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Unter dem Milchwald/Under Milk Wood Drei legendäre Hörspielinszenierungen

Hörspiel mit Harry Rowohlt, Sophie Rois, Richard Burton, Manfred Steffen, Inge Meysel

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Hörbuch CD ISBN: 978-3-8445-1410-0

Erschienen: 09.06.2014
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Zum 100. GEBURTSTAG von DYLAN THOMAS

Das wohl berühmteste Hörspiel der Rundfunkgeschichte kann man nicht oft genug hören – und daher gibt es nun die drei herausragenden Inszenierungen in einer aufwändig gestalteten Edition: die Sendung der BBC (1963, englisch), die Hörspielfassung des NWDR (1954) sowie die 50 Jahre später entstandene Fassung des MDR (2003). Den deutschen Produktionen liegt die einzigartige Übersetzung von Erich Fried zugrunde. Stimmliche Experimente, sinnliche Metaphern und atmosphärische Geräusche lassen das walisische Fischerdorf Llarregyb lebendig werden – und machen den Beau und Bohemien, Lyriker und Liebhaber Dylan Thomas unvergesslich.

(6CDs, Laufzeit: 4h 38)

Dylan Thomas (Autor)

Dylan Thomas, geboren 1914 in Swansea / Wales, ging 1934 nach London und arbeitete dort für Zeitschriften und für die BBC. 1949 zog er sich in den kleinen walisischen Fischerort Laugharne zurück. Er gab sich selbst den Namen "Rimbaud vom Cwmdonkin Drive", und stellte sich damit selbst in die Ahnenreihe der rebellischen Dichter. Zeitlebens gefährdete er sich selbst durch exzessiven Alkoholgenuss. 1945 erhielt er von der BBC den Auftrag, ein Hörspiel zu schreiben. So entstand "Under Milk Wood - A Play for Voices", das heute zu den wichtigsten und erfolgreichsten Werken des Walisers zählt. Es wurde im Januar 1954 zum ersten Mal gesendet. Der Autor selbst erlebte den Welterfolg jedoch nicht mehr, er war 1953 zwei Monate vor der Erstausstrahlung während einer Lesereise in New York verstorben. Zu Lebzeiten ebenso umstritten wie berühmt, gehört sein Werk inzwischen zum festen Bestandteil der modernen Poesie. Seine Sprache vereint Weltschmerz und Lebenskraft, Sprachwitz und Morbidität. Einer seiner größten Bewunderer war Bob Dylan, der sich nach ihm benannte.


Harry Rowohlt (Sprecher)

Under Milk Wood (BBC 1954)

Richard Burton, ein Freund von Dylan Thomas, spricht in dem Hörspiel "Under Milk Wood" die Rolle, die der Autor für sich selbst vorgesehen hatte. Wie Dylan Thomas ist Richard Burton in Wales geboren (1925) und war Theaterschauspieler, bevor er sich dem Film zuwandte. Die Verfilmung von Cleopatra machte ihn weltberühmt. Seine legendären Auseinandersetzungen mit Liz Taylor, mit der er zweimal verheiratet war, wurden meisterlich in "Wer hat Angst vor Virigina Woolf?" dargestellt. Seine letzte große Rolle war in George Orwells "1984", kurz bevor er 1984 starb. Er wurde mit einem Gedichtband von Dylan Thomas begraben.

Unterm Milchwald (NWDR 1954)

Manfred Steffen, geboren 1916 in Hamburg, war von 1947 bis zu seinem Tod Ensemblemitglied des Thalia Theaters in Hamburg. Er war in zahlreichen Bühnen-, Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Auch als Sprecher war Steffen sehr gefragt, so sprach er u.a. Abt Abbo in Umberto Ecos "Der Name der Rose" und Gandalf in J.R.R. Tolkiens "Der Herr der Ringe". Manfred Steffen starb 2009 in Halstenbek bei Hamburg.

Inge Meysel, geboren 1910 in Rixdorf, gab 1930 in Zwickau ihr Bühnendebüt. Als Halbjüdin 1933–1945 mit Auftrittsverbot belegt, kam Meysel dann nach dem Krieg ans Hamburger Thalia Theater. Ihre bekannteste Rolle als Annie Wiesner im Berliner Volksstück "Fenster zum Flur" brachte ihr den Beinamen "Mutter der Nation" ein. 2004 starb Inge Meysel in Bullenhausen.

Unterm Milchwald (MDR 2003)

Harry Rowohlt, geboren 1945 in Hamburg, arbeitete seit 1971 als Übersetzer, Vortragskünstler, Verfasser der Kolumne "Pooh's Corner" in der "Zeit" sowie als Darsteller des Penners Harry in der Serie "Lindenstraße". Im Hörverlag ist er auch in dem Hörspiel "Die Asche meiner Mutter" von Frank McCourt zu hören, außerdem las er Texte aus dem Essayband "Denken wir uns" seines Freundes Robert Gernhardt und ein Hörbuch mit den "Science Busters". 2015 verstrab Harry Rowohlt im Alter von 70 Jahren.

Sophie Rois, 1961 in Linz geboren, absolvierte ihre Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Frank Castorf holte sie 1992 an die Berliner Volksbühne. Ihre Leistung in Frank Castorfs "Die Nibelungen" wurde 1995 mit dem Kritikerpreis der "Berliner Zeitung" ausgezeichnet. Der Kinodurchbruch gelang Sophie Rois 1993 in Detlev Bucks "Wir können auch anders". Die Rolle der Erika Mann im Fernsehdreiteiler "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" brachte ihr 2002 den Adolf-Grimme-Preis in Gold ein.

Boris Aljinovic, geboren 1967, absolvierte sein Schauspielstudium an der Hochschule Ernst Busch. Er gab 1993 sein Leinwanddebüt in dem Episodenfilm "Flirt", von 1999 bis 2001 gehörte er zum Ensemble der Krankenhaus-Soap "Klinikum Berlin Mitte – Leben in Bereitschaft". Seit 2001 spielt er im Berliner "Tatort". Für den Hörverlag spricht Aljinovic u. a. in den Hörspielen "In 80 Tagen um die Welt" von Jules Verne und "Nachtzug nach Lissabon" von Pascal Mercier. 2007 wurde er mit dem Deutschen Hörbuchpreis als Bester Interpret ausgezeichnet.


Sophie Rois (Sprecherin)

Sophie Rois, geboren 1961 in Linz, hat die großen Frauen des letzten Jahrhunderts gespielt - Rosa Luxemburg, Sophie Scholl -, und ihre Stimme stimuliert das Feuilleton zu atemberaubenden Analogien: "wind- und wettergestählt; weihrauch-, nikotin-, eventuell enziangehärtetes Reibeisen." Über ihre Arbeit sagt sie: "Für mich ist Theater eine der letzten großen kultischen Veranstaltungen, eben weil es Schweiß und Tränen kostet." Für die Rolle der Erika Mann in dem Fernseh-Dreiteiler "Die Manns ein Jahrhundertroman" wurde Sophie Rois mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.


Richard Burton (Sprecher)

Richard Burton, ein Freund von Dylan Thomas, spricht in dem Hörspiel "Under Milk Wood" die Rolle, die der Autor für sich selbst vorgesehen hatte. Wie Dylan Thomas ist Richard Burton in Wales geboren (1925), war dann Theaterschauspieler bevor er sich dem Film zuwandte. Die Verfilmung von "Cleopatra" machte ihn weltberühmt. Seine legendären Auseinandersetzungen mit Liz Taylor, mit der er zweimal verheiratet war, wurden meisterlich in "Wer hat Angst vor Virigina Woolf?" dargestellt. Seine letzte große Rolle war in George Orwell's "1984", kurz bevor er im selben Jahr starb. Er wurde mit einem Gedichtband von Dylan Thomas begraben.


Manfred Steffen (Sprecher)

Manfred Steffen, geboren 1916 in Hamburg, nahm nach seinem Abitur Schauspielunterricht bei Willy Maertens in Hamburg. Ab 1945 arbeitete er als Nachrichtensprecher beim Hörfunk, 1947 holte ihn Maertens ans Hamburger Thalia Theater, dessen Ensemble er bis zu seinem Tod angehörte. Insgesamt verkörperte er über 240 Bühnenrollen, darunter mit großem Erfolg die Hauptrolle in Zuckmayers "Der Hauptmann von Köpenick" (1977). Manfred Steffen spielte außerdem in zahlreichen Produktionen für Film und Fernsehen. In Umberto Ecos "Der Name der Rose" spricht er den Abt Abbo, in J.R.R. Tolkiens "Der Herr der Ringe" den Gandalf. Er starb am 22. Januar 2009 in Halstenbek bei Hamburg.


Inge Meysel (Sprecherin)

Inge Meysel, *1910 in Rixdorf, † 10. Juli 2004 in Seevetal-Bullenhausen, gab 1930 in Zwickau ihr Bühnendebüt. Als Haldjüdin wurde Mesyel zwischen 1933-1945 mit Auftrittsverbot belegt und kam erst nach dem Krieg ans Hamburger Thalia Theater. Ihre Rolle als Annie Wiesner im Berliner Volksstück "Fenster zum Flur", brachte ihr den Beinamen "Mutter der Nation" ein. Ab 1960 stand Meysel vermehrt vor der Kamera. Meysel setzte sich Zeit ihres Lebens für ihre politischen Überzeugungen ein, so ünterstütze sie die "Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben" und den Kampf gegen Aids. 1978 war Meysel eine der zehn Klägerinnen der "Sexismus-Klage" gegen die Zeitschrift "Der Spiegel". 2004 starb Meysel in ihrem Haus in Bullenhausen an einem Herzstillstand.


Götz Fritsch (Regisseur)

Götz Fritsch wurde 1943 in Berlin geboren und ist heute Theater- und Hörspielregisseur. Er leitete 1967 mit der Gründung des Cafétheaters eine neue Ära des experimentellen Theaters in Wien ein. Anschließend war er als Regisseur am La Mama Theater in New York tätig, bis er ab 1973 nur noch als freier Regisseur arbeitete. Nach einer Vielzahl von Bühneninszenierungen in Deutschland, Italien und Österreich und einigen Fernseharbeiten wandte er sich zunehmend dem Hörspiel zu und führte bei ca. 350 Hörspielen in den Studios fast aller deutschsprachigen Sender Regie. Er arbeitete an D. Z. Mairowitzs "Der Agonietroll" (2005), Hans Bräunlichs "Wespen im Schnee" (2006) und Ángel Vázquez' "Das Hundeleben der Juanita Narbonie" von 2007. Zuletzt führte er Regie für "Der Briefwechsel" (2008) von Thomas Bernhard und Siegfried Unseld. Für die MDR "Radio Tatort" Reihe führt er Regie. Für seine Arbeit erhielt er nationale wie internationale Preise, unter anderem dreimal den ORF-Hörspielpreis.


Erich Fried (Übersetzer)

Erich Fried, geboren 1921 in Wien, floh 1938 nach London, wo er bis zu seinem Tod 1988 lebte. Wegen seines Gedichtbands „und Vietnam und” (1966) zunächst heftig umstritten, wurde er spätestens mit den „Liebesgedichten” (1979) zum meistgelesenen deutschsprachigen Lyriker seit Bertolt Brecht.


Fritz Schröder-Jahn (Regisseur)

Fritz Schröder-Jahn, geb 13. Oktober 1908 in Görlitz/Oder, gest. 27. Dezember 1980 in Hamburg, gilt als einer der renommiertesten Hörspielregisseure im Westdeutschland der 1950er- und 60er- Jahre. Begonnen hatte er seine Laufbahn als Schauspieler, war 1939 ans Schillertheater Berlin gekommen und nach Kriegsende als Ansager und Nachrichtensprecher zu Radio Hamburg (später NWDR, dann NDR) gegangen. Bald übernahm er hier Sprecherrollen im Hörspiel; Regieassistenzen und kleinere Regiearbeiten folgten. Mit Hörspielinszenierungen von Günter Eichs "Träume" (1951) gelang ihm der Durchbruch. Vier unter seiner Regie entstandenen Hörspiele wurden mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden ausgezeichnet, darunter auch "Der gute Gott von Manhattan" (1959). 1969 bekam er den "Frankfurter Dukaten" der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste für wegweisende und stilbildende Arbeiten auf dem Gebiet der Hörspielregie.

Übersetzt von Erich Fried
Originalverlag: Carl Hanser Verlag

Regie: Götz Fritsch, Douglas Cleverdon, Fritz Schröder-Jahn

Hörbuch CD, 6 CDs, Laufzeit: 278 Minuten

ISBN: 978-3-8445-1410-0

€ 24,99 [D]* | € 24,99 [A]* | CHF 35,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 09.06.2014

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OHRENBETÖRENDE W O R T B E R A U S C H UNG

Von: Ulrike Sokul  aus Solingen Datum: 27.05.2017

www.leselebenszeichen.wordpress.com

Hörbuchbesprechung von Ulrike Sokul ©
Diesen drei Hörspielinszenierungen hintereinander zu lauschen ist keineswegs eintönig, sondern hochinteressant und dank der unterschiedlichen dramatischen, schauspielerischen und stimmlichen Darstellung durchaus abwechslungsreich. Für die englische Originalfassung bedarf es allerdings recht guter Englischkenntnisse oder der Geduld für wiederholtes Zuhören, welches das Verständnis vertieft.

Die lautmalerische, sprachmagische Wortwirkung kommt im englischen Originalhörspiel selbstverständlich am lebhaftesten zur Geltung; indes braucht sich die Übersetzung von Erich Fried keineswegs verschämt in die Ecke zu stellen, sondern sie wird den blühenden Metaphern und wildwüchsigen Wortwesensarten von Dylan Thomas sehr gerecht.

Geleitet vom roten Faden der dichterischen Zeilen und gebannt von zauberspruchartigen Wortwendungen, spazieren wir einen frischen Frühlingstag lang durch das fiktive walisische Kleinstädtchen Llareggub und werden als erste Einweihung in die ausklingenden nächtlichen Träume verschiedener Einheimischer getaucht.

Das Wellengekräusel und -Geschäume zwischenmenschlicher Gefühle und Gedanken, subjektiver Zu- und Abneigungen durchpulst in schonungslosen Schattierungen das Wohl und Wehe der Einwohner von Llarggub.

Der Postbote Willy Nilly liest ganz ungeniert die Post, es gibt Klatsch und Tratsch, Gerüchte und Gerüche, Gemuschel und Getuschel, Liebe und Haß, Träume, Sehnsüchte, Verbitterung und Glück, Hoffnung und Verzweiflung, Momentaufnahmen, kindliche Liebespfänderspiele, wehmütige Erinnerungsrückblenden ...

Die Menschen und silbensummenden Szenerien von „Unter dem Milchwald“ scheinen einfach dem Alltag abgelauscht, doch zugleich modelliert Dylan Thomas seine Figuren aus dem TON seiner verdichteten Worte heraus und erschafft einen sehr eindringlich-assoziativen Bewußtseinsstrom, ein vielstimmiges, organisches Ganzes, dessen verschlungene Wege, eigenwillige Formulierungen, sinnliche Vibrationen und anschauliche Sprachverspieltheiten ein überaus intensives, ja, unvergeßliches Klanggebilde erzeugen.

https://leselebenszeichen.wordpress.com/2015/06/24/unter-dem-milchwald-under-milk-wood/


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