Das Mauerschweinchen

Ein Wende-Hörbuch

Gekürzte Lesung mit Stefan Kaminski, Nana Spier
Mit Illustrationen von Uwe Heidschötter
Ab 9 Jahren
(8)
Hörbuch CD (gekürzt)
12,99 [D]* inkl. MwSt.
14,60 [A]* | CHF 18,90 * (* empf. VK-Preis)

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Es waren einmal ein Meerschweinchen und eine Mauer, die die Straße versperrte

In der Wolliner Straße 45 auf der Westseite der Mauer lebt Nora, die sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Haustier; in der Wolliner Straße 54 im Osten wohnt Aron, leidenschaftlicher Drachenbauer. Beide werden unverhofft zu Rettern von Bommel, einem Rosettenmeerschweinchen: Zwei Geschichten aus dem Berlin der 80er vor dem Mauerfall, in einem Wendehörbuch noch ohne Wende.

Gelesen vom Ost-/Westberliner Sprecher-Duo Stefan Kaminski und Nana Spier

(2 CDs, Laufzeit: ca. 2h 30)


Originalverlag: cbj
Mit Illustrationen von Uwe Heidschötter
Hörbuch CD (gekürzt), 2 CDs, Laufzeit: ca. 2h 30min
ISBN: 978-3-8371-4602-8
Erschienen am  25. Februar 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Berlin, Deutschland

Leserstimmen

Erinnerungen an eine alte vergangene Zeit

Von: Nicole Katharina

21.07.2019

Als die Mauer gefallen ist, war ich 7 Jahre alt, also schon ziemlich lange her, und doch ist es eine ganz wichtige Geschichte in Deutschland und wie Deutschland wieder ein Land wurde, ohne das es geteilt war, das hat auch seinen ganz besonderen Reiz. Um was es geht: Einerseits geht es um Aron. Ein Junge in der DDR, dessen Eltern gerade in Russland sind, und er selbst lebt bei seiner Oma. Aufgrund dessen das diese aber schon zu alt ist um zu arbeiten, darf sie ohne Probleme in den Westen. Doch Aron erlebt zu Silvester etwas ganz besonderes, seine Nachbarn reisen in den Westen, schließlich haben sie Jahre darauf gewartet, und das Meerschweinchen Bommel wäre fast als Abendessen gelandet. Doch zum Glück hat er so einige Ideen, wie er das Tierchen retten kann. Auf der anderen Seite, nämlich in Westen, da ist ein Mädchen das sich ziemlich ein Meerschweinchen wünscht, und deswegen ziemlich das Lügen beginnt, was es jetzt mit diesem Mädchen und dem Meerschweinchen zu tun hat, das erfahrt ihr im Hörbuch. Übrigens Bommel ist ein ganz besonderes und ganz wichtiges Tierchen! Gestaltung: Bisher hab ich noch nie eine Wendegeschichte im wahrsten Sinne des Wortes gehört. Doch gerade hier wird diese Geschichte von Ost und West so genial dargestellt, das man direkt sich in der alten Zeit befindet. So ist die Geschichte von Nora und Aron auch wirklich toll dargestellt und ich erfahre wie es jeweils in welchem Teil des Landes vor sich ging. So ist der Westen das freie Land, das wo man alles hat und jegliches ausprobieren darf, zumindest denkt man das. Im Westen denk jedoch Nora das alle Kinder dort Meerschweinchen haben und es ihnen dort viel besser geht. Vorurteile und Gedanken über eine Seite zu haben, die man selbst nicht kennt, das lernt man hier gut kennen. Auch wie manche ihre Erinnerungen und Kontakte halten können, obwohl eine Mauer zwischen ihnen steht, das erfahre ich wirklich deutlich auch in dieser Geschichte. Sprecher: Ich finde es toll, dass dieses Hörbuch zwei Sprecher hat. Einmal Nora wo Nana Spier die Sprecherin ist und das auch wirklich lebendig darstellt, und dann noch Aron der von Stefan Kaminski dargestellt wird, und der auch das passende Dialekt zur Geschichte spricht. Beide machen die Geschichte lebendig und nahbar und zugleich hat man das Gefühl das die Stimmen wirklich diese Geschichte deutlich darstellen und aufzeigt wie es einst war. Charaktere: Nora, Aron, die Oma von Aron und Bommel, das sind die Hauptakteure. Auf jeder Seite des Hörbuches kann man noch andere Charaktere kennenlernen die die Geschichte lebendig machen und vor allem kann ich mir dadurch gut vorstellen wie es damals wohl abgelaufen ist. Am meisten hat mich dann doch die Oma von Aron berührt, die einfach süß in ihrer Art ist und zugleich aufzeigt, welche Gefahren es geben kann. Letztlich finde ich die Charaktere wirklich passend und realistisch. Spannung: Wie kommt es mit Bommel und warum hängt er auf beiden Seiten des Landes herum, das fand ich faszinierend und vor allem welche Geschichten wirklich passieren, denn ich selbst kann mir das nur zum Teil vorstellen, doch dank der Geschichte konnte ich mir das doch deutlicher vorstellen, wobei ich als Wesi tatsächlich als Kind schon einmal im Osten war, weiß ich nur noch begrenzt wie es war, das einzige was mir in Erinnerung blieb, war das in Westen alles grün und bunt war, und im Osten seltsamerweise alles grau, das blieb mir in Erinnerungen und genau das wird richtig gut auch hier dargestellt, wer also gerne wissen möchte, wie es damals zuging, der wird hier gut erfahren wie es war. Empfehlung: Wie schon erwähnt finde ich es wirklich gelungen wie dieses Hörbuch dargestellt wird, auch wie Bommel seine Reise unternimmt – eher unfreiwillig aber immerhin – und wie die Vorurteile gegenüber der anderen Seite des Landes doch Gestalt in sich trug. Faszinierend und spannend. Realistisch dargestellt und zum Glück gibt es jetzt ein Deutschland das nicht mehr geteilt ist. Bewertung: Mir hat die Geschichte wirklich gut gefallen und genau deswegen gibt es fünf Sterne! Es weckte alte Erinnerungen in mir und wie toll es damals als Kind war durch die beiden Teile Deutschlands zu reisen und zugleich auch, wie gefährlich das war.

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Ein originelles Mauerabenteuer - vor der Wende

Von: danielamariaursula

17.06.2019

Deutschland in den 80er Jahren, Berlin ist eine geteilte Stadt. Eine Mauer zerschneidet sie in zwei Teile Ost (DDR) und West (BRD) und damit auch mitten durch Straßenzüge wie z.B. die Sonnenallee, die Schwedter Straße oder die Wolliner Straße. Das macht auch heute noch das Navigieren durch Berlin schwierig, aber damals war die Mauer zwischen den 2 politischen Systemen schier unüberwindbar. In der Wolliner Str. 54 lebt Aron vorübergehend. Seine Eltern sind als linientreue Genossen zu einem Forschungsaufenthalt in Moskau, so daß Aron, ein leidenschaftlicher Drachen- und Flugzeugkonstrukteur zu seiner Oma zieht. Die ist nicht ganz so linientreu, aber Rentnerin und wohnt in einem der Mauerhäuser. Während sie mal wieder einem ihrer Ausflüge in den Westteil der Stadt macht, was Rentner durften, bleibt Aron zurück. Und nicht nur er, auch Meerschweinchen Bommel von den Müllers, die in einer Nacht- und Nebelaktion ausgereist, oder geflüchtet sind. Wer weiß das schon. Die Nachbarn wollen Bommel grillen und verspeisen, das kann Aron nicht zulassen, aber bei Oma kann er auch nicht leben, wegen der Katze, die frisst bestimmt Meerschweinchen. Also muß Aron Bommel aus den Klauen der gierigen Metzgersfamilie befreien und in Sicherheit bringen. Auf der anderen Seite der Mauer lebt Nora, in der Wolliner Straße 45. Sie wünscht sich nichts so sehr wie ein Meerschweinchen, doch ihre Eltern wollen keine Haustiere, noch nicht mal ein kleines Meerschweinchen. Darum drückt sich Nora auch immer in der Zoohandlung um die Ecke herum, um bei den Tieren sein zu können, so oft, daß sie mit Antonio, dem geistig zurückgebliebenen Sohn der Eigentümerin sogar schon befreundet ist. Als ihre beste Freundin nun auch dem „Vier-Pfoten-Club“ der Oberklassenzicke beitritt und zu einer Geburtstagsparty einlädt, zu der man nur mit seinem Haustier darf, hat Nora ein echtes Problem. Ob sie sich ein Meerschweinchen aus dem Zooladen ausleihen darf, oder woher soll sie ein Tier nehmen? Es empfiehlt sich mit der CD von Arons Geschichte zu beginnen, da diese zeitlich zuerst beginnt. Dies ist nicht vermerkt, aber sinnvoll finde ich, nicht jedoch zwingend. Es ist eine Wendegeschichte, obwohl die Wende in der Politik sich noch nicht bemerkbar machte, die Teilung aber allzeit gegenwärtig in den Köpfen der Bewohner Berlins. Doch die Kinder heute können sich das gar nicht mehr vorstellen und es ist auch nicht mehr so viel davon zu sehen, außer daß es an einigen Stellen schwierig ist, die vom Mauerpark geteilten Straßen mit dem Auto zu durchqueren. Wie soll man also Kinder das begreiflich machen, was es damals bedeutete in Berlin zu wohnen, während heute die Problematik bezahlbarer Mieten im Vordergrund steht? Am Besten mit einer Geschichte, einer Geschichte, die in Ost und West spiel, aus der Sicht von Kindern, Junge und Mädchen, damit sich alle angesprochen fühlen. Und wofür brennen alle Kinder, meist vergeblich? Klar für Haustiere! Doch diese Geschichte hier basiert tatsächlich auf wahren Begebenheiten, das fliegende Meerschweinchen hat es gegeben, ebenso wie Aron und Nora, die aber wohl anders hießen, und natürlich die Plastiktüte. Ich hatte befürchtet, es könnte langweilig sein, weil Arons und Noras Geschichten zu viele Überschneidungen hätten, aber es reizte mich, da das Buch ein Wendebuch ist, das man von zwei Seiten, aus verschiedenen Perspektiven lesen kann, dann dreht man es um und fängt wieder an. Wie soll das denn bitte schön, bei einem Hörbuch funktionieren? Es funktioniert sogar sehr gut! Als ich das Hörbuch auspackte, mußte ich grinsen. Solch eine Hülle hatte ich ja noch nie gesehen, sie lässt sich von vorne und hinten öffnen! Es gibt kein CD 1 oder CD 2, weil es kein vorne und kein hinten, kein richtig und kein falsch gibt. Es sind zwei unabhängige Geschichten, die sich am Ende bzw. in der Mitte bei der Rettung des Mauerschweinchens Bommel treffen, als Happy End sozusagen hat Bommel fliegend die Teilung der Stadt überwunden. Stefan Kaminski ist selbst Ostberliner und hat auch schon zuvor „Das Labyrinth der Lügen“ einen Jugendkrimi zur Teilung der Stadt gelesen. Er liest Arons Geschichte sehr nachlebbar. Seine Unsicherheit, als seine Oma plötzlich auch weg ist, nachdem sie mal wieder rüber in den Westen ist, seine Verzweiflung, als Bommel gegrillt werden soll und seine Entschlossenheit ihn zu retten, all das hört man seiner Stimme an. Dabei schließen Aron und sein neuer Zufallsfreund einen kühnen Plan. Der ist nicht ganz ohne, denn in der DDR mußte man stets auf der Hut sein, vor Spitzeln, vor allen möglichen Gefahren und zu vertrauen konnte gefährlich sein. Doch für Bommel, wagt Aron es. Das Zögern, das Zweifeln, der Mut der Verzweiflung, all das kann man Aron, alias Stefan Kaminski sehr gut anhören und somit mitfühlen. Besonders das Bespitzelungsgefühl ist sehr gut gelungen, denn eigentlich sollte man sich ja als Kind mit diesem Gefühl nie auseinander gesetzt haben. Fast schon agentenmäßig spannend! Die Westberlinerin Nana Spier spricht hingegen Nora (das Buchstabenspiel der Vornamen Aron und Nora von der Autorin finde ich schon klasse). Ebenfalls verzweifelt, weil sie ein echtes Problem hat. Sie wünscht sich sehnlichst ein Meerschweinchen zu Weihnachten und bekommt einen Zauberkasten! Außerdem hat sie Streit mit ihrer besten Freundin und die Klassenzicke, hackt auf ihr rum! Diesen Mädchenkonflikt kann man Nana Spier genau anhören, auch diese Biestigkeit von der Nora sich bedroht und verunsichert fühlt. Dennoch ist auch dieser Handlungsstrang, auch jungstauglich, denn sie ist ziemlich gewitzt und keine Tussi. Dilemmamäßig spannend! Ein Hoch auf die wahrscheinlich tierliebste Plastiktüte der Literaturgeschichte. Eine sehr außergewöhnliche Geschichte über den Alltag und seine Tücken in der damals geteilten Stadt. Deutsch-deutsche Geschichte wird so auch für Kinder ab 9 Jahren hör- und fühlbar! Ich bedanke mich ganz herzlich für dieses wirklich originelle Hörexemplar bei cbj audio

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Vita

Katja Ludwig lebt mit ihrer Familie in Brandenburg und Berlin. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als Chirurgin. Die Geschichte vom "Mauerschweinchen" beruht auf einer wahren Begebenheit, von der ihr einmal eine Freundin vor vielen Jahren erzählt hat. Das Meerschweinchen, das auf höchst ungewöhnliche Weise seinen Besitzer wechselt, hat es wirklich gegeben. Ebenso die beiden Jungen, die ihm zu dieser Reise verhalfen, und das Mädchen, dessen sehnlichster Wunsch so wunderbar in Erfüllung ging.

Zur AUTORENSEITE

Stefan Kaminski wuchs wie der Protagonist Aron als „Ostberliner Junge“ in der DDR auf. Er ist vor allem durch sein Live-Hörspiel-Format Kaminski ON AIR und aufgrund seiner unglaublich variablen Stimme bekannt. Für cbj audio hat er u.a. bereits Ute Krauses DDR-Kinderroman Im Labyrinth der Lügen eingelesen und wurde dafür 2017 mit dem Deutschen Kinderhörbuchpreis ausgezeichnet.

Nana Spier wurde wie die Protagonistin Nora in Westberlin geboren. Sie ist die deutsche Stimme von Drew Barrymore, Sarah Michelle Gellar und Claire Danes und eine mehrfach ausgezeichnete Hörbuch- und Hörspielsprecherin (Hörspiel-Award 2005 & Ohrkanus 2010). Eltern und Kinder lieben sie besonders für ihre humorvollen Lesungen der Kinderbuchreihen Petronella Apfelmus, Poppy Pym oder Julie Jewels.

© Matthias Scheuer
Stefan Kaminski
Nana Spier

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