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Hörbuch CD ISBN: 978-3-8445-2553-3

Erschienen: 26.06.2017
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Erstmals als Hörspiel

Als Mr und Mrs Ramsey wieder einmal den Sommer gemeinsam mit ihren Kindern im Ferienhaus an der schottischen Küste verbringen, versprechen sie dem jungen James eine Bootsfahrt zum Leuchtturm. Doch ganze zehn Jahre sollen vergehen, bis die Fahrt tatsächlich stattfindet: zehn Sommer, in denen Kriege und menschliche Tragödien zu Randepisoden werden. Zum Leuchtturm wird von Natur- und Alltagsgeräuschen getragen, von Gesprächsfetzen und erinnerten Stimmen. Im Hörspiel findet dieser große, virtuose Roman zu seiner akustischen Form.

Mit Wiebke Puls, Zoe Hutmacher, Irina Wanka, Krista Posch, Walter Hess, Elisabeth Schwarz, Shenja Lacher und anderen.

(3 CDs, Laufzeit: 2h 26)

Virginia Woolf (Autorin)

Virginia Woolf wurde am 25. Januar 1882 in London geboren und wuchs im großbürgerlichen Milieu des viktorianischen Englands auf. Ihr Leben war geprägt von wiederkehrenden psychischen Krisen. 1912 heiratete sie Leonard Woolf. Zusammen gründeten sie 1917 den Verlag "The Hogarth Press". Ihr Haus war eines der Zentren der Künstler und Literaten der Bloomsbury Group. Am 28. März 1941 nahm Virginia Woolf sich, erneut bedroht von einer Verdunkelung ihres Gemüts, das Leben.


Sprecher

Krista Posch machte beim Sender "RAI Bozen" als Moderatorin, Sprecherin und Redakteurin Karriere, bevor sie ihre Ausbildung zur Schauspielerin am Max-Reinhardt-Seminar in Wien absolvierte. Sie spielte am Theater in der Josephstadt in Wien, dem Düsseldorfer Schauspiel und dem Residenztheater in München.
Krista Posch wirkte bereits in zahlreichen Hörspielen und Lesungen mit, die im Hörverlag erschienen sind, u. a. in Peter Høegs "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" und Marianne Fredrikssons "Simon".

Wiebke Puls, geboren 1973 in Husum, ging nach ihrer Ausbildung an der Hochschule der Künste in Berlin 1997 ans Schauspiel Hannover und wechselte 2000 ins Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg. Seit 2005 ist sie Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele. 2005 wählte Theater heute sie zur Schauspielerin des Jahres.

Irina Wanka, geboren 1961 in München, hatte ihren ersten Filmauftritt bereits im Alter von sieben Jahren. Luchino Visconti entdeckte das Mädchen und besetzte sie in seinem Film "Die Verdammten". Einem größeren Publikum wurde sie durch die österreichische Serie "Familie Merian" bekannt. Nach ihrem Schauspielstudium folgten zahlreiche weitere Fernsehfilme und Serien, u. a. "Hotel Paradies" und "Die Elsässer". Irina Wanka ist Vorsitzende des Interessenverbandes Deutscher Schauspieler e. V.

Shenja Lacher wurde 1978 im Erzgebirge geboren. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Hochschule für Musik und Theater Rostock, von dort aus ging er ans Theater, u. a. in Zittau, Mannheim und München. Neben seiner Arbeit auf der Bühne dreht er seit 1998 regelmäßig für Film und Fernsehen, so spielte er u.a. im Tatort. Von 2008 bis 2016 war er Ensemblemitglied am Residenztheater München. Von den Freunden des Bayerischen Staatsschauspiels wurde er 2014 mit dem Kurt-Meisel-Preis ausgezeichnet.

Zoe Hutmacher studierte am Hamburger Schauspiel-Studio Frese und spielt seitdem u. a. in den Sophiensaelen in Berlin, am Thalia Theater Hamburg, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Staatstheater Braunschweig und am Deutschen Theater Berlin. Von 2007 bis 2011 war sie am Theaterhaus Jena engagiert, von 2012 bis 2015 Ensemblemitglied am Theater Basel. Seit 2010 ist sie freies Mitglied der Company Label Grey, mit der sie schon einige internationale Projekte verwirklicht hat. Aktuell spielt sie am Konzert Theater Bern.

Walter Hess, geboren 1939 in Luzern, erhielt sein erstes Engagement von 1963 bis 1968 am Stadttheater Konstanz. Anschließend war er freischaffend tätig und gastierte u. a. am Theater Basel, am Luzerner Theater sowie am Schauspielhaus Zürich. Später spielte er als Ensemblemitglied am Schauspiel Bonn, am Staatstheater Hannover und am Schauspielhaus Zürich. Seit 2002 ist Walter Hess Ensemblemitglied der Münchner Kammerspiele.

Elisabeth Schwarz, 1938 in Stuttgart geboren, lebt heute in Hamburg. Ihre Schauspielausbildung absolvierte sie an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule. Anschließend war sie an mehreren großen deutschen Bühnen engagiert, u. a. am Schauspiel Stuttgart, am Schauspielhaus Frankfurt, an den Münchner Kammerspielen und am Thalia Theater Hamburg. Von 1985 bis 2001 hatte sie eine Dozentenstelle an der Hochschule für Darstellende Kunst in Hamburg inne. Seit 2005 ist sie Mitglied der Akademie der Künste, Berlin, und seit 2011 Ensemblemitglied des Residenztheaters München.

Übersetzt von Gaby Hartel

Bearbeitet von Gaby Hartel, Ulrike Haage

Hörbuch CD, 3 CDs, Laufzeit: 146 Minuten

ISBN: 978-3-8445-2553-3

€ 19,99 [D]* | € 19,99 [A]* | CHF 28,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: der Hörverlag

Erschienen: 26.06.2017

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Packendes Klangerlebnis

Von: YukBook Datum: 07.09.2017

www.yukbook.me

Der Roman „Zum Leuchtturm“ von Virginia Woolf besticht weniger durch die Handlung als durch die Form, die mit Konventionen bricht. Umso interessanter ist diese Hörspielfassung, die die experimentelle Erzählweise brillant umsetzt und den Zugang zu dem literarisch anspruchsvollen Werk erleichtert.

Die dreiteilige Geschichte, in der die Schriftstellerin ihre Kindheitserinnerungen einfließen ließ, beginnt mit einer Szene in einem Ferienhaus auf der Hebrideninsel Skye. Mr und Mrs Ramsay verbringen dort mit ihren acht Kindern seit jeher ihren Urlaub, im Hintergrund ist Meeresrauschen zu hören. Die Atmosphäre ist jedoch alles andere als idyllisch. Die Mutter verspricht dem sechsjährigen James, am folgenden Tag eine Bootstour zum Leuchtturm zu unternehmen. Der patriarchalische Vater raubt ihm jedoch jegliche Illusionen, indem er sagt, dass es regnen wird, und tatsächlich fällt die Fahrt ins Wasser. Von Anfang an ist eine beklemmende Spannung in der Familie zu spüren, die während des gesamten Urlaubs kaum nachlässt.

Mrs Ramsay ist eine ambivalente Figur, die mich gleich in den Bann zog. Einmal fällt der Satz „Mitgefühl ist die wichtigste Tugend der Frauen“, der ihren Charakter sehr treffend beschreibt. Sie hat ein ausgeprägtes Mitgefühl und das Bedürfnis, Menschen zueinander zu führen. Besonders deutlich zeigt sich dies bei einem gemeinsamen Abendessen mit den Feriengästen, bei dem sie immer wieder versucht, ein Gespräch in Gang zu bringen und erst dann zufrieden ist, als sie aus den isolierten Individuen eine einigermaßen harmonische Gruppe schafft. Auch sehnt sie sich nach Dingen, die immun gegen den Wandel und die Vergänglichkeit sind.

Das Motiv, aus losen Enden etwas Ganzes zu schaffen wiederholt sich mehrmals: Zum Beispiel sitzt Mrs. Ramsay an der Terrassentür und strickt eine Socke während ihr Gast Lily Briscoe versucht, ein Bild fertigzustellen. Die gesamte Geschichte besteht aus losen Gefühlsbeschreibungen, verschiedenen Zeitebenen, Beobachtungen, Fantasien und Bewusstseinsströmen der Figuren. Unterstrichen wird das Fragmenthafte durch die ständig wechselnden Erzählerinnenstimmen und Perspektiven.

Während im ersten Teil die psychologische Studie der Figuren im Vordergrund steht, kommt im zweiten Teil das lyrische Talent der Autorin zum Tragen. Zehn Jahre, in denen der Erste Weltkrieg stattfindet, Mrs. Ramsay verstirbt, Tochter Prue die Geburt ihres Kindes nicht überlebt und Sohn Andrew im Krieg fällt, werden zu einem einzigen Schauplatz verdichtet: das Sommerhaus, das während dieses Zeitraums immer mehr verkommt. Nur die leeren Räume, Möbel, zurückgelassenen Gegenstände und Kleider erinnern an die Familie Ramsay und vergangene Zeiten. Das Motiv der Vergänglichkeit wird durch die poetische Schilderung der wechselnden Jahreszeiten und den Klang des Meeres verstärkt.

Erst der dritte und letzte Teil, in dem endlich die Fahrt zum Leuchtturm – wenn auch mit dedizierter Mannschaft – stattfinden kann und Lily Briscoe ihr Gemälde fertigstellt, hat etwas Versöhnliches. In Textform hätte ich sicher meine Schwierigkeiten mit dem Werk gehabt, doch diese akustische Umsetzung mit wechselnden Sprechern, der Mischung aus Natur- und Alltagsgeräuschen, untermalt durch Klavierklänge, die die trübe oder bedrohliche Stimmung unterstreichen, hat mich begeistert.

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