VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü

Interview mit Dorothea Böhme zu »Neben der Spur ist auch ein schöner Weg«

Wussten Sie schon, dass Dorothea Böhme eine echte Weltenbummlerin ist? Zu ihren Wohnorten zählten unter anderen Berlin, Wien, Quito und Triest.

Dorothea Böhme
© privat

Eine kurze Biografie:
Geboren und aufgewachsen bin ich am Rand des Ruhrgebiets in Hamm. Zum Studieren hat es mich dann aber in die weite Welt gezogen, und neben Berlin, Tübingen und Klagenfurt habe ich auch kurze Zeit in Wien, Quito und Triest verbracht. Damit war meine Abenteuerlust jedoch noch nicht ganz beendet und ich entschied mich, für einige Jahre als Deutschlehrerin in Ungarn zu arbeiten. Dann bekam ich aber doch wieder Heimweh nach Deutschland und lebe und arbeite nun in Stuttgart.

Würden Sie uns ein wenig über sich erzählen – Ihre Hobbys, Lebenssituation, Ihren Traum vom Glück, was Sie ärgert, welche Gabe Sie gerne besäßen …?
Meine Hobbys sind natürlich ganz vorn Lesen, in Geschichten eintauchen. Musik liebe ich auch: tanzen, selbst ein Instrument spielen – da versuche ich mich zur Zeit auf der Klarinette, stecke aber noch ganz am Anfang und habe sehr viel Mitleid mit meinen Nachbarn.

Welche Gabe ich gern besäße … Darf das auch unrealistisch sein? Dann würde ich gern fliegen können, ich glaube, die Vorteile davon liegen auf der Hand. Falls es realistisch bleiben soll, würde ich gern singen können. Denn auch da gilt im Augenblick: Mitleid mit den Nachbarn …

Gibt es bestimmte geografische Orte, zu denen Sie oder Ihre Romane einen besonderen Bezug haben?
Ich liebe Italien und vor allem Rom, wo ich auch schon mehrfach war. Mein Italienisch ist etwas besser als mein Ungarisch, das heißt aber leider nur, dass ich kein großes Sprachtalent bin. Wenn mich jemand fragen würde, welches Land auf der Welt er oder sie einfach gesehen haben muss, würde mir sofort Italien einfallen. Daher habe ich meine drei Mädels aus Neben der Spur ist auch ein schöner Weg auch dort hinfahren lassen.

Was lesen Sie selber gerne?
Eigentlich alles, was gute Unterhaltung verspricht, vom Krimi über Science-Fiction bis zum Frauenroman. Wichtig ist mir allerdings, dass es nicht zu düster ist, am liebsten habe ich es locker, lustig und trotzdem intelligent.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren?
Kurt Vonnegut ist ein „Dauerliebling“ genauso wie Toni Morrison und Terry Pratchett, die jetzt vermutlich arg die Stirn runzeln, dass sie im gleichen Atemzug genannt wurden. Ansonsten sind es dann meist wechselnde Bücher, die ich toll finde – aktuell sind es gerade Caravan von Marina Lewycka, tschick von Wolfgang Herrndorf und Die gelben Augen der Krokodile von Katherine Pancol.

Wer sind Ihre liebsten Romanhelden/-heldinnen?
Skulduggery Pleasant und Valkyrie Cain aus der Skulduggery-Pleasant-Reihe von Derek Landy. Die beiden sind schlagfertig im doppelten Sinne des Wortes, haben innerlich auch eine schrecklich böse Seite und retten am laufenden Band die Welt – was gibt es da nicht zu mögen?

Um allgemeiner zu antworten: Ich mag Helden, die nicht nur gut oder nur böse sind. Romanfiguren sollten sich wie echte Menschen in einem Graubereich bewegen, mal heller, mal dunkler.

Möchten Sie uns 3 Bücher für die einsame Insel empfehlen?
Auf eine Insel gehört ein Buch über eine Insel, also empfehle ich als erstes Galápagos von Kurt Vonnegut, ein satirisches, ironisches, unglaublich tiefgründiges und trotzdem wahnsinnig komisches Buch über die (zukünftige) Evolution der Menschheit.

Dann würde ich Zähne zeigen von Zadie Smith empfehlen, weil es nicht nur eine sehr gute, Generationen umspannende Geschichte ist, sondern auch ein dickes Buch, und der Lesestoff auf der einsamen Insel dann nicht so schnell ausgeht.

Als Drittes dann vielleicht Das Geisterhaus von Isabel Allende, weil man da so wunderbar drin schwelgen kann.

Was ist für Sie die größte Versuchung?
Nach Schokolade? Vermutlich schlechte Actionfilme. Je alberner Titel und Idee klingen, desto unwiderstehlicher wird es für mich, ins Kino zu gehen.

Verraten Sie uns Ihr Lieblingsrezept?
Käsekuchen! Einen Mürbeteig machen, in eine Backform geben, am Boden festklopfen und am Rand hochziehen. Dann eine Mischung aus einem Kilo Quark, Puddingpulver und einer ganzen Menge Eier in die Mitte geben. Länger backen als in jedem Rezept angegeben (oder mein Backofen ist eine Schnecke) und erst abkühlen lassen vor dem Genießen – sonst schmeckt der nach Rührei ;-)

Was ist für Sie die optimale Entspannung?
In der Badewanne liegen und lesen. Als e-Reader-Besitzerin und eingefleischte Leseratte habe ich auch schon längst den Dreh raus, den Reader mit Plastikfolie wasserfest zu machen.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Eine gute Freundin sagt immer: „Alles wird gut.“ Das habe ich versucht zu verinnerlichen.

Gibt es eine Person, die Sie persönlich fasziniert?
Mich da auf eine Person festzulegen, wird schwierig. In letzter Zeit finde ich allerdings Hillary Clinton faszinierend.

Welche menschliche Leistung des letzten Jahrhunderts bewundern Sie am meisten?
Die Frauenbewegung. Was unsere Urgroßmütter bis Mütter geschafft haben, ist unglaublich.

Welche Organisation oder welches Projekt würden Sie gerne unterstützen – oder tun dies bereits?
Ich bin Mitglied beim WWF, weil mir Umwelt und Tiere sehr wichtig sind.

Vor allem im Winter finde ich aber auch Hilfsprojekte für Wohnungslose wie die „Kältehilfe“ in Berlin gut. Ganz toll finde ich aber auch die Wunschzettelaktion der Frauenhäuser vor Weihnachten, bei denen ich immer zumindest einen Gutschein versuche beizusteuern.

Fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen
1. Ich habe mal ein Semester lang Jura studiert. Und es hat mir sogar Spaß gemacht.
2. Meine Tollpatschigkeit nehmen mir meine Zehen (und Schienbeine) sehr übel.
3. Ich liebe Schokolade, aber Nüsse oder Nougat haben darin nichts zu suchen.
4. Stricken kann ich wie singen zwar überhaupt nicht, tue es aber ebenso mit großer Begeisterung.
5. Rosenkohl hat der Teufel erfunden.

Wollen Sie Ihren Leserinnen noch etwas sagen?
Ich widme mein Buch allen Frauen, die an die Kraft der Freundschaft glauben, ihre Träume niemals aus den Augen verlieren und den Mut haben, unkonventionelle Wege zu gehen. Egal, wie alt Sie sind – ob 17 oder 73, ob irgendetwas darunter, darüber oder dazwischen –, es ist nie zu früh oder zu spät, Sie selbst zu sein.

Herzlich, Ihre Dorothea Böhme

Neben der Spur ist auch ein schöner Weg Blick ins Buch

Dorothea Böhme

Neben der Spur ist auch ein schöner Weg

Kundenrezensionen (1)

€ 9,99 [D] inkl. MwSt. | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empf. VK-Preis)

Oder mit einem Klick bestellen bei

Weiter im Katalog: Zur Buchinfo

Weitere Ausgaben: eBook (epub)