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Anna Levin

Interview mit Anna Levin

Wussten Sie, dass Anna Levin gerne Abenteuergeschichten liest?

Anna Levin
© Iris Klockmann

Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbies, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?
Meinen Traum vom Glück habe ich mir mit meiner Familie und dem Schreiben längst erfüllt. Ich würde in meinem Leben nichts ändern wollen, es ist schön, wie es ist. In meiner Freizeit lese, lebe und lache ich gern, liebe es, mich mit meinen Freunden zu treffen und zu reisen. Außerdem bin ich, glaube ich, ziemlich wissensdurstig, verschlinge Bücher und Dokumentationen, die alte Kulturen, Anthropologie und Archäologie betreffen. Was mich ärgert? Wohl am meisten Intoleranz und den Raubbau, den wir Menschen mit der Natur betreiben. Ich hätte so gern die Gabe, die Zeit langsamer verlaufen zu lassen. Die Tage verfliegen nur so, und ich glaube, ich habe nicht annähernd genug davon, um alle Ideen, die mir im Kopf herumspuken, aufschreiben zu können.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Eigentlich durch meine Kinder, die mich jeden Abend baten, ihnen eine selbsterdachte Gutenachtgeschichte zu erzählen. Irgendwann fragten sie, ob ich sie nicht aufschreiben kann, damit sie nicht in Vergessenheit geraten und sie ihren Kindern später die Geschichten weitergeben können. Eine der Storys packte mich besonders, aus ihr entwickelte sich schließlich eine Trilogie. Vielleicht werde ich sie eines Tages veröffentlichen, das würde meine Töchter, die mittlerweile fast alle erwachsen sind, sehr freuen.

Was inspiriert Sie?
Oh, dazu brauche ich nicht viel. Da ich ein sehr visueller Mensch bin, reicht meist das Bild einer besonderen Landschaft, ein Film oder ein Artikel. Oder ein Thema, das mich seit Längerem beschäftigt. Es muss mich spontan faszinieren. Die größte Inspiration finde ich natürlich auf meinen Reisen. Habe ich den Handlungsort gefunden und die Stimmung in mich aufgenommen, entwickeln sich die handelnden Personen meist von selbst. Darauf baue ich dann die Geschichte auf, bis ich spüre, dass sie stimmig ist.

Welche Szenen waren bisher für Sie am schwierigsten zu schreiben?
Eindeutig die Szenen, die mit Verlust und Trauer zu tun haben. Ich habe in so mancher Passage mit meinen Figuren geweint und erleichtert aufgeatmet, wenn sie wieder Freude empfinden konnten.

Haben Sie eine Lieblingsszene?
In Das Korallenhaus mag ich die Szenen, in denen meine Hauptfigur taucht und die Unterwasserwelt von La Palma entdeckt. Außerdem eine besondere Passage am Strand … In Das Lied der Sturmvögel ist es der Moment, in dem der blinde Hermigo seiner neuen Freundin Lisa erklärt, wie er trotz seiner Behinderung malt.

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
In Das Korallenhaus ist es Serena – das Mädchen aus der Vergangenheit – sie berührt mich mit ihrer einfachen aber eindrücklichen Stimme. Und natürlich meine Hauptperson Nina, die sich selbst oft im Weg steht, weil sie mit der Vergangenheit nicht abschließen kann. In Das Lied der Sturmvögel ist es Hermigo Santos, der beim Schreiben richtig lebendig für mich wurde. Er ist klug, ein bisschen schrullig und hat einen wunderbaren Humor. Lisa liebe ich für ihre liebenswerten, aber manchmal etwas anstrengenden Eigenarten.

Gibt es bestimmte geographische Orte, zu denen Sie oder Ihr Buch einen besonderen Bezug haben?
Ja, auf La Palma, wo Das Korallenhaus spielt, liebe ich die Taberna del Puerto, die sich direkt am Strand von Tazacorte befindet. Dort hat man nicht nur einen wunderbaren Blick auf den Atlantik, dort gibt es auch sündhaft leckeren Nachtisch. Außerdem El Pilar, das ist ein Pinienwald in den Vulkanbergen, an dem ich mich nicht sattsehen kann, und natürlich der atemberaubende Ausblick vom Roque de Los Muchachos, dem Dach der Insel. Bei Das Lied der Sturmvögel ist es die Aussicht vom dritthöchsten Berg Madeiras, dem Pico do Arieiro und die wie verzaubert wirkende Atmosphäre in den Lorbeerwäldern.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Urteile niemals über einen Menschen, bevor du nicht 7 Meilen in seinen Mokassins gelaufen bist. Indianische Weisheit.

Was lesen Sie selber gerne?
Abenteuergeschichten, die mich in ferne Länder und andere Kulturen entführen.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren?
Ich liebe die Klassiker von Jules Verne, Ernest Hemingway und Victor Hugo. Umberto Eco und Noah Gordon gehören ebenfalls zu meinen Lieblingsautoren.

Wer sind Ihre liebsten Romanhelden/-heldinnen?
Morgaine aus Die Nebel von Avalon und Claire Fraser aus der Higland-Saga von Diana Gabaldon.

Möchten Sie uns 3 Bücher für die einsame Insel empfehlen?
Nur drei? *g* Gut, also für diejenigen, die beim Lesen eine Gänsehaut bekommen wollen: Das Parfum von Patrick Süskind. Für Liebhaber eines schönen Erzählstils verbunden mit Historie: Der Medicus von Noah Gordon oder Ben Hur von Lew Wallace. Für die Romantischen unter uns: Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes. Verflixt, das waren jetzt vier, aber ich konnte mich nicht entscheiden.

Was ist für Sie die größte Versuchung?
Eindeutig das Schreiben. Wenn mir gerade eine neue Idee in den Sinn kommt, ist es schwer, mich vom Schreibtisch zu locken. Ansonsten reizt mich die große weite Welt, ich habe mehr Reiseziele, die ich besuchen möchte, als Gelegenheiten. Da ich wenig Freizeit habe, genieße ich jede Stunde, die ich mit meinen Liebsten verbringen kann. Ich finde, nichts ist kostbarer als sich Zeit füreinander zu nehmen.

Was ist für Sie die optimale Entspannung?
Am Strand liegen, Sonne und Wind auf der Haut spüren und dabei das Meer rauschen hören.

Gibt es eine Person, die Sie persönlich fasziniert?
Da gibt es einige. Nelson Mandela, Martin Luther King, Mahatma Gandhi und Stephen Hawking.

Das Lied der Sturmvögel Blick ins Buch

Anna Levin

Das Lied der Sturmvögel

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