Die Farbe von Milch

Ungekürzte Lesung mit Laura Maire
Hörbuch CD
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Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte.

Mary ist an harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch als sie fünfzehn wird, ändert sich alles. Mary zieht in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten. Bei ihr, einer zarten, mitfühlenden Kranken erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Für Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

Gelesen von Hörbuchpreisträgerin Laura Maire

(4 CDs, Laufzeit: ca. 4h 38)


Aus dem Englischen von Wibke Kuhn
Originaltitel: The Colour of Milk (Penguin Books London)
Originalverlag: Eisele Verlag
Hörbuch CD, 4 CDs, Laufzeit: ca. 4h 38 min
ISBN: 978-3-8371-4276-1
Erschienen am  11. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Gesellschaftskritische , berührende Geschichte,,,,

Von: Angela Busch

27.05.2019

Wir befinden uns im Jahre des Herrn 1831 und mein Name ist M.A.R.Y. Dieses fantastisch erzählte Frauenschicksal ist eines von vielen ähnlichen Geschichten, die in der Vergangenheit in abgewandelter Form vielleicht Tausenden junger Mädchen passiert ist. Die Stimme der erzählenden und ausgezeichneten Hörbuch-Preisträgerin Laura Maire hat sich meinem Kopf ganz tief eingeprägt mit ihren vielen beeindruckenden Nuancen, die sie wiedergibt. Alles ist hervorragend verbunden mit dem einfachen, schlichten Text der Geschichte. Diese Stimme und der zugehörige Inhalt des Buches der Autorin Nell Leyshon hat ganz tiefe Empfindungen in mir ausgelöst, wie teilnehmende Freude an der Natur, Verständnis für das einfache und harte Bauernleben der damaligen Zeit. Bedauern, Entsetzen und Trauer, welche sich ganz langsam und bedrohlich in mir aufgebaut haben, standen im krassen Gegensatz zu Mary's heiterem und ehrlichem Wesen. Die Autorin hat die Geschichte in einfachen, vielen kurzen Satzwiederholungen dargestellt, welche mich am Anfang etwas gestört haben, die aber dann doch irgendwie passend waren. Die Gesellschaftstrennung der verschiedenen Klassen wurde im 19. Jahrhundert noch streng durchgeführt. Viele Bauernfamilien kämpften um das nackte Überleben, auf Bildung und Erziehung nach heutigen Schulmaßstäben wurde nicht viel Wert gelegt. Die Kinder wurden als volle Arbeitskraft benutzt, um das Überleben der Familie zu sichern. Lesen und Schreiben konnte aus dieser Gesellschaftsschicht kaum jemand. Doch die Familien verfügten über eine Herzensgüte und ein Zusammengehörigkeitsgefühl , welche in entscheidenden Situationen zu Tage traten. Mary wurde durch ihren hart erziehenden Vater durch diesen verordneten Dienst aus materieller Not in das Pastoren Haus, in eine andere Welt der geistigen Bildung geworfen. Sie durfte mit glühenden Wangen den Prozess des Lesens und Schreibens erlernen und erarbeitete sich dadurch eine für sie ganz neue Ausdrucksmöglichkeit.... und doch verlor sie ihre positive, einfache Einstellung zum Leben. Meine Bewertung: FÜNF ***** Sterne für diese beeindruckend aufgenommene Audio CD.

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*+* Nell Leyshon:

Von: Irve

29.04.2019

„Mein Name ist Mary. M-A-R-Y.“ So stellt sich die Erzählerin vor und schon allein dieser Satz entfachte ein Feuerwerk an Fragen in meinem Kopf. Mary ist kein ungewöhnlicher Name, wir alle wissen, wie man ihn buchstabiert. Warum weist Mary uns so explizit darauf hin, und das mehrmals im Verlauf des Romans? Und warum betont sie immer wieder, dass sie uns alles erzählen wird? Was ist bloß geschehen? Zunächst erzählt uns Mary von ihrem harten, entbehrungsreichen auf dem Bauernhof, auf dem sie gemeinsam mit ihren drei Schwestern, den Eltern sowie ihrem Großvater – der einzige, der außer ihr selbst Herz zu haben scheint-, lebt. Die Arbeit, das lieblose Verhältnis zu ihren Eltern, das zweckmäßige Zusammenhalten mit ihren Schwestern ließen mich einige innere Tränen vergießen. Wie gut, dass Mary Großvaters Augenstern ist und er ihr immer wieder schöne Momente schenkt und sie aufrichtig liebt. Marys beste Freunde sind die Tiere, sie schenken ihr regelmäßig Trost. Als der Vater ihr eröffnet, sie arbeite ab dem nächsten Tag als Dienstmädchen für die Pfarrersfamilie, ist sie bestürzt. Denn so schlecht sie es oft auf dem Bauernhof hat, er ist ihr Zuhause. Sie hat aber keine Wahl, muss tun, was man ihr sagt. Mühsam fügt sie sich in den Haushalt des Dienstherrn ein. Mit ihrer oft spitzen Zunge eckt sie ebenso an, wie sie dafür Respekt bekommt. Sie sagt, sie kann nicht anders. Mary ist ein einfaches Bauersmädchen, grundehrlich, fern jeglicher Hinterlist. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge und spricht schneller als sie denkt. Dem Pfarrer und vor allem seiner Frau scheint das eher zu gefallen als zu stören. Das Mädchen spürt zum ersten Mal Wärme und Wohlwollen. Dieses Glück währt nicht lange, denn die kränkliche Pfarrersfrau stirbt und Mary ist nun in alleiniger Gesellschaft des Hausherrn. Der nimmt sich ihrer an, sorgt weiterhin für sie. Alles ist gut, bis die Trauer um den Verlust der Frau zu schwer wiegt. In dieser Phase der Geschichte schließt sich der Kreis zu dem oft wiederholten Ausspruch. „Mein Name ist M-A-R-Y.“ In dieser Phase erwächst mit dem Begreifen aber auch das Grauen – mitsamt allen Folgen, die Mary in ihrer Schlichtheit ereilen. Der subtile Faden, der sich so lange im Hintergrund durch die Geschichte gezogen hat, taucht mit aller Wucht auf und ich erfasse mit einer ebensolchen Wucht die Zusammenhänge der Dinge, die Mary in ihrer unaufgeregten Art erzählt hat. Einige Momente lang wusste ich nicht, was ich denken sollte, kam dann aber zum Schluss, dass alles, was passiert ist, schlüssig ist und sich die Dinge ob ihrer (Un-)Möglichkeiten gar nicht anders hätten entwickeln können. Die Geschichte hat mich gut unterhalten, ich sah durch Marys Augen, lebte und litt mit ihr, saugte ihre Erlebnisse auf, neugierig, wie sich die Dinge entwickeln würden. Die verwendete Sprache ist einfach und schlicht, sehr passend für ein einfaches Bauersmädchen. Was mich jedoch immer wieder an den Rand der Verzweiflung brachte, war die unglaubliche Häufung von „und“, „dann“ oder auch deren Kombination „und dann“, was mich zweimal das Hörbuch fast hat abbrechen lassen. Aber Laura Maire hat an diesen Stellen für die Autorin die Kastanien aus dem Feuer geholt. Sie liest einfühlsam, geduldig, transportiert Marys Gefühle ebenso gelungen wie die Atmosphäre der Umstände, sodass mich die Sprecherin auch an für mich schwierigen Stellen bei der Stange halten konnte.

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Vita

Nell Leyshon

Nell Leyshons erster Roman Black Dirt stand auf der Longlist des Orange Prize und auf der Shortlist des Commonwealth Prize. Ihre Theaterstücke und Hörspiele erhielten ebenfalls zahlreiche Auszeichnungen. Für ihren zweiten Roman Die Farbe von Milch wurde sie neben James Salter und Zeruya Shalev für den Prix Femina nominiert. Nell Leyshon wurde in Glastonbury geboren und lebt in Dorset.

Zur AUTORENSEITE

Laura Maire

Laura Maire, geboren 1979 in München, absolvierte ihre Ausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt. Bekannt wurde sie durch eine Hauptrolle in der ARD-Vorabendserie „Verdammt verliebt”. Sie synchronisierte u. a. Brie Larson in Raum” (2016 mit einem Oscar ausgezeichnet) und Ashley Greene (als Alice Cullen) in der „Twilight”-Reihe. Auch als Hörbuchsprecherin ist Laura Maire überaus erfolgreich. Bereits zweimal wurde sie mit dem Deutschen Hörbuchpreis in der Kategorie Beste Interpretin ausgezeichnet (2011, 2014).

ZUR SPRECHERSEITE

Wibke Kuhn

Wibke Kuhn, Jahrgang 1972, arbeitete nach dem Studium der Skandinavistik und Italianistik zunächst im Verlag. 2004 machte sie sich als Übersetzerin selbstständig. Sie überträgt skandinavische, englischsprachige und niederländische Romane und Sachbücher ins Deutsche (u. a. Stieg Larsson, Hendrik Groen und Nell Leyshon) und lebt in München.

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