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Interview mit Jane Corry zu »Perlentöchter«

Wussten Sie, dass Jane Corrys Urururgroßvater mit Charles Dickens befreundet war?

Eine kurze Biografie:
Jane Corry wurde in London geboren und lebt jetzt an der Küste in Devon im Südwesten Englands. Sie ging auf eine der ältesten Mädchenschulen in England, die North London Collegiate School, zu der das Herrenhaus Canons gehört, in dem schon Georg Friedrich Händel zu Beginn des 18. Jahrhunderts als Hofmusiker des Duke of Chandos residierte. Jane Corry wuchs daher mit einem guten Gespür für geschichtsträchtige Orte auf. Nach dem Schulabschluss studierte sie Anglistik und wurde dann Journalistin bei verschiedenen Tageszeitungen und Zeitschriften, darunter The Times, Daily Telegraph und Good Housekeeping.

Als alleinerziehende Mutter arbeitete sie vier Jahre lang als Gefängnisreporterin in einem Hochsicherheitsgefängnis für Männer, damit sie ihre Raten bezahlen konnte. Diese Zeit hat sie trotz allem sehr positiv geprägt. Sie hat drei fast erwachsene Kinder und einen sehr anhänglichen Hund. Sie liebt es, mit ihrem zweiten Ehemann spazieren zu gehen, Tennis zu spielen und im Meer zu schwimmen (sogar, wenn es kalt ist!). Außerdem mag sie Bauchtanz (obwohl sie ziemlich schlank ist).

Wie kamen Sie zum Schreiben?
Das Schreiben hat sich für mich entschieden. Meine Mutter erzählte, dass ich Geschichten geschrieben habe, seit ich einen Bleistift in der Hand halten konnte.

Wie finden Sie Ihre Themen?
Das Leben. Menschen, die sich unterhalten. Ein seltsames Wort. Ein Bild. Ein Geruch. Meine Kinder. Das Meer. Meine Vergangenheit. Die unbekannte Zukunft.

An welcher Geschichte arbeiten Sie aktuell?
Sie ist in meinem Kopf, also kann ich noch nicht darüber sprechen. Das mache ich nie. Sonst nimmt es dem Erzählen den Reiz. Aber so viel kann ich verraten: Es ist ein Roman inspiriert vom Meer und einer großen Leidenschaft.

Wer sind Ihre Lieblingsautoren? Und warum?
Ich liebe Jane Austen, weil sie über die Liebe geschrieben hat, obwohl sie nie verheiratet war. Ich verehre auch Dickens wegen seiner Charaktere und weil er ein Freund meines Urururgroßvaters war. Und ich mag Maggie O’Farrell, sie schafft es, sich in den Leser hineinzuversetzen. Und ich liebe Anne Tyler, weil sie Geschichten aus diesen winzig kleinen, aber doch wesentlichen Details erschafft, die das Leben des Einzelnen ausmachen.

Welche Bücher haben Sie kürzlich gelesen?
Ich habe gerade ein Sachbuch von Iris Jones Simantel zu Ende gelesen, Far from the East End. Sie ist eine Freundin von mir und hat den renommierten britischen Life Story Award gewonnen.

Wie würden Sie Ihren Roman in einem Satz zusammenfassen?
Drei Generationen von Frauen, jede mit einer großen Leidenschaft für die Kunst, erben dieselbe Perlenkette zusammen mit einem Familienfluch …

Was hat Sie zu der Geschichte inspiriert?
Meine eigenen Familiengeschichten, die mir von meiner Mutter weitererzählt wurden, zusammen mit meiner Fantasie und meinem neuen Leben in Devon.

Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Vielleicht Rose, weil sie von ihrem gut aussehenden Ehemann am Ende des Ersten Weltkriegs nach Borneo abgeschoben wird, um dann 1939 nach England zurückzukehren, nachdem sie entdeckt hat, dass sie nicht die ist, für die sie sich hielt. Sie muss sich dann zwischen ihrem Mann und dem Mann, den sie wirklich liebt, entscheiden. Bis sie bemerkt, dass die Entscheidung nicht in ihrer Macht liegt. Ich will gar nicht alles verraten, aber wenn Sie das Buch lesen, werden Sie sehen, was ich meine.

Haben Sie ein Lebensmotto?
Ich versuche im Moment zu leben, aber es funktioniert nicht. Ich versuche auch, immer das Beste zu geben, ohne dabei irgendjemanden zu verletzen. Vor vielen Jahren, als ich Prominente nach ihren Lieblingssprichwörtern befragte, nannte die Journalistin Claire Rayner dieses: „Alles geht vorbei.“ Das trifft sowohl auf gute als auch auf schlechte Dinge zu. Das hilft.

Was ist für Sie die optimale Entspannung?
Ich gehe oft am Meer spazieren. Ich lese auch viel und male. Ich habe vor kurzem mein erstes Aquarellbild verkauft.

Fünf Dinge, die wir noch nicht über Sie wissen:
1. Ich wollte schon immer mal nach Vanuatu reisen, um Verwandte zu besuchen.
2. Ich liebe es, mit meinem gelben VW-Käfer zu fahren, aber ich habe Angst vor Autobahnen (nur als Fahrer, nicht als Beifahrer).
3. Ich habe beim Tennisspielen eine fiese Vorhand.
4. Ich nehme Klavierunterricht.
5. Ich habe einmal Roald Dahl auf einer Auktion getroffen und ihn überredet, mir ein Interview für das Magazin Country Homes zu geben.

Jane Corry

Perlentöchter

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