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Interview mit Helle Vincentz zu »Die weiße Bestie«

Wussten Sie, dass Helle Vincentz vom Schreiben abhängig ist?

Bitte geben Sie uns eine kurze Biografie von sich:
Ich bin eine 34-jährige Autorin. Bevor ich anfing, hauptberuflich zu schreiben, habe ich als Journalistin unter anderem für Jyllands-Posten, die größte Tageszeitung Dänemarks, und als Projektmanagerin gearbeitet. Mein erster Kriminalroman, „Die weiße Bestie“, wurde in mehrere Länder verkauft, stand auf der Dänischen Bestsellerliste und wurde für den renommierten Dänischen Debütantenpreis nominiert. Daneben habe ich einen weiteren Kriminalroman „The Philippine Pirate“ und ein Sachbuch veröffentlicht, „Young and abandoned – when parents die too soon“ (beide nicht in Deutschland veröffentlicht). Meine Hobbies sind Tauchen, Joggen und Reisen – ganz besonders das Reisen! Wäre ich 500 Jahre eher geboren, wäre ich ohne jeden Zweifel ein berühmter Forscher geworden! Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne.

Habens Sie bereits Short Stories geschrieben?
Ich habe eine Krimireihe für FEMINA geschrieben, eine der größten Frauenmagazine Däne-
marks. Die Leser haben diese Reihe geliebt und ich habe es geliebt, sie zu schreiben – es war eine wunderbare Erfahrung!

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Ich bin vom Schreiben abhängig!

Wie finden Sie Ihre Themen?
Im wahren Leben. In Wirtschaftsskandalen, in Kriegen, in der Politik, in jedem Thema, das mich betrübt und von dem ich denke: Wie kann jemand dazu in der Lage sein?

An welchem Buch arbeiten Sie gerade?
Ich schreibe einen Kriminalroman, der in Grönland spielt – der dritte in einer Reihe um Caroline Kayser. Noch ist es zu früh, um über die Geschichte etwas zu verraten, aber zwei Elemente werden sicherlich enthalten sein: Mord und Sex!

Wer sind Ihre Lieblingsautoren?
Ich liebe Jonathan Franzen für seine Fähigkeit, die engen Beziehungen zwischen Menschen in Worte zu fassen.

Ich bewundere Jussi Adler-Olsen für seine Gabe, lustige und originelle Krimis zu schreiben.

Was haben Sie vor kurzem gelesen?
“Letzte Warnung” von Michael Connelly – er ist der Verfasser sowohl der Lincoln-Lawyer-Reihe und der Krimis rund um Harry Bosch und ich liebe ihn!

Haben Sie ein Lebensmotto?
Tu es einfach! Ich war sehr jung, als meine beiden Eltern starben. Diese schreckliche Erfahrung hat es mich gelehrt, dass das Leben zu kurz ist und dass man die Erfüllung seiner Träume niemals auf später verschieben sollte. Als ich mich entschied, hauptberuflich zu schreiben, war ich sehr nervös, aber ich wusste, ich hatte im Grunde keine andere Wahl – und ich liebe jede Sekunde meines neuen Daseins!

Was ist für Sie die optimale Entspannung?
Ich lese ziemlich viel. Da ich einen dreijährigen Sohn habe, verbringe ich auch jede Menge Zeit damit, im Garten Fußball zu spielen und ihm zu erklären, warum er diese drei Meter hohe Leiter jetzt nicht hochkrabbeln sollte und warum es keine gute Idee ist, andere Leute mit einem Stock auf den Kopf zu hauen.

Fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen:
1. Ich bin die Erste in meiner Familie, die einen Universitätsabschluss hat.
2. In einem Persönlichkeitstest erzielte ich einmal folgendes Resultat: Helles Bedürfnis nach Kommunikation kann auf dieser Skala nicht abgebildet werden – weil ich so viel spreche und schreibe!
3. Der gleiche Test hat auch offenbart, dass die Leute in meiner näheren Umgebung mein mangelndes Organisationstalent ätzend finden. Was wahr ist!
4. Ich habe die Serie West Wing – Im Zentrum der Macht drei Mal komplett gesehen!
5. Ich wähle die Demokraten, finde aber, dass Colin Powell, der ja Republikaner ist, der coolste Mann ist, dem ich jemals begegnet bin. Wären die Umstände anders gewesen, ich hätte ihn glatt geheiratet!

Wie würden Sie Ihren Roman in einem Satz beschreiben?
Es ist eine originelle Kriminalgeschichte über Geld, komplexe Geschäfte und der Versuch einer jungen, ambitionierten Frau, in einer korrupten Welt zu überleben.

Was hat Sie dazu inspiriert, diesen Roman zu schreiben?
Als ich an der Columbia Universität studiert habe, bin ich mit einigen ehemaligen Bossen von großen Ölfirmen in Kontakt gekommen. Die Geschichten, die sie mir über Korruption und die Ausbeutung der ortsansässigen Arbeiter erzählt haben, haben mich darauf gebracht, dass die Ölindustrie eine ganz hervorragende Grundlage für einen Krimi hergibt!

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Es gibt in diesem Roman drei Hauptfiguren und ich liebe jede einzelne von ihnen für ihre Art. Sollte ich mich zwischen ihnen entscheiden müssen, würde meine Wahl auf Sally fallen, das junge afrikanische Mädchen, das sich nichts mehr wünscht, als eine Schule besuchen zu dürfen, und die doch vom Leben so unfair behandelt wird. Das hat mir wirklich sehr leidgetan.

Welche Szene war am schwierigsten zu schreiben?
Es gibt im Buch eine Vergewaltigungsszene, die zu schreiben mir sehr schwergefallen ist. Mir war beim Schreiben regelrecht schwindlig, und letzten Endes habe ich klassische Musik angehört und den Bildschirm meines Laptops so weit heruntergeklappt, dass ich das Keyboard nicht mehr richtig sehen konnte. Auf diese Weise konnte ich zumindest eine Art Distanz zwischen mich und die Worte bringen, die ich schrieb.

Welche Leser sprechen Sie mit Ihrem Buch an?
Jeden, der einen guten Krimi mag! Außerdem Männer und Frauen, die wissen, wie sich die Höhen und Tiefen einer beruflichen Karriere anfühlen.

Helle Vincentz

Die weiße Bestie

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