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Unterleuten

Gekürzte Lesung mit Helene Grass

Kundenrezensionen (45)

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Hörbuch MP3-CD (gek.) ISBN: 978-3-8445-2133-7

Erschienen: 08.03.2016
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„Die Geschichte ist wie ein Kaleidoskop. Man dreht ein wenig, und alles sieht anders aus.“ Juli Zeh

Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf „Unterleuten“ irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick darauf wirft, ist bezaubert von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtige aus Berlin gerne kaufen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Kein Wunder, dass schon wenige Tage später im Dorf die Hölle los ist …

Mit "Unterleuten" hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der hochspannend wie ein Thriller ist. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

(2 mp3-CDs, Laufzeit: 15h 23)

"Der 41-Jährigen ist ein packender Gesellschaftsroman gelungen." ttt über "Unterleuten" zum Video

Juli Zeh und Felicitas von Lovenberg erkunden bei lesenswert (SWR) die Einwohner von "Unterleuten" in einer Modellversion des Dorfes. zum Video

Juli Zeh (Autorin)

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman „Adler und Engel” (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Ihr Gesellschaftsroman "Unterleuten" (2016) stand monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015).

www.juli-zeh.de


Helene Grass (Sprecherin)

Helene Grass, geboren 1974, hatte nach ihrer Schauspielausbildung an der Otto Falckenberg Schule die ersten Engagements an Theater in München, Braunschweig und Zürich. Sie ist immer wieder um Kino ("3/4", "Bach in Brazil") und im TV ("Rentnercops" und "Polizeiruf 110") zu sehen. Außerdem spricht sie regemäßig in Hörspiel- und Hörbuchproduktionen.

Weitere Videos bei YouTube

Interview mit Juli Zeh

Hörbuch MP3-CD (gekürzt), 2 CDs, Laufzeit: 923 Minuten

ISBN: 978-3-8445-2133-7

€ 24,99 [D]* | € 28,10 [A]* | CHF 35,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 08.03.2016

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Menschliches und Zwischenmenschliches

Von: wal.li Datum: 21.05.2016

wallis-buechersichten.blogspot.de/

Ein kleines fast vergessenes Örtchen in der Nähe von Berlin ist Unterleuten. Mit seiner relativen Nähe zur Stadt und der gleichzeitigen landschaftlichen Idylle und preisgünstigem Wohnraum bietet das Dörfchen etwas für am Zuzug Interessierte. Genau dieses Angebot haben einige Neu-Unterleutener genutzt. Und sie tun einiges dafür, sich in die Dorfgemeinschaft einzufügen. Dass einigen Plänen Steine in den Weg gelegt werden, erscheint ihnen nicht ganz verständlich. Warum brennt der Nachbar alte Reifen ab? Er müsste doch wissen, dass das der kleinen Tochter von Gerhard Fließ nicht guttun kann. Und wieso hat das Haus von Linda Franzen einen so schlechten Ruf. Allerdings sind auch die Alt-Unterleutener sich gegenseitig nicht grün. Zwischen Gombrowski und Kron herrscht eine ewige Fehde.

Was vorher lediglich unterschwellig spürbar war, bricht ans Tageslicht als eine Investmentgesellschaft plant in Unterleuten einen Windpark zu errichten. Nun beginnt der Kampf Befürworter gegen Gegner der Anlage und gleichzeitig versuchen findige Dorfbewohner das Meiste aus ihrem Grundbesitz herauszuschlagen.

Ruhig erzählt Juli Zeh die Lebensgeschichte jedes Einzelnen der Dorfbewohner. Da wird das Tier beinahe sympathisch, während der Umweltschützer zum Monster mutiert. Dazwischen reiben sich die weiteren Dorfbewohner. Jeder hat einen guten Grund, mit dem er sein Handeln rechtfertigt. Die vielbeschworene Gemeinschaft, von der nach der Wende über das Dasein im Osten geschwärmt wurde, scheint schon lange zerbrochen. Kleinkriege werden mit großer Gründlichkeit geführt. Jeder ist sich selbst der Nächste, sogar wenn er meint, er setze sich für andere ein. Wenn man gerade meint, eine Person verstanden zu haben, begeht diese eine Tat, durch die man vor den Kopf gestoßen wird. Die Sympathiepunkte sind verspielt. Am Ende fragt man sich, für wen das Ganze zu einem guten Schluss geführt haben könnte. So richtig will sich keine Antwort bilden, obwohl die meisten der Beteiligten der Situation mit größeren oder kleineren Blessuren entronnen sind.

Ausgesprochen gut vorgetragen wird die Misere von Helene Grass, die unaufgeregt so manche Seite zum klingen bringt. Wenn Lektüre sei sie gelesen oder vorgelesen Emotionen, Gedanken und Nachdenken auslöst, kann sie nur gut sein. Die fein geschliffenen Worte der Autorin entfalten ihre Wirkung langsam und nachhaltig. Die Strömungen des Dörflichen sind vielleicht etwas überspitzt, wer allerdings selbst vom Lande kommt, wird einiges wieder erkennen. Ob man die ländliche Idylle der Anonymität der Stadt vorzieht, bleibt jedem selbst überlassen. Einem kleinen Teil der Gesellschaft hält Juli Zeh jedenfalls einen äußerst lesenswerten Spiegel vor.

Ein packender Gesellschaftsroman in toller Hörbuch Umsetzung

Von: Emma Zecka Datum: 10.04.2016

ge-h-schichten.blogspot.com

Ich wollte schon immer mal ein Buch von Juli Zeh lesen. Als mir dann erzählt wurde, dass "Unterleuten" als Hörbuch erscheinen würde, war klar, dass das Exemplar auf meine Wunschliste wanderte.

"Unterleuten" ist eine faszinierende Geschichte. Ich habe wirklich Schwierigkeiten diese Stimmung einigermaßen in Worte zu fassen. Gelesen wird der Roman von Helene Grass. Ihre Stimmfarbe passt wunderbar zu der Geschichte und schafft es diese Stimmung zu untermalen. Denn hier spielt sich sehr viel zwischen den Zeilen ab. Man muss genau hinhören, um die Atmosphäre zu erfassen, ahnt aber, dass es bei weitem nicht so friedlich zugeht, wie gedacht.
Allerdings hatte ich etwas Mühe in die Geschichte einzutauchen, weil Helene Grass ganz leicht lispelt und mich das am Anfang ziemlich abgelenkt hat. Als ich dann aber erstmal in der Geschichte drin war, ist mir das gar nicht mehr aufgefallen.

Inhaltlich treffen hier verschiedene Parteien aufeinander: Wie beispielsweise ein Vogelschützer, der die Dorfbewohner mit nervigen Briefen über nicht bewilligte Bauprojekte plagt, einzig und allein um die Natur zu schützen. Oder eine Pferdefrau, die sich gerne selbstständig machen möchte, hierbei aber in ein Machtspiel verwickelt wird.
Juli Zeh führt hier sehr viele Charaktere ein: Toll finde ich hier, dass jeder aus seiner Perspektive richtig handelt. Allerdings hat das richtige Handeln des einen, böse Konsequenzen für den anderen, sodass schnell eine Kettenreaktion in Gang kommt. Ich hatte aber hin- und wieder Mühe die verschiedenen Charaktere auseinanderzuhalten. Da hätte mir beispielsweise ein Personenverzeichnis am Anfang sehr geholfen. (Das hätte man z.B. als ersten Track gestalten können).

Juli Zeh baut einen genialen Spannungsbogen auf. Schon zu Beginn musste ich über die scheinbar ländliche Idylle schmunzeln. Sie transportiert diese typischen Dorf Konflikte, wie beispielsweise die nervige Nachbarschaft, oder das Unangepasst sein einiger Dorfbewohner sehr glaubhaft. Jeder, der in einem Dorf lebt, kann von der ein oder anderen Erzählung ein Liedchen singen. Als dann noch ein Faktor von außen - der geplante Bau eines Windparks - hinzukommt, gerät ein Fass, dass schon sehr lange bis zum Rand gefüllt war, zum Platzen.

Auch der Schreibstil von Frau Zeh hat es mir angetan. Sie baut eine wahnsinnig gute Atmosphäre auf, die einem das Thriller Gefühl ganz nahe bringt. Außerdem hat sie die schöne Eigenschaft viel zwischen den Zeilen zu transportieren, ohne hierbei viele Worte zu brauchen. Aber ich glaube, das habe ich schon mal erwähnt... :-)

Zusammenfassend kann ich sagen, dass "Unterleuten" definitiv eines meiner Lieblingsbücher von 2016 ist. Der Titel passt einfach perfekt zu der Geschichte. Denn in diesem Dorf ist man "Unter Leuten", die nicht unterschiedlicher sein könnten. Als ich die Rezension vorbereitet habe, rechnete ich fest damit, dass es sich hier um eine ungekürzte Lesung handelte. Die Verlagsseite des Hörverlags belehrte mich da eines Besseren und ich war wirklich fasziniert davon, wie viel Informationen in der Geschichte enthalten waren. Diese typischen Mängel, wie beispielsweise das die Geschichte zu schnell voran kommt, oder manche Handlungsstränge nicht wirklich verstanden werden, sind hier überhaupt nicht aufgetreten.

Wer also auf der Suche nach einem guten Thriller ist, der scheinbar leise, aber mit viel Spannung daherkommt, sollte sich Juli Zehs "Unterleuten" einmal genauer anhören, oder schauen.

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Einfach großartig!!

Von: Beate Leinweber aus Leipzig Datum: 10.06.2016

Buchhandlung: Buchhandlung Hugendubel, Petersstr.12, 04109 Leipzig

"Teilweise Spoiler"!
Ich finde: Dieser neueste Roman von Julie Zeh ist einfach großartig und unbedingt lesenswert:
Was als Roman, oder auch als eine Art Stück Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte beginnt, entwickelt sich nach und nach und immer mehr zu einem äußerst klugen, psychologischen Kammerspiel, über menschliche Abgründe. Der Roman zeigt auf (anfangs sehr subtil, später immer deutlicher und drängender), was Neid und Missgunst, jahrelange, unter der Oberfläche brodelnde, unterdrückte Wut und lang gehegte, unausgesprochene Konflikte, gepaart mit einer gut funktionierenden Gerüchteküche im Menschen an sich und in einer kleiner Dorfgemeinschaft, wo die Nachbarn sich ein Leben lang kennen, anrichten können- wenn man nur einen passenden „Aufhänger“ findet, der den schon lange Zeit vor sich hin schwelenden Vulkan schließlich zum emotionalen Ausbruch bringt.
Und wie erschreckend einfach es ist, eine kleine Gemeinschaft von Leuten so gegeneinander aufzuhetzen und so sich gegenseitig auszuspielen, dass Würde, Freundschaft und Anstand auf der Strecke bleiben- man braucht dazu nur ein paar gezielte Seitenhiebe.
„Unterleuten“ mag zwar an manchen Textstellen etwas überspitzt wirken, aber im Kern trifft Juli Zeh mit ihrer ganz eigenen Beobachtungsgabe völlig ins Schwarze, meiner Meinung nach; sie legt quasi ihren Finger in die noch immer aktuelle, brisante Wunde, die (stellvertretend dafür) das Dörfchen Unterleuten in verschiedene Lager spaltet: Auf der einen Seite stehen die Menschen, die nach der Wende nie mehr so richtig auf die Beine kamen, dann sind da noch die Menschen, die den „alten Zeiten“ nachtrauern, oder die Einwohner, die die „neue Zeit“ als Chance sehen und schließlich kommen noch die vermeintlich reichen Zugezogenen aus dem „Westen“- und mittendrin ein Windpark, der neu gebaut werden soll... Und der letztenendes das Fass zum Überlaufen bringt, bzw. die vor sich hin brodelnden Probleme der Dorfgemeinschaft zum Überkochen. (Denn hier zeigt sich ganz deutlich ein weiteres gesellschaftliches Phänomen: Viele Bürger sind für die Abschaffung der Atomkraftwerke und wollen gerne die Energiewende haben- aber „bitte nicht vor der eigenen Haustür“.)
Beeindruckend finde ich, mit welcher Genauigkeit die Autorin unserer Gesellschaft den Spiegel vorhält: Unwillkürlich musste ich beim Lesen an solche Redewendungen wie „Schuld sind immer die Anderen“, oder „Jeder ist jedermanns Feind“, oder auch „Jeder ist sich selbst der Nächste“ denken, denn solche Sätze werden in diesem großartigen Gesellschaftsroman zur bedrückenden Realität. Toll finde ich den Schreibstil der Autorin: Sie schreibt einfach über gesellschaftliche und persönliche Abgründe, ohne dem Leser ihre eigene, ganz persönliche Meinung aufzudrängen, nein - sie schreibt ganz einfach so, dass man sich beim Lesen in die Protagonisten hineinversetzen kann, ob man dies nun will oder nicht, und Juli Zeh regt mit ihrem Roman „Unterleuten“ zum Nachdenken an.
Also: Wie schon oben gesagt: Unbed

Von: Meike Blanke aus Bremen Datum: 16.03.2016

Buchhandlung: Horner Buchhandlung

Der Gesellschaftsroman aus der Provinz liest sich spannend wie ein Thriller und enthält eigentlich alles, was uns zeitgeschichtlich umtreibt. Mein Frühjahrsfavorit!

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