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Hörbuch CD ISBN: 978-3-8445-2447-5

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Erschienen: 10.10.2016
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Der Rechtsstaat muss gelten, sonst macht sich der Mensch zum Gott. DER SPIEGEL

Ein Terrorist kapert eine Passagiermaschine und zwingt die Piloten, Kurs auf ein voll besetztes Fußballstadion zu nehmen. Gegen den Befehl seiner Vorgesetzten schießt ein Kampfpilot der Luftwaffe das Flugzeug in letzter Minute ab, alle Passagiere sterben. Der Pilot muss sich vor Gericht für sein Handeln verantworten. Seine Richter sind die Theaterbesucher, sie müssen über Schuld oder Unschuld urteilen.

Das Hörspiel von Ferdinand von Schirach ist von bedrückender Aktualität. Es stellt die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen. Werden wir uns für die Freiheit oder für die Sicherheit entscheiden? Wollen wir, dass die Würde des Menschen trotz der Terroranschläge noch gilt?

(2 CDs, Laufzeit: 1h 31)

Ferdinand von Schirach (Autor)

Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Die Erzählungsbände »Verbrechen« und »Schuld« und die Romane »Der Fall Collini« und »Tabu« wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen bisher in vierzig Ländern. »Terror«, sein jüngstes Werk, zählt zu den erfolgreichsten Theaterstücken unserer Zeit. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.


Sprecher

Martina Gedeck, geboren in München, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Universität der Künste Berlin. Ihr Theaterdebüt gab sie am Frankfurter Theater am Turm, es folgten Engagements in Hamburg, Basel und Berlin. Gleichzeitig begann ihre vielfach prämierte Karriere (u. a. Adolf-Grimme-Preis) als Filmschauspielerin. Erste Filmrolle in Dominik Grafs Die Beute. Seitdem über 50 Produktionen für Film und FS, u. a. in Hölleisengretl, Der bewegte Mann, Rossini oder kürzlich in Bella Martha, für die sie 13 Preise gewann, zuletzt 2003 Die Goldene Kamera als beste Schauspielerin.

Burghart Klaußner, geb. 1949 in Berlin, erhielt seine Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel in Berlin. Er hatte Engagements am Maxim Gorki Theater Berlin, Schauspielhaus Bochum, Schauspielhaus Zürich, Deutsches Schauspielhaus in Hamburg u.v.a. Außerdem wirkte er in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen mit und wurde mehrfach ausgezeichnet. Zuletzt mit dem deutschen Filmpreis für seine Rolle in „Das weiße Band”. Als Hörbuchsprecher liest er u.a. „Verbrechen“ von Ferdinand von Schirach.

Lars Eidinger, geboren 1976, ist seit 1999 Ensemblemitglied an der Berliner Schaubühne. Seit 2005 widmet er sich auch Film und Fernsehen und war u. a. in "Polizeiruf 110" und im "Tatort" zu sehen, sowie z. B. in den Filmen "Alle anderen" oder "Was bleibt". Er wurde bereits mit dem Grimme-Preis, dem Preis der Deutschen Filmkritik sowie zuletzt 2016 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.

Florian David Fitz, geboren 1974, begann seine Schauspielkarriere nach seiner Ausbildung in Boston zunächst am Theater. Doch bereits seit 1999 ist er regelmäßig im Fernsehen zu sehen. 2009 gab er sein Kinodebüt im Film "Männerherzen". Seither war er in zahlreichen Kinofilmen, z. B. "Vincent will Meer", "Jesus liebt mich" oder "Der geilste Tag", als Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur tätig. Für seine künstlerischen Leistungen wurde ihm u. a. ein Bambi, der Bayersiche Filmpreis sowie der Deutsche Filmpreis verliehen.

Michael Bideller, geboren 1954, ist Schauspieler und Synchronsprecher. Seit 1975 ist er regelmäßig auf der Bühne zu sehen, sowie seit 1992 auch vermehrt in Fernsehproduktionen wie „Polizeiruf 110“, „Großstadtrevier“ oder „Rote Rosen“. Seine Stimme ist in zahlreichen internationalen Filmen und Serien zu hören, und auch in mehreren PC-Spielen.

Hörbuch CD, 2 CDs, Laufzeit: 91 Minuten

ISBN: 978-3-8445-2447-5

€ 14,99 [D]* | € 14,99 [A]* | CHF 21,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

NEU
Erschienen: 10.10.2016

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Terror

Von: miss.mesmerized Datum: 19.11.2016

https://missmesmerized.wordpress.com

Ein Gerichtssaal. Der Angeklagte ein Bundeswehrsoldat. Der Vorwurf: 160-facher Mord. Die Umstände: er hat ein ziviles Flugzeug, das von Terroristen gekapert wurde und Kurs auf die vollbesetzte Münchener Allianz Arena hielt, vor dem Einschlag abgeschossen. Er handelte in dem Wissen, gegen eine Anweisung seiner Vorgesetzten zu verstoßen. Er handelte eigenmächtig und tötete eine große Anzahl Menschen. Er ist schuldig. Aber hat er sich auch moralisch schuldig gemacht? Selbstjustiz oder mutiges Agieren eines Einzelnen zur Rettung vieler? Die Verhandlung muss dies klären.

Ferdinand von Schirach ist für seine brisanten Themen bekannt. Mit „Terror“ trifft er zudem den Nerv der Zeit, seit nunmehr fast zwei Jahren sieht sich Europa zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg wieder unmittelbaren Bedrohungen ausgesetzt und tagtäglich muss man mit Schreckensmeldungen in direkter Nähe rechnen. Dies hat unweigerlich Einfluss auf das moralisch-rechtliche Empfinden. Was jahrzehntelang nur blanke Theorie war, wird nun zum Ernstfall. In diese Kerbe schlägt auch von Schirachs Szenario, das heutzutage vorstellbar und keineswegs nur theoretisch konstruiert erscheint. Die Verhandlung wird sachlich geführt, es werden Argumente und Sichtweisen dargelegt, die dem Zuhörer erlauben, sich selbst eine Meinung zu bilden. Die Staatsanwältin spielt auch Advocatus Diaboli, wenn sie den Angeklagten auf ganz persönlicher Ebene konfrontiert, um seine Motivation zu testen.

Der Stoff ist ursprünglich als Theaterstück gedacht, in dem das Publikum am Ende ein Urteil fällen darf. Da in meiner Nähe keine Aufführung geplant ist, habe ich zum Hörbuch gegriffen, was sehr lebendig und überzeugend umgesetzt wurde und einem beim intensiven Zuhören auch eindringlich die Thematik näherbringt. In diesem speziellen Fall scheint mir die Hörfassung wirklich Vorzüge gegenüber dem geschriebenen Text zu haben, da es sich rein um Dialog handelt, der am besten eben gesprochen wird.

Fazit: Gibt es derzeit relevantere Themen? Nein. Kann man sich diesem entziehen? Nein. Gibt es irgendeinen Grund, weshalb man nicht seine eigenen ethisch-moralischen Grundsätze auf die Probe stellen sollte? Nein. Dann bleibt nur nachhören und vor allem nachdenken.

Ein Thema, das uns alle etwas angeht

Von: Sabs Bookparadise Datum: 18.11.2016

sabsbookparadise.blogspot.ch/

Um was geht es? Als ein Flugzeug von einem Terroristen entführt wird, trifft Lars Koch eine schwerwiegende Entscheidung: Er opfert die 164 Passagiere um 70'000 Menschen zu retten, die sich in einem Fussballstadion befunden haben und das Ziel des Anschlages gewesen wären. Nun steht er vor Gericht und es stellt sich die Frage: Schuldig oder unschuldig?

Ich muss zugeben, dass ich das Thema Terrorismus langsam ein wenig über habe... Man hört jeden Tag davon und ich fühle mich übersättigt mit Infos etc. Nicht falsch verstehen: Ich möchte das Thema nicht herabwürdigen oder ähnliches, nur hört man überall davon, so dass ich Bücher etc. zu der Thematik normalerweise nicht beachte.
Auf das Hörspiel bin ich aufmerksam durch das TV-Event geworden. Meine Arbeitskollegin hat das in der Firma zum Thema gemacht und wegen ihr habe ich mich dann mit 'Terror' von Ferdinand von Schirach befasst. Und was soll ich sagen? Es ist wirklich mal etwas anderes in Bezug auf die Thematik und ich bin sehr begeistert bezüglich der Umsetzung. Und da die Schauspieler auch die Sprecher sind, musste ich das Hörbuch einfach haben - es hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Man hört bei diesem Fall nur die Zeugenaussagen, die Aussagen vom Angeklagten, die Plädoies der Anwälte etc. Kurz: Die Gerichtsverhandlung. Man hat im Falle des Hörspiels nur den Aspekt des Hörens und keinen Visuellen Einfluss. Das finde ich wirklich toll gemacht! So muss der Hörer sich mit der Thematik befassen, sich seine eigene Meinung bilden und das ausschliesslich aus dem Gehörten.
Zugegeben, ist es ein schmaler Grad zwischen Schuld und Unschuld. Ja, Lars Koch hat 164 Menschen getötet und für die Hinterbliebenen finde ich es schrecklich, dass sie die Konsequenzen tragen müssen. Daher konnte ich die Frau eine Passagieres sehr gut verstehen. Wenn ich als Angehöriger direkt betroffen wäre, würde ich vermutlich auch anders denken, als Menschen, die niemanden verloren haben.

Was ich auch sehr gelungen fand, dass die Abläufe bei einem solchen Anschlag gut erklärt wurde! Die Fachbegriffe wurden den Beteiligten nicht einfach an den Kopf geworfen, sondern jeder Ausdruck wurde kurz erläutert. So konnte man sich besser in die Lage des Führungszentrum versetzen - obwohl sich auch hier einige Fragen aufgetan haben (aber das hört ihr euch am Besten selbst an)

Ein wichtiger Aspekt finde ich: Lars Koch hat im Gegenzug 70'000 Menschen gerettet! Hätte man diese Menschen sterben lassen sollen, nur weil er sich einem Befehl hätte beugen müssen? Ich finde es sehr mutig von ihm, dass er die Entscheidung zum Abschuss getroffen hat. Er hat 'das kleinere Übel' gewählt und dafür in Kauf genommen, dass die Menschen an Bord der Maschine leider sterben müssen.
Faszinierend, und zugegeben auch sehr radikal, fand ich die Aussage des Piloten an sich. Wie er zu der ganzen Sache steht, der Rechtslage etc. Das ist im ersten Moment schon ziemlich hart. Ich musste selbst zuerst darüber nachdenken, was er gesagt hat und wie ich zu den Aussagen von ihm stehe. Z.B. die Aussage, dass jeder Mensch, der sich an Bord eines Flugzeuges begibt, quasi sein Okay gibt, dass man ihn bei einem Terroranschlag tötet, fand ich sehr sehr krass. Ich selbst kann aber inzwischen seinen Ansichten zum grossen Teil zustimmen, nachdem ich es auch mit verschiedenen Personen diskutiert, mehrmals angehört und darüber nachgedacht habe.
Es gibt noch viele weitere Aspekte, auf die ich selbst nie gekommen wäre, die aber einer simplen Logikt entsprechen und mich dazu gebracht haben, einige Dinge noch einmal zu überdenken.

Die beiden Plädoies hatten beide sehr stichhaltige Argumente. Ich kann nicht sagen, dass die Staatsanwältin mit ihrer Meinung völlig daneben liegt: Auf gar keinen Fall!
Aber ich finde, dass man in solchen Ausnahmensituationen ganz andere Regeln gelten lassen muss. Und daher stehe ich persönlich mehr hinter dem Plädoier des Verteidigers, was ich wirklich wirklich gut fand!

Nachdem ich für mich selbst abgewogen habe, was ich vertreten könnte, wie ich zu den Aussagen stehe etc., bin ich für mich zu folgendem Urteil gekommen: Unschuldig!
Ich würde Lars Koch definitv frei sprechen und ihn nicht für den Abschuss und den damit verbundenen Tod der Passagiere verurteilen.

Die Sprecher fand ich wirklich toll und auch das Cover finde ich sehr gelungen.

Ich werde mir den Film auf jeden Fall noch einmal ansehen und auch das Buch dazu noch lesen. Im März kommt das Theaterstück in meine Nähe und ich habe vor, mir auch das anzusehen. Ihr seht, ich bin begeistert und komme kaum aus dem Schwärmen heraus - trotz des ernsten Themas.

Fazit

Regt zum Nachdenken an und ist super umgesetzt worden. Daher klare 5 Sterne und eine grosse Empfehlung!

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