeitig lebendig werden zu lassen.«

Galore (01. Oktober 2018)

Aus dem Amerikanischen von Stephan Kleiner
Originaltitel: My absolute Darling (Riverhead Books)
Originalverlag: Penguin HC
Hörbuch MP3-CD, 2 CDs, Laufzeit: ca. 13h 6 min
ISBN: 978-3-8371-4364-5
Erschienen am  24. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Mein ein und alles

Von: Mara

18.05.2019

Es handelt von der 14-jährige Julia namens Turtle und ihrem Vater Martin. Turtles Mutter ist vor langer Zeit weggelaufen. Und da ist ihr Großvater, der in der Nähe lebt, aber hauptsächlich getrennt bleibt. Ihr Vater liebt sie, mehr als alles andere auf der Welt, sie kann es fühlen, trotz seiner seltsamen Art, seine Zuneigung zu zeigen. Er tut ihr manchmal weh, aber nur, weil sie nicht nett war und ihn provozierte. Und er liebt sie, wie ein Mann eine Frau liebt. Sie mag es, ihm nahe zu sein, aber als Turtle älter wird, wachsen irgendwo tief in ihrem Inneren Zweifel. Ist das alles richtig? Als sie Jacob trifft und ihn immer mehr mag, bedroht dies die fragile Familienstruktur von Martin und Turtle. Noch mehr, als Martin das kleine Mädchen Cayenne zu sich nach Hause bringt. Turtle hat endlich gemerkt, dass sie etwas tun muss, weil nichts in ihrem Haus stimmt. Gabriel Tallents Debütroman hat eine seltsame Faszination wie ein Unfall. Einerseits möchte man nicht hinschauen (oder in diesem Fall: weiterlesen bzw. anhören), weil es alles zu schrecklich ist. Auf der anderen Seite möchte der Leser erfahren, was gerade passiert, und dies zieht einen immer wieder in den Roman zurück. Für hochsensible Leser ist dies sicherlich nichts. Es geht um Kindesmisshandlung, Gewalt und psychischen Druck der schlimmsten Art. Obwohl dies aus der Sicht eines Außenstehenden schrecklich und unerträglich ist, schafft es Gabriel Tallent auch, eine andere Perspektive zu vermitteln, die, wie zu befürchten bleibt, nur zu real ist und bei vielen Opfern anzutreffen ist. Julia liebt ihren Vater, sie liebt seine Zärtlichkeit und Wärme und auch der körperliche Kontakt ist nichts, was sie hasst, ganz im Gegenteil. Wenn sie etwas dagegen unternimmt, verliert sie ihn und muss daher sehr genau überlegen, was sie tut. Dies ist in einem Roman nicht leicht zu verstehen und noch schlimmer zu unterstützen, aber aus einer realistischen Sicht könnte dies eine recht häufige Interpretation der Situation sein. Die Hörbuch Sprechstimme fand ich ganz in Ordnung am Anfang musste ich mich aber wetwas anfreunden wie sie die Art und Weise diese Geschichte einem übermitteln wollte, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Ich empfehle jedoch diese Geschichte an jene weiter, die sich für eine Thematik interessieren, die eine interessante Perspektive einnimmt und möglicherweise zu unserem Verständnis beiträgt.

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Unangenehm

Von: Klene123

13.01.2019

Ich muss gleich vorweg sagen, dass ich mich während dem Hören eines Hörbuchs noch nie so fehl am Platz gefühlt hatte, mit einem mulmigen Gefühl durch das ganze Buch hinweg. Man begleitet Julia, die sich selbst Turtle nennt, durch ihren außergewöhnlichen Alltag. Zunächst sind es am Anfang nur kleine Dinge, die einem auffallen. Wie zum Beispiel die Sprache zwischen ihr und ihrem Dad, die von Schimpfwörtern beherrscht wird. Dann kommen die Waffen dazu, ihre Eigene die sie sehr gut pflegt, und die Schießübungen, die ihr Dad von ihr verlangt und die wichtiger sind als die Hausaufgaben. In der Schule läuft es nämlich nicht so toll. Stück für Stück deckt sich der Horror auf durch den Julia täglich gehen muss, aber man ist in ihren Gedanken auch gefangen, denn sie meint das alles auch ein Ausdruck von Liebe ist. Als "normaler" Mensch flippt man innerlich aus. Das kann doch nicht sein? Wieso geht sie nicht? Wieso merkt es niemand? Aber Julia öffnet sich eben keinem und falls jemand helfen will, blockiert sie total. Ihr Vater ist sehr gut im Reden und wischt einfach alle Zweifel der Anderen weg. Julia durchläuft eine Entwicklung ab dem Moment als sie Jacob und Brad im Wald trifft. Sie haben sich verirrt und mit ihrem Überlebenskenntnissen hilft sie Ihnen aus der Situation. Kurz darauf verändert sich zeitweise ihre Lebenssituation und sie lernt Neues kennen, kommt Jacob näher und merkt zunehmend in welcher Situation sie sich befindet zusammen mit Martin ihrem Dad. Alles verändert sich, aber Zwefel bleiben dennoch. Ab dem zweiten Teil habe ich unglaublich mit Julia mitgefiebert und fand den Roman packender als zu Beginn. Ganz allgemein berührt Gabriel Tallent die Leser/Hörer auch wenn es oftmals mit negativen Gefühlen verbunden ist von Ablehnung, Scham, Ekel, Wut...Hier und da war mir alles zu detailreich nicht nur bei der Beschreibung der Natur, die in einem wunderschönen Gegensatz steht zur Härte von Julias Beziehung, deren genaue Vorgänge auch ruhig mal einfach so im Raum hätten stehen gelassen werden können. Hier hätte ich auch gerne lieber ein Buch gehabt, denn da kann ich querlesen, beim Hörbuch musste man sich allem aussetzen. Anna Thalbach liest unglaublich gut und verleiht jedem Protagonisten sein eigenes Leben, vielleicht manchmal sogar zu viel Stärke. Fazit: Man muss bei diesem Buch einen starken Magen haben, aber sollte sich ruhig drauf einlassen. Die Geschichte ist erschütternd und bewegend, gleichzeitig ein Appell nicht wegzuschauen und immer wieder Hilfe anzubieten.

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Vita

Gabriel Tallent, geboren 1987 in New Mexico, wuchs in der Nähe von Mendocino mit zwei Müttern in einem sehr liberalen Umfeld auf. Nach seinem Universitätsabschluss 2010 führte er zwei Sommer lang Gruppen mit Jugendlichen durch die Wildnis der Nordpazifischen Küste. Gabriel Tallent lebt heute in Salt Lake City.

Zur AUTORENSEITE

Anna Thalbach ist 1973 in Ost-Berlin geboren und als Künstlerin aus Film, Fernsehen und Theater international bekannt. Als Hörbuchsprecherin und Interpretatorin gefragt, wurden ihre Leistungen mehrfach ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit dem Deutschen Hörbuchpreis.

ZUR SPRECHERSEITE

Stephan Kleiner

Stephan Kleiner, geboren 1975, lebt als literarischer Übersetzer in München. Er übertrug u. a. Geoff Dyer, Michel Houellebecq, Lawrence Osborne und Hanya Yanagihara ins Deutsche.

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