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Wir werden erwartet

Gekürzte Lesung mit Ulla Hahn

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Hörbuch CD (gek.) ISBN: 978-3-8445-2687-5

DEMNÄCHST
Erscheint: 13.11.2017

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Der Abschluss des autobiografischen Epos

Die Welt steht Hilla Palm offen, endlich hat das Mädchen ihre Heimat gefunden: in der Literatur und mit Hugo, dem Mann, den sie liebt. Zusammen erleben sie die 68er Jahre, in denen alles möglich scheint. Doch das Schicksal durchkreuzt ihre Pläne, und verzweifelt sucht Hilla Halt bei Menschen, die aus der marxistischen Weltanschauung heraus für eine friedvollere, gerechtere Welt kämpfen. Beherzt folgt sie ihren Überzeugungen und muss am Ende doch erkennen, dass Freiheit ohne die Freiheit des Wortes nicht möglich ist.

Gelesen von Dr. Ulla Hahn.

(4 CDs, Laufzeit: 4h 24)

Ulla Hahn (Autorin)

Ulla Hahn, aufgewachsen im Rheinland, arbeitete nach ihrer Germanistik-Promotion als Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten, anschließend als Literaturredakteurin bei Radio Bremen. Schon ihr erster Lyrikband, "Herz über Kopf" (1981), war ein großer Leser- und Kritikererfolg. Ihr lyrisches Werk wurde u. a. mit dem Leonce-und-Lena-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Für ihren Roman „Das verborgene Wort“ (2001) erhielt sie den ersten Deutschen Bücherpreis. 2009 folgte der Bestseller "Aufbruch", der zweite Teil des Epos, und 2014 die Fortsetzung "Spiel der Zeit". "Wir werden erwartet" bildet den Abschluss ihres autobiografischen Romanzyklus.


Ulla Hahn (Sprecherin)

Ulla Hahn, aufgewachsen im Rheinland, arbeitete nach ihrer Germanistik-Promotion als Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten, anschließend als Literaturredakteurin bei Radio Bremen. Schon ihr erster Lyrikband, "Herz über Kopf" (1981), war ein großer Leser- und Kritikererfolg. Ihr lyrisches Werk wurde u. a. mit dem Leonce-und-Lena-Preis und dem Friedrich-Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Für ihren Roman „Das verborgene Wort“ (2001) erhielt sie den ersten Deutschen Bücherpreis. 2009 folgte der Bestseller "Aufbruch", der zweite Teil des Epos, und auch Teil drei, "Spiel der Zeit" (2014), begeisterte Kritiker wie Leser.


Sonja Valentin (Regisseurin)

Sonja Valentin, geboren 1971, studierte Germanistik, Anglistik und Journalistik in Hamburg und London. Es folgten diverse Theater- und Filmprojekte, u. a. mit Karin Beier, Peter Zadek und István Szabó. Nach Stationen am Goethe-Institut in London und am Wiener Burgtheater arbeitete sie als Dramaturgin an verschiedenen Theatern in Hamburg, London und Berlin. 2015 veröffentlichte sie eine umfassende Dokumentation und Analyse der Deutsche Hörer!-Sendungen Thomas Manns: "Steine in Hitlers Fenster. Thomas Manns Radiosendungen Deutsche Hörer! 1940-1945".

24.10.2017 | 19:30 Uhr | Kassel

Lesung

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Mehr Infos

Anthroposophisches Zentrum
Wilhelmshöher Allee 261
34131 Kassel

Weitere Informationen:
Brencher Buchhandlung Wilhelmshöhe Inh. Jörg Robbert
34131 Kassel

Tel. 0561/35643, info@buchhandlung-wilhelmshoehe.de

29.10.2017 | 11:00 Uhr | Bremen

Lesung
In Kooperation mit radiobremen

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Mehr Infos

Theater Bremen
Goetheplatz 1
28203 Bremen

Tel. 0421/36530

09.11.2017 | 20:15 Uhr | Düsseldorf

Lesung

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Mehr Infos

Mayersche Droste GmbH & Co. KG Fil. DDF
Königsallee 18
40212 Düsseldorf

Tel. 0211/542569-0

20.11.2017 | 20:00 Uhr | Tübingen

Lesung

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Mehr Infos

Museum (Obere Säle)
Wilhelmstr. 3
72072 Tübingen

Weitere Informationen:
Osiandersche Buchhandlung GmbH Zentrale
72072 Tübingen

Tel. 07071/9201-129, tuebingen@osiander.de

21.11.2017 | 19:30 Uhr | Albstadt

Lesung im Rahmen der Literaturtage in Albstadt

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Mehr Infos

Stadtbücherei
Johannesstraße 5
72458 Albstadt

29.11.2017 | 19:00 Uhr | Regensburg

Lesung mit Ulla Hahn in der Reihe Literatur findet Stadt
Einführung & Moderation: Prof. Erich Garhammer

Eintritt frei

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Mehr Infos

Dreieinigkeitskirche
Am Ölberg 1
93047 Regensburg

Weitere Informationen:
Evangelisches Bildungswerk Regensburg e.V.
93047 Regensburg

14.02.2018 | 20:15 Uhr | Marburg

Studium generale
Eine Veranstaltung der Universität Marburg

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Mehr Infos

Philipps-Universität

20.02.2018 | 19:30 Uhr | Stuttgart

„Autor im Gespräch“ mit Wolfgang Niess (SWR)

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Mehr Infos

Stadtbibliothek
Mailänder Platz 1
70173 Stuttgart

01.03.2018 | 19:30 Uhr | Essen

Lesung

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Mehr Infos

Aula des Bischöflichen Generalvikariats
Zwölfling 16
45127 Essen

Tel. 0201/2204-275

Weitere Informationen:
Medienforum des Bistums Essen
45127 Essen

Tel. 0201/2204-275

15.03.2018 | 19:30 Uhr | Bonn

Lesung

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Mehr Infos

Rheinisches Landesmuseum
Colmantstr. 14-16
53115 Bonn

Weitere Informationen:
Literaturhaus
53111 Bonn

16.03.2018 | 19:30 Uhr | Brühl

Lesung
Eine Kooperation der Buchhandlung Karola Brockmann, der Katholischen Kirche in Brühl und dem Katholischen Bildungswerk

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Mehr Infos

Begegnungszentrum margaretaS
Heinrich Fetten Platz
50321 Brühl

Weitere Informationen:
Die Buchhandlung Karola Brockmann
50321 Brühl

Tel. 02232/410498, info@brockmann-buecher.de

Regie: Sonja Valentin

Hörbuch CD (gekürzt), 4 CDs, Laufzeit: 264 Minuten

ISBN: 978-3-8445-2687-5

€ 27,99 [D]* | € 31,40 [A]* | CHF 38,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

DEMNÄCHST
Erscheint: 13.11.2017

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Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Gebundenes Buch)

Ulla Hahn hatte bei mir Vorschusslorbeeren ...

Von: buecherkatertee Datum: 07.10.2017

www.buecher-kater-tee.de

Ulla Hahn hat bei mir Vorschusslorbeeren. Der erste Roman ihrer Tetralogie hat mich sehr berührt. Wer kennt es nicht, dieses Gefühl des Verbundenseins, des Verstandenwerdens, wenn ein Roman Erfahrungen zum Ausdruck bringt, die man in ähnlicher Weise erlebt hat? So ging es mir mit „Das verborgene Wort“. Das Arbeiterkind Hilla Palm – die Autorin räumt starke biografische Züge ein – entdeckt den Zauber der Sprache und die Welt der Bücher. Und ist damit allein. Die liebevolle, aber pragmatische Familie ist mit ganz anderem beschäftigt, das Kind Hilla wirkt sonderlich. Und ist dennoch die erste in der Familie, die Abitur macht und zum Studium wegzieht. Hier finden sie sich, die Parallelen zu meiner eigenen Kindheit und Jugend, den Gefühlen der Einsamkeit und dennoch immer wieder das Beglückende in den Büchern, in der Literatur. Lehrer, die kleine Anstöße gaben und damit den Weg ebneten zu Lektüren, die man sonst nie in die Hand genommen hätte. Und schließlich der Aufbruch aus der Familie, als Befreiung erlebt. Ja, ich fand mich an vielen Stellen wieder in der Geschichte von Hilla Palm und ihrem Großwerden. Und dann hat Ulla Hahn eine teilweise fast lyrische Sprache, die mich anrührte. Auch der rheinische Slang, den die Autorin eins zu eins niederschreibt, war mir nicht so ganz fremd, ist doch das norddeutsche Plattdeutsch oft sehr ähnlich und wurde in meinem Geburtsort viel gesprochen.

So war es quasi Pflichtlektüre, die Folgebände zu erwerben und zu lesen. Hier trennten sich zwar, biografisch betrachtet, die Parallelen, spannend war der Werdegang Hilla Palms alias Ulla Hahn dennoch.

Mit „Wir werden erwartet“ legt die Autorin nun den abschließenden Band der Tetralogie vor. Hilla hat ihre große Liebe gefunden und ist verlobt. Das Paar lebt in Köln, beide arbeiten an ihren Dissertationen. Durch die Verlobung ist Hilla ihrer Familie wieder näher gekommen, während ihr Hugo sich ihretwegen von seiner großbürgerlichen Familie distanziert hat. Hilla scheint ihre innere Heimat gefunden zu haben. Das Paar diskutiert häufig und leidenschaftlich über die politischen Ereignisse, beobachtet, wie sich die Lebenswelten verändern, Werte neu ausgehandelt werden, reflektieren ihren Glauben und ihr Verhältnis zur Kirche.



Sobald man die Nase aus den Büchern in die Wirklichkeit streckte, kam man an einer Stellungnahme kaum vorbei. Doch zu mehr als kopfschüttelnden Kommentaren morgens beim Frühstück oder einem Kölsch am Abend reichte Hugos und meine Empörung nicht. Und die Ohrfeige von Beate Klarsfeld für den Bundeskanzler Georg Kiesinger wegen dessen Nazi-Vergangenheit? Die brachte vor allem die Mutter und Tante Berta gegeneinander auf: Während die Tante der Meinung war,, dä Kääl hätt die Watsch verdient, beharrte die Mutter: Sowat jehört sisch nit. Und irgendwie hatten beide recht, versuchte ich zu schlichten.

[…]

Längst konnten Hugo und ich unterscheiden, ob sich in den staatlich sanktionierten Qualm ein schwarzer Afghane oder grüner Türke mischten oder Nikotin pur. Sogar die Sinnesrichtung der Bewohner erkannte man am Geruch. Harter Tobak signalisierte: Gesellschaft verändern. Weiche Schwaden: Selbstbefreiung.

In Horst und Katjas WG waberte beides durcheinander; erst nachdem wir, Hugo und ich, der Diskussion eine Weile zugehört hatten, schälten sich die Richtungen heraus.


Glücklich sehen die beiden ihrer Zukunft entgegen. Dann kommt Hugo bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Hilla zerbricht fast daran, findet aber durch die Begleitung wichtiger Menschen ihrer Kindheit wieder zurück ins Leben. „Wir werden erwartet“ umfasst die darauffolgenden Jahre, in denen Hilla, ihrer Heimat durch ihren Verlobten entrissen, neu Fuß zu fassen versucht. Mit innerer Distanz betrachtet sie ihr Umfeld und ist doch immer auf der Suche nach dem Gefühl der Zugehörigkeit und Geborgenheit.

Mir war sonderbar zu Mute. War ich nun ne Studierte, wie man in Dondorf respektvoll sagte, oder dat Kenk von nem Prolete, wie der Vater mich als Heranwachsende hatte demütigen wollen? Ich ahnte, auch hier würde ich meine Zugehörigkeit bewusst anpassen. Ich wusste, was wie und wie was in den jeweiligen Schichten ankam. Ich kam an. Und entfernte mich wieder. Jedesmal mit einem leisen Schmerz, der sich selbst verspottete. Ich konnte nur noch wie zu den einen oder wie zu den anderen gehören. Dat Kenk von nem Prolete nie der Erbe eines Bürgers sein. Es schleppt sich ein Leben lang ein Wie mit sich herum. Und ein Als-ob.
Hilla probiert aus, nimmt an Studentenbewegungen und Gruppen teil. Letztlich schließt sie sich der Deutschen Kommunistischen Partei an und versucht, dort auch literarisch für die hehren Ziele der Partei zu kämpfen. Dies führt zu einer Wiederannäherung an ihre Familie, der sich Hilla nach dem Tod Hugos entfremdet hat, aber nicht zu einer dauerhaften geistigen Heimat. Hilla bleibt dennoch fremd in der Arbeiterpartei. Und zweifelt, nimmt Ambivalenzen wahr bei den großen Idolen und bei sich.




Bild: DVA
Mich lässt das Buch zwiegespalten zurück. Ulla Hahn stellt gekonnt die Innenwelt der Protagonistin/Alter Ego vor. Sehr nachvollziehbar zeigt sich die innere Zerrissenheit, der Kampf um den eigenen Platz in der Welt, das Ringen um die Identität und gleichzeitig den nach außen gerichteten Wunsch des Gestaltens, des Wertekodexes. Die fast lyrische Sprache, die Hahn auszeichnet, zeichnet eine Atmosphäre, die an vielen Stellen anrührend ist. So hat mich das Erleben des Todes des Verlobten, die Verzweiflung, der Zorn und letztlich das Wiederankommen in der Welt stark berührt. Das innere Erleben, die Gedanken und Auseinandersetzungen, die Hilla Palm bewegen, sind ansprechend, nachvollziehbar und teilweise wunderschön dargestellt.

An anderer Stelle ist genau diese Sprache aber wenig angemessen und erzeugt dadurch Längen, die leer wirken. Das Lyrische wirkt zweckentfremdet und damit übertrieben und selbstbezogen. Das habe ich als große Schwäche empfunden, war manchmal genervt und gelangweilt von der Lektüre, habe mit dem Roman gekämpft. Nein, ein schlechtes Buch ist „Wir werden erwartet“ ganz sicher nicht. Das, was der erste Band der Tetralogie jedoch an Vorfreude auf die Folgebände geweckt hat, erfüllt sich nicht. Fast bin ich erleichtert, dass der Romanzyklus hier sein Ende findet.

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