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Anna und der Schwalbenmann

Ungekürzte Lesung mit Laura Maire

Ab 13 Jahren

Kundenrezensionen (21)

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Hörbuch CD ISBN: 978-3-8445-2140-5

Erschienen: 29.02.2016
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»Menschen sind die größte Hoffnung des Menschen, zu überleben.«

Krakau, 1939. Anna ist noch ein Kind, als die Deutschen ihren Vater mitnehmen, einen jüdischen Intellektuellen. Sie versteht nicht, warum. Sie versteht nur, dass sie allein zurückbleibt. Und dann trifft Anna den Schwalbenmann. Geheimnisvoll ist er, charismatisch und klug. Er kann Vogelgeräusche imitieren und eine Schwalbe für sie anlocken. Und er kann in einer Welt überleben, in der plötzlich alles und alle voller tödlicher Feindseligkeit zu sein scheinen. Anna schließt sich dem Schwalbenmann an, lernt von ihm, wie man jenseits der Städte wandert, sich im Wald ernährt und verbirgt. Wie man neue Identitäten annimmt und dabei doch nicht vergisst, was wahr ist. Aber in einer Welt, die am Abgrund steht, kann alles gefährlich werden …

(5 CDs, Laufzeit: ca. 6h 18)

Gavriel Savit (Autor)

Gavriel Savit ist Autor und Schauspieler. Nach seinem Abschluss an der Universität von Michigan - als Musicaldarsteller - zog er nach New York, um dort seine Bühnenlaufbahn zu verfolgen. Als Schauspieler und Sänger ist Gavriel Savit inzwischen auf drei Kontinenten aufgetreten, von New York bis Brüssel und Tokyo. Er lebt in Brooklyn. "Anna und der Schwalbenmann" ist sein erster Roman.


Laura Maire (Sprecherin)

Laura Maire, geboren 1979 in München, absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt. Bekannt wurde sie durch eine Hauptrolle in der ARD-Vorabendserie "Verdammt verliebt". Sie synchronisierte u. a. Brie Larson in "Raum" (2016 mit einem Oscar ausgezeichnet) und Ashley Greene (als Alice Cullen) in der "Twilight"-Reihe. Daneben war sie immer wieder in "How I Met Your Mother" zu hören. Maire erhielt 2011 den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin. 2014 las sie für den Hörverlag den Thriller "Schattengrund" von Elisabeth Herrmann und erhielt für ihr "virtuoses Sprach-Spiel" noch einmal den Deutschen Hörbuchpreis als Beste Interpretin.

Übersetzt von Sophie Zeitz-Ventura
Originalverlag: cbt HC

Hörbuch CD, 5 CDs, Laufzeit: 378 Minuten

ISBN: 978-3-8445-2140-5

€ 16,99 [D]* | € 19,10 [A]* | CHF 24,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 29.02.2016

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Berührende Geschichte eines kleines Mädchens

Von: BuboBubo Datum: 15.01.2017

bubobuboslesewelt.blogspot.de/

Anna ist ein kleines Mädchen, als 1939 in Krakau ihr Vater von den Deutschen mitgenommen wird. Er ist Jude und Anna versteht nicht warum ihr Vater sie auf einmal verlassen hat.
Kurz nachdem sie alleine gelassen worden ist, trifft Anna auf den mysteriösen Schwalbenmann.
Sie ist fasziniert von ihm, denn er beherrscht, genau wie ihr Vater, verschiedene Sprachen. Nicht nur die menschliche Sprache kann er, sondern auch die Sprache der Vögel. Er kann sie imitieren und lockt sie somit an. Nachdem er Anna so eine Schwalbe gezeigt hat, besteht er darauf, dass sie ihn Schwalbenmann nennt, denn echte Namen sind in der Welt voller Angst und Feindseligkeit sehr gefährlich.
Die beiden begeben sich auf die Reise, bei der es um das reine Überleben geht.
Sie laufen durch Städte und Wälder und kämpfen ums Überleben. Alles was Anna wissen muss, lernt sie von ihrem Begleiter.

Ich habe die Geschichte als Hörbuch gehört. Die Sprecherin hat mich sofort in ihren Bann gezogen und kann die Atmosphäre dieser düsteren und tragischen Story sehr gut rüberbringen.
Ich fand es sehr faszinierend, dass die kleine Anna so viele Sprachen spricht und fand es sehr toll wie diese den einzelnen Menschen zugeordnet sind. So spricht zum Beispiel Dr. Fuchsmann , der Apotheker, die Sprache der Gestapo. Anna mag alle Menschen und als ein Soldat, der dabei ist einen Mann körperlich zu missbrauchen zu ihr sagt, dass dieser kein Mann sei, sondern ein Jude, versteht sie die Welt nicht mehr.
Wir begleiten Anna und den Schwalbenmann auf ihren Weg durch den Krieg. Auf der einen Seite bekommen wir die Weltsicht eines Kindes geboten, die nicht versteht was vor sich geht, und auf der anderen Seite, die Ansicht eines Mannes, der seine Worte mit Bedacht wählt. So scheint es, dass alles was er sagt, von großer Bedeutung ist, teilweise sogar von philosophischer Wichtigkeit.
Das Unbegreifliche wird durch ihn begreiflich.
"Sie sehen aus wie junge Männer, oder? Aber das sind sie nicht. Die, die von Westen kommen - sie sind Wölfe. Und die, die von Osten kommen, sind Bären. Sie verkleiden sich als junge Männer, weil sie sich als Menschen leichter an Orten der Menschen bewegen können, auf Straßen und in Städten. [...] Die Wölfe und Bären mögen keine Menschen, und wenn sie einen Grund finden, dir wehzutun, dann werden sie es tun. Sie sind hier, weil sie die Welt mit ihrer eigenen Art bevölkern wollen. Sie versuchen, sich so viel Platz wie möglich zu schaffen, und das tun sie, indem sie die Menschen loswerden, und dazu kannst du jederzeit gehören." [S.89]
Dieser kurze Abschnitt macht deutlich, wie wichtig die Aussagen des Schwalbenmannes für Anna sind und wie wichtig sie für das Verständnis des Lesers, beziehungsweise Zuhörers sind.
Die Zielgruppe dieses Buches sind Jugendliche, und die Sprache ist sehr angemessen für eine junge Zielgruppe und dennoch beschönigt sie nichts.
Aber auch jeder Erwachsene kann dieses Werk „genießen“. Es ist keine leichte Kost und bringt einen zum Nachdenken. Es ist anders als viele andere Geschichten zu Zeiten des zweiten Weltkrieges.
Die Geschichte hat mich berührt, war aber teilweise doch sehr langatmig. Ich weiß nicht, ob mir sie besser als gedrucktes Buch gefallen hätte. Dennoch muss ich sagen, dass sowohl der Autor eine großartige Leistung vollbracht hat, als auch die Sprecherin, da es keine leichte Aufgabe ist, ein solches Buch zu vertonen.

Bewegend, berührend und unendlich traurig

Von: Buntes Tintenfässchen Datum: 10.06.2016

svenjasbookchallenge.blogspot.de/

Geschichte und Erzählstil:

Die Geschichte von dem kleinen Mädchen, dessen Vater von den Deutschen verschleppt wird und das daraufhin mit ihren 7 Jahren ganz auf sich allein gestellt ist, ist von Anfang an besonders. Die kleine Anna ist ein wissbegieriges, aufgeschlossenes Kind, dass mit ihrer unkomplizierten Art sofort die Aufmerksamkeit des Schwalbenmannes erregt. Und auch dem Leser/Hörer direkt ans Herz wächst. In dieser rauen Welt, dem von den Deutschen eingenommenen Krakau, wirkt Anna gleichzeitig schutzbedürftig und kindlich, aber auch erwachsen. Zunächst schockiert sie das Verschwinden ihres Vaters, doch bald schon fügt sie sich in die Gegebenheiten ein und passt sich mit einem unerschütterlichen Instinkt an, um zu erleben. Damit ist sie ein absolut bemerkenswertes Kind.

Es ist immer wieder tragisch, erschreckend und so unendlich traurig, wenn man liest, wie schnell kleine Kinder sich während des Krieges an Tod, Zerstörung und unermessliches Leid gewöhnen mussten, wie sie es als selbstverständlich betrachteten und wie sie das alles ganz ohne jeden Zweifel als Teil ihrer Welt akzeptierten. Bis zum Ende hat es mich absolut betroffen gemacht, wie Anna all das hinnimmt - in ihrer kindlichen Unschuld und Naivität. Es zeigt wieder einmal, auf wie vielen Ebenen der Zweite Weltkrieg einfach nur ein grausames, entsetzliches, unbegreifliches Verbrechen an der Menschheit war.

Der Schwalbenmann ist hingegen ein eher rätselhafter, mysteriöser Charakter, über den man nicht viel erfährt - vor allem seinen Namen nicht. Den hält er auch vor Anna bis zum Schluss geheim. Auch ich bin nicht wirklich schlau geworden aus dem Schwalbenmann - einerseits ist er stellenweise ein unerwartet feinfühliger Mann, der Anna den Krieg auf eine verständliche, vereinfachte Weise erklärt (so z.B. die Deutschen und die Russen als Raubtiere, die als Menschen getarnt auf Beutezug gehen). Er ist aber auch pragmatisch, ernst, clever und gewieft und gegen Ende sogar roh und unberechenbar. Bis zum Ende ist unklar, wieso der Schwalbenmann Anna unter seine Fittiche genommen hat, weshalb er dafür sorgt, dass ihr nichts passiert, wer er überhaupt ist und weshalb er Tag für Tag, Jahr für Jahr durch die polnischen Wälder wandert.

Stellenweise ist die Geschichte selbst sehr konfus und man fragt sich immer wieder, worauf das Ganze hinausläuft. Dynamisch machen die Handlung dabei unerwartete Wendungen und Kniffe, wie zum Beispiel die gemeinsame Sprache Annas und des Schwalbenmanns. Es ist eine berührende Geschichte, die auf schonungslose und schmerzhafte Weise von den Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs erzählt, und das ist auch wirklich gut gelungen. Nur bleibt die Geschichte bis zum Ende auch vage und geheimnisvoll und das Meiste bleibt ungeklärt. So bleibt man als Leser ein wenig ratlos zurück und muss sich fragen, worauf Annas Reise an der Seite des Schwalbenmannes schließlich hinauslief. Das finde ich leider etwas schade.

Sprecher:

Gelesen wird Anna und der Schwalbenmann von Laura Maire, die ich als Hörbuchsprecherin noch nicht kannte, deren Stimme aber perfekt zur kleinen Anna passt. Maires Stimme klingt auf eine sehr authentische Art und Weise unschuldig und kindlich und transportiert Annas Emotionen wie beispielsweise Wut, Angst, Ratlosigkeit und Freude sehr überzeugend und anrührend. Auch die übrigen Charaktere, nicht zuletzt den Schwalbenmann, verkörpert Maire überragend und arbeitet dabei fantastisch mit Lautstärke und Rhythmus, wodurch sie ihrer Stimme je nach Situation verschiedene Klänge verleiht. Für mich definitiv eine der besten Hörbuchproduktionen!

Mein Fazit:
Anna und der Schwalbenmann erzählt die bewegende und zutiefst erschütternde Geschichte eines kleinen Mädchens, das mit der Grausamkeit des Krieges aufwächst. Die kleine naive Anna und der mysteriöse Schwalbenmann sind ein ungewöhnliches Gespann und ebenso ungewöhnlich ist auch ihre Reise. Trotzdem war die Handlung mir an vielen Stellen zu konfus und zu undurchsichtig und ich hätte mir am Ende mehr Antworten erhofft. Dank der überragenden Interpretation von Laura Maire ist das Hörbuch alles in allem aber wirklich spannend und fesselnd.

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