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Interview mit Annie Hauxwell

Wussten Sie, dass Annie Hauxwell aus dem Unterricht flog, weil sie ein Huhn nachmachte?

Eine kurze Biografie von Annie Hauxwell:
Ich wurde im Londoner East End geboren und bin mit meiner Familie nach Australien ausgewandert, als ich ein Teenager war. Ich habe als Reinigungskraft, Schwester in einer psychiatrischen Anstalt, Soziologin, Arbeitsmarktwissenschaftlerin, Taxifahrerin und Anwältin gearbeitet. 1991 stolperte ich zufällig über eine Anzeige, in der ein Ermittler mit juristischem Hintergrund gesucht wurde. Ich habe mich beworben, mittlerweile sind mehr als 20 Jahre vergangen – und ich bin immer noch dabei!

Von 2008 bis 2009 habe ich in London in einem Team gearbeitet, das Kredithaie jagt. In Australien ist mein Spezialgebiet „corporate misconduct“, also die Verfehlungen von Firmen, ein Begriff, der eine ziemlich große Bandbreite an möglichen Sünden abdeckt.

Ich reise viel und verbringe meine Zeit zu gleichen Teilen in London und einer kleinen Stadt in Australien. Meine Hobbies sind Segeln, obwohl ich schnell seekrank werde, und Onlinepoker.

Haben Sie auch Kurzgeschichten geschrieben?
Ja. Genau genommen habe ich mich entschieden, ernsthaft zu schreiben, nachdem ich den zweiten Platz in einem Kriminalkurzgeschichten-Wettbewerb gewonnen habe. Ich habe damit angefangen, Drehbücher zu schreiben, was sich als Fehler herausgestellt hat, da sie über die Phase der Entwicklung nicht hinausgekommen sind und nur vor sich hingeschmort haben. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, einen Roman zu schreiben.

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Schreiben ist wie ein Zwang, aber es scheint, als würde man erst dann ein Autor werden, wenn man etwas veröffentlicht hat! Ich selbst würde mich nicht als Autorin bezeichnen, sondern als jemand, der seinen Lebensunterhalt mit dem Schreiben verdient.

Wie finden Sie Ihre Themen?
In den grausamen Abgründen menschlichen Verhaltens.

An welcher Geschichte arbeiten Sie aktuell?
Ich schreibe den dritten Teil meiner Berlin-Serie.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren? Und warum?
Meine Lieblingsautoren sind Patrick White, Virginia Woolf, Peter Ackroyd, Charles Dickens und Anna Kavan. Ich schätze sie aus den verschiedensten Gründen, aber alle verbindet, dass ich nie genug davon bekommen kann sie zu lesen – und jedes Mal überrascht bin.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Die Perle in der Auster entsteht nur, weil Dreck hineingerät!

Was ist für Sie die optimale Entspannung?
Ich arbeite noch immer als Ermittlerin, obwohl es jetzt, seit ich Bücher zu schreiben habe, viel weniger geworden ist. Außerdem esse und trinke ich, spiele Poker, spaziere durch London, trinke noch etwas mehr und lese ein bisschen.

Fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen:
1. Ich liebe Australian Football (das heißt, es zu schauen, nicht zu spielen: Los, Saints!)
2. Ich wurde einst in Weißrussland verhaftet
3. Für eine kurze Zeit habe ich in Madrid Führungskräften aus Japan Englisch beigebracht
4. Meine englischen Grammatikkenntnisse sind katastrophal (vielleicht ist es Ihnen aufgefallen – damit erklärt sich auch mein nur kurzer Abstecher als Lehrerin für Englisch als Fremdsprache)
5. Ich wurde als Schulkind aus der Handarbeitsstunde rausgeschmissen, weil ich ein Huhn nachgemacht habe – die Lehrerin hatte sich auf die Suche nach dem abtrünnigen Federvieh gemacht, bis sie realisierte, dass ich es war!

Wie würden Sie Ihren Roman in einem Satz zusammenfassen?
Eine heroinabhängige Heldin begibt sich auf die Jagd nach einem Kredithai – bis sie erkennt, dass noch viel größere Raubtiere um sie herum kreisen.

Was hat Sie zu der Geschichte inspiriert?
Die Figur der Catherine Berlin ist genau genommen von einer Autorin inspiriert, Anna Kavan, die über dreißig Jahre lang Bücher geschrieben hat – und während dieser ganzen Zeit heroinabhängig war. Die meisten Menschen in ihrem Umfeld wussten davon nichts. Teile ihres Werks sind außergewöhnlich, und ich interessiere mich sehr dafür, wie Menschen mit jeglicher Art von Abhängigkeit umgehen, nicht nur die Abhängigkeit von Drogen. Geld, Macht, Kuchen oder eine Beziehung sind alles Anwärter dafür.

Die Geschichte wurde von meiner Arbeit in London inspiriert, als ich mit einem Team gearbeitet habe, das sich auf die Fersen von Kredithaien geheftet hat.

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Archie Doyle. Er ist ein übler Bursche, aber manchmal kann man nicht anders, als ihn zu bemitleiden. (Aber nur manchmal!)

Welche Szene war am schwierigsten zu schreiben?
Die letzte.

Was glauben Sie, wer Ihr Buch lesen wird?
Jeder, der einen Abstecher auf die dunkle Seite genießt und ein unvoreingenommenes Wesen besitzt.

Gibt es andere Bücher, mit denen man Ihre Arbeit vergleichen könnte?
Ich würde es mir nie anmaßen, andere Autoren durch diese Art des Vergleichs zu blamieren!

Annie Hauxwell

Bittere Schuld

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