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Hörbuch-Sprecher im Interview: Axel Milberg liest Foenkinos

Axel Milberg war bis 1998 Mitglied des Ensembles der Münchner Kammerspiele und arbeitete mit Regisseuren wie Peter Zadek, Thomas Langhoff oder Dieter Dorn. Mitte der 90er Jahre wandte sich der wandelbare Schauspieler verstärkt Film und Fernsehen zu. Seither war er in zahlreichen erfolgreichen Produktionen zu sehen, z.B. in Nach fünf im Urwald (1995), Jahrestage (2000), The International (2009), Ludwig II. oder Hannah Arendt (2012). 2013 spielte er in den Verfilmungen der Romane Feuchtgebiete von Charlotte Roche und Rubinrot von Kerstin Gier. Seit 2003 ist Axel Milberg außerdem in seiner Heimatstadt Kiel als Tatort-Kommissar Klaus Borowski auf Verbrecherjagd.

Anlässlich seiner Lesung von David Foenkinos' Roman Das geheime Leben des Monsieur Pick haben wir Axel Milberg zum Interview getroffen:

Wir befinden uns in Frankreich, an einem schönen Ort, in einer schönen Geschichte … Warum passt Das geheime Leben des Monsieur Pick zu Ihnen?

Naja, ich bin ja frankophil. Ich liebe Frankreich, ich liebe auch Italien, ich liebe das Temperament der Französinnen, ich liebe die französischen Filme, die Geschichte und die französische Küche, die Weine, die Lebensart, die Oberflächlichkeit, aber auch die Kulturgeschichte, die Literatur. Also da kommt eine Menge zusammen. Und die Art, wie geschrieben wird: wo nicht jedes Wort philosophisch ist, sondern wo das Leben von verschiedenen Menschen zusammenspielt und diskutiert wird, und gelogen und geschwindelt und gelitten und gelacht und geheuchelt wird. Das ist sehr nach meinem Geschmack und das schreit auch danach, verfilmt zu werden – natürlich mit mir in der Hauptrolle. [Lacht.] Aber es gibt mehrere Hauptrollen, man verfolgt das Leben verschiedener Figuren: von Männern, Frauen, Älteren, Jüngeren, in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Und es ist eine sehr kluge ... fast möchte ich sagen: Medien-Satire. Da kennt ein Schriftsteller sich aus mit seinem Gewerbe und mit der Art, wie Bücher zustande kommen und vertrieben werden.

Im Mittelpunkt des Buches steht eine Bibliothek im bretonischen Finistère, in der abgelehnte Manuskripte archiviert werden. Welcher Zauber umgibt diese Gegend „am Ende der Welt“ und ihre ganz besondere Bibliothek?

Es ist eine Bibliothek, in der Bücher von ihren Autoren persönlich abgegeben werden müssen, die unveröffentlicht geblieben sind. Also wahrscheinlich auch schlechte Bücher, die der Buchhandel nicht haben will. Dort sammelt sich eine ganze Reihe von Büchern an, und mit spitzen Fingern wird dort ein Buch herausgenommen, das tatsächlich veröffentlicht wird, weil eine Lektorin aus Paris – des Verlages Grasset – meint, das ist ein großartiges Buch. So scheint der Ausgangspunkt dieser Geschichte zu sein. Finistère, aus dem Lateinischen abgeleitet, finis terrae, das Ende der Welt, beschreibt also die – besonders bei Touristen im Moment ja sehr anerkannte und beliebte – Gegend der Bretagne. Ich war nur einmal dort mit der Familie und bin von Quiberon auf die Belle Ile gefahren, wo eigentlich nur Franzosen Urlaub machen. Tatsächlich eine wunderbare Gegend, in dieser Nähe zu England kommt einem da Vieles schon ein bisschen englisch vor. Die französische und englische Geschichte waren ja sehr viele Jahrhunderte eng miteinander verflochten … Aber das führt jetzt zu weit. Auf jeden Fall ist das so ein Ort, wo das Ende der Welt nicht nur geographisch vermutet wurde, sondern heute in dieser Geschichte natürlich auch symbolisch dafür steht, dass verlorene Seelen, nicht verlegte Autoren dort sozusagen ihre Träume in dieser Bibliothek vergraben und abgeben können. Magisch.

Welches Buch darf Ihrer Meinung nach in keiner Bibliothek fehlen – in keiner öffentlichen, vielleicht auch keiner privaten?

Das ist ja eigentlich die Frage nach meinem Lieblingsbuch oder nach meinem Lieblingsroman, nach meinen Lieblingstexten … Die Erzählungen Franz Kafkas gehören sicherlich dazu und einer meiner Lieblingsromane ist – im Allgemeinen von mir sehr geschätzte Franz Kafka und da die recht kurzen Erzählungen. Aber auch – von Paul Auster, der auch in dem Roman erwähnt wird, gibt es ein Buch, nämlich Mond über Manhattan, was eigentlich ein Lieblingsroman von mir ist. Und Nabokov schätze ich sehr … und so weiter. Tja, da ist es schwer, eines auszuwählen. Vielleicht ‘was Heiteres!

Dann wäre diese Geschichte von David Foenkinos ein Buch für Ihre Bibliothek?

Also wir haben es sehr gerne hier gelesen und Spaß gehabt und ich kann es sehr empfehlen. Und ich möchte es eigentlich auch in meiner Bibliothek haben. Ich habe ja jetzt nur diese großen DIN A4-Seiten hier gehabt, aber die Lesung, die wir hier gemacht haben – also das Hörbuch – ist der ungekürzte Roman. Und ich möchte mir das Buch besorgen, sobald es herauskommt.

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David Foenkinos

Das geheime Leben des Monsieur Pick

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