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Interview mit Ellen Sussman zu »Blaue Nächte in Cassis«

Wussten Sie, dass Ellen Sussman zur professionellen Tennisspielerin ausgebildet wurde?

Ellen Sussman
© Chris Hardy

Eine kurze Biografie:
Ellen Sussman wurde in Trenton, New Jersey geboren und hat in Boston, Philadelphia, Baltimore, Los Angeles, Paris und Nordkalifornien gelebt. Sie hatte schon die unterschiedlichsten Jobs, u.a. Tennislehrerin, Restaurantmanagerin und Collegelehrerin. Aber in allen Phasen ihres Lebens hat sie immer geschrieben – seit sie sechs Jahre alt ist. Mit Beharrlichkeit und Ausdauer, aber auch mit wildem Übermut und oft mit großer Unsicherheit hat sie sich Lob erkämpft, aber auch Stapeln von Absagebriefen getrotzt. Sie hat ihre Schriftstellerkarriere schon vielfach an den Nagel gehängt – aber immer nur für ein oder zwei Tage – und ihre Familie hat inzwischen gelernt, neue Berufswünsche zu ignorieren. Denn sie ist einfach Schriftstellerin, fast täglich, und sie liebt es, Schriftstellerin zu sein! Ellen Sussman hat zwei Töchter und lebt mit ihrem Mann in der Bucht von San Francisco.

Warum haben Sie sich für das Schreiben entschieden?
Ich habe diese Entscheidung im Alter von sechs Jahren getroffen. Ich erinnere mich, wie ich zu den Bücherregalen meines Bruders hochgeklettert bin und seine Bücher herausgezogen habe. Ich schrieb die Titel ab und dachte mir dann Geschichten aus, die zu diesen Titeln passen. In all den darauffolgenden Jahren habe ich diesen Berufswunsch nie aufgegeben.

Was dient Ihnen als Inspiration für Ihre Romane?
Das kommt oft ganz unerwartet. Jemand erzählt mir zum Beispiel eine Geschichte, die mich inspiriert. Später merke ich dann, wie sehr meine eigenen Erfahrungen da mit hineinspielen. Obwohl ich meine Geschichten nicht aus einer autobiografischen Perspektive erzähle. Ich greife für den emotionalen Kern der Geschichte auf meine eigenen Erfahrungen zurück, nicht aber für die Geschichte selbst.

Welches sind Ihre Lieblingsschriftsteller?
Ich liebe Ann Patchett, Jennifer Egan, Lauren Groff, Jeffrey Eugenides und viele andere.

Welches Buch oder welche Bücher haben Sie kürzlich gelesen?
Ich habe gerade einen Monat auf einem Schloss in Schottland verbracht – lange Schreibtage und lange Leseabende ohne Internet und Handyempfang. Ich glaube, ich habe in diesem Monat bestimmt 15 Romane gelesen. Der beste war City on Fire von Garth Risk Hallberg. Es ist ein sehr ambitionierter, tiefgehender Roman, der das New York der 1970er Jahre aus der Perspektive verschiedener faszinierender Charaktere einfängt. Ich war so beeindruckt vom Spektrum und der Vision des Autors, dass ich mir vorgenommen habe, bei meinen eigenen Romanen mehr in die Tiefe zu gehen.

Was ist Ihre Lebensphilosophie?
Hart arbeiten und das Leben genießen. Ich koste das Leben in allen Facetten aus. Am wichtigsten aber sind menschliche Beziehungen, tiefe, intensive Beziehungen.

Was machen Sie, wenn Sie nicht schreiben?
Ich liebe Yoga und Wandern. Und ich reise viel. Ich verbringe Zeit mit meinem Mann und meinen Töchtern. Und wir lieben es, Dinner-Partys mit unseren vielen Freunden zu schmeißen.

Fünf Dinge über Sie, die wir noch nicht wissen:
_ Ich wurde zur professionellen Tennisspielerin ausgebildet.
_ Ich wuchs in einem Haus mit kaum Büchern auf. Jetzt lebe ich in einem Haus, das voller Bücherregale ist und in dem an jedem freien Platz Bücher herumliegen.
_ Ich würde gerne wieder in einem fremden Land leben. Bald!
_ Ich liebe Hunde. Wir haben einen Hund, der größer ist als ich.
_ Es macht mir nichts aus, wenn ich nicht schlafen kann. Ich nehme mir einfach ein Buch und lese.

Wie würden Sie Ihren aktuellen Roman Blaue Nächte in Cassis in einem Satz beschreiben?
Ein Paar in ihren Fünfzigern lädt den engsten Familien- und Freundeskreis zu ihrer kleinen Hochzeitszeremonie nach Südfrankreich ein, das Wochenende stellt die Familienbande und ihren starken Glauben an die Liebe auf eine harte Probe.

Was hat Sie zu dem Roman inspiriert?
Mein Mann und ich haben uns getroffen, als wir beide schon schwierige erste Ehen hinter uns hatten. Dennoch haben wir fast sofort beschlossen, es miteinander zu versuchen und zu heiraten. Ich wollte besser verstehen, wie wir uns auf diese neue Liebe einlassen und mit ihren Herausforderungen umgehen konnten. Und ich wollte über die sehr komplexe Beziehung zwischen Müttern und Töchtern in den Zwanzigern schreiben, besonders wenn diese Töchter gerade die Liebe suchen und finden.

Was ist Ihre Lieblingsfigur im Roman und warum?
Ich habe mich in Nell, die vermeintlich unangepasste und „böse“ Tochter, verliebt. Ich kann mich sehr gut mit ihr identifizieren, auch ich breche öfter die Regeln, obwohl ich weiß, dass das nicht immer gut ausgehen kann. Außerdem ist Nell sehr komplex – sie will Liebe, sorgt sich um ihre Mitmenschen, trifft dabei aber immer wieder falsche Entscheidungen. Ich bewundere ihren Mumm und ihre Verletzlichkeit.

Welche Szene war am schwierigsten zu schreiben?
Komischerweise war die Hochzeitsszene am schwierigsten in Worte zu fassen. Ich wusste beim Schreiben noch nicht einmal, ob die Hochzeit überhaupt stattfinden würde – es gab einfach so viele kleine und große Katastrophen, die den großen Tag hätten ruinieren können. Und als ich dann endlich bei der Hochzeit ankam, wollte ich, dass die Szene absolut authentisch wirkt. Ich wollte genau den richtigen Ton treffen, die Familie und die Liebe zwischen den Protagonisten perfekt beschreiben.

Welcher Sorte Leser wird Ihr Buch gefallen?
Ich habe festgestellt, dass meine Romane einer sehr breiten Leserschaft gefallen. Da die beiden Töchter in ihren Zwanzigern sind, haben viele junge Leser und Leserinnen sehr positiv auf die Geschichte reagiert. Natürlich spricht der Roman auch ältere Leser und Leserinnen an, die sich um Liebe und Familie Gedanken machen. Außerdem wird jeder, der Frankreich liebt, den Roman einfach lieben!

Blaue Nächte in Cassis Blick ins Buch

Ellen Sussman

Blaue Nächte in Cassis

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