Töchter einer neuen Zeit

(9)
Hörbuch MP3-CD (gekürzt)
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Vier Frauen. Zwei Weltkriege. Hundert Jahre Deutschland.

Jahrgang 1900. Eine Generation, die zwei Weltkriege durchleben wird - Henny Godhusen ist eine von ihnen. 1918 stürzt sie sich voller Lebensfreude in die Hebammenausbildung in Hamburg-Uhlenhorst. Henny liebt das Viertel an der Alster, hier kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen und sie findet Freundinnen: Ida wohnt in einem der herrschaftlichen Häuser und weiß nicht viel vom Leben jenseits der Beletage. Käthe hingegen stammt aus einfachen Verhältnissen und unterstützt die Kommunisten. Und Lina führt als alleinstehende Lehrerin ein unabhängiges Leben. So verschieden die Frauen sind, so eng wird ihre Freundschaft über die Jahrzehnte ...

Authentisch und einfühlsam gelesen von der Autorin.

(1 mp3-CD, Laufzeit: 10h 4)


Originalverlag: Kindler HC
Hörbuch MP3-CD (gekürzt), 1 CD, Laufzeit: ca. 10h 4 min
ISBN: 978-3-8371-4117-7
Erschienen am  21. August 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Jahrhundert-Trilogie

Leserstimmen

Töchter einer neuen Zeit

Von: Markus

07.03.2019

Es ist 1919, der große Krieg ist vorbei und es beginnt eine neue Zeit. Vier Frauen, unterschiedlicher gesellschaftlicher Herkunft und mit verschiedensten Zielen und Wünschen für ihr Leben starten ihr Erwachsenendasein. Mit 19 Jahren beginnt Henny eine Ausbildung zur Hebamme, sie ist tüchtig, gewissenhaft und freundlich. Ihr beste Freundin Käthe entscheidet sich, die gleiche Ausbildung anzutreten – doch sie ist völlig anders. Sie vertritt kommunistische Werte, ist wenig pingelig und hat ein loses Mundwerk. Sie kommt aus ärmlicheren Verhältnissen und setzt sich aktiv für eine Veränderung ein. Lina lebt seit dem Tod ihrer Eltern zusammen mit ihrem jüngeren Bruder und zieht ihn seit sie selbst 17 war groß. Sie will Lehrerin werden und entscheidet sich gegen ihr eigenes Glück, um es anderen geben zu können. Ida kommt aus einem wohlhabenden Elternhaus, hat keine Ziele im Leben und spürt eine Leere, die ihr Besitz und Genuss nicht füllen können. Die vier Frauen aus Hamburg erleben den Aufbau Deutschlands nach dem Krieg, den Aufstieg und Fall der Weimarer Republik und das Grauen der Naziherrschaft. Jede von ihnen hat mit eigenen Problemen zu kämpfen, keine hat ein leichtes Leben, doch es gibt etwas, was sie verbindet – ihre Freundschaft. Neben den 4 Frauen geht es um einige weitere Hauptpersonen, die sich im Familien-, Arbeits- oder Bekanntenkreis der Protagonisten aufhalten. Die Verstrickungen sind manchmal recht komplex, doch geben sie der Geschichte eine Glaubhaftigkeit und Tiefe, die mich als Leser beeindruckt hat. Es geht in knapp 30 Jahren ab 1919 um die Entwicklung von Menschen, einer Stadt, eines Landes und der ganzen Welt. Carmen Korn schafft es diese Zeit mit all ihren Höhen und Tiefen aus der Perspektive von gut einem Dutzend Personen zu schildern, sodass man fast glauben könnte, dabei gewesen zu sein. Ich habe den ersten Teil der Trilogie als Hörbuch im Auto gehört. Über 10 Stunden, die mich gefesselt haben. Man taucht tief ein, erschaudert, empfindet Freude, Wut, Trauer, hofft wider besseres Wissen – mit anderen Worten, man erlebt diese Geschichte mit intensiven Emotionen. Rein objektiv kann man sicher Kritikpunkte finden, aber ich mache mich erst gar nicht auf die Suche. Meine ganz persönliche Meinung ist, dass das Gefühl, welches die Geschichte bei mir ausgelöst hat, die vollen 5 Sterne einfach so rechtfertigt. Da das Ende offen ist und sich ein zweiter Teil direkt anfügt, freue ich mich besonders von Katja diesen bereits geschenkt bekommen zu haben – wieder als Hörbuch.

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Literarische Lektionen in Zeitgeschichte

Von: Niamh O'Connor

03.03.2019

Henny und Käthe beginnen 1919 gemeinsam ihre Hebammenlehre in der Hamburger Entbindungsanstalt an der Finkenau. Tür an Tür in einer bescheidenen Wohngegend aufgewachsen haben die ansonsten recht unterschiedlichen Freundinnen den festen Vorsatz, die Aufbruchsstimmung nach dem Ersten Weltkrieg zu nutzen und aus ihrem Leben etwas zu machen. Zur selben Zeit sitzt Ida, für deren Familie Käthes Mutter als Putzfrau arbeitet, in einem vornehmeren Stadtteil Hamburgs im Haus ihrer Eltern und überlegt, wie sie der Verheiratung mit dem Wunschkandidaten ihres Vaters entgehen und etwas Abwechslung in ihr langweiliges Leben als Tochter aus gutem Hause bringen könnte. Mia, das zweite Dienstmädchen in der eleganten Villa, ist ihr nicht ganz freiwillig dabei behilflich. Und schließlich ist da noch Lina, die es in ihrer kleinen Wohnung als ihre Lebensaufgabe sieht, auf ihren jüngeren Bruder Lud aufzupassen, für den sie sorgt, seit ihre Eltern den Entbehrungen der Kriegsjahre zum Opfer gefallen sind, und die als Lehrerin davon träumt, die Ideen der Reformpädagogik umzusetzen. In den nächsten drei Jahrzehnten bilden Henny, Käthe, Lina und Ida eine Schicksalsgemeinschaft, und auch Mia spielt im Leben der Frauen immer wieder eine entscheidende Rolle. Meine Meinung: Mit Töchter einer neuen Zeit hat sich Carmen Korn offensichtlich das Ziel gesetzt, die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts am Beispiel ihrer Hauptfiguren – der vier Frauen und der Männer in deren Leben – nachzuzeichnen: Henny, die aus kleinbürgerlichen Verhältnissen kommt, aber viel offener und toleranter als ihre deutschnationale Mutter ist und vorsichtig versucht, den alten und neuen Engstirnigkeiten etwas entgegenzusetzen; die aus einer Arbeiterfamilie stammende Kommunistin Käthe, die für ihre politischen Überzeugungen kämpft und deshalb zunächst aneckt und dann von den Nazis unerbittlich verfolgt wird; Ida, die zwar gerne ein Leben ohne gesellschaftliche Zwänge führen würde, aber nicht den Mut aufbringt, dafür ihr Dasein in bequemem Wohlstand aufzugeben; und Lina, der das Eintauchen in eine moderne Welt die Möglichkeit bietet, zu sich selbst zu finden und zu ihren Überzeugungen zu stehen, auch wenn sie sich damit in Gefahr begibt. Sehr leicht hätte das Vorhaben der Autorin in einer von Stereotypen geprägten Herz-Schmerz-Geschichte enden können, aber Carmen Korn ist es gelungen, glaubwürdige Charaktere zu schaffen und diese in einer spannenden Geschichte nicht ganz ohne, aber auch nicht mit übertriebener Dramatik agieren zu lassen. So hat sie mein echtes Interesse am Schicksal der Frauen geweckt und den Spannungsbogen bis zur letzten Seite mit manchmal überraschenden Wendungen aufrecht halten können. Die Autorin hat das Hörbuch selbst eingelesen, und auch wenn etwas längere Pausen die Übergänge zwischen den einzelnen Kapiteln klarer erkennbar gemacht und mir so die Orientierung erleichtert hätten, hat sie ihre literarischen Lektionen in Zeitgeschichte unter besonderer Berücksichtigung der Stadt Hamburg so erzählt, dass ich mich schon auf den zweiten und den dritten Teil ihrer Jahrhundert-Trilogie freue.

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Vita

Carmen Korn, Jahrgang 1952, ist die Tochter des Komponisten Heinz Korn. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitete sie als Redakteurin für den Stern. Carmen Korn lebt seit vierzig Jahren auf der Uhlenhorst. Sie ist in dem Viertel tief verwurzelt und beschäftigt sich schon seit langem mit dessen Geschichte. Carmen Korn ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

© Carmen Korn
Carmen Korn

Events

20. Sep. 2019

Lesung

20:00 Uhr | Rellingen | Lesungen
Carmen Korn
Zeitenwende | Zeiten des Aufbruchs | Töchter einer neuen Zeit

25. Sep. 2019

Lesung

19:00 Uhr | Hamburg-Niendorf | Lesungen
Carmen Korn
Zeitenwende | Zeiten des Aufbruchs | Töchter einer neuen Zeit

28. Okt. 2019

Lesung

19:00 Uhr | Hamburg | Lesungen
Carmen Korn
Zeitenwende | Zeiten des Aufbruchs | Töchter einer neuen Zeit

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