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Doktor Schiwago

Hörspiel mit Gert Westphal, Ludwig Cremer, Joana Maria Gorvin, Bernhard Minetti

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Hörbuch CD ISBN: 978-3-8445-1716-3

Erschienen: 08.12.2014
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Eine Liebe zur Zeit der Oktoberrevolution

Moskau, Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Arzt und Dichter Jurij Schiwago findet sich in einer großen Liebesgeschichte wieder, als er – unglücklich in seiner Ehe – der faszinierenden Lara verfällt. Sie arbeitet als Krankenschwester an der Front, er als Arzt. Doch so wie der Krieg die beiden zusammengeführt hat, reißt er sie auch wieder auseinander ...

Boris Pasternak schrieb mit seinem Aufsehen erregenden Roman ein kluges Panorama der russischen Revolutionszeit. In dem großartigen Hörspiel von 1958 erwecken über dreißig hochkarätige Sprecher die Bilder um Jurij Schiwago und Lara in den Wirren der Oktoberrevolution zum Leben.

(4 CDs, Laufzeit: 4h 16)

Boris Leonidowitsch Pasternak (Autor)

Boris Pasternak, 1890 in Moskau geboren, wuchs in einem Künstlerhaushalt auf. Seine Jugend widmete er der Musik, nach einem gescheiterten Jurastudium versuchte er sich dann an der Philosophie mit einem Studium in Deutschland. Schließlich verschrieb er sich der Lyrik, 1914 erschien sein erstes Buch. Mit „Doktor Schiwago“ setzte er 1957 außerdem seine eigenen Erfahrungen mit dem Kommunismus um. Das Werk wurde 1958 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet und 1965 verfilmt.


Sprecher

Gert Westphal wurde am 5. Oktober 1920 in Dresden als Sohn eines Fabrikanten geboren. Nach einer Schauspieler-Ausbildung am Dresdner Konservatorium erhielt er 1945 sein erstes Engagement an den Bremer Kammerspielen, nebenbei begann er bei Radio Bremen als Hörspiel-Sprecher zu arbeiten. Bereits 1948 avancierte er zum Oberspielleiter und Chef der Hörspielabteilung von Radio Bremen.
1953 wechselte Gert Westphal zum Südwestfunk in Baden-Baden, wo er bis 1959 die Hörspielabteilung leitete und zeitweilig auch Chefregisseur der Fernsehspielabteilung war. Zum Theater kehrte er 1959 als Ensemble-Mitglied des Züricher Schauspielhauses zurück, dem er bis 1980 angehörte. Seitdem war er freiberuflich als Schauspieler und Regisseur tätig, vor allem aber als Rezitator auf der Bühne und im Rundfunk, auf Schallplatte und CD.
Im Jahr 1984 bezeichnete ihn die ZEIT als 'König der Vorleser' und qualifizierte seine Vortragskunst als virtuose Inszenierung eines 'akustischen Ein-Mann-Theaters'. Er verstarb 2002 in Zürich.

Ludwig Cremer wurde am 4. Juli 1909 in Duisburg geboren. Nach einer Hörfunkausbildung bei der BBC in London war er als Hörspielleiter beim NWDR in Hamburg tätig. Für den WDR inszenierte er große Hörstücke, wie "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert, "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch und Heinrich Manns "Der Untertan" aus dem Jahr 1971, der mit dem Karl-Sczuka-Preis ausgezeichnet wurde. In den 60er und 70er Jahren war Ludwig Cremer einer der meistbeschäftigten Fernsehregisseure, der u. a. mit "Die chinesische Mauer" von Max Frisch die dramaturgische Geschichte des Fernsehens geprägt hat. 1982 starb er nach langer Krankheit im Alter von 73 Jahren.


Otto Kurth (Regisseur)

Otto Kurth, geboren 1912 in Bremen, begann seine Schauspielkarriere an den Hamburger Kammerspielen. Nach zahlreichen Engagements folgten 1938 die ersten Regiearbeiten Kurths, unter anderem mit Gustav Gründgens. Ab 1945 leitete Otto Kurth die Hörspielabteilung des Nordwestdeutschen Rundfunks und wurde dort 1947 Chefregisseur. In dieser Zeit produzierte er unter anderem die Hörspiele „Der kleine Lord“ (1956), „Die Göttliche Komödie“(1957) und „Doktor Schiwago“(1958). Später war er außerdem als Regisseur für Theater und Film und als Schauspieler für Fernsehproduktionen tätig. 1996 starb Otto Kurth in München.

Übersetzt von Reinhold von Walter
Originalverlag: S. Fischer Verlag

Regie: Otto Kurth

Hörbuch CD, 4 CDs, Laufzeit: 256 Minuten

ISBN: 978-3-8445-1716-3

€ 19,99 [D]* | € 19,99 [A]* | CHF 28,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 08.12.2014

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"Was bleibt von einem Manne, der sein Leben verloren hat?"

Von: Travel Without Moving Datum: 08.04.2017

www.travelwithoutmoving.de

Im Jahre 1958 sollte Boris Leonidowitsch Pasternak der Nobelpreis für Literatur verliehen werden, doch aufgrund des enormen Drucks der sowjetischen Regierung auf und einer Hetzkampagne gegen den Schriftsteller lehnte Pasternak den Preis ab. Dennoch wurde er aus dem sowjetischen Schriftstellerverband ausgeschlossen und bis zu seinem Tod im Jahre 1960 isoliert. Der Roman Doktor Schiwago erschien in der Sowjetunion erst im Jahre 1988, also 28 Jahre nach Pasternaks Tod.

Im Zentrum des Romans stehen Juri Andrejewitsch Schiwago und seine Geliebte Lara Guichard. Juri wächst nach dem Tod seiner Mutter und dem Suizid seines Vaters zuerst bei seinem Onkel, dann bei einer Pflegefamilie auf. In späteren Jahren studiert er Medizin, obwohl seine Leidenschaft die Lyrik ist, und heiratet Tonja, die Tochter seiner Pflegeeltern.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges arbeitet Juri an der Front, wo er im Lazarett die charismatische Lara Antipowa kennenlernt, die sich freiwillig als Krankenschwester gemeldet hat, um ihren Mann Pawel Antipow zu suchen.

Juri und Lara verlieben sich ineinander, doch werden durch den Krieg wieder voneinander getrennt.

Ich zähle russische Autoren des 19. Jahrhunderts wie Lew Tolstoi, Fjodor Dostojewski und Alexander Puschkin zu meinen Lieblingsschriftstellern und habe mich schon intensiv mit Russland/der Sowjetunion und der Geschichte des Landes beschäftigt. Pasternak als Vertreter der russischen/sowjetischen Literatur des 20. Jahrhunderts stand schon lange auf meiner Lese-To-do-Liste, und durch das Hörbuch zu Doktor Schiwago habe ich nun endlich einen Einblick in Pasternaks Werk erhalten.

Mir hat Doktor Schiwago sehr gut gefallen, obgleich ich finde, dass Pasternaks Erzähl- und Schreibstil hinter dem Talent eines Tolstoi, Dostojewski oder Puschkin zurückbleibt.

Wie auch bei den russischen Autoren des 19. Jahrhunderts dreht sich in Doktor Schiwago viel um Liebe, Tod und Leidenschaft. Doktor Schiwago ist ein tragisches Werk, das sprachlich opulent ist und bei dem die Schilderungen der Emotionen immer haarscharf am Kitsch vorbeiziehen. Ich finde dies recht typisch für russische Literatur, und obwohl ich sonst nichts für Schwülstigkeit übrig habe, gefällt mir gerade dies bei russischen Autoren besonders gut, weil es meist authentisch wirkt und überzeugend ist.

Sehr deutlich zu spüren sind die Einflüsse aus der Philosophie und der Geschichte Russlands - und damit die Einflüsse aus Pasternaks eigenem Leben, die hier klar ins Werk eingeflossen sind.

Das Hörbuch wurde großartig gelesen und wirkt durch die gelegentlichen Musikeinspielungen und die wechselnden Leser sehr lebendig. Meiner Meinung nach kommen dem Hörer Kenntnisse über das zaristische Russland, die Oktoberrevolution und die Sowjetunion sehr zugute, da man so die Geschichte um Juri und Lara sowie die persönliche Entwicklung Juris besser einordnen und verstehen kann.

Boris Leonidowitsch Pasternak: Doktor Schiwago. Übersetzt von Reinhold von Walter. Gelesen von Gert Westphal, Ludwig Cremer, Joana Maria Gorvin und Bernhard Minetti. der Hörverlag, 2014; 19,99 Euro.

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