Anna Carlsson im Interview über "Ich werde fliegen"

Anna Carlsson im Interview zu Dana Czapnik: Ich werde fliegen

Bei den Aufnahmen zum Hörbuch »Ich werde fliegen« von Dana Czapnik durften wir die preisgekrönte Hörbuch-Sprecherin Anna Carlsson kurz stören - und sie hat uns einige Frage zu diesem Herzens-Projekt beantwortet:

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Anna, ich weiß von dir, dass du dir sehr genau überlegst, welche Hörbuchaufträge oder Anfragen du annimmst und welche nicht. Und ich weiß auch, dass du bei Dana Czapniks Roman sehr schnell ja gesagt hast.
Das stimmt.

Kannst du sagen, was das Ausschlaggebende war, dass du gesagt hast, das möchte ich unbedingt gern lesen?
Weil es mich ziemlich schnell gepackt hat. Das passiert ja auch nicht oft, dass man sich wirklich rein fallen lässt in die Geschichte und die so klug und so sensibel und so sehr intellektuell auch geschrieben ist. Das hat mich total fasziniert. Es ist eine Ich-Erzählung, was bei mir immer ganz wichtig ist, weil ich mich dann irgendwie mehr identifizieren kann mit der Person. Und das Buch einfach mich sofort gleich an den ersten Seiten total gepackt hat.

Kannst du bisschen vom Inhalt erzählen ohne allzu viel preiszugeben?
Ja, ist schwierig. Also Lucy Adler ist die Hauptperson, um die es geht in diesem Buch. Eine 17-Jährige, die eigentlich nicht wie eine 17-Jährige wirkt. Ich wünschte, ich wäre so mit 17 gewesen, aber ich war weit davon entfernt. Sie ist unfassbar gebildet, sie ist nachdenklich, sie ist tiefgründig, sie hinterfragt alles, guckt genau hin. Ich wünschte, wir hätten mehr von diesen Lucy Adlers auf dieser Welt, die eigentlich erzählt, wie es ist, erwachsen zu werden, eigentlich in der Perspektive von der Frau oder Mädchen zu Frau werden, die üblichen Verliebtheitsgeschichten und Enttäuschungen und Verletzungen aber eben nicht so flach, sondern wirklich schafft sie es mit der Art, wie sie die Dinge beschreibt, unglaublich tolle Bilder hochkommen zu lassen und, ja, sie ist einfach sehr besonders und eben nicht so wie eine normale 17-Jährige.

Jetzt muss man auch sagen, Lucy Adler war 1993 17. Gibt es solche Mädchen heute noch, was meinst du? Könnte z.B. deine Tochter was von Lucy Adler im Jahr '93 lernen?
Witzigerweise muss ich dazu sagen, was ich auch absurd fand, dass ich ungefähr '93 selber in New York gelebt habe. Und war ungefähr so in dem Alter. Und war wie gesagt, weit davon entfernt so zu sein, wie Lucy Adler. Ich würde es mir wünschen, dass wir viele Mädchen haben, die so sind wie Lucy Adler, weil diese Feinstofflichkeit, die sie hat und dieses Sensible und diesen unfassbar genauen Blick auf die Welt und auf die Menschen und eben dieses Tieffühlende, das vermisse ich heute doch sehr. Ich merke jedes Mal, wenn ich jetzt auch das Buch eingelesen habe, wie schön es noch war, 1993, ohne Handys und ohne chatten und irgendwie gab es mehr Kommunikation. Und ich glaube, dass Lucy Adler diese Bilder auch bekommen hat, weil sie natürlich sehr besonders ist, aber weil es eben nicht diese Internetgesellschaft gab, die es heute gibt. Und ich glaube, dass die Mädchen es heute sehr schwer haben, so zu sein, weil sie keine eigenen Ideen entstehen lassen können, weil alles schon vorgegeben ist.

Und weil sie auch unter viel stärkerem äußeren Druck stehen als damals.
Absolut. Der auch da war. Das wird ja auch ganz viel darüber beschrieben, wie ist das Frauenbild 1993? Heute ist es nochmal um 10.000fach stärker, finde ich.

Hast du eine Idee für wen dieses Buch und dieses Hörbuch sich am besten eignen, oder wer sich davon am meisten angesprochen fühlen wird?
Also, es ist eigentlich komisch, weil dieses Buch kann ich nicht in irgendeine Kategorie einordnen und sagen, dass ist ein Kinderbuch oder ein Jugendbuch. Ich finde dieses Buch hauptsächlich für alle Mädchen zu empfehlen. Mit dem Appell: Vielleicht werdet ihr auch ein bisschen so wie Lucy Adler? Das wäre mein Wunsch. Oder fangt an, Dinge selber zu hinterfragen, statt sie euch permanent von jemand anderem vorleben zu lassen, wie er sein sollt. Ich finde es für junge Mädchen ganz toll das Buch. Ich finde es aber auch für jede Frau ganz toll. Ich weiß jetzt nicht unbedingt, ob es ein Männerbuch ist, aber es gibt ja auch sensible …

Die könnten auf jeden Fall viel davon lernen.

Das wollte ich gerade sagen. Die könnten ganz, ganz viel davon lernen, weil es wirklich, eben nicht abgedroschen die Frauenversion oder die Frauenwelt ist, sondern ganz klug und subtil ist.

Letzte Frage, was glaubst du, tut Lucy Adler heute? Wo lebt sie? Wie lebt sie? Was ist aus ihr geworden?
Oh, das ist eine schöne Frage. Da gibt es zwei Versionen. Entweder, sie hat sich in diese vermeintliche Sicherheit gebracht, darum geht es auch in dem Buch. Wie emanzipieren wir uns? Haben wir Familie? Haben wir Beruf? Haben wir beides? Wie kombinieren wir das ganze miteinander? Übrigens sehr interessant, ist nicht wirklich anders zu der heutigen Zeit. Sagen wir es mal so, ich wünsche mir, sie hat eine Familie. Denn es gibt eine sehr, sehr schöne Szene mit ihr und ihrer Mutter. Ich wünsche ihr, sie hat eine Familie. Das allerwichtigste ist, was ich mir für Lucy Adler wünsche und wo ich sie gerne heute sehen würde, ist, dass sie jemanden liebt und dass sie geliebt wird. Denn darum geht es auch. Und ob sie in ihrem Beruf ist oder nur mit den Kindern? Ich weiß es nicht. Ich glaube, Lucy Adler ist unbequem und nicht gefällig und nicht „es ist mir wichtig, was andere von mir denken“. Vielleicht auch ein großer Teil, oder ein kleiner Teil.

Sie ist ja auch eine besonders gute Basketballerin.
Total. Sie ist auf jeden Fall noch im Basketballelement drin. Ja, ich hoffe einfach, dass sie irgendwo glücklich ist und dass sie liebt.

Und dass sie ihre Freundinnen noch hat.
Ganz wichtig. Das muss ich auch dazu sagen. Es ist nicht nur Lucy Adler, die so besonders stark ist, in diesem Buch, sondern es sind so viele Charakterfrauen da drin, die so viel zu sagen haben. Ich finde, wenn alle so wären, wie diese Frauen in diesem Buch, gäbe es einfach keine Kriege heute auf dieser Welt, also keine Kriege, in dem was wir jetzt so erleben. Weil einfach diese Frauen zu klug und zu sensibel dafür sind. Und zu schlau.

Super und dann fliegen wir jetzt einfach los.
Wir fliegen los.

Dana Zapnik: Ich werde fliegen

Wie man als junge Frau in einer Männerwelt erwachsen wird

New York, 1993: Die 17-jährige Lucy Adler ist klug und auf dem Basketballplatz ein Ass. Angesehen wäre sie jedoch nur, würde sie mit dem Strom schwimmen und die Jungs vom Rand aus anfeuern. Lucy ist seit einer gefühlten Ewigkeit in Percy verliebt, doch er ist mit einer oberflächlichen Cheerleaderin zusammen. Wie kann sie einen Weg in sein Herz finden? Und wie ihren Weg in eine selbstbestimmte Zukunft, in der sie alle Freiheiten hat wie ein Junge, aber trotzdem eine junge Frau bleibt?

Anna Carlsson gibt Dana Czapniks Debütroman eine zugleich gefühlvolle und unglaublich starke Stimme - hier reinhören:
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