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"Sie zu lieben, mein Freund, ist eine hohe Kunst." Thomas Mann, Agnes E. Meyer: Der Briefwechsel

Auswahl mit Udo Wachtveitl, Dagmar Manzel, Jesko von Schwichow

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Hörbuch CD ISBN: 978-3-8445-2558-8

Erschienen:  13.06.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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"Tonio, Sie sind hart wie Stein, wenn Sie treffen wollen." Agnes E. Meyer

Sie war seine Gönnerin, er war ihr Briefpartner von 1937 an bis zu seinem Tod 1955. Obwohl Thomas Mann von der nahezu grenzenlosen Bewunderung erheblich profitierte, die ihm Agnes E. Meyer entgegenbrachte, sah er ihre Hilfe bisweilen als störende Einmischung in sein Leben. Im Gegenzug erwartete Agnes E. Meyer ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und nahm für sich das Recht in Anspruch, ihn zu kritisieren und ihm Ratschläge zu erteilen. Abgesehen von einem großen Streit im Mai 1943, der fast zum Abbruch der Beziehung geführt hätte, hielt Thomas Mann den Kontakt zu seiner Mäzenin jedoch aufrecht und ließ sie in vielen Briefen an seinen Gedanken, Plänen, Aktivitäten und an der Entstehung seines Werkes teilhaben.

Gelesen von Udo Wachtveitl, Dagmar Manzel und Jesko von Schwichow, ausgewählt von Sonja Valentin, mit einem umfangreichen Booklet.

(2 CDs, Laufzeit: 2h 38)

Thomas Mann wurde 1875 als Sohn einer Kaufmanns- und Senatorenfamilie in Lübeck geboren. Ohne Abitur und abgeschlossene Ausbildung arbeitete er als Redakteur beim "Simplicissimus", bevor ihm der Roman "Buddenbrooks" (1901) und die Erzählung "Tonio Kröger" (1903) ein Leben als Schriftsteller ermöglichten und ihn schon in jungen Jahren berühmt werden ließen. 1929 erhielt Thomas Mann den Nobelpreis für Literatur, vier Jahre später musste der Schriftsteller aus dem nationalsozialistischen Deutschland emigrieren. Von 1933 an lebte Thomas Mann im Exil, erst in der Schweiz, ab 1938 in den USA. Dort nahm er 1944 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. 1952 kehrte Thomas Mann in die Schweiz zurück, wo er 1955, kurz nachdem er zum Ehrenbürger der Stadt Lübeck ernannt wurde, in Kilchberg bei Zürich starb.

Agnes Elizabeth Meyer wurde 1887 als Tochter deutscher Einwanderer in New York geboren. Nach ihrer akademischen Ausbildung war sie ab 1907 als Reporterin bei der „New York Morning Sun“ tätig. 1910 heiratete sie den Bankier und Finanzpolitiker Eugene Meyer, mit dem sie fünf Kinder hatte. Ihre journalistische Tätigkeit sollte dies jedoch nicht einschränken. Vor allem sozialpolitische Themen und Probleme wie beispielsweise die Bildungsreform hatten es ihr angetan. Aus ihrer Unterstützung für emigrierte Schriftsteller entstand ein reger Briefwechsel mit Thomas Mann. Zudem sammelte sie mit ihrem Mann zahlreiche Kunstwerke bedeutender Maler wie Renoir, Cézanne oder Rodin, die sie der National Gallery of Art in Washington stifteten. Agnes E. Meyer gilt heute als sehr bedeutende amerikanische Journalistin und Verfechterin der Menschenrechte.


Sprecher

Dagmar Manzel ist eine echte Berlinerin. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Von 1983 bis 2001 gehörte sie dem Ensemble des Deutschen Theaters Berlin an, seither ist sie als freiberufliche Schauspielerin und Sängerin für zahlreiche Theater-, Opern-, TV- und Kinoproduktionen tätig. Für ihre feinsinnige Interpretation außergewöhnlicher Frauenrollen wurde sie mit zahlreichen Preisen geehrt. 2002 wählte sie "Theater heute" zur Schauspielerin des Jahres, sie konnte 2000 und 2006den Deutschen Fernsehpreis, 2004 den Adolf Grimme Preis und 2012 den Deutschen Filmpreis entgegennehmen. Auf großer Kinoleinwand war sie zuletzt in Helmut Dietls "Zettl" (2011) oder in "Die Unsichtbare" (2010) zu bewundern. Die Schauspielerin lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Mit der Filmbranche kam Udo Wachtveitl, geboren1958 in München, schon als Kind über kleine Statistenrollen in Kontakt. Erste Bühnenerfahrungen sammelte er dann als Gitarrist einer Schülerband. Sein erstes Theater-Engagement erhielt Wachtveitl am Theater der Jugend in München. Es folgten Engagements am Thalia Theater Hamburg, am Münchner Volkstheater sowie am Theater 44. Seit seiner ersten Filmrolle in "Die Weber" hat Wachtveitl in über 60 TV-Produktionen mitgewirkt. Bei seinen Fans beliebt ist der Schauspieler besonders durch seine Rolle als Ermittler Franz Leitmeyer im "Tatort", wo er seit 1991 an der Seite von Miroslav Nemec (alias Ivo Batic) gefährliche Übeltäter jagt. Ende der 90er Jahre entdeckte Wachtveitl sein Talent für das Inszenieren und Schreiben von Drehbüchern. Sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor gab er 1998 mit dem Krimi "Silberdisteln". Die Gaunergeschichte "Krieger und Liebhaber" und die Mediensatire "Die Quotensau", gefördert vom FilmFernsehFonds Bayern, folgten. Mit der musikalisch untermalten Lesung "Mörderisches Bayern" tourt Wachtveitl, der immer noch in München lebt, außerdem seit einigen Jahren immer wieder durch den Freistaat. 2001 wurde Wachtveitl mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet.


Sonja Valentin (Bearbeiterin, Regisseurin)

Sonja Valentin, geboren 1971, studierte Germanistik, Anglistik und Journalistik in Hamburg und London. Es folgten diverse Theater- und Filmprojekte, u. a. mit Karin Beier, Peter Zadek und István Szabó. Nach Stationen am Goethe-Institut in London und am Wiener Burgtheater arbeitete sie als Dramaturgin an verschiedenen Theatern in Hamburg, London und Berlin. 2015 veröffentlichte sie eine umfassende Dokumentation und Analyse der Deutsche Hörer!-Sendungen Thomas Manns: "Steine in Hitlers Fenster. Thomas Manns Radiosendungen Deutsche Hörer! 1940-1945".


Hans Sarkowicz (Redakteur)

Hans Sarkowicz studierte Geschichte und Germanistik in Frankfurt und arbeitet seit 1979 beim Hessischen Rundfunk. Er leitet das hr2-Ressort Kultur, Bildung und künstlerisches Wort, zu dem u. a. die Hörspiel-, die Literatur- und die Feature-Redaktion gehören. Ferner ist er als Autor von Biografien, z.B. über Erich Kästner und Heinz Rühmann, tätig und verfasste zahlreiche Bücher zu historischen Themen.

Regie: Sonja Valentin
Bearbeitet von Sonja Valentin
Redaktion: Hans Sarkowicz

Hörbuch CD, 2 CDs, Laufzeit: 158 Minuten

ISBN: 978-3-8445-2558-8

€ 19,99 [D]* | € 22,50 [A]* | CHF 27,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen:  13.06.2017

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Die Liebe von Thomas Mann

Von: Jan C. Behmann - behmannsblog.de Datum: 25.12.2017

behmannsblog.de

Agnes E. Meyer war eine reiche Frau. Eine, die sich schlussendlich alles kaufen konnte. Fast alles. Denn die Anerkennung und die Freundschaft Thomas Manns war eine derjenigen „Dinge“, die mit keinem Geld der Welt käuflich waren, dennoch sie daher umso mehr begehrlich wurden.

Ab 1937 bis zu seinem Tode 1955 unterhielten beide einen Briefwechsel, der in dieser Audio-Fassung mit großer Liebe zum Detail vertont wurden. Nicht nur die Briefe werden abwechselnd vorgelesen, sondern durch Tagebuchaufzeichnungen Manns ergänzt. So divergiert manchmal das Geschriebene vom Gemeinten. Denn Meyer war Manns Förderin in mäzenatischer Art, wollte aber im Gegenzug Aufmerksamkeit und die Akzeptanz, ihre Ratschläge wahrzunehmen.

Die Sprecher Udo Wachtveitl (eher aus dem Münchner Tatort bekannt), Dagmar Manzel und Jesko von Schwichow machen einen guten Job.

Die Beziehung von Mäzen zu Künstler ist eine schwierige. Denn sie ist fragil, beruht auf Begehrlichkeiten, die sich der jeweils andere habhaft machen will. Es können Abhängigkeiten entstehen und peinliche Momente. Denn der geförderte ist immer auf das Wohlwollen des Förderers angewiesen und will sich diesem, ähnlich einem Kinde, entziehen.

Uli Hoeneß beschrieb das einmal so passend, dass wenn ein Scheich einen Fussballverein fördert, das zwar zu begrüßen sei, aber es klar sein müsse in der Beziehung, dass es kein beliebiges Invest ist. Denn, so Hoeneß, bei manchen Vereinen sei die Situation so, dass wenn der Scheich keine Lust mehr habe und lieber „in Pferdl investieren wolle, man den Verein als Puzzle am Kiosk kaufen könne“. Die Rechnung ist einfach wie schwer: Das Geben und Nehmen muss sich eine Waage halten, es darf nie chemisch kippen.

Aber dass tut es natürlich. Andernfalls ließe sich dieser Briefwechsel nicht so gut exkludieren. Denn es passiert natürlich das erwartbare: Beide zerstreiten sich auf das Übelste, hassen sich, demütigen sich, verletzen sich und sind dann nur noch eins: vulnerabel. Die Kinder werden mit einbezogen, es ist ein Stellungskrieg der Emotionen. Die Beziehung wird per Brief und Telefon gepflegt, doch sind wir nicht in der Zeit der blitzschnellen Kommunikation. Frust, Missverständnisse und Mund-zu-Mund-Post können herrlich gedeihen und tun das auch.

Die Pein ist beiderseits groß, Mann fühlt sich eingeengt und in Dankbarkeitspose gedrückt, Meyer fühlt sich ungerecht behandelt, da unverstanden. Das ganze kracht also hemmungslos durch die Niveaudecke nach unten, um dann, tja, was wird dann? Die Antwort ist nicht leicht, sie ist auch nicht zu geben. Wichtig ist daraus zu lernen, dass man eher defensiv agieren sollte, denn zerschlagenes Geschirr lässt sich schwer kleben.

Es ist mir ein Anliegen zu erwähnen, dass die Ausstattung der CD-Hülle ausserordentlich geschmackvoll geraten ist.

„Sie zu lieben, mein Freund, ist eine Kunst.“ ist erschienen in Der Hörverlag/Random House

Ich danke dem Verlag; ich erhalte kein Honorar.

Abhängigkeit durch Zufall oder doch Schicksal ?

Von: Christel Stephan  aus 60320 FRankfurt am Main Datum: 07.04.2017

Die Geschichte geht sonderbare Wege.
Ein unabhängiger Geist wird durch die Politik aus Deutschland vertrieben und abhängig von einer fremden Frau, die ihn wie ein kleines Kind erziehen, besitzen und bezahlen möchte, aber in der Krise des fast- Abbruchs der Beziehung doch offenbart, dass die Zuneigung zu ihm und die Achtung vor ihm grösser ist als das Affektierte und Hyperaktive, das sie umgibt und sie ihm Verständnis entgegenbringt.
Auch ich fand sie am Anfang maniriert und affektiert, habe aber später festgestellt, dass sie eine grosse Persönlichkeit wie Mann selber ist und ihm ebenbürtig in ihrem aktiven Leben und Wirken ist.
Warum sie ihn so sehr liebte (Trophäe ?) oder eine Liebesbeziehung zu ihm haben wollte ("begehrenswerte" moderne Frau), wo er doch homosexuell veranlagt war, wurde mir nicht klar, sie hat es wohl erst später begriffen und ihn dann Tonio genannt.

Sehr lesenswert. Gehört in hr2 beim Kulturfrühstück:

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